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Show: The Apprentice, UK Series 5

Protagonist: Ben Clarke, Börsenmakler und Business-Nachwuchs

Wahrscheinlich war es der Running Gag des britischen Fernsehjahres: Ben Clarkes Stipendium bei der Millitärakademie Sandhurst, dass er jedoch – bis jetzt – nicht angetreten hatte. „I’ve got a scholarship to sandhurst“, erwähnte Ben, im echten Leben Börsenmakler, immer wieder. „Did you go?“, fragte Mitkandidat Philip Taylor einmal im Auto. „No“, war die Antwort. Die grandiose Situationskomik des Momentes ist auch in diesem Ausschnitt hier aus „You’re Fired!“, einem Add-on, festgehalten. Nach der neunten Woche musste Ben Clarke die Show verlassen. Der hier abgeschnittene letzte Satz von Sir Alan (jetzt: Lord Sugar) lautet: „I was in the Jewish Lads‘ Brigade, Stamford Hill Division, Trainee Bugler, but it didn’t make me sell computers when I got older!“

Mit den Best of Reality – Hightlights aus dem internationalen TV präsentiere ich zum Ende des Jahres Höhepunkte aus den besten Reality Shows des Jahres 2009.

Teil 1: Cold Bruschetta and Blinis

Teil 2: Elektroschock

Teil 3: Die gewonnene Würde der Lorielle London

Alle Teile auf einen Blick: Best of Reality 2009

Außerdem: Best of Reality 2008

Schokoladenpräsentation: Kate und Yasmina im Apprentice-Finale

Schokoladenpräsentation: Kate und Yasmina im Apprentice-Finale

9,8 Millionen Briten sahen am Sonntag abend zu, als sich Sir Alan Sugar für die nächste, den nunmehr fünften, Apprentice entschied. Das entspricht einem Marktanteil von 38 Prozent und ist zugleich die höchste Quote, die eine Folge von The Apprentice UK jemals erreichte.

Die neue Apprentice: Yasmina Siadatan

Die neue Apprentice: Yasmina Siadatan

Die Entscheidung für Restaurant-Besitzerin Yasmina Siadatan kam für nicht wenige sicherlich völlig überraschend. Die schöne Kate Walsh, bei der eigentlich immer alles perfekt ist, ist nun nur noch die Zweitplatzierte.

In der finale Episode der Business-Show drehte sich alles um Schokolade. Kate und Yasmina mussten mit der Hilfe weiterer, bereits zuvor ausgeschiedener Kandidaten, eine neue Schokolade kreiren, Box und Titel entwerfen und einen Werbespot für das neue Produkt drehen.

Mit Choc D’Amour entschied sich Kates Team für das Thema Partnerschaft und Romantik, Yasminas Team setzte mit Cocoa Electric auf „schockierende Aromen“. Beide Präsentationen wurden von den geladenen Branchenvertretern als äußerst professionell eingeschätzt, Kates Schokolade war allerdings zu teuer und Yasminas schmeckte fürchterlich.

Ob diese letzte Schokoladenaufgabe allerdings wirklich entscheidend war für Sir Alans Wahl steht in den Sternen. Soweit ich mich erinnere arbeiten die beiden Finalkandidaten nach den Dreharbeiten zu Apprentice ohnehin erstmal probeweise für Sir Alan.

Abschied nehmen heißt es nun von Margaret Mountford, die wird nämlich nichtmehr zu Apprentice zurückkehren. Sie wird sich jetzt auf ihre akademische Karriere konzentrieren und ihren Ph.D in Papyrologie (!) machen. Und eins steht fest: Sie wird eine Lücke hinterlassen, die nicht so schnell aufzufüllen ist. Sehr schade.

Auch um Sir Alan gibt es derzeit einen kleinen Trouble. Der wankende britische Premier, Gordon Brown, ein persönlicher Freund Sir Alans, hat ihn als „enterprise tsar“ in der vergangenen Woche in sein Team geholt. Aus Sir Alan (Suralan) wird zudem Lord Sugar (könnte auch eine Figur aus der Schokoladenwerbung sein), er ist damit Mitglied des britischen Oberhauses. Die Konservativen sind besorgt wegen der Rolle von Sir Alan in Politik und TV Show, dies könnte Probleme mit den Richtlinien der BBC geben. Sir Alan jedoch sagte, der Job als Unternehmenszar (Konjunkturberater) sei nicht politisch und er werde auch nicht der Regierung beitreten.

Genaugenommen hat Sir Alan also neben Yasmina Siadatan also noch einen weiteren neuen Apprentice: Gordon Brown 😉

Emotionales Final 5: Apprentice-Kandidatin Debra Barr (c) BBC

Emotionales Final 5: Apprentice-Kandidatin Debra Barr (c) BBC

Im quasi Halbfinale von „The Apprentice UK“ darf traditionell auchmal eine Träne vergossen werden. Nachdem Showman James McQuillan als erster der letzten Fünf von Sir Alan Sugar gefeuert wurde, blickte dieser noch einmal durch den Boardroom und sprach die letzten Worte: „It’s been brilliant“. Das überwältigte selbst die verbleibenden vier Business-Ladies und vor allem, zu vieler Überraschung sicherlich, auch Debra Barr, die sonst eher dafür bekannt war, keine Gefangenen zu machen. So kann man sich täuschen.

Trotz des plötzlichen Aufblitzens von Menschlichkeit reichte es für Debra, die ich persönlich neben Kate gerne im Finale gesehen hätte, nicht. Hauchdünn sei die Entscheidung ausgefallen, so Sir Alan, aber letztlich musste auch Debra gehen, vor ihr bereits auch Lorraine Tighe, von der vermutlich auch die wenigstens gedacht haben, dass sie es bis ins Finale schaffen könnte. In der vergangenen Episode ging sie dann auch völlig unter.

Freuen sich über Finaleinzug: Yasmina Siadatan und Kate Walsh

Freuen sich über Finaleinzug: Yasmina Siadatan und Kate Walsh (c) BBC

Im Finale landeten damit die etwas spröde Yasmina Siadatan, die im echten Leben ein Restaurant betreibt und die schöne Psychologin Kate Walsh, die allen beurteilenden Interviewern der vergangenen Episode als zu perfekt vorkam, zu kontrolliert, zu wenig feurig. Die Interviews fielen insgesamt recht knapp aus, wie üblich. Eventuell sollte man mal darüber nachdenken ob 75 Minuten Laufzeit oder noch mehr für die letzten beiden Episoden einer Staffel sinnvoll wären.

Kann zurück in sein Dorf: "Village-Idiot" James McQuillan

Kann zurück in sein Dorf: "Village-Idiot" James McQuillan (c) BBC

Die Interviews, wenn auch kurz, waren jedoch wieder einmal extrem spannend und aufschlußreich. Wer hätte gedacht, dass gerade Lorraine ihr CV gefälscht hat? Und wie bizarr ist es, dass Yasmina ihre eigenen Business-Zahlen nicht kannte. Und während Kate auf jede Frage die passende Antwort wusste, sah James (siehe Bild) ziemlich dumm aus.

Es ist immer wieder verwunderlich wie sehr einem die Apprentice-Kandidaten über die inzwischen 11 Wochen ans Herz wachsen können. So denkt man nach jeder Staffel, wie wollen sie beim nächsten Mal wieder so tolle Leute bekommen. Nun waren Lucinda und Claire aus der vierten Staffel wirklich schwer zu toppen, aber in der Breite waren auch in der Fünften wieder so viel interessante Charaktere dabei.

Und nächste Woche ist dann schon wieder Finale und dann ein Jahr Pause. Schade, dass es so wenig solcher grandiosen Reality-Shows gibt. Es war keine Minute langweilig. Anders wird es bei den verbleibenden 60 auch nicht werden.

Mehr zu Apprentice UK, Series 5 auf diesem Blog:

The Apprentice in Bildern

Zum Start von Apprentice, Series 5

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Wer hoch fliegt, kann tief fallen: Apprentice-Kandidat James McQuillan (c) BBC

Wer hoch fliegt, kann tief fallen: Apprentice-Kandidat James McQuillan (c) BBC

Deutlich mehr Briten wollten gestern das Championsleague-Finale, in dem Manchester United Barcelona mit 0:2 unterlag, sehen, als die 10. Episode der aktuellen Apprentice-Staffel. 9,6 Millionen Briten schauten die ITV-Live-Übertragung um die Krone des Europäischen Fußballs, 6,5 Millionen Zuschauer entschieden sich für die aktuelle Apprentice-Folge (guardian tv ratings), für etwa 1,5 Millionen Briten war damit Fußball wichtiger als Business, um soviel lag The Apprentice gegenüber den Quoten der vergangenen Wochen etwa zurück.

Mit der 10 Episode, bei der es um die beliebte Aufgabe des Teleshoppings ging, schließt The Apprentice den Aufgabenteil der Show ab, in der kommenden Woche geht es für die verbleibenden Kandidaten in die gefürchteten Job-Interviews, dann folgt das große Finale. Die Chancen stehen dabei gut, dass wieder eine Frau The Apprentice gewinnen könnte.

Nach dem Ausscheiden von Kandidat Howard Ebison, der Sir Alan Sugar als zu wenig mutig und heraustechend erschien, verbleiben vier Damen und ein Mann im Kampf um den Job bei Sir Alan. Debra Barr (die Unaustehliche), Kate Walsh (Die Schöne), Lorraine Tighe (das hässliche Entlein) und Yasmina Siadatan (die Unaufällige) stehen dem einzigen Mann James McQuillan (im Bild, der „verloren gegangene Idiot“) gegenüber.

Für die Gewinner des Teleshopping-Tasks gab es zur Belohnung eine nervenaufreibende Flugstunde, die doch sehr an Stefan Raabs berühmten Kunstflug erinnerte. Eins ist jedoch sicher: ein ähnlich dummes Gesicht werden noch vier weitere der verbleibende fünf Apprentice-Kandidaten machen. Denn nur einer kann der oder die neue Apprentice werden.

Das britische Reality-Format „The Apprentice“ fährt auch in der fünften Staffel weiterhin ganz starke Quoten ein. Die siebte Episode am Mittwoch erreichte 7,9 Millionen TV-Zuschauer und einen Marktanteil von 32 Prozent.

So ist der Quoten-Verlauf der Staffel bislang:

  • 7. Episode: 7,9 Millionen/32 Prozent MA
  • 6. Episode: 7,5 Millionen/31 MA (quelle)
  • 5. Episode: 7,6 Millionen/32 MA (quelle)
  • 4. Episode: 7,1 Millionen/28 MA (quelle)
  • 3. Episode: 7,4 Millionen/31 MA (quelle)
  • 2. Episode: 6,4 Millionen/25 MA (quelle)
  • 1. Episode: 8,1 Millionen/33 MA (quelle)

The Apprentice ist drüben in UK gerade also neben Britain’s Got Talent der Renner im TV. Kein Wunder, die vergangenen beiden Episoden waren auch mal wieder unglaublich spannend. Während mir anfangs die Boardroom-Sequenzen, in denen sich entscheidet, wer gefeuert wird, etwas zu langatmig und seltsam geschnitten vorkamen, hat „The Apprentice“ inzwischen auch dort wieder zu alter Stärke zurück gefunden.

Der „Kampf“ zwischen der spröden Lorraine und dem arrogant-aufgedrehtem Phillip war jedenfalls sehr sehenswert. Ich bin froh, dass Phillip endlich ausgeschieden ist bzw. gefeuert wurde, stellte seine aufgedrehte Art doch das dar, was mir an „The Apprentice“ in dieser Series nicht so gut gefällt: es ist zu witzig, nicht mehr im eigentlichen subtilem Sinne, sondern in einem bemüht-aufgesetztem. Auch, dass eine vermeintliche Libelei zwischen Phillip und Kate immer wieder Thema war (zum Glück eher bei „You’re Fired“) passt nicht zum (relativ gesehen) hohem Niveau der Sendung.

Die Einschlatquoten von „The Apprentice“ sind über die vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen. Über eine sechste Staffel muss man sich derzeit wohl keine Sorgen machen, schließlich wurde beim Spin-Off „You’re Fired“ auch bereits wieder zu Bewerbungen aufgerufen.

Bei Youtube tobt derzeit mal wieder der Copyright-Kampf, die Videos eines Users, der fünfte Staffel komplett ins Netz gestellt hat, sind verschwunden (Shame on you BBC), dafür sind die ersten beiden Staffeln jetzt komplett aufgetaucht. Wer den Machern aber die verdienten Tantiemen zukommen lassen will, kann ein „Best of“ der  ersten vier Staffeln auch als Import beim deutschen Amazon kaufen (kein Partnerlink).

Mehr zu „The Apprentice“:

The Apprentice in Bildern

The Apprentice, Series 5, Episode 2

Zum Start von Apprentice, Series 5

Außerdem:

Offizielle Apprentice-Website der BBC

Apprentice-Website des Guardian

Die großartige britische Reality-Show „The Apprentice“ (BBC) kann man ja für viele Dinge loben, was ich hier auf dem Blog auch schon gemacht habe. Für den (nicht mehr ganz so) subtilen Humor zum Beispiel. Für das, was das Reality-Genre betrifft, hohe Niveau, oder eben auch für die wunderschönen Bilder, in der die Sendung fotografiert bzw. gefilmt ist. Deshalb habe ich mir gedacht, mache ich mal Screenshots von einigen Szenen, und in der Tat hätte man Dutzende Beispiele finden können. Hier sind ein paar. Die Qualität ist natürlich nicht vergleichbar mit dem Erlebnis am z.B. HD-Fernseher der leider nur in Großbritannien lebenden oder sich da aufhaltenden Menschen vorbehalten ist. Und schon gar nicht mit bewegtem Bild oder der wunderbaaren Komposition aus Bild, Schnitt und oft Musik.

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Am bekanntesten ist „The Apprentice“ natürlich für seinen atemberaubenden Luftaufnahmen von zumeist London (wie hier im Vorspann) oder der britischen Landschaft, wenn sich die Kandidaten ins Umland begeben.

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Der Morgen der vierten Apprentice-Woche, bzw. die Sendung, beginnt mit der Aufnahme einer über einen Teich oder Fluß schwimmenden Ente. Erinnert mich an die „XY-Content“-Beiträge eines bekannten deutschen Bloggers.

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Für die Besprechung der wöchentlichen Aufgabe suchen sich Produzenten immer gerne besondere Orte aus. Fabrikhallen, Ortsteile, das Olypmpiazentrum (3. Folge) oder wie hier einen botanischen Garten (4. Folge). Denn es sollen natürliche Kosmetikprodukte herrgestellt und vermarktet werden.

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Bei den Besprechungen, Sitzungen, Pitches und Boardroomsequenzen, werden die Gesichter der Akteure, wie hier von Sir Alan Sugar und Nick Hewer, oft großflächig und aussagekräftig eingefangen und beschnitten (hier zusätzlich manipuliert durch mich).

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Wann immer es geht – hier sind die Kandidaten auf dem Weg irgendwelche „Algen“ für die Kosmetik zu sammeln – achten die Produzenten darauf, dass sich interessante Perspektiven und Linienführungen im Bild ergeben.

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Mitunter ergibt sich wie hier, bei den plötzlich und unvermittelt im Imkerkostüm angezogenen Kandidaten (sie holen Honig für eine Seife), eine gewisse fast absurde Komik. Noch lustiger waren allerdings die Algensammler, als sie vollbepackt im Wasser stehend erfuhren, dass 300 Gramm ausreichen; die jedoch Formattechnisch hier nicht in den Eintrag passen. (Achtung: nächstes Foto mit Spoiler zur Episode 4)

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Am Ende des Tages wartet das Verliererteam vor dem Boardroom (der übrigens nur eine Filmkulisse ist) auf die abschließende Besprechung und die gefürchteten Worte „You’re Fired“. Die Sekretärin (die übrigens nur eine Schauspielerin ist) spricht dann die legendären Worte „Sir Alan will see you now“. In Folge 4 trifft es die Rothaarige ganz links, unverdient wie ich finde. Das Team hatte zwei Öle verwechselt, was – aufgrund des viel teureren Öls – zu einem Verlust führte und den Sieg kostete. Die Teamleaderin musste gehen.

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Auf die Gewinner wartet hingegen eine Belohnung. Das erfolgreiche Kosmetik-Team ging zum Beispiel Sushi essen (und lernte dabei auch, wie man es herstellt), in Woche 3 (hier im Bild) wartete auf die Gewinner der „Entwickelt ein Fitness-Gerät“-Aufgabe ein Konzert mit einer bekannten klassischen Sängerin. Auch hier zeigt die Kamera mit viel Gespür für Detail die offensichtlich ehrlich ergriffenen Kandidaten (was hier zugegeben nicht ganz deutlich wird).

„The Apprentice“ ist, wie ich finde, ein hervorrangendes Beispiel dafür, wie sehr eine moderne, gelungene Umsetzung mit hohen Produktionswerten und kluger Bildsprache eine Sendung aufwerten kann. Egal ob Harmonie, Spannung (oder der Wechsel von beidem), Sinn für Details und Momente – es ist wie aus einem Lehrbuch für gutes Fernsehen. In Deutschland wäre etwa teilweise Germanys Next Top Model in ähnlichem Maße dafür zu loben. Eine Sendung die ich ansich nicht gerne sehe (weil mich das Thema nicht interessiert), die aber manchmal auf ziemlich chic aussieht. Und auch die gefloppte Bruce Darnell-Show auf der ARD war hervorragend fotografiert, ausgestattet und geschnitten. Logisch – in beiden gehts um Schönheit. Aber auch andere Dinge können schön aussehen, wie man sieht.

Catering-Pitch bei The Apprentice: Grilled in some way

Catering-Pitch bei The Apprentice: Grilled in some way

Noch in der vergangenen Woche hatte ich den subtilen Humor bei The Apprentice gelobt, doch nach der zweiten Episode der fünften Staffel muss man wohl sagen, dass von subtil eigentlich keine Rede mehr sein kann. Es macht den Eindruck, als sei The Apprentice inzwischen eine komplette Comedy-Show geworden. Das Gute daran: Es ist trotzdem unglaublich lustig.

Diesmal mussten die Kandidaten einen Catering-Service organisieren. Beim Pitch mit dem Kunden, einem Finanzdienstleister, versagte das Damen-Team dann auch – zur Freude des Zuschauers – auf ganzer Linie. Und das ging so:

Kandidatin: … so for the hot canapés (pronounced like ‚canopy‘) we have, uhm, tomato mozarella…

Kunde: That’s unusual, hot tomato mozarella…

Kandidatin: I’m, I’m guessing that it’s grilled in some way… I’m not the chef…, so, uhm…

Kunde: You’re representing the chef…

Kandidatin: ok…

[…]

Kandidatin: The cold canapés. bruschetta… which is… always a favorite.

Kunde: Bruschetta’s usually served hot, but nevermind. So, just bruschetta?

Kandidatin: Cold bruschetta!

Kunde: Could you do blinis, or something like that?

Kandidatin: I’ve heard of blinis… [proud] We will be able to produce them, because we have the experience to do that.

Kunde: Right, I’m a little worried.

Beim Männer-Team hingegen lief es auch nicht viel besser. 60 Pfund pro Kopf für ein Catering stellten sich – mal wieder – als völlig überteuert heraus. Am Ende wurden 15 draus. Doch dafür gab es dann wohl trotzdem das volle 60 Pfund-Programm, was schließlich zu einem Verlust von 600 Pfund führte. Und dazu, dass das Männer-Team verlor.

Doch nicht nur die Männer verloren auch The Apprentice verlor: Und zwar Zuschauer. Nach dem Rekord-Debut in der vergangenen Woche gingen aufgrund des Fußball-Länderspiels (England – Ukraine) 1,7 Millionen Zuschauer verloren. 6,4 Millionen Briten schauten trotzdem lieber Apprentice als Fußball, was einem Marktanteil von 25,2 Prozent entspricht.

The Apprentice Series 5, Episode 2 komplett bei Youtube.

Offizielle Apprentice Website der BBC

Jurorin Mountford, Autowäsche mit offener Tür: subtile Komik in den Bemühungen des realitätsfremden Business-Nachwuchses

Jurorin Mountford, Autowäsche mit offener Tür: subtile Komik in den Bemühungen des realitätsfremden Business-Nachwuchses

Never before in the history of carwashing have so few cars been washed by so many people in such a long time. (Margaret Mountford)

The Apprentice (Der Lehrling, in Deutschland: Big Boss, 2005), das seit vier Jahren überaus erfolgreich bei der BBC läuft, geht in die fünfte Runde. Und die startete so stark wie noch nie zuvor: 8,1 Millionen Briten sehen die erste Episode.

Doch das Schlimme zuerst: Frances, die von einer Schauspielerin gespielte Figur der Sekretärin Sir Alan Sugars aus Staffel 3 und 4 ist scheinbar nicht mehr dabei und wurde durch eine junge, blonde Dame ersetzt. Und ich dachte, sie hatte nur mal eine Schwangerschaftsvertretung. Nie wieder werden wir also Sätze hören wie „Sir Alan will see you now“, „You can go through to the boardroom now“ oder das fast schon lasziv gehauchte „Yes, Sir Alan“, Sätze wie sie nur Frances sagen konnte.

Aber das ist nur ein Detail am Rande der vermutlich besten Reality Show der Welt. Details spielen bei The Apprentice allerdings seit jeher eine große Rolle. Vielleicht ist es ja Einbildung, aber die Produktionswerte der Sendung kommen mir unglaublich hoch vor. Jeder Kameraschwenk, jeder Schnitt scheint seine Bedeutung zu haben, nichts scheint rein zufällig so zu sein, wie es ist. Alles wirkt durchdacht, wunderbar komponiert und sieht dabei auch noch unverschämt gut aus. Einzig die inzwischen etwas zu langen Boardroom-Sequenzen wirken nicht aus einem Guß. Es scheint, als seien die Kommentare Sir Alans und die der Kandidaten gezielt montiert, was nicht sein sollte.

Subtile Komik

Die größte Stärke von Apprentice ist der wunderbar subtile Sinn für Komik. Komik die in der Hauptsendung für sich steht und die man auf den ersten Blick nicht unbedingt entdeckt. Noch mehr als beim (deutschen) Dschungelcamp wird die eigentümliche Komik so mancher Situation durch den Moderator der die Sendung flankierenden Zusatzshow „You’re Fired“ (die unbedingt zum kompletten Apprentice-Erlebnis gehören sollte) stilsicher ironisiert. Da stört es auch kaum, dass in der „You’re Fired“-Show nervige Celebrities zur Kommentierung und zum Dialog mit dem ausgeschiedenen Bewerber eingeladen werden.

Es gibt also viel zu entdecken in Apprentice, das, wenn man den Sinn der Macher für diese subtile Komik teilen kann, einen zum Tränen lachen bringen kann. Unvergessen sind sicher Momente, wie der in der vierten Staffel, als die Kandidaten in Marrakesch versuchen einem muslimischem Metzger ein koscheres Hühnchen abzukaufen und dieses zu allem Überfluss noch mit der christlichen Kreuzigungsgeste verdeutlichen.

Auch in der ersten Episode der fünften Staffel gab es sie wieder, die seltsam realtätsfremden Schwächen des angeblich hoffnungsvollen Business-Nachwuchses (eine Kritik der Qualität der Kandidaten bei der Times). So versuchten die männlichen Kandidaten bei der ersten Aufgabe mit Autowäsche möglichst viel Geld zu verdienen, ließen aber die Türen beim Reinigungsvorgang offen. Und bei den Damen bricht eine Kandidation bei den Preisverhandlungen mal eben mit dem Prinzip König Kunde: „I think, you got it all wrong“. Und es geschah einer der Apprentice-typischen Fehler, bei dem der Preis für eine Dienstleistung von den Kandidaten viel zu hoch eingeschätzt wurde. 300 Pfund für eine Autowäsche? Normalerweise zahlen wir 20, sagt der Mitarbeiter des Autohauses. Dann sollten sie mal schnell mit ihrem Manager reden, 20 Pfund für eine Autowäsche? Völlig unmöglich, insistiert Teammanagerin Mona. Und man fühlt sich an die Szene der vierten Staffel erinnert, als eine Wäschreinigung mehr als das 10fache des üblichen Preises kosten sollte, der 24 Stunden Hotline wegen, wie später im Boardroom argumentiert wurde…

Aber selbst der ständig leidend erscheinende Blick einer Kandidation oder der merkwürdige Gang eines anderen Kandidaten oder ein Satz wie: „Nice to meet you too. Now… we’re here“ mit dem sich eine Kandidatin beim Kunden vorstellt und dabei voller Tatendrang die Handflächen auf den Tisch stützt, entfalten bei The Apprentice ein wunderbares Unterhaltungspotenzial. Es sind, ganz wie beim Dschungelcamp, die kleinen, gut beobachteten Dinge, die Apprentice so außergewöhnlich gut machen. Die Tatsache, dass es sich nicht wirklich um den besten Business-Nachwuchs des Landes handelt, stört dabei genauso wenig, wie die Tatsache, dass es im Dschungel in der Regel nur C bis Z-Promis gibt. Es sind die Charaktere, die Details und die Ironie (die bei Apprentice viel weniger eine Ironiesimulation ist als beim Dschungelcamp), die das ganze so gut machen.

Haltung statt Emotion

The Apprentice ist aber nicht nur hervorragend produziert und mit einem subtilen Sinn für Komik ausgestattet. The Apprentice ist, und das passt natürlich sehr gut zu England, eines der ganz wenigen, wenn nicht sogar das einzige Reality Format, das Haltung hat. Beobachtet, was die Kandidaten so 24 Stunden im Haus treiben, geheult und gestritten wird bei Apprentice höchst selten. Trotz des impliziert rücksichtlosen Bildes des Unternehmers und einem manchmal bloody vulgären Alan Sugar gibt es bei Apprentice noch sowas wie Sitten, Anstand und Knigge, die ihre Erscheinung zuvorderst natürlich in Nick Hewer und Margaret Mountford finden. The Apprentice gehört dabei aber nicht zu gutmenschelnden Realities wie Secret Millionaire (Channel 4) oder Geheime Helfer (Sat.1), sondern ist eine jener bemerkenswert klug gemachten Reality-Shows, bei denen man herzlich über die Kandidaten lachen darf, ohne das denen dabei an irgendeiner Stelle wirklich die Würde genommen wird. Also vergleichbar mit dem Dschungel oder „Bauer sucht Frau“ (RTL) oder „Papa gesucht“ (RTL).

Leute die keinen Bezug zu den feinen ironischen, aber niemals menschenverachtenden Darstellungsformen des besseren Reality TVs haben wird The Apprentice natürlich auch nicht gefallen. Und da gibt es, so wie beim oben verlinktem Times Online-Artikel von Caitlin Moran noch die Leute, die in seltsam reflexartiger kultur- und medienkritischer Manier plötzlich anfangen von „deludo, second-string sales reps“ zu schwafeln. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass jeder der Reality mag, in den kommenden Wochen einen Pflichttermin bei BBC oder der Internetplattform seines Vertrauens hat, um für eineinhalb Stunden „The Apprentice“ und „You’re Fired“ zu genießen.

Offizielle BBC-Seite zu The Apprentice

The Apprentice, BBC, Series 5, seit 25. März 2009, mittwochs 21 Uhr GMT

Update: Best of Reality 2009

People have written about the best, most entertaining and hilariousts Moments in last Years Reality TV Shows. For the canadian journalist Murtz Jaffer, it was Piers Morgan, judge on America and Britain’s Got Talent Shows, winning The Celebrity Apprentice. US Broadcaster CBS, home of Survivor, Amazing Race and Big Brother, also published their list with the best bits of their own shows. British Newspaper The Sun wrote about the best Moments of UKs Reality TV, like Alexandra Burke winning the X-Factor or Lee McQueen becoming the Apprentice of Sir Alan Sugar.

So here are five Reality TV Moments in 2008, which entertained me the most:

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1. Ich bin ein Star, holt mich hier raus! Staffel 3 (Deutschland, RTL).

Dschungelkönig Ross Antony

Dschungelkönig Ross Antony

Nach Drei Jahren hat es RTL endlich gewagt, die dritte Staffel des grandiosen Formates auszustrahlen und das mit vollem Erfolg. Über 30 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und ein starkes Finale gegen „Wetten, Dass…?“. Liebevoll produziert und mit viel Witz und Selbstironie produziert, hat RTL gezeigt, wie man richtig gutes Reality-TV macht, eine Ausnahmeerscheinung bislang in Deutschland. Im Januar gehts mit der vierten Staffel weiter.

2. Big Brother Celebrity Hijack (UK, Channel4/E4)

John Loughton und Jeremy Metcalfe

John Loughton und Jeremy Metcalfe

Verkehrte Welt bei Big Brother: Die vor Ideen sprudelnden Channel 4-Jungs verzichten Anfang 2008 auf ein Celebrity Big Brother (wegen des Rassismus-Eklats) und machen was ganz neues: nur 28 Tage, alle Bewohner haben ein besonderes Talent (Tänzer, Sänger, Politiker, Jungunternehmer, Designer, Künstlerin, Boxer, Rennfahrer, Artist), die täglich wechselnden Prominenten ersetzen den Big Brother. Witzig, charmant, intelligent und innovativ – das beste Big Brother aller Zeiten. Am Ende gewinnt der schottische Politiker John Loughton. Viele Videos dazu bei Youtube, und ein Beitrag auf diesem Blog.

3. The Apprentice UK, Series 4 (UK, BBC)

The Apprentice UK Series 4 Cast

The Apprentice UK Series 4 Cast

Auch Staffel 4 der Business-Reality Apprentice schafft es mit großartigen Kandidaten, dem unvergleichem Charme, feinem Gespür für Komik und den allseits beliebten Juroren Sir Alan Sugar, Margaret Mountford und Nick Hewer in der ersten Hälfte des Jahres wieder für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Neun Millionen sehen das Finale. Während der Fußball-EM. Starkes Programm führt immer zu starken Quoten. Nach der Show wählen die Leser der Sun Sir Alan zu ihrem Wunschpremier. Im Laufe des Jahres folgen weitere Shows aus der Business-Ecke: BBC3 legt mit „Last Millionaire“ nach: hier „gewinnt der schlechteste“, auf ITV floppt „Natural Born Sellers“, bei ironischerweise auch der schlechteste Kandidat gewinnt. Und die Iren zeigen mit einer eigenen Version, Irish Apprentice, eine solide Umsetzung. Das „Original“ bleibt jedoch unerreicht.

4. The Celebrity Apprentice (Apprentice Season 7), (USA, NBC)

The Celebrity Apprentice Cast

The Celebrity Apprentice Cast

Die in die Jahre gekommen Realities auf den US-Networks setzen auf Sonderstaffeln, Amazing Race 11 geht Ende 2007 mit einer All-Stars-Folge ins Rennen, in Survivor heißt es 2008 Fans vs Favorites und The Apprentice setzt jetzt auf Promis und das mit Erfolg. Mit Boxweltmeister Lenox Lewis, Vincent Pastore aus den Sopranos oder Gene Simmons von Kiss ist die Staffel gut besetzt. Little Miss Reality OmaRosa sorgt für Streit und am Ende gewinnt TV Juror Piers Morgan (America/Britain’s Got Talent) mit Hilfe von Simon Cowell und Sara Ferguson im Rennen um die erfolgreichste Charity. Kurios und kurzweilig.

5. I’m a Celebrity, Get me out of here! (UK, ITV)

Martina Navratilova, George Takei, David van Day und Joe Swash

Waren im britischen Dschungelcamp: Martina Navratilova, George Takei, David van Day und Joe Swash

Auch mit der achten Staffel noch nicht langweilig geworden: Das Original-Dschungelcamp aus Großbrittanien. Ant und Dec moderieren gewonnt stilsicher ironisch, mit Martina Navratilova und Mr. Sulu (George Takei) sind zwei echte A-Promis im Dschungel und David van Day (der irgendwann mal Sänger war) spielt den bösen Buben. Mit Joe Swash, ehemaliger East-Enders Star, gewinnt am Ende der Sunnyboy und Publikumsliebling. Nicht so toll wie deutsche Version, aber immer noch sehr gut.

In Ireland the popular Reality Show „The Apprentice“ broadcasts these weeks an own version. I started watching it to pass the time till the new season of Apprentice UK which is my favorite one, although I’m also looking forward to the second season of The Celebrity Apprentice in the US. The first one has been quite funny, especially when Piers Morgan got into trouble with Omarosa and finally showed Country-Singer Trace Adkins how the charity thing works.

Back to Ireland: by episode four it turned out that Irish Apprentice is a great show. It’s a very good version with great debates in the boardroom. So, what’s different from the UK Version: At first sight, not much. The concept licensed by Mark Burnett (Survivor) is nearly the same, same pictures, same look, same dramatization. The entrepreneur is Bill Cullen, selfmade millionaire and businessman, and known for beeing a philantropist. According to wikipedia, he gave all the proceeds from his autobiography „It’s a long way from Penny Apples“ (He started with selling apples, no not the computers) to charity. That may make him as likeable as Sir Alan Sugar from the UK, who’s a supporter of the Labour Party and a nice man too. Cullens sidekicks however are not as great as Margaret Mountford and Nick Hewer. The irish sidekicks are his partner, and former glamour model Jackie Lavin (who is not really looking like a model anymore) and PR „guru“ Brian Purcell, who looks more like a hooligan than a businessman. Bringing family into the business and on the screen sometimes is pathetic, as we all have seen in case of Donald Trumps studid children beeing his Apprentice sidekicks. In case of Bill Cullen it’s ok, both, Jackie and Brian, do a good job.

There are two main differences compared to the UK-Version. First, the show lacks of humor and charme. Secondly, due to financal reasons it’s connected with the real business, or explicitly with the business of the sponsors. Producer Larry Bass said in an interview with IFTN:

Our show is modeled on the US series – you will see a reflection of the BBC series given that it is the same format. But unlike the BBC which has very strict guidelines and regulations in relation to commercials products, our show is based on the US show which has full partners on the project so that the tasks that our candidates do are real tasks in real businesses, and that’s the main difference.

This however makes the tasks sometimes a little bit stupid. So the candidates had to sell food from a junk food provider namend Supermacs, which wasn’t really tasty at all. Also the show got into trouble regarding accusations of product placement. Times Online also reported payments for advertising the prizes, the winning team gets at the end of each show: „“€5,000 includes the filming of the contestants using the prize, an introduction by the host Bill Cullen and a credit in the closing roller.”

Nevertheless, the show rises and falls with it’s candidates. One is outstanding so far: Joanna Murphy, a 33 year old Sales Director, who seems to be a little too self-conscious and resitant to any form of criticism. She is also the reason, why I enjoyed the fourth episode so much: Her complete failure during the pitches in this episode openend a view behind her professional and arogant attitude, which nevertheless became dominant in the boardroom again. It was one of greatest boardroom scenes I’ve ever seen on this programme.

The last episode from season four of Apprentice UK has attracted over 9 Million viewers, the ratings in Ireland are still behind its RTE competition. With 276.000 viewers (3rd epsiode) it had a 17pc share of viewers aged over 15, while the UK Version had an audience share mostly over 30pc.

But as we know: It’s a long way from Penny Apples.

Zur Debatte um die Qualität des deutschen Fernsehens, die Literaturkritiker Marcel Reich Ranicki versehentlich ausgelöst hatte, weil ihm die Verleihung des deutschen Fernsehpreises verständlicher Weise nicht zugesagt hat, schreibt Harald Martenstein vom Tagesspiegel ein paar grundlegende Worte:

Erfolg und Qualität – das sind, bei Büchern, bei Sendungen, bei Musik, generell, zwei grundverschiedene Eigenschaften. Manchmal fällt beides zusammen, manchmal nicht.

Und damit sind wir schon bei den Grundproblemen des deutschen Fernsehens. Das erste ist, dass der Erfolg vieler Formate im Privatfernsehen sich nicht mit deren Qualität deckt. Wobei hier grundsätzlich von einer auf das Genre gerichtet Qualität gesprochen werden sollte. DSDS ist zum Beispiel ein schlechtes Beispiel: schreckliche Jury, träge Moderation, kaum gute Kandidaten. Gegenbeispiel wäre X-Factor vom Pop Idol-Erfinder Simon Fuller (DSDS) im britischen ITV; Hier mal 3 Kandidaten zur Illustration: 1, 2, 3. Die Qualität wird zum Beispiel schon allein dadurch besser, dass ältere Kandidaten teilnehmen dürfen. Dabei kommt X-Factor ebenfalls von der RTL Group (FremantleMedia), man weiß also wies geht, aber vielleicht ist das deutsche Publikum zu sehr auf niedrigen Anspruch konditioniert?

Betrachtet man den unglaublichen Erfolg und die Akzeptanz beim Publikum, die Reality Formate und Casting Shows haben, so können etwa öffentlich-rechtliche Sender nicht die Augen davor verschließen, schließlich haben sie auch einen Unterhaltungsauftrag. Und während bei RTL und Co. systembedingt (Quotendruck, Rendite, Zielgruppe) Qualität und Niveau leiden können (nicht müssen), wie wäre es, wenn die ÖR solche Formate in ihr Programm holen? Die ARD hats mit dem „Steinzeitexperiment“ schon gemacht, und war damit interessanter und spannender als jede Survivor-Staffel (CBS). Die BBC in Großbritannien war auch mutig und hat das Apprentice-Format von Reality-Pionier Mark Burnett (u.a. eben auch Survivor) ins Programm aufgenommen, ohne bezahlte Business-Tasks, dafür mit Witz, Intelligenz und Charme – und damit unzählige Preise gewonnen (und Quoten, die realtiv gesehen noch über denen von DSDS in Deutschland liegen, eine deutsche Apprentice Version ist allerdings 2005 mit Big Boss gescheitert).

Warum nicht also auch eine Castingshow oder eine Reality auf ARD und ZDF (gut, Gottschalks Musical-Casting gabs ja), aber eben ganz anders produziert als auf RTL oder CBS, mit Kandidaten allen Alters, klassischer Musik? Oder wie wäre es mit einem Amazing Race durch die Kulturhaupstädte Europas? So würde sich moderne, zeitgemäße Unterhaltung, Kultur und Bildung vereinen, ohne dröge oder belehrend zu wirken.

Auch unerklärlich, warum so viele Filmperlen im deutschen Fernsehen zur Nachtzeit, statt zur Primetime laufen. Das großartige BBC-Drama „State of Play“ zum Beispiel versendete Arte mitten in der Nacht (naja fast), in jedem Fall quasi unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Um all dies wird es am Freitag 22:30 Uhr bei der Diskussion zwischen Gottschalk (sic!) und Ranicki vorrausichtlich nicht gehen, und um Privatfernsehen und Unterhaltung schon gleich gar nicht. Es geht vermutlich dann um Hochkultur. WDR-Intendatin Monika Piel hat derStandart zufolge schon angedeutet, dass im Ersten Programm zur Hauptsendezeit Events, Kultur wie Theater- oder Operninszenierungen wie auch Dokumentationen gesendet werden könnten.

In dem Fall bleibt Kultur dann aber Kultur und holt die Leute weder dort ab, wo sie sind, noch macht es jenen, die sich gar nicht mehr mit (Hoch)Kultur beschäftigen, dieselbe schmackhaft. Wenn man denn Kultur im Fernsehen möchte, dann muss man auch mit den Mitteln des moderenen Unterhaltungsfernsehens und seinen Formaten arbeiten. Und da ist es übrigens völlig verfehlt jetzt etwa auf RTL zu schimpfen oder sich über deren vermeintliche Doppelmoral lustig zu machen. Gerade die RTL Group hat spannende und innovative Formate entwickelt und vorangetrieben. Jetzt gilt es sie im ÖR mit dem Programmauftrag zu füllen. Vielleicht interessiert sich jemand für Puccini, nachdem er in einem hochwertigen Gesangswettbewerb auf ARD oder ZDF etwas daraus gehört hat? Dann können wir nochmal über die Opernübertragungen reden.

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