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The X Factor (c) ITV

Die deutsche Version der britischen Erfolgsshow „The X Factor“ ist besser als erwartet. Zwar scheint RTL die Zuschauer da abholen zu wollen, wo die Sender sie jahrelang hingebracht haben (DSDS, Supertalent, Popstars), doch neben Schicksalen und Freaks überrascht die Show mit ungewohnt guten Kandidaten, einer sehr gut zusammengestellten Jury und einer funktionierenden Dynmaik zwischen ihren Mitgliedern, Kandidaten, Moderator und Publikum. Von null auf gleich könnten wir hier (USFO mal außen vor) die beste deutsche Castingshow bekommen haben.

„Eine der größten Casting Shows der Welt kommt nach Deutschland“, heißt es am Anfang der ersten Ausgabe des deutschen X Factor, die RTL am Freitag abend für VOX anschob, dass ab Dienstieg die kommenden Folgen übertragen wird. (Austrahlungstermine und Wiederholungen suchen) Dass das britische „The X Factor“ die erfolgreichste Casting Show Europas ist (legendäre Auftritte), wollte man wohl nicht sagen, denn das ist nach RTL-Deutung wohl eher DSDS, von dem sich X Factor nun irgendwie unterscheiden muss. Dass bei X Factor auch Duette sowie Gruppen auf- und die Jurymitglieder gegeneinander antreten, wird dieses Unterscheidungsmerkmal sein.

Eigentlich ist aber alles irgendwie ein bisschen anders. Außer der Moderator. Kurzsichtige Zuschauer könnten denken: „Mensch, der Marco Schreyl ist aber heute locker drauf“. Entsprechende Gags machten auf Twitter die Runde. Richtig kantige Moderatoren mit einem anderen als dem Schwiegermutterprofil haben hierzulande offensichtlich keine Chance, oder niemand traut sich ihnen eine zu bieten.

Schropp, der Anti-Schreyl

Beim deutschen X Factor moderiert jedenfalls der bis heute noch unbekannte Jochen Schropp, der der Vita seiner Homepage zufolge 2004 schonmal in einer TV Produktion namens „Popp Dich schlank“ mitgewirkt hat. Aus dem Stand heraus ist Schropp trotz allem symphatischer und vor allem souveräner und unverkrampfter als die meisten anderen deutschen Moderatoren. Schropp ist quasi sowas wie der Anti-Schreyl. Wenn er mit Kandidaten irgendeinen albernen Tanz aufführt, ohne selber besonders albern zu wirken, dann sieht das auch schon fast aus, wie ein gewollter Angriff auf den steifen Marco Schreyl.

„Hier spielt die Musik“ heißt übrigens das deutsche Motto der Show. In England ist es „It’s time to face the music“. Das klingt nach Wettkampf und Arena. Die deutsche Variante hingegen erinnert mich wahlweise an Kirmes oder eine Grundschullehrerin. Ob das ein Omen für die kommenden Episoden das deutschen X Factor-Versuchs aus dem Hause Grundy Light ist, werden wir noch sehen.

Zunächst geht es bescheiden los: Die Jury fährt zum Start der Show mit Limosinen durch die Vorstadt, statt mit Schnellbooten zum Londoner O2. Bei X Factor Deutschland muss man wahrscheinlich erstmal etwas kleinere Brötchen backen. Musik und Bildschnitt, ein bisschen Nebel und Weichzeichner sorgen schon dafür, dass es aussieht, als würde da gleich was ganz Großes passieren. Die martialisch-epische, klassische Musik, das „Größenwahnsinnige“, sie gehören auch zum typischen Auftritt von X Factor. Ob es gelingt, dies in die deutsche Variante zu transportieren, werden wir allerdings frühestens in den Liveshows sehen.

Glücksgriff Brönner

Jurymitglied Goerge Glück wird als Musik-Mogul vorgestellt. Er bekommt auch im ersten Teil der Show einen Einspieler, der das belegen soll. All zu viele Bekannte unter seinen Schützlingen findet man zwar nicht, aber das kann auch an meiner mangelnden Kenntnis der Popmusik liegen. Bekannt ist auf jeden Fall Sarah Connor, die wohl sowas wie die Jurychefin sein wird, zumal sie die einzige aus dem kompletten Cast ist, die man schon kennt. Musik-Mogul Glück ist auch ihr Produzent.

Der dritte Juror im Bunde ist Till Brönner, ein Jazz-Trompeter und Musik-Professor, der die gesamte Show mit unaufgeregter Miene und entspannten Statements irgendwie angenehm erdet. Der wahlweise locker oder streng wirkende Brönner ist sicherlich der größte Glücksgriff der Produzenten. Sarah Connor, die der eigentlich Star der Show sein soll, füllt diese Rolle zweifellos aus, profitiert von der Zurückhaltung Brönners und dem bislang eher schwachen Auftritt Glücks.

Zu Beginn der ersten Show passiert dann gleich etwas Überraschendes: ein ungewohnt guter Auftritt vom ersten Kandidaten Anthony Thet, einem Asiaten, der seinen Papa mitgebracht hat. „Ich fand das irgendwie sehr ansprechend“, sagt George Glück.  Einen anderen Kandidaten wird er später als „authentisch“ bezeichnen, dem neuen „nett“ also, wovon er wahrscheinlich nichts weiß. Sarah Connor ist hingegen gerührt von Asiat Anthony und findet eloquentere Worte. (Video Anthony)

Emotionale Musik zum Jury-Statement. Fast schon zurückhaltend sieht man in einem Backstage-Einspieler dann die beiden Juroren Glück und Brönner diskutieren. Tatsächlich muten diese kleinen Einspieler irgendwie intim und entspannt an – ganz anders als die öfter mal gestellt und verkrampft wirkenden britischen Jury-Gespräche im Background. Brönner und Glück haben in dieser Kombination tatsächlich sogar etwas „cooles“ an sich.

Wenig Überzeichnung, gute Dynamik

„Es gibt keinen Künstler der mehr für X Factor steht, als Leona Lewis“, sagt Trompeter Brönner mit einer so beruhigenden Stimmlage, dass man meint, Psychiater Prof. Dr. Krause hätte eine Packung Tavor verschluckt.. Tatsächlich aber scheint er für die besseren Gags zuständig zu sein. Statt „Du warst richtig scheiße“, sagt er: „Schwach angefangen und dann stark nachgelassen“. Was hoffentlich nicht fürs deutsche X Factor gilt, gilt für die üblichen Verdächtigen, die Untalentierten und Verrückten, welche es hier auch zu fünf Sekunden zweifelhaftem Ruhm bringen. Manche auch zu etwas mehr.

Russische Schwestern wollen nach einem verhauenen Auftritt ein selbstkomponiertes russisches Lied singen. Bei George Glücks Jury Statement spielt die Regie ironische Musik ein. Für einen Moment merkt man, dass diesselbe Firma wie bei DSDS verantwortlich ist. Ansonsten hält man sich mit Überzeichnungen zurück. „Große Chancen beim Grand Prix“ bescheinigt der Trompeter Brönner in einem gemeinen Kommentar. „Möchten Sie bitte auf den Punkt kommen, wir sitzen hier schon seit halb elf“, zischen die Mädels zurück.

Die Dynamik zwischen Jury und Kandidaten, dem Publikum und schließlich den Jurymitgliedern untereinander wirkt nicht erzwungen und funktioniert deutlich besser, als ich mir das vorgestellt hatte. Zum Beispiel habe ich noch nie eine deutsche Casting Show gesehen, in der so gelungen eingefangene, unspektakuläre und symphatische Zuschauerreaktionen während der Auftritte der Kandidaten zu sehen waren.

Als Ende 2009 RTL und VOX ankündigten sich der lange brach liegenden X Factor Lizenz endlich und irgendwie auch notgedrungen anzunehmen, waren wir alle sehr kritisch. Kurz zuvor hatte die damalige DSDS-Produktion das Niveau nochmal erfolgreich eine Stufe abgesenkt.

Solide Unterhaltung, technisch fehlerfrei

X Factor Deutschland allerdings ist solide Unterhaltung. Insgesamt wirkt die Produktion nicht so, als hätte man ein besonders großes Budget zur Verfügung gehabt. Der Produktion merkt man an, das es schwer fällt vom gewohnten Zynismus Abstand zu nehmen, gleichwohl ist sie technisch fehlerfrei. Allein für Jochen Schropp und Till Brönner hat es sich jedenfalls gelohnt die erste Show zu schauen.

Gemessen an meinen niedrigen Erwartungen jedenfalls, sowie der im freien Fall befindlichen Qualität von DSDS und Popstars, ist das deutsche X Factor tatsächlich eine Casting Show, die ich mir mit Interesse ansehen werde. Nicht zuletzt, weil ich es Vox, Sarah Connor, Till Brönner und Jochen Schropp gönnen würde, wenn sie aus dem Stand erfolgreicher wären, als Dieter Bohlen und Detlef Soost.


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Mehr zu X Factor:

X Factor bei VOX

X Factor bei tvundso.com

Alle Auftritte bei tvsongs.de

Bei Clipfish: Videos vom deutschen X Factor

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The X Factor (c) ITV

Neu vom 2. August 2010: Kritik zur ersten deutschen Sendung von X Factor

Neu vom 07. Juli 2010: X Factor Deutschland ab 20. August

Es ist die erfolgreichste Casting-Show Europas: The X Factor. 2010 bringt VOX die Show mit Unterstützung von RTL auch auf die deutschen Bildschirme. Medienjournalisten spekulieren, dass X Factor im Zeitraum zwischen DSDS (Jahresbeginn) und Supertalent (Herbst) ausgetrahlt werden soll.

Vor über einem Jahr habe ich mal in einem Beitrag auf diesem Blog besprochen, was RTL und DSDS von The X Factor lernen könnten. In dem Artikel erfahrt ihr, wenn ihr es noch nicht wisst, worin sich DSDS und X Factor überhaupt unterscheiden. Denn die Frage ist berechtigt und die Antwort ist im Prinzip wie bei Coca Cola und Pepsi: Eigentlich gar nicht, schmecken nur ein bisschen anders. Historisch gesehen liegt es einfach daran, dass Simon Cowell, der wohl weltbekannteste Casting-Juror, einfach ein eigenes Produkt mit voller Kontrolle haben wollte, die er bei Pop Idol (also American Idol) nicht hat, und bei dem er zugunsten seines US X Factors aussteigen wird.

VOX selbst hebt in seiner Beschreibung von X Factor insgesamt drei Unterscheidungsmerkmale hervor: X Factor steht allen Altersgruppen offen, es können auch Duetts und Gruppen teilnehmen und im Verlauf der Show werden drei Juroren zu Mentoren einzelner Kandidaten. Entsprechend gehe ich davon aus, dass es drei Gruppen von Kandidaten geben wird: 16-24Jährige, über 25 Jahre und Gruppen/Duette. In England sind die 16 bis 24Jährigen zusätzlich in Boys und Girls geteilt, dort gibt es vier Juroren.

In der Praxis ist mir aufgefallen, dass die X Factor Shows, so wie hier im IOFF, in den Internetforen immer mit besonderem Hinblick auf die musikalischen Leistungen diskutiert werden. Hier ist natürlich zu hoffen, dass VOX, RTL und Produktionsfirma Grundy Light (die auch DSDS und Supertalent machen) genau darauf auch Wert legt. Drüben beim Fernsehblog läuft nämlich gerade eine Diskussion über die Qualität unter anderem auch von DSDS, das seit Jahren immer mehr zur Freakshow verkommt, die auf niedere menschliche Instinkte setzt. Würde das deutsche X Factor einfach eine Forsetzung dieses Produktionsprozesses werden, wäre das natürlich extrem enttäuschend. Aber das können sie nicht vorhaben, oder?

Noch eine andere Sache ist in diesem Zusammenhang interessant: die Zuschauer von DSDS und Pop Idol werden offenbar immer älter: Ist es vielleicht Zeit für einen Generationenwechsel durch ein neues Format? Und die ganz junge Zielgruppe hält ProSieben mit seiner Miniplaybackshow Popstars besetzt. Gleichzeitig wurde in diesem Jahr ziemlich deutlich: über das Fersehen lässt sich prima Popmusik verkaufen. Die gerade laufende sechste Staffel von The X Factor dominiert in Großbritannien die Charts. Egal ob die Gewinnerin der dritten Staffel, Leona Lewis, Vorahresgewinnerin Alexandra Burke, Jurorin Cheryl Cole oder die gemeinsame Single der 2009er Kandidaten: es wird alles gekauft, wo X Factor draufsteht.

Kritisch gegenüber dieser Entwicklung fragte der Guardian vor kurzem: Is The X Factor killing Pop? Fakt aber ist: es funktioniert, warum auch immer. Popmusik auf der Insel ist derzeit The X Factor. Und Comeback-willige Popstars wie Robbie Williams oder Whitney Houston, sowie aktuelle Stars wie Alicia Keys, Rihanna, Shakira oder Black Eyed Peas freuen sich über einen der begehrten Plätze für eine Performance in den Result Shows. Übrigens ist The X Factor auch, anders als DSDS oder Pop Idol die einzige Casting Show mit deutlich steigenden Einschaltquoten.

RTL hatte sich wohl schon 2006 die Rechte an X Factor über sogenannte „Optionszahlungen“ gesichert. Danach waren sie erstmal „in der Schublade verschwunden“. Vielleicht um zu verhindern, dass ein Konkurrent das Format umsetzt, oder aus den Gründen, die RTL Unterhaltungschef Tom Sänger 2007 in einem DWDL-Interview nannte: „Unsere Überlegung bei diesem Format ist ganz einfach: Was würde der Start von ‚X-Factor‘ für ‚DSDS‘ bedeuten? Die Abwägung, ob man ‚DSDS‘ fortsetzen kann, wenn man ‚X-Factor‘ startet oder ob beide Formate auf dem deutschen Markt Platz haben, ist noch nicht abgeschlossen.“

Der Branchendienst Meedia hat nun erfahren, dass zuletzt auch Sat.1 versuchte, die Rechte an „The X Factor“ zu erwerben. Die Mediengruppe um den Sender hatte Simon Cowell, dessen Firma Syco die Show in UK produziert, offensichtlich eine Ausstrahlung in diesem Herbst zugesichert. Denn: die Nichtnutzung der Rechte durch RTL sei dem Briten immer ein Dorn im Auge gewesen. „RTL wollte dieses Sat.1-Angebot nicht auf sich sitzen lassen und überbot es. Lieber wollte man die Show für viel Geld selbst zeigen, als sie der Konkurrenz zu überlassen“, schreibt Meedia.

Ob sie wollen oder nicht, jetzt müssen sie, RTL, VOX, Grundy, The X Factor also letztlich stemmen. Der Bewerbungsaufruf für das deutsche X Factor startet bereits im Januar. VOX wird sich insgesamt einige Hilfe von RTL holen, beide Sender gehören ja zu selben Sendergruppe. So wird RTL X Factor mit der Ausstrahlung der ersten Show anschieben, bekommt dafür aber am Ende auch die Ausstrahlung des Finales. Über 12 Shows sollen es insgesamt werden, heißt es in den Medienberichten (siehe unten) heute.

Ich persönlich freue mich über die Entscheidung eine deutsche Version von The X Factor zu produzieren. In den Medienberichten ist heute vor allem das Element der Mentorenschaft durch die Jury beschrieben, dass mir gut gefällt (beim Original „hasse“ ich Louis Walsh und „liebe“ Dannii Minogue, habe also Spaß daran, wenn der eine mit seinen Kandidaten scheitert, die andere Erfolg hat). Das ist allerdings nur einen Nebenaspekt. Ob man darum die gesamte Show aufbauen wird, um sich von DSDS deutlich zu unterscheiden? Klar ist doch sicherlich: Die Unterscheidung muss über die (musikalische) Qualität erfolgen.

Fakt ist ja: Wenn RTL/Grundy sich entscheiden, kein Risiko einzugehen, und einfach eine Kopie von DSDS machen, die auch qualitativ das niedrige Niveau des Primus nicht überschreitet, dann werde ich damit keinen Spaß haben. Zwar hat RTL mit dem Dschungelcamp bewiesen, dass sie auch eine richtig richtig gute Reality machen können, doch der Dschungel wird von Granada produziert. Die großartige BBC-Reality „The Apprentice“ hat Grundy Light hingegen 2004 in den Sand gesetzt. Aktuell zeigen sie auch wenig Gespür für gutes Fernsehen bei „Das Supertalent“. Da ist Skepsis sicher verständlich. Fakt ist: Sollte The X Factor eine weitere eher primitive Trash-Show werden, dann wissen wir: RTL/Grundy wollen oder können gar nicht anders. Bis dahin hoffe ich auf das Gegenteil.

Quellen: DWDL, Die Zeit, via: Quotenblogger

Mehr X Factor hier bei tvundso.com

Außerdem: DSDS 2010: Nur noch beschissen

Info 13.12.2009: Joe McElderry ist Gewinner von The X Factor 2009 in England

Info 03.02.2010: Dieter Bohlen wird nicht Juror bei X Factor


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Bei der Verteilung der Marktanteile im Monat Juni, die der Mediendienst DWDL heute präsentiert hat, erweisen sich die großen TV-Sender als die großen Verlierer. Vom schwächeren Programm der Platzhirsche profitieren vor allem die kleineren Sender, die für ihre Verhältnisse kräftig zulegen konnten.

Sowohl Vox (7,5 +0,4), RTL II (6,9 + 0,6) als auch kabel 1 (6,5 + 0,1) konnten in der Zielgruppe im Monat Juni die Marktanteile steigern. Bei dem Wert von kabel 1 handelt es sich sogar um den besten Monatswert den der kleine ProSiebenSat.1-Bruder jemals erreicht hat. Ähnlich wie im vergangenen Jahr bescherten RTL II die inzwischen soliden Quoten des Dauerbrenners Big Brother ein gutes Ergebnis. Bei Vox handelt es sich nach dem schwächeren Mai um eine Erholung der Quoten. Das ZDF profitiert von der U21-Fußball-EM und legt im Juni einen ganz Prozentpunkt zu, und landet damit ausnahmsweise mal nicht auf einem Allzeittief bei den jungen Zuschauern im Alter von 14 bis 49 Jahren. Die einst erfolgreiche Samstagabendshow „Wetten, Dass…?“ verbucht ebenfalls keinen neuen Negativrekord und landet mit ihrer Mallorca-Ausgabe auf Platz 5 der meistgesehen Sendungen bei den jungen Zuschauern.

Richtig mies sieht es hingegen bei der ARD aus, der Mainzer Sender Das Erste kam mit nur noch 6,1 Prozent Marktanteil bei den jungen Zuschauern auf den schlechtesten Wert seiner Geschichte. Mit der Programmierung von Hollywood-Hits mitten in der Nacht machte der Rentersender vor kurzem noch negativ auf sich aufmerksam. Ich gehe also davon aus, dass der Verlust junger Zuschauer bei der ARD gewollt ist und der Negativ-Wert als Erfolg verbucht wird. 😉

RTL bleibt wie zu erwarten weiterhin Marktführer, verliert aber 0,9 Prozentpunkte und kommt damit auf 15,6 Prozent Marktanteil in er Zielgruppe. ProSieben ist mit 1,2 Prozentpunkten Verlust in der Zielgruppe gar der größte Verlierer (11,4). Beiden Sender fehlen Erfolgsformate wie Top Model oder DSDS, die Sommerersatzshows für die Primetime floppten allesamt. Da RTL auch für die kommende Hauptsaison Quotenhits wie das Dschungelcamp aus dem Programm gestrichen hat, muss man davon ausgehen, dass RTL mit Billigproduktionen der aktuellen Werbekrise ein solides Nullwachstum entgegenstellt.

Unterm Strich können wir aus den Zahlen vielleicht herauslesen, dass das TV-Programm nicht nur im Sommer, sondern auch im kommenden Herbst schlechter werden wird. RTL riskiert erstmal nichts kostspieliges und verlässt sich auf die Quotengaranten DSDS und Supertalent, die ARD und das ZDF wollen kein Programm für junge Zuschauer machen (und wenn sies versuchen, machen sie sich so wie bei „Ich kann Kanzler“ lächerlich). Grund zur Sorge ist das nicht, so bleibt mehr Zeit für DVDs und ausländische TV-Hits aus dem Internet.

Der Branchendienst kress report hat die erfolgreichsten TV-Sendungen der Saison 2008/2009 anhand der Einschaltquoten in der Zielgruppe der 14- bis 49jährigen Zuschauer ermittelt. Das teilt der Dienst heute in einer Presseaussendung mit. Demnach löst „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) den bisherigen Primus „Dr. House“ auf dem ersten Platz ab. Der ausstrahlende Sender RTL kann sich zudem über 44 Formate in den Top 100 der meistgesehenen Sendungen freuen, das ist einsame Spitze. Mit Ausnahme von „Wetten, Dass…?“ (ZDF) auf Platz 7 sind zudem ausschließlich RTL-Sendungen in den Top 10 vertreten.

ProSieben folgt mit 27 Platzierungen in den Top 100 auf dem zweiten Platz, danach kommen Sat.1 mit 14, das ZDF mit sechs, Das Erste (ARD) mit fünf, Vox mit drei und RTL II mit einer Platzierung in den Top 100. Alle weiteren Sender sind folglich gar nicht in den Top 100 vertreten.

Die erfolgreichsten Neueinsteiger im Ranking sind „Die 10…“ auf Rang drei, „Das Supertalent“ auf Rang acht und „Die Ausreißer – Der Weg zurück“ auf Rang elf. Auch das alles Formate vom Sender RTL, der ohnehin schon 200 Monate ununterbrochen Marktführer in der Zielgruppe ist.

Hier die kompletten Top 10:

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Die Programmzeitschrift „Fernsehwoche“ wollte wissen, wenn die deutschen TV-Zuschauer nur einen TV-Sender schauen könnten, welcher wäre das? Selbst schonmal überlegt? In Sachen Unterhaltung würde ich glaube ich RTL nehmen, dann müsste ich allerdings auf die Fußball-Bundesliga verzichten. Das wäre schlecht. Da mir außerdem Information wichtiger ist als Unterhaltung würde ich mich nach reiflicher Überlegung vermutlich dann doch gegen RTL entscheiden, und statt dessen vielleicht EinsFestival oder arte wählen, da gibts gute Filme und gutes Informationsprogramm.

Das Ergebnis der Umfrage, die die „Fernsehwoche“ in Auftrag gegeben hat, ist jedenfalls: RTL. Die Deutschen können also am wenigsten auf RTL und damit wohl nicht auf DSDS, Dschungelcamp, Supertalent, Reality-Soaps, House, CSI und Formel 1 verzichten, wenn sie müssten. 29 Prozent der Befragten sahen das so oder ähnlich. Privatfernsehen steht der Umfrage zu Folge hoch im Kurs. Auf dem zweiten Platz folgt nämlich dann schon ProSieben mit 24 Prozent.

Alle öffentlich-rechtlichen Sender zusammen kommen auf nur 25 Prozent, das heißt: Nur jeder vierte deutsche würde sich für sie entscheiden. Drei Viertel der Deutschen wollen lieber auf sie verzichten, wenn sie statt dessen einen privaten Sender schauen dürften.

Auch etwas überraschend: Auf dem dritten Platz bei den Einzelsendern folgt schon VOX, also das eigentliche zweite RTL-Programm. Das RTL nun schon so lange Marktführer ist, scheint also so seine Gründe zu haben. Da kann man nur sagen: Macht es noch besser! Und an die großen öffentlich-rechtlichen Sender: Fangt mal langsam an, Fernsehen zu machen.

[Quelle]

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