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Bei den Zuschauern wird es noch eine Weile dauern, bis sie X Factor Deutschland als das wahrnehmen, zu dem es sich wahrscheinlich entwickeln wird: der besten deutschen Casting Show. Nur 2,19 Millionen Deutsche sahen den Auftakt gestern auf RTL. DSDS sehen drei Mal so viele, das britische X Factor hat in der Spitze fast die 10fache Zuschauerzahl. Andererseits: auch „Unser Star für Oslo“ startete verhalten, überrannte dann aber schließlich mit Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest.

Das Uteil Kritiker allerdings, es fällt ebenso positiv aus, wie meine gestrige Kritik hier auf tvundso.com. Das fast einstimmige Urteil: Jury und Kandidaten sind top, es wird aber zuviel geheult. Die Sendung trägt noch zusehr die Handschrift von DSDS und Supertalent, bei dem wahlweise die Schicksale triefen oder unbedarfte Kandidaten lächerlich gemacht werden. Hier also meine kleine Presseschau zu X Factor aus den professionellen Online-Medien:

Absolut großartig ist die Kritik von Christian Buß bei Spiegel Online, die zu den kritischeren Tönen unter den ernstzunehmenden Medien gehört, hier könnte man fast jeden Satz zitieren. Buß konzenztriert sich vor allem auf Jurystar Sarah Connor, um die herum die erste Ausgabe und die Vorab-Promotion vor allem aufgebaut war:

„Keine Frage, auch Sarah Connor hat den Handy-Werbespot genau studiert und mit ihrer Visagistin eingeübt, wie man die Emotionen triefen lässt, ohne das Make-up zu versauen. (…) Ja, sie ist die perfekte Castingshow-Jurorin.

[…]

Kaum war am Freitag der erste der insgesamt 19.000 Bewerber auf der Bühne, da stand der Delmenhorsterin auch schon pittoresk das Wasser in den Augen

[…]

Eigentlich wollte Connor von dieser Art Homestory-Klatsch ja weg, doch durch ihre tränenfeucht vorgetragenen Gunstbezeugungen für die „X Factor“-Kandidaten ist sie näher bei dem alten Hochglanz-Trash, als sie denkt: Sarah in Love, schon wieder.

[…]

Bei der Ego-Performance der Jurorin konnte man dann glatt übersehen, wie großartig einige der Bewerber tatsächlich waren.

[…]

So gesehen reiht sich „X Factor“ trotz pädagogischen Konzepts und hervorragender Hobbysänger nahtlos ein ins Casting-Elend. Man agiert hier wie im Rest des deutschen Talentshowlands: verheult, egomanisch, verlogen.“

Antje Hildebrandts Kritik bei Welt Online fällt fast schon begeistert aus. Der Welt-Kritikerin gefällt vor allem die musikalische Qualität der Sendung, sie rückt die Talentsuche gar in die Nähe von Raabs hochgelobten Oslostar:

„Die gefühlte Wow-Wahrscheinlichkeit, sie lag deutlich über 90 Prozent. Und das war auch gut so.“

[…]

Wer hätte nach einer Dekade Popoversohlen bei den „Popstars“ (ProSieben) und Deppen-Roulette bei „DSDS“ (RTL) gedacht, dass eine Castingshow wieder das zutage fördert, was Castingshows eigentlich zutage fördern sollen, nämlich Talente?

[…]

„X-Factor“ setzt dort an, wo Stefan Raab mit „Unser Star für Oslo“ aufgehört hat. Die Show, produziert von der „DSDS“-erfahrenen Firma Grundy Light Entertainment, ist mehr als nur ein ambitioniertes Ringelpietz mit Anfassen im Dienste der Nachwuchsförderung. Sie besitzt jenen gewissen Glamour, den man in Raabs Talentschuppen vergeblich suchte.“

Gleichzeitig kritisiert Hildebrandt aber auch die bei Schicksalsstories, die RTL um einige der Kandidaten gestrickt hatte:

„Hatte die Show solche Szenen nötig? Nein. Sie konterkarierten sogar den Anspruch des Formats. Doch offenbar verließ den „DSDS“-erprobten Produzenten in letzter Minute der Mut, auf bewährte Stilmittel zu verzichten.“

Und Carin Pawlak vom Focus fast zusammen:

„X Factor hebt sich aus den üblichen Auswahlgockelschauen heraus. Es ist zum einen die positive Grundstimmung. Keine hammerturbogeilblöden Sprüche wie bei Bohlen. Kein tumbes Moderatoren-Geschreyl. Und kein aufreizendes Unterschichten-Personal wie sonst, sondern wirkliche Talente.“

Auch das britische Original musste sich im vergangenen Jahr einer vergleichbaren Kritik aussetzen, als sie zum Auftakt der Show zunächst ebenfalls auf die Tränendrüse drückte. Ich hatte das damals hier auf dem Blog zusammengefasst: Freaks und Tränen. Der britische Moderator Dermot O’Leary sagte damals:

„I find the sob stories quite awkward, so it’s great that we don’t really have them this year. At the end of the day, it’s a singing contest.“

Die verhältnismäßig schlechten Quoten für eine hochwertigere und international erfolgreiche Casting Show bei RTL sind hausgemacht. Jahreland hat der Sender sein Stammpublikum auf Trash trainiert. Da offensichtlich der Plan, die auf eben Freaks und Tränen konditionierten DSDS- und Supertalent-Zuschauer für X Factor zu werben nicht aufgeht, ist zu hoffen, dass man bei der Ausstrahlung auf Vox ganz auf diesen Quatsch verzichten wird und sich auf die Stärken der Show konzentriert: Ihre hervorragende Jury, Dynamik, ihren Glanz und vor allem: ihre Talente.


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X Factor bei VOX

X Factor bei ITV

X Factor bei Clipfish

X Factor bei tvundso.com

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The X Factor (c) ITV

Die deutsche Version der britischen Erfolgsshow „The X Factor“ ist besser als erwartet. Zwar scheint RTL die Zuschauer da abholen zu wollen, wo die Sender sie jahrelang hingebracht haben (DSDS, Supertalent, Popstars), doch neben Schicksalen und Freaks überrascht die Show mit ungewohnt guten Kandidaten, einer sehr gut zusammengestellten Jury und einer funktionierenden Dynmaik zwischen ihren Mitgliedern, Kandidaten, Moderator und Publikum. Von null auf gleich könnten wir hier (USFO mal außen vor) die beste deutsche Castingshow bekommen haben.

„Eine der größten Casting Shows der Welt kommt nach Deutschland“, heißt es am Anfang der ersten Ausgabe des deutschen X Factor, die RTL am Freitag abend für VOX anschob, dass ab Dienstieg die kommenden Folgen übertragen wird. (Austrahlungstermine und Wiederholungen suchen) Dass das britische „The X Factor“ die erfolgreichste Casting Show Europas ist (legendäre Auftritte), wollte man wohl nicht sagen, denn das ist nach RTL-Deutung wohl eher DSDS, von dem sich X Factor nun irgendwie unterscheiden muss. Dass bei X Factor auch Duette sowie Gruppen auf- und die Jurymitglieder gegeneinander antreten, wird dieses Unterscheidungsmerkmal sein.

Eigentlich ist aber alles irgendwie ein bisschen anders. Außer der Moderator. Kurzsichtige Zuschauer könnten denken: „Mensch, der Marco Schreyl ist aber heute locker drauf“. Entsprechende Gags machten auf Twitter die Runde. Richtig kantige Moderatoren mit einem anderen als dem Schwiegermutterprofil haben hierzulande offensichtlich keine Chance, oder niemand traut sich ihnen eine zu bieten.

Schropp, der Anti-Schreyl

Beim deutschen X Factor moderiert jedenfalls der bis heute noch unbekannte Jochen Schropp, der der Vita seiner Homepage zufolge 2004 schonmal in einer TV Produktion namens „Popp Dich schlank“ mitgewirkt hat. Aus dem Stand heraus ist Schropp trotz allem symphatischer und vor allem souveräner und unverkrampfter als die meisten anderen deutschen Moderatoren. Schropp ist quasi sowas wie der Anti-Schreyl. Wenn er mit Kandidaten irgendeinen albernen Tanz aufführt, ohne selber besonders albern zu wirken, dann sieht das auch schon fast aus, wie ein gewollter Angriff auf den steifen Marco Schreyl.

„Hier spielt die Musik“ heißt übrigens das deutsche Motto der Show. In England ist es „It’s time to face the music“. Das klingt nach Wettkampf und Arena. Die deutsche Variante hingegen erinnert mich wahlweise an Kirmes oder eine Grundschullehrerin. Ob das ein Omen für die kommenden Episoden das deutschen X Factor-Versuchs aus dem Hause Grundy Light ist, werden wir noch sehen.

Zunächst geht es bescheiden los: Die Jury fährt zum Start der Show mit Limosinen durch die Vorstadt, statt mit Schnellbooten zum Londoner O2. Bei X Factor Deutschland muss man wahrscheinlich erstmal etwas kleinere Brötchen backen. Musik und Bildschnitt, ein bisschen Nebel und Weichzeichner sorgen schon dafür, dass es aussieht, als würde da gleich was ganz Großes passieren. Die martialisch-epische, klassische Musik, das „Größenwahnsinnige“, sie gehören auch zum typischen Auftritt von X Factor. Ob es gelingt, dies in die deutsche Variante zu transportieren, werden wir allerdings frühestens in den Liveshows sehen.

Glücksgriff Brönner

Jurymitglied Goerge Glück wird als Musik-Mogul vorgestellt. Er bekommt auch im ersten Teil der Show einen Einspieler, der das belegen soll. All zu viele Bekannte unter seinen Schützlingen findet man zwar nicht, aber das kann auch an meiner mangelnden Kenntnis der Popmusik liegen. Bekannt ist auf jeden Fall Sarah Connor, die wohl sowas wie die Jurychefin sein wird, zumal sie die einzige aus dem kompletten Cast ist, die man schon kennt. Musik-Mogul Glück ist auch ihr Produzent.

Der dritte Juror im Bunde ist Till Brönner, ein Jazz-Trompeter und Musik-Professor, der die gesamte Show mit unaufgeregter Miene und entspannten Statements irgendwie angenehm erdet. Der wahlweise locker oder streng wirkende Brönner ist sicherlich der größte Glücksgriff der Produzenten. Sarah Connor, die der eigentlich Star der Show sein soll, füllt diese Rolle zweifellos aus, profitiert von der Zurückhaltung Brönners und dem bislang eher schwachen Auftritt Glücks.

Zu Beginn der ersten Show passiert dann gleich etwas Überraschendes: ein ungewohnt guter Auftritt vom ersten Kandidaten Anthony Thet, einem Asiaten, der seinen Papa mitgebracht hat. „Ich fand das irgendwie sehr ansprechend“, sagt George Glück.  Einen anderen Kandidaten wird er später als „authentisch“ bezeichnen, dem neuen „nett“ also, wovon er wahrscheinlich nichts weiß. Sarah Connor ist hingegen gerührt von Asiat Anthony und findet eloquentere Worte. (Video Anthony)

Emotionale Musik zum Jury-Statement. Fast schon zurückhaltend sieht man in einem Backstage-Einspieler dann die beiden Juroren Glück und Brönner diskutieren. Tatsächlich muten diese kleinen Einspieler irgendwie intim und entspannt an – ganz anders als die öfter mal gestellt und verkrampft wirkenden britischen Jury-Gespräche im Background. Brönner und Glück haben in dieser Kombination tatsächlich sogar etwas „cooles“ an sich.

Wenig Überzeichnung, gute Dynamik

„Es gibt keinen Künstler der mehr für X Factor steht, als Leona Lewis“, sagt Trompeter Brönner mit einer so beruhigenden Stimmlage, dass man meint, Psychiater Prof. Dr. Krause hätte eine Packung Tavor verschluckt.. Tatsächlich aber scheint er für die besseren Gags zuständig zu sein. Statt „Du warst richtig scheiße“, sagt er: „Schwach angefangen und dann stark nachgelassen“. Was hoffentlich nicht fürs deutsche X Factor gilt, gilt für die üblichen Verdächtigen, die Untalentierten und Verrückten, welche es hier auch zu fünf Sekunden zweifelhaftem Ruhm bringen. Manche auch zu etwas mehr.

Russische Schwestern wollen nach einem verhauenen Auftritt ein selbstkomponiertes russisches Lied singen. Bei George Glücks Jury Statement spielt die Regie ironische Musik ein. Für einen Moment merkt man, dass diesselbe Firma wie bei DSDS verantwortlich ist. Ansonsten hält man sich mit Überzeichnungen zurück. „Große Chancen beim Grand Prix“ bescheinigt der Trompeter Brönner in einem gemeinen Kommentar. „Möchten Sie bitte auf den Punkt kommen, wir sitzen hier schon seit halb elf“, zischen die Mädels zurück.

Die Dynamik zwischen Jury und Kandidaten, dem Publikum und schließlich den Jurymitgliedern untereinander wirkt nicht erzwungen und funktioniert deutlich besser, als ich mir das vorgestellt hatte. Zum Beispiel habe ich noch nie eine deutsche Casting Show gesehen, in der so gelungen eingefangene, unspektakuläre und symphatische Zuschauerreaktionen während der Auftritte der Kandidaten zu sehen waren.

Als Ende 2009 RTL und VOX ankündigten sich der lange brach liegenden X Factor Lizenz endlich und irgendwie auch notgedrungen anzunehmen, waren wir alle sehr kritisch. Kurz zuvor hatte die damalige DSDS-Produktion das Niveau nochmal erfolgreich eine Stufe abgesenkt.

Solide Unterhaltung, technisch fehlerfrei

X Factor Deutschland allerdings ist solide Unterhaltung. Insgesamt wirkt die Produktion nicht so, als hätte man ein besonders großes Budget zur Verfügung gehabt. Der Produktion merkt man an, das es schwer fällt vom gewohnten Zynismus Abstand zu nehmen, gleichwohl ist sie technisch fehlerfrei. Allein für Jochen Schropp und Till Brönner hat es sich jedenfalls gelohnt die erste Show zu schauen.

Gemessen an meinen niedrigen Erwartungen jedenfalls, sowie der im freien Fall befindlichen Qualität von DSDS und Popstars, ist das deutsche X Factor tatsächlich eine Casting Show, die ich mir mit Interesse ansehen werde. Nicht zuletzt, weil ich es Vox, Sarah Connor, Till Brönner und Jochen Schropp gönnen würde, wenn sie aus dem Stand erfolgreicher wären, als Dieter Bohlen und Detlef Soost.


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Mehr zu X Factor:

X Factor bei VOX

X Factor bei tvundso.com

Alle Auftritte bei tvsongs.de

Bei Clipfish: Videos vom deutschen X Factor

Werbung gabs ne Menge: RTL Punkt 12 Bericht über X Factor Deutschland.

Neu: Kritik zur ersten deutschen Sendung von X Factor

Lange haben sich RTL und VOX Zeit gelassen, um den Termin für die Ausstrahlung der ersten deutschen Staffel X Factor bekannt zu geben. Wahrscheinlich ist so eine „Eventprogrammierung“, wie VOX in seiner gestrigen Mitteilung schreibt, gar nicht so einfach: Am Freitag, 20. August und am Samstag, 21. August, jeweils 20:15 Uhr füllt RTL das Sommerloch mit dem Staffelauftakt. Danach gehts immer dienstags bei VOX weiter. Damit entfällt das von manchen Zuschauern befürchtete Duell X Factor gegen Popstars am Donnerstag abend.

Alle Artikel zu X Factor Deutschland

X Factor ist die erfolgreichste Casting-Show Europas. Mastermind hinter dem britischem Original der Show ist Simon Cowell, der wohl bekannteste Casting-Show-Juror der Welt. Er erdachte sie als Ersatz für Pop Idol (DSDS) in Großbritannien und hatte damit gleich volle Kontrolle über sein eigenes Produkt. Zwar läuft X Factor bereits in zahlreichen Ländern der Erde, doch auf den wichtigsten TV Märkten der Welt neben UK, nämlich Deutschland und USA ist bis jetzt immernoch Pop Idol in Form von DSDS und American Idol der Platzhirsch.

Doch Pop Idol hat ein Problem: seine Zuschauer werden schneller älter als die Sendung selbst. Insofern startet X Factor als Konkurrenz aus einer guten Position. Den britischen Musikmarkt hat die Show im vergangenen Jahr ziemlich aufgemischt. Noch ist allerdings von der Konkurrenzsituation nichts zu erkennen. Sowohl bei den deutschen RTL Sendern als auch bei Fox in den USA laufen beide Formate erstmal paralell.

Weitere Hintergründe zum deutschen X Factor

Doch während Simon Cowell den US-Start von X Factor im Herbst 2011 sehr ernst nimmt, ist es im Falle des deutschen X Factor eher eine Notlösung die Show überhaupt auszustrahlen. RTL wollte das Erfolgsformat wohl nicht den Konkurrenten von Sat.1 oder ProSieben überlassen. Produziert von der Grund Light, dass in Sachen X Factor unter anspruchsvolleren Castingshow-Fans eher einen schlechten Ruf genießt, startet das deutsche X Factor im August aus der Defensive.

Die Weichen haben die Macher aber zumindest schonmal in die richtige Richtung gestellt. Sowohl die Jury mit Sarah Connor, Till Brönner und George Glueck, als auch die Moderation mit Jochen Schropp ist mutig besetzt. Sowohl der noch nahezu unbekannte ausgebildete Sänger Schropp als auch Jazz-Trompeter Brönner könnten der Show einen gewissen „X Factor“ verleihen. Für Sarah Connor, die ihre Fähigkeiten zuletzt dem TV Trash untergeordnet hat könnte die Show ein Schritt zurück ins ernsthaftere Musikgeschäft sein. UK-Jurorin Cheryl Cole, die in diesem Jahr gesundheitsbedingt fehlen wird, profitierte trotz eher durchschnittlichem Talent und Charakter enorm von ihrer Jury-Rolle, ist inzwischen eine ernstzunehmende Poplady geworden.

Sarah Connor denkt jedenfalls zunächst einmal an die Karriere des kommenden deutschen X Factor Siegers, dem ein Plattenvertrag bei Sony Music winkt: „Wir suchen jemanden, der Deutschland im Sturm erobert – und danach vielleicht sogar die ganze Welt!“ Das ist bislang allerdings lediglich Leona Lewis gelungen. Die 2008er Siegerin Alexandra Burke ist noch unter in der zweiten Reihe unterwegs und macht grad Werbung für Deo im britischen Fernsehen. Ich persönlich gehe davon aus, dass wir erst 2011 oder 2012 im US X Factor einen neuen Weltstar bekommen werden.

Alles über X Factor hier auf tvundso.com

X Factor Website von VOX mit Infos und Videos

Eintrittskarten für die X Factor Liveshows in Köln

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Muss bei X Factor draußen bleiben: Dieter Bohlen.

In seinem gefühlt jährlichem DSDS und so – Interview mit Thomas Lückerath und Kollegen vom Branchendienst DWDL, in dem RTL-Unterhaltungsboss Tom Sänger die ebenfalls jährliche Kritik am stilbildendem RTL-Format „DSDS“ wie immer ohne eine Art von Einsehen mit den Argumenten Geschmacksfrage und Selbstverantwortung abbügelt, äußerte sich Sänger nun zur anstehenden deutschen Version von X Factor. Tom Sänger verspricht: Dieter Bohlen wird nicht in der Jury von „X Factor“ sitzen. RTL, Grundy und Vox basteln derzeit an einer deutschen Variante der erfolgreichsten Casting-Show Europas.

Mehr zur deutschen Version von X Factor

Mehr zu The X Factor

Sängers Statement im Wortlaut:

Thomas Lückerath (DWDL): In einer Ehe macht man ja fast alles gemeinsam. Aber kann ich Ihnen das Versprechen abringen, dass Dieter Bohlen nicht auch noch bei „X-Factor“ in der Jury sitzen wird?

Tom Sänger (RTL): (lacht) Ja, das Versprechen können sie mir abringen. Mehr aber im Moment auch noch nicht. Unsere Kollegen von VOX melden sich sicher, wenn es Neues gibt …

„Deutschland sucht den Superstar“ hingegen kann sich Tom Sänger nicht ohne Dieter Bohlen vorstellen, sagt Sänger in dem Interview. „Dieter Bohlen ist ein absoluter Treiber in unserer Show. So jemanden braucht ein Format, dass so lange so erfolgreich läuft“, lobte Sänger Bohlen. Er sei für DSDS sogar noch wichtiger als Simon Cowell für „American Idol“. Cowell steigt 2011 bei Idol aus, um sich um seine amerikanische „X Factor“ Version zu kümmern.

RTL/VOX Bewerbungsaufruf für X Factor:

Beachtet die Vereinbahrungen die im Casting-Bogen getroffen werden müssen. Kritik dazu bei Peer Schader/medienpiraten.

Bewerbungsformular bei Vox (bis 22. März 2010)


The X Factor (c) ITV

Neu vom 2. August 2010: Kritik zur ersten deutschen Sendung von X Factor

Neu vom 07. Juli 2010: X Factor Deutschland ab 20. August

Es ist die erfolgreichste Casting-Show Europas: The X Factor. 2010 bringt VOX die Show mit Unterstützung von RTL auch auf die deutschen Bildschirme. Medienjournalisten spekulieren, dass X Factor im Zeitraum zwischen DSDS (Jahresbeginn) und Supertalent (Herbst) ausgetrahlt werden soll.

Vor über einem Jahr habe ich mal in einem Beitrag auf diesem Blog besprochen, was RTL und DSDS von The X Factor lernen könnten. In dem Artikel erfahrt ihr, wenn ihr es noch nicht wisst, worin sich DSDS und X Factor überhaupt unterscheiden. Denn die Frage ist berechtigt und die Antwort ist im Prinzip wie bei Coca Cola und Pepsi: Eigentlich gar nicht, schmecken nur ein bisschen anders. Historisch gesehen liegt es einfach daran, dass Simon Cowell, der wohl weltbekannteste Casting-Juror, einfach ein eigenes Produkt mit voller Kontrolle haben wollte, die er bei Pop Idol (also American Idol) nicht hat, und bei dem er zugunsten seines US X Factors aussteigen wird.

VOX selbst hebt in seiner Beschreibung von X Factor insgesamt drei Unterscheidungsmerkmale hervor: X Factor steht allen Altersgruppen offen, es können auch Duetts und Gruppen teilnehmen und im Verlauf der Show werden drei Juroren zu Mentoren einzelner Kandidaten. Entsprechend gehe ich davon aus, dass es drei Gruppen von Kandidaten geben wird: 16-24Jährige, über 25 Jahre und Gruppen/Duette. In England sind die 16 bis 24Jährigen zusätzlich in Boys und Girls geteilt, dort gibt es vier Juroren.

In der Praxis ist mir aufgefallen, dass die X Factor Shows, so wie hier im IOFF, in den Internetforen immer mit besonderem Hinblick auf die musikalischen Leistungen diskutiert werden. Hier ist natürlich zu hoffen, dass VOX, RTL und Produktionsfirma Grundy Light (die auch DSDS und Supertalent machen) genau darauf auch Wert legt. Drüben beim Fernsehblog läuft nämlich gerade eine Diskussion über die Qualität unter anderem auch von DSDS, das seit Jahren immer mehr zur Freakshow verkommt, die auf niedere menschliche Instinkte setzt. Würde das deutsche X Factor einfach eine Forsetzung dieses Produktionsprozesses werden, wäre das natürlich extrem enttäuschend. Aber das können sie nicht vorhaben, oder?

Noch eine andere Sache ist in diesem Zusammenhang interessant: die Zuschauer von DSDS und Pop Idol werden offenbar immer älter: Ist es vielleicht Zeit für einen Generationenwechsel durch ein neues Format? Und die ganz junge Zielgruppe hält ProSieben mit seiner Miniplaybackshow Popstars besetzt. Gleichzeitig wurde in diesem Jahr ziemlich deutlich: über das Fersehen lässt sich prima Popmusik verkaufen. Die gerade laufende sechste Staffel von The X Factor dominiert in Großbritannien die Charts. Egal ob die Gewinnerin der dritten Staffel, Leona Lewis, Vorahresgewinnerin Alexandra Burke, Jurorin Cheryl Cole oder die gemeinsame Single der 2009er Kandidaten: es wird alles gekauft, wo X Factor draufsteht.

Kritisch gegenüber dieser Entwicklung fragte der Guardian vor kurzem: Is The X Factor killing Pop? Fakt aber ist: es funktioniert, warum auch immer. Popmusik auf der Insel ist derzeit The X Factor. Und Comeback-willige Popstars wie Robbie Williams oder Whitney Houston, sowie aktuelle Stars wie Alicia Keys, Rihanna, Shakira oder Black Eyed Peas freuen sich über einen der begehrten Plätze für eine Performance in den Result Shows. Übrigens ist The X Factor auch, anders als DSDS oder Pop Idol die einzige Casting Show mit deutlich steigenden Einschaltquoten.

RTL hatte sich wohl schon 2006 die Rechte an X Factor über sogenannte „Optionszahlungen“ gesichert. Danach waren sie erstmal „in der Schublade verschwunden“. Vielleicht um zu verhindern, dass ein Konkurrent das Format umsetzt, oder aus den Gründen, die RTL Unterhaltungschef Tom Sänger 2007 in einem DWDL-Interview nannte: „Unsere Überlegung bei diesem Format ist ganz einfach: Was würde der Start von ‚X-Factor‘ für ‚DSDS‘ bedeuten? Die Abwägung, ob man ‚DSDS‘ fortsetzen kann, wenn man ‚X-Factor‘ startet oder ob beide Formate auf dem deutschen Markt Platz haben, ist noch nicht abgeschlossen.“

Der Branchendienst Meedia hat nun erfahren, dass zuletzt auch Sat.1 versuchte, die Rechte an „The X Factor“ zu erwerben. Die Mediengruppe um den Sender hatte Simon Cowell, dessen Firma Syco die Show in UK produziert, offensichtlich eine Ausstrahlung in diesem Herbst zugesichert. Denn: die Nichtnutzung der Rechte durch RTL sei dem Briten immer ein Dorn im Auge gewesen. „RTL wollte dieses Sat.1-Angebot nicht auf sich sitzen lassen und überbot es. Lieber wollte man die Show für viel Geld selbst zeigen, als sie der Konkurrenz zu überlassen“, schreibt Meedia.

Ob sie wollen oder nicht, jetzt müssen sie, RTL, VOX, Grundy, The X Factor also letztlich stemmen. Der Bewerbungsaufruf für das deutsche X Factor startet bereits im Januar. VOX wird sich insgesamt einige Hilfe von RTL holen, beide Sender gehören ja zu selben Sendergruppe. So wird RTL X Factor mit der Ausstrahlung der ersten Show anschieben, bekommt dafür aber am Ende auch die Ausstrahlung des Finales. Über 12 Shows sollen es insgesamt werden, heißt es in den Medienberichten (siehe unten) heute.

Ich persönlich freue mich über die Entscheidung eine deutsche Version von The X Factor zu produzieren. In den Medienberichten ist heute vor allem das Element der Mentorenschaft durch die Jury beschrieben, dass mir gut gefällt (beim Original „hasse“ ich Louis Walsh und „liebe“ Dannii Minogue, habe also Spaß daran, wenn der eine mit seinen Kandidaten scheitert, die andere Erfolg hat). Das ist allerdings nur einen Nebenaspekt. Ob man darum die gesamte Show aufbauen wird, um sich von DSDS deutlich zu unterscheiden? Klar ist doch sicherlich: Die Unterscheidung muss über die (musikalische) Qualität erfolgen.

Fakt ist ja: Wenn RTL/Grundy sich entscheiden, kein Risiko einzugehen, und einfach eine Kopie von DSDS machen, die auch qualitativ das niedrige Niveau des Primus nicht überschreitet, dann werde ich damit keinen Spaß haben. Zwar hat RTL mit dem Dschungelcamp bewiesen, dass sie auch eine richtig richtig gute Reality machen können, doch der Dschungel wird von Granada produziert. Die großartige BBC-Reality „The Apprentice“ hat Grundy Light hingegen 2004 in den Sand gesetzt. Aktuell zeigen sie auch wenig Gespür für gutes Fernsehen bei „Das Supertalent“. Da ist Skepsis sicher verständlich. Fakt ist: Sollte The X Factor eine weitere eher primitive Trash-Show werden, dann wissen wir: RTL/Grundy wollen oder können gar nicht anders. Bis dahin hoffe ich auf das Gegenteil.

Quellen: DWDL, Die Zeit, via: Quotenblogger

Mehr X Factor hier bei tvundso.com

Außerdem: DSDS 2010: Nur noch beschissen

Info 13.12.2009: Joe McElderry ist Gewinner von The X Factor 2009 in England

Info 03.02.2010: Dieter Bohlen wird nicht Juror bei X Factor


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