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Hat ers mal wieder geschafft? Stefan Raab zeigt wie „Eurovison Song Contest“ und „Casting Show“ funktionieren.

Über 24 Stunden sind vergangen seit der ersten Ausgabe von „Unser Star für Oslo“ bei dem ARD und ProSieben gemeinsam nach einem deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest suchen. Das Urteil der Kritiker fällt nicht eindeutig aus, quantitativ überwiegen die wohlwollenden Kritiken. „Die nationale Aufgabe“ und das in Deutschland ungewohnt hohe Niveau der Casting-Show hatte die meisten Kritiker offensichtlich beeindruckt. Dabei ist es ein bisschen so, als würde man in einer Kritik über Mineralwasser begeistert feststellen, dass es so schön durchsichtig ist, und nicht so dunkel wie diese klebrige Cola. Doch dass „Unser Star für Oslo“ kein Trash wie DSDS ist, musste man den meisten Lesern offensichtlich erstmal sagen.

Gelobt wurde vor allem Stefan Raab als Mastermind hinter „Unser Star für Oslo“ und die junge Lena, die am Ende der ersten Show das Publikum begeisterte. Kritik gabs hingegen für die viel zu unkritische Jury (inklusive Raab), die bemüht war, ja niemandem weh zu tun, allen voran Marius Müller Westernhagen. Darüber, ob die erste Ausgabe von „Unser Star für Oslo“ nun wohltuende Abwechslung und niveauvolle Unterhaltung war oder doch zu ernst, bieder und langweilig, ist kein eindeutiges Urteil auszumachen. Bei manchen Kritikern hatte ich den Eindruck, dass sie – ähnlich der gestrigen Jury – sich noch um ein klares Urteil drückten. Verissen hat die Show einzig die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das andere Ende der Fahnenstange markiert die Süddeutsche: hier war man völlig hin und weg.

Hier also ein paar Ausschnitte aus den Fernsehkritiken des vergangenen Tages:

Peer Schader | Spiegel Online

„Fast pedantisch arbeitete sich die Jury an kleinen Schwächen ab, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, zu großzügig Lob auszuteilen. Vor allem Müller-Westernhagen wirkte dabei so kleinkariert und besserwisserisch, dass man ihm vom Sofa aus gern mal zugerufen hätte, dass es doch auch darum geht, ein bisschen Spaß zu haben.“

„Etwas weniger Musikschulenatmosphäre wäre auch in Ordnung gewesen.“

„Das Schönste aber war, dass Raab sein Versprechen eingehalten hat, ausschließlich Leute auf die Bühne zu lassen, die wirklich singen können, und ernst mit ihnen umzugehen.“

Peter-Philipp Schmitt | FAZ

„Lena sang am Ende eines Abends, der viel zu gemächlich dahin plätscherte. Wer sich auf ein Spektakel gefreut hatte, mit Demütigungen, Beleidigungen, Anfeindungen oder doch wenigstens mit ein wenig Glamour, wurde enttäuscht.“

„Raab hatte ganz unterschiedliche Persönlichkeiten und musikalische Stilrichtungen versprochen. Doch so ganz anders waren die Zehn und ihre Lieder letztlich nicht.“

„Westernhagen war nichts wichtiger, als keinem der Kandidaten mit seiner Kritik zu Nahe zu treten.“

Anne Wiegel | Der Westen

„Eine kleine Oase tat sich an diesem Dienstagabend auf, als 1Live-Moderatorin Sabine Heinrich mit ‚Schlag den Raab‘-Gastgeber Matthias Opdenhövel auf die Bühne trabte (…)“

„und die ewigen Abgrenzungsversuche zu DSDS nervten mitunter gewaltig“

„Doch es wurde gesungen, nur gesungen, es wurde kritisiert, nicht beleidigt, es gab Musik zu hören, keine Sozialdramen – geht doch!“

Christian Pohl | Die Welt

„Der Dank dafür gebührt vor allem einem: Stefan Raab. Dem kann man sicher vieles vorwerfen, nicht aber, dass er sich nicht besonnen und mit vollem Einsatz um die Rettung des Grand Prix bemühen würde.“

„Die Jury geriert sich nicht als Scharfrichter hinter ausladendem Pult, die von oben herab ihr einzig richtiges Urteil über unwürdige Bittsteller fällen, sondern sitzt in drei Sesseln und behandelt die Kandidaten mit Respekt wie freundliche Förderer.“

„Eben weil es bei Raab anders läuft als in anderen Casting-Shows, stehen hier andere Persönlichkeiten auf der Bühne als bei DSDS. Reifer, überlegter und mit echter Leidenschaft für die Musik.“

Hans Hoff | Süddeutsche

„Es war dies auch ein Signal, dass in dieser Show so manches möglich ist, dass in Deutschland mehr Musikalität steckt als bisherige Wettbewerbe zu zeigen wagten.“

„Zu verdanken ist das eindeutig Stefan Raab, der sich mit ganzer Kraft in die Sache geworfen hat, der dafür gesorgt hat, dass sich begabte Kandidaten bei ihm aufgehoben und nicht veräppelt fühlen.“

„Die 27-jährige Katrin, die mit Nobody Knows von Pink bei der Sache war, wirkte wie vom Himmel gefallen und provozierte die Frage, wo sie denn wohl in Zeiten der tagtäglichen Popstar-Auslese so lange gesteckt haben mag.“

Ingo Scheel | Stern

„unspektakulär, an der Grenze zum Schnarchigen“

„Solide Moderatoren mit niedrigem Stotterfaktor“

„Es wirkte zunächst hüftsteif, entpuppte sich mit Fortlauf der Sendung jedoch als wohltuende Alternative zu all den pöbelnden Bohlens, den überdrehten Soosts und heulenden Darnells.“

„Wer den Applaus und die Reaktionen am Abend in Köln gehört hat, vermag sich mit ein wenig Phantasie vorstellen, dass Lena es bis nach Oslo schaffen könnte.“

Thomas Lückerath | DWDL

„Man könnte aber auch sagen: Es war eine Wohltat, weil reduziert auf das, was bei einem ernsthaften Wettbewerb von Bedeutung ist. Es war einfach nettes Fernsehen. Das ist nicht spektakulär oder schlagzeilenträchtig – aber muss es ja auch (noch) nicht sein.“

„Ja, an Kuschelkurs mangelte es nicht am Dienstagabend in Köln-Mülheim. Und an langen aber leider nicht eindeutigen oder gar knackigen Jury-Statements auch nicht.“

Michael Reufsteck | Fernsehlexikon

„Dass sie so unspektakulär ist, ist ein weiteres Indiz dafür, dass es sich wirklich um einen ernst gemeinten Musikerwettstreit handelt. Und so viele verschiedene Varianten gibt es nicht, einen solchen zu veranstalten. Da singen halt nacheinander Menschen Lieder vor, und später bestimmen die Fernsehzuschauer per Telefonabstimmung, wer in die nächste Runde kommt.“

„aber im Gegensatz zu anderen Castingshows kann man das, was ich gerade ‚Musik‘ genannt habe, bei Unser Star für Oslo tatsächlich ohne Gewissensbisse als solche bezeichnen.“

Alle Artikel zu “Unser Star für Oslo” hier bei tvundso.com

Mit 29 Prozent Marktanteil war sie 2005 die meistgesehene Wahlsendung bei den jungen TV-Zuschauern überhaupt: Die „TV Total Bundestagswahl„. Kein Wunder also, dass Stefan Raab und N24-Chefredakteur Peter Limbourg Spitzenpolitiker (offiziell sogar die Spitzenkandidaten) aus allen 6 im Bundestag vertretenen Parteien am 26. September 20:15 Uhr zu einer TV Total Sondersendung einladen: Der „TV Total Bundestagswahl 2009„.

Das Besondere: jeder Zuschauer, auch Ausländer und Unter-18-Jährige können während der „TV Total Bundestagswahl 2009“ ihre Stimme abgeben (per Telefon und SMS). ProSieben sagt, man möchte junge Wähler motivieren zur Wahl zu gehen.

ProSieben-Boss Thilo Proff meint: „Laut Statistischem Bundesamt geht jeder dritte Wahlberechtigte unter 30 Jahren nicht zur Wahl. Als erfolgreichster TV-Sender der jungen Mediengeneration will ProSieben genau diese Altersgruppe motivieren, von ihrem Wahlrecht als wichtigstem Instrument der Demokratie Gebrauch zu machen.“

Das Votingergebnis, das auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt wird, soll ein Stimmungsbarometer der jungen Menschen in Deutschland darstellen. 2005 ging die SPD mit 36,5 Prozent als stärkste Partei aus der „TV Total Bundestagswahl“ hervor, die CDU/CSU folgte mit 30,2 Prozent, danach die FDP (13,7 Prozent), Linkspartei (10,8 Prozent) und Grüne (8,8 Prozent).

2005 habe die „TV Total Bundestagswahl“ also angeblich das echte Ergebnis der richtigen Bundestagswahl vorausgesagt: eine Große Koalition. Stefan Raab sagt über die Wahl: „Unsere Zuschauer können das Wählen schon mal per Tele-Voting üben. Am Ende der Sendung wissen wir dann schon ziemlich genau, was am Sonntag passiert.“

[Quelle: DWDL, ProSieben]

DEFB-Pokal (c) ProSieben

DEFB-Pokal (c) ProSieben

Am Freitag lädt Stefan Raab zu einer neuen Eventshow, dem Deutschen Eisfußball-Pokal (DEFB-Pokal, ab 20:15 Uhr, ProSieben). Genau einen Tag vor dem echten DFB-Pokal. Bei Raabs Event, dass eine weitere auf lustig getrimmte Sportart neben dem Turmspringen, Stockcar Challenge, Autoball WM usw. darstellt, werden Fußballer und Promis unter den Namen echter Bundesliga-Teams gegeneinander auf einer Eisfläche Fußball spielen (und sich hoffentlich öfters mal auf die Nase legen). Das ganze basiert auf einem Spiel aus einer der „Schlag den Raab“-Shows.

Und das sind die Teams beim Deutschen Eusfußball Pokal:

  • FC Bayern München
    Thomas Helmer, Mario Basler, Andreas Herzog und Georg Hackl, Peyman Amin, Carlo Thränhardt, Daniel Aminati
  • VfL Wolfsburg
    Dero, Frank Greiner, Siegrfried Reich, Roy Präger, Stefan Schnoor, Thomas Brdaric, Michael Spies
  • VfB Stuttgart
    Guido Cantz, Joey Kelly, Jens Keller, Fredi Bobic, Gerhard Poschner, Franz Wohlfahrt, Guido Buchwald
  • Hamburger SV
    Olli Dittrich, Tim Mälzer, Sergej Barbarez, Bjarne Mädel, Erik Meijer, Harald Spörl, Jörg Albertz
  • FC Schalke 04
    Peter Lohmeyer, Charlotte Engelhardt, Steffen Freund, Yves Eigenrauch, Jörg Böhme, Tomasz Waldoch, Ingo Anderbrügge
  • 1. FC Köln
    Stefan Raab, Toni Polster, Dirk Lottner und Matthias Scherz, Christian Springer, Axel Stein, Jürgen Milski
  • Eintracht Frankfurt
    Lars Niedereichholz, Axel Kruse, Ralf Falkenmayer, Marko Rehmer, Uli Stein, Rudi Bommer, Ansgar Brinkmann
  • FC St. Pauli
    Elton, Stefan Kretzschmar, Mark Tavassol, Martin Driller, Claudia Pechstein, Michel Mazingu, Benny Adrion

Diese wirklich beeindruckende Zusammenstellung von Prominenten und (ehemaligen) Profifußballern, zeigt wie sehr Stefan Raabs/Brainpools Unterhaltungsshows inzwischen beim Publikum und überhaupt allen TV-Interessierten ankommen. Es gibt nun wirklich nichts, was man an so einer Sendung überhaupt noch kritisieren könnte. Spaß in Reinkultur ist das.

Komiker und Fußballexperte Oliver Welke wird den Deutschen Eisfußball Pokal moderieren,  Matthias Obdenhövel und Sonya Kraus  machen am Spielfeld  und Backstage die Interviews, Kommentator ist Frank Buschmann.

Am Freitag überträgt übrigens N24 die Pressekonferenz zum DEFB-Pokal live ab 11:30 Uhr.

Der DEFB-Pokal wird hoffentlich eine gute Tradition werden.

[Quellen: ProSieben Pressemitteilung, Offizielle DEFB-Pokal Homepage, Quotenblogger]

Der sogenannte Poptitan Dieter Bohlen (DSDS) hat die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der ARD beim Eurovision Song-Contest, bei dem Deutschalnd vor einer Woche nur 20. wurde, nicht grundsätzlich ausgeschloßen. Nachdem Stefan Raab der ARD absagte, weil die Rentnertruppe sich wieder mal nicht einig werden konnte, bringt die Bild kurzerhand Bohlen ins Spiel.

Auf Nachfrage der Boulevardzeitung bekräftigte Bohlen sein Interesse, er sei allerdings noch nicht angesprochen wurden:

Bisher bin ich noch nicht offiziell angesprochen worden“, sagt Dieter Bohlen. „Ich bin aber natürlich bereit, mich mit der ARD hinzusetzen, Tipps zu geben und eine Strategie zu erarbeiten.“

Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber wollte sich zu diesen Spekulationen nicht äußern. Schreiber hatte Stefan Raab, der sich gestern bei Schlag den Raab geschlagen geben musste, für den Song-Contest ins Spiel gebracht, doch scheiterte letztlich an den verkrusteten Strukturen der ARD. Raab sagte dem Spiegel über seine Entscheidung:

Der NDR hat uns um Hilfe gebeten. Wir haben ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt. Die Entscheidungswege in der ARD sind aber derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind. Unser Song Contest heißt Bundesvision Song Contest.

Komiker Oliver Welke, der sich gerne mal in TV-Debatten einschaltet, kritisierte jetzt auch die Behördenmentalität der ARD, die haben sich selbst ausgebremst, erzählte er dem Spiegel.

Ob es da mit Dieter Bohlen einfacher laufen würde? Das Medienmagazin DWDL hält das Interesse an Bohlen am Eurovision Song-Contest für einen PR-Gag. Im Gegensatz zu Raab traue ich Bohlen allerdings locker zu, dass er zum Beispiel einen Titel schreiben könnte, der das enthält, was beim Grand Prix gefragt ist: Charme und Emotion.

Aber wer auch immer am deutschen Beitrag des kommenden Jahres, seiner Auswahl und der Präsentation des Vorentscheids rumbasteln darf, viel schlimmer kann es kaum werden. Zur Not tuts auch eine Horde dressierten, quieckender Affen.

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