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The X Factor (c) ITV

Die deutsche Version der britischen Erfolgsshow „The X Factor“ ist besser als erwartet. Zwar scheint RTL die Zuschauer da abholen zu wollen, wo die Sender sie jahrelang hingebracht haben (DSDS, Supertalent, Popstars), doch neben Schicksalen und Freaks überrascht die Show mit ungewohnt guten Kandidaten, einer sehr gut zusammengestellten Jury und einer funktionierenden Dynmaik zwischen ihren Mitgliedern, Kandidaten, Moderator und Publikum. Von null auf gleich könnten wir hier (USFO mal außen vor) die beste deutsche Castingshow bekommen haben.

„Eine der größten Casting Shows der Welt kommt nach Deutschland“, heißt es am Anfang der ersten Ausgabe des deutschen X Factor, die RTL am Freitag abend für VOX anschob, dass ab Dienstieg die kommenden Folgen übertragen wird. (Austrahlungstermine und Wiederholungen suchen) Dass das britische „The X Factor“ die erfolgreichste Casting Show Europas ist (legendäre Auftritte), wollte man wohl nicht sagen, denn das ist nach RTL-Deutung wohl eher DSDS, von dem sich X Factor nun irgendwie unterscheiden muss. Dass bei X Factor auch Duette sowie Gruppen auf- und die Jurymitglieder gegeneinander antreten, wird dieses Unterscheidungsmerkmal sein.

Eigentlich ist aber alles irgendwie ein bisschen anders. Außer der Moderator. Kurzsichtige Zuschauer könnten denken: „Mensch, der Marco Schreyl ist aber heute locker drauf“. Entsprechende Gags machten auf Twitter die Runde. Richtig kantige Moderatoren mit einem anderen als dem Schwiegermutterprofil haben hierzulande offensichtlich keine Chance, oder niemand traut sich ihnen eine zu bieten.

Schropp, der Anti-Schreyl

Beim deutschen X Factor moderiert jedenfalls der bis heute noch unbekannte Jochen Schropp, der der Vita seiner Homepage zufolge 2004 schonmal in einer TV Produktion namens „Popp Dich schlank“ mitgewirkt hat. Aus dem Stand heraus ist Schropp trotz allem symphatischer und vor allem souveräner und unverkrampfter als die meisten anderen deutschen Moderatoren. Schropp ist quasi sowas wie der Anti-Schreyl. Wenn er mit Kandidaten irgendeinen albernen Tanz aufführt, ohne selber besonders albern zu wirken, dann sieht das auch schon fast aus, wie ein gewollter Angriff auf den steifen Marco Schreyl.

„Hier spielt die Musik“ heißt übrigens das deutsche Motto der Show. In England ist es „It’s time to face the music“. Das klingt nach Wettkampf und Arena. Die deutsche Variante hingegen erinnert mich wahlweise an Kirmes oder eine Grundschullehrerin. Ob das ein Omen für die kommenden Episoden das deutschen X Factor-Versuchs aus dem Hause Grundy Light ist, werden wir noch sehen.

Zunächst geht es bescheiden los: Die Jury fährt zum Start der Show mit Limosinen durch die Vorstadt, statt mit Schnellbooten zum Londoner O2. Bei X Factor Deutschland muss man wahrscheinlich erstmal etwas kleinere Brötchen backen. Musik und Bildschnitt, ein bisschen Nebel und Weichzeichner sorgen schon dafür, dass es aussieht, als würde da gleich was ganz Großes passieren. Die martialisch-epische, klassische Musik, das „Größenwahnsinnige“, sie gehören auch zum typischen Auftritt von X Factor. Ob es gelingt, dies in die deutsche Variante zu transportieren, werden wir allerdings frühestens in den Liveshows sehen.

Glücksgriff Brönner

Jurymitglied Goerge Glück wird als Musik-Mogul vorgestellt. Er bekommt auch im ersten Teil der Show einen Einspieler, der das belegen soll. All zu viele Bekannte unter seinen Schützlingen findet man zwar nicht, aber das kann auch an meiner mangelnden Kenntnis der Popmusik liegen. Bekannt ist auf jeden Fall Sarah Connor, die wohl sowas wie die Jurychefin sein wird, zumal sie die einzige aus dem kompletten Cast ist, die man schon kennt. Musik-Mogul Glück ist auch ihr Produzent.

Der dritte Juror im Bunde ist Till Brönner, ein Jazz-Trompeter und Musik-Professor, der die gesamte Show mit unaufgeregter Miene und entspannten Statements irgendwie angenehm erdet. Der wahlweise locker oder streng wirkende Brönner ist sicherlich der größte Glücksgriff der Produzenten. Sarah Connor, die der eigentlich Star der Show sein soll, füllt diese Rolle zweifellos aus, profitiert von der Zurückhaltung Brönners und dem bislang eher schwachen Auftritt Glücks.

Zu Beginn der ersten Show passiert dann gleich etwas Überraschendes: ein ungewohnt guter Auftritt vom ersten Kandidaten Anthony Thet, einem Asiaten, der seinen Papa mitgebracht hat. „Ich fand das irgendwie sehr ansprechend“, sagt George Glück.  Einen anderen Kandidaten wird er später als „authentisch“ bezeichnen, dem neuen „nett“ also, wovon er wahrscheinlich nichts weiß. Sarah Connor ist hingegen gerührt von Asiat Anthony und findet eloquentere Worte. (Video Anthony)

Emotionale Musik zum Jury-Statement. Fast schon zurückhaltend sieht man in einem Backstage-Einspieler dann die beiden Juroren Glück und Brönner diskutieren. Tatsächlich muten diese kleinen Einspieler irgendwie intim und entspannt an – ganz anders als die öfter mal gestellt und verkrampft wirkenden britischen Jury-Gespräche im Background. Brönner und Glück haben in dieser Kombination tatsächlich sogar etwas „cooles“ an sich.

Wenig Überzeichnung, gute Dynamik

„Es gibt keinen Künstler der mehr für X Factor steht, als Leona Lewis“, sagt Trompeter Brönner mit einer so beruhigenden Stimmlage, dass man meint, Psychiater Prof. Dr. Krause hätte eine Packung Tavor verschluckt.. Tatsächlich aber scheint er für die besseren Gags zuständig zu sein. Statt „Du warst richtig scheiße“, sagt er: „Schwach angefangen und dann stark nachgelassen“. Was hoffentlich nicht fürs deutsche X Factor gilt, gilt für die üblichen Verdächtigen, die Untalentierten und Verrückten, welche es hier auch zu fünf Sekunden zweifelhaftem Ruhm bringen. Manche auch zu etwas mehr.

Russische Schwestern wollen nach einem verhauenen Auftritt ein selbstkomponiertes russisches Lied singen. Bei George Glücks Jury Statement spielt die Regie ironische Musik ein. Für einen Moment merkt man, dass diesselbe Firma wie bei DSDS verantwortlich ist. Ansonsten hält man sich mit Überzeichnungen zurück. „Große Chancen beim Grand Prix“ bescheinigt der Trompeter Brönner in einem gemeinen Kommentar. „Möchten Sie bitte auf den Punkt kommen, wir sitzen hier schon seit halb elf“, zischen die Mädels zurück.

Die Dynamik zwischen Jury und Kandidaten, dem Publikum und schließlich den Jurymitgliedern untereinander wirkt nicht erzwungen und funktioniert deutlich besser, als ich mir das vorgestellt hatte. Zum Beispiel habe ich noch nie eine deutsche Casting Show gesehen, in der so gelungen eingefangene, unspektakuläre und symphatische Zuschauerreaktionen während der Auftritte der Kandidaten zu sehen waren.

Als Ende 2009 RTL und VOX ankündigten sich der lange brach liegenden X Factor Lizenz endlich und irgendwie auch notgedrungen anzunehmen, waren wir alle sehr kritisch. Kurz zuvor hatte die damalige DSDS-Produktion das Niveau nochmal erfolgreich eine Stufe abgesenkt.

Solide Unterhaltung, technisch fehlerfrei

X Factor Deutschland allerdings ist solide Unterhaltung. Insgesamt wirkt die Produktion nicht so, als hätte man ein besonders großes Budget zur Verfügung gehabt. Der Produktion merkt man an, das es schwer fällt vom gewohnten Zynismus Abstand zu nehmen, gleichwohl ist sie technisch fehlerfrei. Allein für Jochen Schropp und Till Brönner hat es sich jedenfalls gelohnt die erste Show zu schauen.

Gemessen an meinen niedrigen Erwartungen jedenfalls, sowie der im freien Fall befindlichen Qualität von DSDS und Popstars, ist das deutsche X Factor tatsächlich eine Casting Show, die ich mir mit Interesse ansehen werde. Nicht zuletzt, weil ich es Vox, Sarah Connor, Till Brönner und Jochen Schropp gönnen würde, wenn sie aus dem Stand erfolgreicher wären, als Dieter Bohlen und Detlef Soost.


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Mehr zu X Factor:

X Factor bei VOX

X Factor bei tvundso.com

Alle Auftritte bei tvsongs.de

Bei Clipfish: Videos vom deutschen X Factor

Hulu.com Startseite

Lange hatte es Kritik daran gegeben, dass die deutschen (Privat)-TV-Sender keine senderübergreifende Plattform anbieten, um eigene TV-Programme im Internet abrufbar zu machen. Wer Sendungen von ARD, ZDF, RTL und ProSieben anschauen will, muss von Website zu Website springen, kann keine Favoritenlisten anlegen, kein Freundesnetzwerk, nicht folgen, Kommentare sind in der Regel auch nicht möglich. Internet wie 1999.

Zumindest das mit der gemeinsamen Online-TV-Plattform soll sich jetzt ändern. Am vergangenen Freitag bestätigten die Sendergruppen von RTL und ProSiebenSat.1 Pläne für eine gemeinsame Plattform. „Die neue werbefinanzierte Onlineplattform soll allen interessierten Sendern in Deutschland und Österreich offenstehen, ausdrücklich auch den öffentlich-rechtlichen Anstalten“, schreibt die Financial Times Deutschland. Ein Gemeinschaftsunternehmen würde den Sendern die technischen Dienstleistungen zur Verfügung stellen, die Europäische Union muss dem Vorhaben noch zustimmen. Die Presse vergleicht die Pläne mit dem amerikanischen Serien- und Filmportal Hulu, einem Joint Venture von FOX (News Corp), ABC (Disney) und NBC, auch CBS könnte bald dazugehören.

Der Traum jedes TV-Fans: Serienklassiker jederzeit vollständig abrufen. Beim "deutschen Hulu" fraglich.

Die Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau weist allerdings auf einen entscheidenden Unterschied zu Hulu hin: „Die neue Gemeinschaftsplattform soll Sendungen nur sieben Tage nach der Ausstrahlung vorhalten. Wer ältere Ausgaben einer Serie sehen will, müsste immer noch auf die Portale der Sender gehen. Eine kostenpflichtige Plus-Version inklusive Langzeitarchiv, wie sie Hulu für knapp zehn Dollar im Monat bietet, sei ’nicht vorgesehen‘, sagte ein RTL-Sprecher.“ Auch bei ARD und ZDF, wo über eine Beteiligung an der deutschen Plattform noch nicht entschieden ist, solle diese die Mediatheken (auch innerhalb der ÖR muss man ja zwischen verschiedenen Seiten wechseln) nicht ersetzen, sagte Robert Amlung aus der ZDF-Intendanz der FR zufolge.

Schlicht und aufgeräumt: Videobildschirm bei Hulu.com

Das amerikanische Hulu sollten sich die Firma, welche die technische Umsetzung von Hulu angehen wird allerdings deutlich intensiver anschauen als die derzeitigen Portale der deutschen Privatsender. Die Serienepisoden bei RTLnow oder ProSieben lassen sich zwar einfach browsen, Videoportale wie Clipfish.de ähneln allerdings eher einer digitalen Bewegtbild-Müllhalde. Hulu.com hingegen wirkt aufgeräumt, modern, sieht gut aus und lässt sich einfach bedienen.

Diese Erfahrungen machen derzeit außerhalb der USA allerdings wenige. Hulu blockt fleißig Proxys und VPNs, die versuchen die IP-Sperre zu umgehen, um auch außerhalb der USA Videos bei Hulu schauen zu können. Lösungen gibt es natürlich dennoch: der niederländische Dienstleister BlackVPN bietet derzeit einen verlockenden Zugang zu seinen US-Servern für 5 Euro im Monat. Bezahlt werden kann verhältnismäßig „anonym“ via Paypal. Und wer den Ref-Code GHBBMPF bei der Anmeldung mit angibt, bekommt gleich noch zwei kostenlose Monate dazu (und ich einen weiteren).

Den Hinweis auf BlackVPN habe ich von @SaschaW bei Twitter bekommen, der auf seinem Blog Apfelfunk.de auch schon über BlackVPN berichtet hat und genau wie ich mit dem Dienst sehr zufrieden ist. Aber auch der ix, die Affenkopp Zentrale und Anke Gröner mögen den Dienst.

Ich persönlich schaue jedenfalls immer mehr Fernsehen online, meinen normalen Fernseher nutze ich eigentlich nur noch für Nachrichten, Live-Übertragungen und besondere TV-Events. Von einem deutschen Portal würde ich mir neben der Möglichkeit meine Lieblingssendungen (das sind sowieso nicht viele) bequem online schauen zu können, allerdings auch ein Archiv wünschen. Die ersten Jahre GZSZ mit Milla, Saskia, Heiko und Elke würde ich zum Beispiel gerne nochmal schauen. Das ist jetzt gut 18 Jahre her. Als GZSZ startete gabs noch nichtmal das World Wide Web. Und jetzt könnte man diese 18 Jahre darin aufheben. Wann sich dieses Potenzial wohl erschließen lässt?

Und hier gehts zu Hulu

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Muss bei X Factor draußen bleiben: Dieter Bohlen.

In seinem gefühlt jährlichem DSDS und so – Interview mit Thomas Lückerath und Kollegen vom Branchendienst DWDL, in dem RTL-Unterhaltungsboss Tom Sänger die ebenfalls jährliche Kritik am stilbildendem RTL-Format „DSDS“ wie immer ohne eine Art von Einsehen mit den Argumenten Geschmacksfrage und Selbstverantwortung abbügelt, äußerte sich Sänger nun zur anstehenden deutschen Version von X Factor. Tom Sänger verspricht: Dieter Bohlen wird nicht in der Jury von „X Factor“ sitzen. RTL, Grundy und Vox basteln derzeit an einer deutschen Variante der erfolgreichsten Casting-Show Europas.

Mehr zur deutschen Version von X Factor

Mehr zu The X Factor

Sängers Statement im Wortlaut:

Thomas Lückerath (DWDL): In einer Ehe macht man ja fast alles gemeinsam. Aber kann ich Ihnen das Versprechen abringen, dass Dieter Bohlen nicht auch noch bei „X-Factor“ in der Jury sitzen wird?

Tom Sänger (RTL): (lacht) Ja, das Versprechen können sie mir abringen. Mehr aber im Moment auch noch nicht. Unsere Kollegen von VOX melden sich sicher, wenn es Neues gibt …

„Deutschland sucht den Superstar“ hingegen kann sich Tom Sänger nicht ohne Dieter Bohlen vorstellen, sagt Sänger in dem Interview. „Dieter Bohlen ist ein absoluter Treiber in unserer Show. So jemanden braucht ein Format, dass so lange so erfolgreich läuft“, lobte Sänger Bohlen. Er sei für DSDS sogar noch wichtiger als Simon Cowell für „American Idol“. Cowell steigt 2011 bei Idol aus, um sich um seine amerikanische „X Factor“ Version zu kümmern.

RTL/VOX Bewerbungsaufruf für X Factor:

Beachtet die Vereinbahrungen die im Casting-Bogen getroffen werden müssen. Kritik dazu bei Peer Schader/medienpiraten.

Bewerbungsformular bei Vox (bis 22. März 2010)


Trailer zur neuen RTL-Reality „Die Farm“

Die neue RTL Reality „Die Farm“ erinnert an zahlreiche andere deutsche Reality Produktionen. Alles ist und bleibt wie gewohnt: Fremdschämen, Freaks und Flirterei schieben das Abenteuer-Element des TV Formats immer wieder in den Hintergrund.

Bereits vor fünf Jahren wollte RTL seine neue Reality „Die Farm“ ins Programm nehmen, verwarf diese Pläne dann aber wieder. Am vergangenen Sonntag begrüßte  Inka Bause, die RTL zwischen verschiedenen Staffeln der von ihr moderierten Sendungen einzufrieren scheint (da sie sich optisch nicht verändert oder gar altert), die Zuschauer schließlich zur ersten von zehn Episoden. Das Format stammt ursprünglich aus Schweden, läuft bereits in über 40 Ländern.

Von Mai bis Juli im vergangenen Jahr nahm sich endemol Deutschland (und strix Television aus Schweden) dann der Aufgabe an, mit 12 Kandidaten in Norwegen eine Version für den deutschen Markt zu produzieren. Ein Risiko ging man nicht ein: „Die Farm“ ist eine Mischung aus altbekannten Elementen deutscher Reality-Produktionen ohne neue Ideen, aber auch ohne erkennbare Fehler. Durchschnittskost eben. Die eigentlich eher auf Abenteuer abzielende Idee der Sendung wird durch die ewig gleichen Protagonisten, Handlungsmuster und Erzählweisen immer wieder in den Hintergrund gedrängt.

Wie alle deutschen Reality Formate wird nämlich auch die norwegische Farm zu einem größeren Teil von den Freaks von nebenan bevölkert. „Das erste, was ich da gerne machen würde, ist: einmal über den ganzen Hof laufen wollen, um zu fühlen, wie da die Energien sind“, erzählt Heilerin Cornelia (51) aus der Heide. Sie wird gleich am ersten Tag in eine Handgreiflichkeit mit der ehemaligen Pornodarstellerin Elke (45) verwickelt. Das erinnert irgendwie an Big Brother. Solche „normalen“ Freaks bevölkern das TV Programm ohnehin schon reichlich, warum also nicht auch noch die Farm. Einsame Jungesellen dürfen auch nicht fehlen: Marco, 34, lebt noch bei seinen Eltern und hatte noch nie eine Freundin. Das erinnert an die Kuppelformate „Bauer sucht Frau“ und „Schwiegertochter gesucht“.

Neben Marco und Inka Bause erinnert noch ein weiteres Element an „Bauer sucht Frau“: die Sprache. „Als nächstes inspiziert der mutige Münsterländer Marcus das WC-Häuschen“, heißt es da. Cornelia wird als „tierliebe Hundefreundin“ beschrieben. Man kennt das schon vom beschreibungsfreudigen Freaksender RTL. Nach gut 20 Minuten sind übrigens die ersten beiden Lovestories fertig gebastelt: Zwischen Pilot René und Model Ivana sowie Münsterländer Markus und Abiturientin Sally soll es angeblich schon gefunkt haben.

Also, wir haben Freaks, wir haben Inka Bauses bildhafte Sprache und wir haben Lovestories. Was fehlt noch? Eine Wochenaufgabe? Gibts! Abgabe und Erspielen von Luxusgütern? Dabei! Eingespielte Statements, die kommentieren, was man grade gesehen hat? Aber sicher doch! Einen Art Campchef? Klaro! Duddelig seichte Musikuntermalung aus der ewig gleichen Jukebox? Auch das, aber nicht nur: Die Musik, die während der Anreise der Kandidaten gespielt wird, ist diesselbe, die bei „Amazing Race“ gefühlt ununterbrochen seit ebenfalls gefühlten 200 Staffeln läuft. Auch später gesellen sich treibende, spannungsgeladene instrumentale Reality-Melodien wie man sie eben aus „richtigen“ Realities wie „Amazing Race“ oder „Survivor“ kennt zur eher tristen Popdudelei.

Man merkt es schon: endemol hat sich allerlei bekannter und vertrauter Elemente bedient, die sich auf dem deutschen Markt als erfolgreich bewiesen haben. Wobei ich nicht weiß, welche das schwedische Grundformat bereits enthält und wie „The Farm“ in anderen Ländern gemacht ist. Im Vergleich zu internationalen oder auch deutschen Reality Formaten mit derselben Idee allerdings, nämlich Kandidaten in eine „gefährliche“ oder „unbekannte“ Umgebung zu stecken, wirkt „Die Farm“ daher eher „trashig“ oder „fremdschämig“ wie TV Fans gerne sagen.

Die Farm“ verhält sich zu hervoragenden Genrevertretern wie „The Alaska Experiment“ (Discovery) oder „Das Steinzeit Experiment“  (SWR) wie DSDS zu X Factor: Fremdschämen statt Hochglanz, Lachen über Freaks statt atemberaubender Emotionen und Spannung. RTL eben. Fans hochwertiger deutscher (davon gibts kaum welche) oder internationaler (die gibts zahlreich) Reality Produktionen werden von „Die Farm“ also eher enttäuscht sein. Für alle anderen, die viel und gerne deutsches Privat-TV sehen, ist es gemacht.

„Die Farm“ online schauen bei rtlnow.de

Titelsong „Fairytale“ von Alexander Rybak:

Zum Vergleich: The Alaska Experiment


Die von RTL ausgetrahlte sogenannte Castingshow „DSDS“ (Deutschland sucht den Superstar) ist in ihrer mittlerweile siebten Staffel, die an diesem Mittwoch startete, eigentlich nur noch mit einem Wort, das auch gut zur neuen Niveaulosigkeit des Senders passt, zu beschreiben: beschissen.

Beginnen sollten wir diese Auseinandersetzung aber mit etwas Erfreulichem: dem Erfolg des (in Deutschland und auch allgemein nicht wirklich) konkurriendem Formats „The X Factor„. Um zu verstehen, wie schlechtes Fernsehen DSDS ist, muss man wissen, wie gut „The X Factor“ ist. X Factor konnte in Großbritannien in den vergangenen beiden Jahren seine Einschaltquoten deutlich steigern. Die Einschaltquoten haben sich seit der ersten Staffel mehr als verdoppelt. Dass Leona Lewis, die wir oben im Video sehen, der bislang einzige Weltstar ist, der aus der dritten Staffel der Show hervorging, wird möglicherweise so nicht bleiben: denn „The X Factor“ expandiert nach Amerika, wie bereits im Dezember bekannt wurde.

Zwar hat Fox angekündigt American Idol auch ohne Simon Cowell fortzusetzen und drei weitere Staffeln bestellt, doch dürfte klar sein, dass X Factor die Zukunft ist. Simon Cowell und sein Geschäftspartner Sir Philipp Green (Top Shop) wollen um „The X Factor“ herum offensichtlich ein weltweites Spektakel aufbauen: „Er glaubt, dass er Millionen Menschen überzeugen kann, bei einer weltweiten Version seiner Show ‚The X Factor‘ einzuschalten, indem er sie nach Las Vegas verlegt und sie im Internet ausstrahlt.“ Dieses Geschäftsmodell ist besonders symphatisch, da Simon Cowell nicht einfach auf die bösen Internetraubkopierer schimpft, die seine Show einfach illegal sehen, sondern statt dessen direkt ein Geschäft daraus macht. Verbunden mit der Zuspitzung auf eine Person und der vollen Kontrolle, die er, Cowell, über sein Produkt hat, kann man sagen: Simon Cowell ist der Steve Jobs der TV Branche. Machtbesessen, Vordenker, Kapitalist. So wie iTunes und iPod die Musikbranche verändert haben, so wird Simon Cowell die Casting-Shows verändern.

Größenwahnsinn, der war schon immer die Stärke von „The X Factor“. Das zeigt auch das Video von Leona Lewis, welches aus dem Finale der 2009er Staffel „The X Factor“ stammt. Lewis, der bislang größte X Factor-Star, steht erhöht auf einem Podest, von Schweinwerfern beleuchtet, auch farblich herausgehoben von dem ansonsten grauen Hintergrund. Auf Leinwänden werden Momente aus der vergangenen Staffel eingeblendet, während Leona Lewis „Crying Your Heart Out“ singt. Der Auftritt hat Größe, nicht zuletzt, weil die auch früher schon herausstechende Lewis inzwischen zu einem modernen Popstar von Format gereift ist. Der erste echte Edelstein aus Simon Cowells Diamantenmine.

Noch mehr gibt es zu sagen über diese viereinhalb Minuten Fernsehen: Im Bühnenbild, in jeder Einstellung, jeder Kamerafahrt, in jedem Lichtstrahl den die Beleuchter auf die Bühne, auf den Star, den sie einst geboren haben, schicken, in all diesen Dingen merkt man: die Leute, die da arbeiten, sie sind nicht nur Profis, vielleicht die besten Fernsehmacher der Welt, sie scheinen auch stolz darauf zu sein, welche Welt sie da gerade schaffen. Eine Welt, in die Millionen Menschen fliehen wollen. Man merkt, mit welchem Engagement und welcher Liebe zur Sache auch die kalkuliertesten Projektionen für Emotionen produziert werden. Das, liebe Leute, ist Fernsehen.

Zurück zu RTL und DSDS: In der heutigen ersten Episode sind die Macher allen Ernstes auf die Idee gekommen, einen Kandidaten darüber zu definieren, dass sich auf seiner Hose möglicherweise ein frischer Urinfleck befindet. Es könnte eventuell auch Sperma oder sonstige Flüßigkeit körperlicher Erregung sein. Zeit darüber zu spekulieren, ließen die Macher genug. Wie verachtenswert, schädlich diese Art von Fernsehen ist, darüber haben Medienkritiker schon geschrieben, doch RTL stellt sich bislang stur.

Wahrscheinlich wird der angebliche Moderator Marco Schreyl auch in diesem Jahr wieder auf die Einschaltquoten verweisen und sich über die Feuilletonisten lustig machen. Oder man wird auf die besseren Sachen bei RTL zeigen: Event Filme vielleicht, die Fußball WM, die eine oder andere gelungene Reportage, die letzten eigenen Serien. Die Wahrheit aber ist: RTL hat das deutsche TV Publikum längst auf zynisches, Menschen verachtendes Fernsehen konditioniert. Publikum und Macher sind quasi gefangen, in einem bislang noch funktionierendem Kreislauf aus Bequemlichkeit, Frustration, Zynismus und Alternativlosigkeit.

Doch wer sich in den TV Foren (oder halt Blogs wie hier) einmal umschaut, der wird sehen: Simon Cowells internationale X Factor Kunden sind schon da. Es sind diejenigen, die die Schnauze voll haben, von der erbärmlichen Mittelmäßigkeit, die uns RTL, Grundy Light und andere nicht nur bei DSDS vorsetzen, sondern auch beim Supertalent, Mitten im Leben oder gescripteten Doku-Soaps. Gerne möchte man den RTL-Verantwortlichen sagen, wie armseelig es ist, sich auf diese Art und Weise im Wirtschaftssystem eine goldene Nase zu verdienen, wie sehr sich die Macher schämen müssten. Doch das würde niemand Ernst nehmen: vermutlich kommen RTL-Chefin Anke Schäferkordt und ihre dressierten Produktionsaffen nachts vor Lachen über die Anspruchslosigkeit der eigenen Zuschauer kaum in den Schlaf.

Was wir übrigens von der deutschen Version von X Factor (neben Vox droht auch hier die Mitarbeit von Grundy und RTL) erwarten dürfen, darüber habe ich hier auf dem Blog schon geschrieben. Auch Peer Schader hat ein paar kritische Anmerkungen auf seinem Blog gemacht.

Doch wie singt Leona Lewis gleich in ihrem Song „Crying Your Heart Out“?

When all of the stars were faded away,
Just try not to worry,
You’ll see us some day.
Just take what you need,
And be on your way,
And stop crying your heart out.

In diesem Sinne: All das Meckern über das schlechte Programm von RTL ist vergebene Liebesmüh. Freuen wir uns lieber auf eine kommende internationale Version von „The X Factor“.  Ich glaube übrigens nichtmal, dass dann sowas wie eine „Zwei Klassen TV-Gesellschaft“ entsteht: also die Anspruchsvolleren schauen X Factor, die Dummen schauen DSDS. Ich denke, sobald die Leute merken, wie gut so eine Casting-Show eigentlich sein kann, wie bewegend, wie bombastisch, dann werden sie sich wundern, ihre TV-Zeit jemals für so einen Quark wie DSDS verschwendet zu haben.

War Ihnen dieser Text noch nicht genug „Klugscheißerei“, dann lesen Sie auch…

…wie ich den (von mir „erfundenen“) Dualismus zwischen ultrakommerzieller Casting-Show-Musik und Creativ Commons-Musik erkläre.

Im folgenden einige Fotos vom Finale des Supertalents am 19.12.2009 (Stefan Menne/Getty Images, via Picapp). Über einen Klick auf irgendeines der Fotos gelangt ihr zu weiteren Bildergalerien und Fotos vom Supertalent. Hier gehts zum Bericht vom Finale (eine Art Liveblog), hier die Übersicht über alle Ergebnisse der Staffel und hier zu den Gewinnern Yvo Antoni und Primadonna.

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Moderator Marco Schreyl und die kleine aufgeweckte Sängerin Carlotta Truman scherzen auf einem Klavier sitzend. Sicher das niedlichste Kind an diesem Abend.

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Oliver Roemer rockt die Bühne mit dem Song „Higher and Higher“.

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In düsterer Atmosphäre singt Karin Andreev das Opernstück „Casta Diva“. Hier musste die Produktion unbedingt eine so schauerliche Kulisse wie nur möglich umsetzen.

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Feuerspucker Hannes Schwarz alias Saraph sorgte auf jeden Fall für den optisch beeindruckensten Auftritt.

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Sven Mattis erhebt sich in die Luft, um beim Supertalent die Ehre der Akrobaten zu verteidigen.

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Marco Schreyl versucht sich nach dem Auftritt von Sängerin Tamina Geuting an einer Moderation.

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Der kleine Richard Istel aus Leipzig sang „Hallelujah“.

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Die blinde Sängerin Fabienne Brender war während und nach ihrem Song „Almost Lover“ selbst ganz ergriffen von ihren Emotionen.

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Panflöstistin Petruta Küpper verzauberte die Zuschauer mit einer träumhaft-traurigen Melodie von „Memory“ aus dem Musical Cats.

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Fensterputzer Davy Kaufmann sang den Kult-Klassiker „White Christmas“.

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Die beiden kamen gut an und wurden am Ende Supertalent 2009: Yvo Antoni und Primadonna.

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Opernsängerin Vanessa Calcagno bei ihrem Auftritt. Die Saarbrückerin wurde schließlich zweite.

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Am Ende stand nur ein zehntel Prozentpunkt zwischen ihnen (13,5 Prozent der Zuschauerstimmen zu 13,4 Prozent): Gewinner Yvo Antoni mit Primadonna und Zweitplatzierte Vanessa Calcagno.

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Supertalent-Gewinner Yvo Antoni und seine Frau Marina sind erschöpft und glücklich nach dem aufregenden Finale des Supertalents 2009.

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Ds sind die Gewinner des Supertalents 2009: Primadonna und Herrchen Yvo Antoni.

RTL und Dieter Bohlen kommen auf den Hund, besser gesagt auf die Hündin: Primadonna ( ein Jack Russel Terrier) hat gewonnen, zusammen mit Herrchen Yvo Antoni. Der Dressur-Act gewann mit 13,5 Prozent der Zuschauerstimmen. Die Zweitplatzierte folgte direkt mit 13,4 Prozent. Es wurde denkbar knapp, bevor die Antwort auf die Frage „Wer ist Supertalent 2009?“ schließlich feststand.

Fotos vom Finale des Supertalents gibt es hier.

Das Medienmagzin DWDL twitterte erste Reaktionen von Dieter Bohlen auf den Gewinner: „Der Bohlen verzweifelt hier gerade. Der Hund singt ja nicht. Herrlich.“ Dieter Bohlen hatte zuvor keinen Hehl daraus gemacht, dass ihm ein musikalischer Künstler am liebsten wäre. Musik transportiert gerade jetzt zu Weihnachten halt am besten die Emotionen. Davy Kaufmann, Sohn von Günter Kaufmann hatte extra „White Christmas“ von Bing Croby gesungen. Allein: es half nichts.

Nach allerlei Schicksalsgeschichten in diesem Jahr haben sich die Zuschauer am Ende für einen Act entschieden, der keine Schicksalsstory präsentiert hat, sondern schlicht für einen Hund, der von Natur aus Emotionen weckt, die nicht erst möglichst dick aufgetragen werden müssen. Allerdings: bei so vielen Kandidaten kann man die Sache auch so sehen, wie es ein Nutzer im Fernsehforum IOFF schrieb: „Schon krass, ca. 86,5 % wollten nicht, dass der Hund gewinnt.“

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Die ersten Drei beim Supertalent 2009: Gewinner Yvo Antoni mit Hündin Primadonna, Opernsängerin Vanessa Calcagno und Drittplatzierte Petruta Küpper, die Panflötistin.

Obgleich ist die Überstrapazierung der Schicksalsstories mehrfach angesprochen habe, hab ich nicht für Yvo Antoni und Primadonna gestimmt, sondern trotzdem für Petruta Küpper, da mir die Arme von den RTL-Kameras besonders bedrängt erschien, und wichtiger, von allen Finalisten eigentlich den schönsten Auftritt hatte. Die Panflötistin wurde schließlich Dritte. Auf dem zweiten Platz landete die talentierte Opern-Sängerin Vanessa Calcagno aus Saarbrücken.

Nicht nur, dass mit Yvo Antoni und Primadonna am Ende ein relativ unaufgeregter, natürlicher und authentisch symphatischer Act gewonnen hat. Der Sieg von Hund und Herrchen ist auch in anderer Hinsicht sinnbildlich für das deutsche Supertalent. Beim britischen Original trat im Jahr 2008 ein vergleichbarer, aber durchaus besserer Act (sogar mit ähnlichen Tricks) auf: Kate & Gin (Border Collie). Die beiden schafften es ebenfalls bis ins Finale. Mit der deutschen, um ein Jahr verzögerte Kopie des tollen Acts verhält es sich wie mit dem Supertalent zu Britain’s Got Talent: ganz ok, aber bei weitem kein Vergleich. Die Supertalent-Gewinner Yvo Antoni und Primadonna brauch das nicht stören: Sie sind um 100.000 Euro reicher, die jetzt in den Garten investiert werden sollen. Und die Symphatie der deutschen Supertalent-Fans haben sie sicher.

Aber auch die anderen 11 Finalisten gehen nicht leer aus. Vom 26. Januar bis 7. Februar 2010 gehen die Finalisten mit ihren Darbietungen auf Tour. Ihr Weg führt sie dabei nach Ludwigsburg, Kempten, Mannheim, Erfurt, Berlin, Rostock, Köln, Hamburg, Oberhausen, Hannover, Halle/Westf. und Zwickau.

Die Auftritte von Yvo Antoni und Primadonna bei Clipfish.de:

Finale: Teil 1Yvo Antoni ( Teil 2) und Hündin Primadonna (Teil 3)

Halbfinale: Yvo Antoni und Primadonna Teil 2Teil 3

Casting: Yvo Antoni und Hündin Primadonna

Mehr Supertalent 2009:

Ergebnisübersicht für alle Shows

Supertalent – Die Kandidaten der 1. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 2. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 3. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 4. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 5. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 6. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 7. Show

Supertalent – Halbfinale 1

Supertalent – Halbfinale 2

Supertalent – Halbfinale 3

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Die 12 Finalisten des Supertalents 2009 beim Fototermin, versammelt um den Jurytisch und die Juroren.

Update 20.12.09.: Die Gewinner des Supertalent 2009 sind Yvo Antoni und Primadonna

Und hier gibts viele Fotos vom Supertalent-Finale.

12 Kandidaten treten heute beim großen Finale von „Das Supertalent 2009“ um die Gunst des Publikums an. 9 wurden vom Publikum in drei Halbfinals ausgewählt, 3 von der Jury. Nur einer der 12 Acts, die meisten davon Sänger, kann jedoch der Gewinner des Supertalents 2009 werden. Einen Überblick über den gesamten Verlauf des Wettbewerbs gibt es hier: „Wer ist weiter?, Wer hat gewonnen?„. Nicht alle sehen aus wie Stars, doch genau das ist ja beim Supertalent nicht wichtig. Statt Äußerem zählt das Talent, und letztlich das Publikum: das steht nicht nur auf abgefahrene Freaks, die es auch in diesem Jahr wieder gab, sondern auch berührende Geschichten. So wurden viele der Kandidaten in diesem Jahr mit einer traurigen Schicksalsgeschichte vorgestellt. Ein Trend, der zumindest in anderen Ländern auch kritisch gesehen wird. Eins steht jedoch fest: Ob mit oder ohne bewegtes Schicksal: Talent haben sie alle. Hier also der Bericht vom Finale.

Die Links hinter „Auftritt“ und den Namen der Kandidaten führen wie immer zu den drei Videos bei clipfish.de Bei den Sänger sind zusätzlich noch die Songs der Originalkünstler oder passender Versionen bei Youtube verlinkt.

Auftritt 1Tamina Geuting: Wird heute auch „Lady Locke“ genannt. Tamina kam ja zunächst nicht weiter und wurde dann von der Jury als eine von drei Nachzüglern ins Finale geholt. Weil sie ein „Ausnahmetalent“ sei und es im Halbfinale ganz knapp war. Sie singt heute den besonders schwierigen Titel „When You Believe“ von Mariah Carrey und Whitney Houston. Während die Jury ihre Statements abgibt, sieht Tamina ganz ernst aus. „Dieser Titel ist ja die absolute Königsklasse“, sagt Dieter. „Hammermäßig gesungen“. Bei DSDS rät er seinen Kandidaten immer davon ab, weil der Titel zu schwer ist.

Auftritt 2Yvo Antoni und Hündin Primadonna: Bis die beiden anfangen Seilzuspringen is es eher langweilig, danach auch wieder. Irgendwie fehlt das Dynamische und auch das Gesamtpaket an der Choroegrafie, es ist eher eine Abfolge von Tricks. „Die Frage ist, wenn Du 100.000 Euro gewinnen würdest: Wer bekommt das Geld?“, fragt Bruce. Dieter hat auch vor allem das Seilspringen gefallen.

Auftritt 3Oliver Roemer: Zweimal dabei beim Supertalent, diesmal auch im Finale. Wo er singt, bebt die Bude heißt es über die schwergewichtige Stimmungskanone. Oliver selbst möchte ungefähr 50 Kilo an Gewicht verlieren, so glücklicher werden. Dazu braucht er das Preisgeld und will heute 150 Prozent von sich zeigen. Er singt „Higher and Higher“ von Jackie Wilson. Ich finde, die Nummer ist nicht wild genug für ihn, doch die Jury grooved mit. „Du kannst wirklich sehr, sehr stolz sein“, sagt Bruce. Und: „Für mich bist Du wirklich der neue Discokönig“. Außerdem bewundert er Bruce Glitzerhemd. „Du hast so viele Leute mit Deine Geschichte Mut gemacht“, sagt Sylvie. Nicht aufgeben, dann kommt man weiter.

Auftritt 4Richard Istel: Der Junge mit der Engelsstimme, nennt ihn RTL. Er seine eine der größten Überraschungen in diesem Jahr. Kam eher zufällig ins Halbfinale, weil ein anderer Kandidat absagte. Und dann wurde der kleine Leipziger zum Publikumsliebling. Heute singt er „Hallelujah“, den Weihnachtssong-Klassiker, mit dem auch schon andere in Talent-Shows Erfolg hat. „Megatoll gesungen“, findet Dieter.

Auftritt 5Carlotta Truman: Die talentierte kleine Sängerin singt heute „Imagine“ von John Lennon, sitzt dabei auf einem Klavier. Sehr süß. „Du bist ja son richtiger Carlotterie-Gewinn für unsere Sendung“, sagt Marco Schreyl. „Ich finde die Welt in Frieden sein“, sagt die kleine Carlotta zu ihrer Songwahl. „100 Percent Perfection“, sagt Bruce und drückt sich eine Träne raus. Carlotta wirkt ziemlich gelassen und natürlich. „Wenn Du da auf der Weltklimakonferenz den alten Säcken was vorgesungen hättest, vielleicht hätte sich da was geändert“, meint Dieter.

Auftritt 6 Sven Mattiß und Sebastian Whörl: Die beiden Luft- und Trommelakrobaten dürfen heute die Ehre der Akrobaten hochhalten. Golden angemalt und besprüht erhebt sich auch heute wieder Sven Mattiß zu rhytmischen Trommelklängen von Sebastian Whörl in die Luft. Im zweitel Teil der Performance steigen beiden mit einem Fußball empor. Soviel anders als bisher war es nicht. „Ich hoffe sehr, nach diese Abend, wird diese Kunst nicht mehr unterschätzt“, meint Bruce. „Drei Mal dat selbe – war mir ein bisschen zuviel“, findet Dieter.

Auftritt 7Fabienne Bender: Ein Keyboard hat sie schon geschenkt bekommen, die blinde Sängerin Fabienne Bender, nun ist sie bis ins Finale gekommen. Und für viele, so heißt es, schon ein heißer Anwärter auf den Sieg beim Supertalent 2009. Heute singt sie „Almost Lover“ von A Fine Frenzy. Das Publikum klatscht auch schon zwischendurch begeistert. Fabiennes Stimme zittert zwischendurch etwas. Vielleicht vor Aufregung. „Singen macht Dich einfach glücklich. Ich hoffe, dass Du noch so viel singen kannst in Deinem Leben“, sagt Sylvie. Fabienne ist am Ende ganz gerührt.

Auftritt 8Karin Andreev: Das tätowierte, düstere Mädchen überraschte die Zuschauer damit, dass sie so gut klassische Oper singen kann. Den Tod ihres Vaters habe sie nie verkraftet. Jetzt weiß ganz Deutschland davon, dass sie für ihn singt. Vielleicht kann sie ihn auf diese Weise ja verarbeiten. „In meinem Leben ist viel schief gelaufen. Das Supertalent ist ein Lichtblick für mich“, sagt sie. Sie singt „Casta Diva“ aus der Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini. Immer wieder unglaublich, dass sie so singen kann. Wobei es schon sehr extrem auf Kontrast gemacht ist. „Ich glaube, Du bist auch glücklicher“ meint Sylvie, im Gegensatz zum Casting.

Auftritt 9Hannes Schwarz alias Saraph: „Johannes war immer der ältere Bruder, der nie Angst vor etwas hatte“, erinnert sich Johannes Schwarz jüngerer Bruder. Hannes kam ebenso wie Sven und Sebastian und Tamina Geuting durch das Votum der Jury ins Finale. Jetzt wird er wieder die Supertalent-Bühne in Flammen setzen. Und nicht nur das: Als ersten brennt erstmal sein Rücken. Durch die gesamte Dekoration und die visuellen Effekte im Hintergrund wirkt die Show wie immer spektakulärer als sie eigentlich ist. „Bruce, gut das nix passiert ist, sonst hättest Du das Feuer ausweinen müssen“, scherzt Hartwig. Dieter glaubt, er ist verrückt.

Auftritt 10Petruta Küpper: Die Panflötistin nimmt am Supertalent teil, um ihrer Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Heute spielt sie „Memory“ aus dem Musical Cats, umringt von Kerzen und Licherketten, die am Studiohimmel einen riesigen Kronleuchter nachahmen. „Das war wirklich eine sehr, sehr tolle Leistung“, bestätigt Dieter. „Für mich bist Du wirklich die personifizierte Zauberflöte“.

Auftritt 11Vanessa Calcagno: „Uns wird ja immer vorgewurfen, dass wir keine Hochkultur im Programm haben. Liebe Kritiker, liebe Feuilletonisten, da müsst ihr Euch jetzt was neues einfallen lassen“, leitet Marco Schreyl den zweiten Opern-Auftritt an diesem Abend ein. Die Saarbrückern nutzt den Einspieler für ihrem Auftritt um ihrer Mutter mehrfach zu danken. Danach singt sie ein Lied über den „lieben Vater“: „O mio babbino caro“ von Giacomo Puccini und aus der Oper „Gianni Schicchi“. Ganz in weiß ist sie dabei gekleidet. Die Jury ist begeistert.

Auftritt 12Davy Kaufmann: Der Sohn von Schauspieler Kaufmann ist der letzte Act, der 2009 beim Supertalent auftritt. Im echten Leben Fensterputzer, hofft er beim Supertalent den Sprung ins Showgeschäft zu schaffen. Er singt „White Christmas“ von Bing Crosby. Das ist natürlich doof, dass bald Weihnachten ist, sonst hätte er sich einen stärkeren Song aussuchen können, der ihm eher gerecht wird. Am Ende sagt er auch noch „Fröhliche Weihnachten“. Egal wie es ausgeht, sagt Dieter Bohlen, Davy habe „super, super viel“ erreicht.

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Supertalent – Halbfinale 1

Supertalent – Halbfinale 2

Supertalent – Halbfinale 3

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Treten gegeneinander im Boxring an: Supertalent-Juroren Dieter Bohlen und Bruce Darnell.

Update 20.12.09.: Die Gewinner des Supertalent 2009 sind Yvo Antoni und Primadonna

Die 30 verbleibenden Kandidaten beim Supertalent 2009 stellen sich geteilt in 3 Gruppen mit je 10 Personen Jury und auch den Zuschauern der RTL Show. Ein Klick auf die Namen der Kandidaten führt zum Video bei Clipfish.de, dort gibt es drei Teile. Die beiden anderen sind jeweils am Ende des Absatzes verlinkt, wobei „Video 2“ jeweils der Auftritt ist. Im heutigen dritten Halbfinale treten erneut zehn Bewerber gegeneinander an. In den Vorwochen schafften es Vanessa Calcagno, Yvo Antoni mit Hündin Primadonna, Davy Kaufmann, Oliver Roemer, Richard Istel und Petruta Küpper ins Finale. Wer schafft es beim dritten Halbfinale? Hier der Bericht von den Auftritten:

Neben den 10 Auftritten boxen heute gleich zu Beginn auch noch Bruce Darnell und Dieter Bohlen gegeneinander. Hintergrund ist eine ziemlich weit hergeholte „Auseinandersetzung“ der beiden vom zweiten Halbfinale, nachdem Bruce dafür sorgte, dass Dieter von den Rohlschuhartisten herumgewirbelt wurde. Angekündigt werden die beiden von Michael Buffer, dem bekannten Ringsprecher. Dieters Kampfname: Dieter The Beater. Bruce: Black Angel Bruce. Hartwig macht den Ringrichter. Viel Zeit bleibt nicht, 22:15 Uhr soll schließlich Profiboxer Klitschko zuhauen. So ist auch schon in der zweiten Runde plötzlich Schluß. Dieter gewinnt nachdem Bruce draußen ausgezählt wurde. Insgesamt war der Kampf noch schlechter inszeniert als die Show ansich. Ein echter Tiefpunkt der TV Unterhaltung. Video Boxkampf

Erste Kandidatin ist dann Maria Cassius, die „Simply The Best“ von Tina Turner singt. Beim Einspieler zuvor hat RTL fleißig gespart, einige Szenen kannten wir schon aus ihrem ersten Auftritt. Bruce und Sylvie tanzen mit. Marias Schuhe jedoch drücken, werden ausgezogen. Ohne kann die aufgedrehte Sängerin freudig zu den Kommentaren der Jury rumhüpfen. Happy Birthday darf sie aber nicht singen. „Ganz ruhig, ganz ruhig“, sagt Schreyl. Dieter Bohlen glaubt, dass es schwer für sie wird heute. Video 2, Video 3

Raphael und Sébastien, die beiden Maskentänzer, sind die nächsten. Sie tanzen für ihre Karriere, wollen es nochmal zu etwas bringen, schließlich bleiben sie nicht ewig so fit, wie sie heute sind. Mit Masken treten sie heute allerdings nicht auf. Die Performance ist kurz, schnell und dynamisch. Dieter glaubt, dass durch ihren Auftritt bei den Leuten zu Hause keine Emotionen geweckt werden, und die Leute deswegen nicht für sie anrufen. Video 2, Video 3

Karin Andreev, die die Zuschauer schon mit ihrer Geschichte um den Tod des Vaters berührte, singt erneut für ihren Vater, wünscht sich, nicht nach ihrem (düsteren) Äußeren beurteilt zu werden, sondern nach ihrem Gesang. Sie singt „Hijo de la Luna“ (u.a. Montserrat Caballe), ist dabei aber kaum auf dem Bildschirm zu erkennen, weil wohl jemand die Idee hatte, dass es passend ist, sie nicht entsprechend (nicht) zu beleuchten. „RTL lässt Sängerin im Dunkeln stehen“ könnte man sagen. Dieter gönnt ihr genau wie Sylvie den möglichen Platz im Finale, hat die Nummer von anderen Sängern aber auch schon besser gehört. Video 2, Video 3

Khosbayar und Zolzayar aus der Mongolei singen wieder mit dem Kehlkopf. Und zwar „Amazing Grace„. Klingt ja auch irgendwie nach Mongolei, weites Land und so. Danach gibts noch „Cherry Lady“ extra für Dieter Bohlen. Dieter findet das klingt nach einer Mischung aus Baby, Elefantenpupsen und Rasierapparat, lobt Sänger Hosoo dann noch für seine Intelligenz (warum auch immer). Sylvie sagt ganz entschlossen, im Finale will sie es nicht nochmal sehen. „Besser einzigartig als immer dieses gleiche Herumgesülze da“, sagt Dieter Bohlen, der bald wieder bei DSDS zu sehen ist, dann noch. Video 2, Video 3

Zügig gehts weiter mit der Partyband „United Four„. Für ihren Auftritt haben sie sich einen Song ausgesucht, den jedes kleine Mädchen genauso kennt wie jede Om(m)a: „What A Feeling“ aus dem Film Flashdance. Gefühlt dauert ihr Auftritt ganz schön lange. Das Publikum ruft Zugabe. „Was man aus so nem Alte Schabraken-Song alles raushohlen kann!“, bricht es aus Marco Schreyl heraus. „Verrückt!“ Total. Dieter attestiert den Jungs aus Oldenburg im seinem Statement jedoch ein paar entscheidende Fehler. Video 2, Video 3

Carlotta Truman, neun Jahre alt ist dran. Ein kleines Kind hatten wir auch schon lange nicht mehr jetzt. Die kleine singt „If A Song Could Get Me You“ von Marit Larsen, den man vor allem kennt, weil er das halbe Jahr über beworben wurde. Zwar klingt das Lied ziemlich nachgesungen, auch von der Stimmlage her, doch ich es ist eindeutig einer der besseren gesanglichen Auftritten. „Ich glaube ich hab super gesungen“, stellt Carlotta am Ende fest. Von Hartwig gibts einen Korb voller Schokolade. „Du bist das beste Beispiel dafür, dass Deutschland echte Talente hat“, meint Dieter. Video 2, Video 3

Jetzt sehen wir die Müllmusiker Recyklang, die bislang meiner Meinung nach noch nicht beim Supertalent zu sehen waren und der siebten Show einfach unter den Tisch gefallen sind. Ich kann mich allerdings auch irren. Als erstes gibts alte Fußbälle mit Trillerpfeifen. Nett. Dann Cremetuben mit Filzstifthülsen als Orgelpfeifen. Gummihandschug als Dudelsack, alte Landwirtschaftsgeräte. Bruce buzzert allerdings. Ja mein, wieso holt ihr sie dann überhaupt ins Halbfinale. Dieter fands lieblos aneinander gehauen. Video 2, Video 3

Die blinde Sängerin Fabienne Bender, die im Casting ein neues Keyboard geschenkt bekam, ist dran. Ihre Teilnahme beim Supertalent bedeutet ein Stück Selbständigkeit sagt ihre Mutter im Einspieler. „Make You Feel My Love“ von Adele singt sie heute. Viel Beleuchtung gibts auch diesmal wieder nicht. Komisch irgendwie. Dafür klingt der Song umso besser. „Du bist mit 100.000 Kilometern Abstand hier heute Abend die Beste“, sagt Dieter. „Ich hab Euch alle sooo lieb, ihr seid so geil, Danke Schön“, sagt Fabienne. Video 2, Video 3

Thereminspielerin Barbara Buchholz gehört ja zu meinen persönlichen Favoriten. Mal sehen, was sie heute auf ihrem „unsichtbaren“ Instrument spielt. Sie möchte das bislang unbekannte Istrument bekannter machen. Dafür spielt sie heute „Can You Feel The Love Tonight“ von Elton John (aus König der Löwen). Sieht jedenfalls total konzentiert aus. Fehlt noch die Serpentintänzerin im Hintergrund, finde ich. Danach erklärt sie nochmal, wie die beiden Antennen Tonhöhe und Lautstärke beeinflussen. Bruce versteht es trotzdem nicht. Ich fands super. Ich glaube, da muss ich heute mal für sie anrufen bzw. SMS schicken. „Ich pack ja auch manchmal mein Wunderinstrument aus, aber da kommen nicht solche Töne raus“, sagt Dieter und betont dann nochmal wie unglaublich schwer das Instrument ist. „Man muss so ein sensibler Mensch sein, so viel Gefühl da rein packen“. Video 2, Video 3 Böser (aber nicht unwahrer) Kommentar von ihr am Ende der Sendung: In der Entscheidungsshow sagte sie (sinngemäß): Man muss wissen, dass man wahrscheinlich verringerte Chancen hat, wenn man keine Schicksalsstory präsentiert.

Feuerkünstler Hannes Schwarz alias Saraph ist der letzte von 30 Halbfinalisten. „Advent, Advent, der Hannes brennt“, kündigt ihn Hartwig an. Bruce hat sich vorsichtshalber einen Feuerwehrhelm aufgesetzt. Aus Musik und Feuer wird dann ne aufregende Show, da muss Hannes selber gar nicht so viel machen, die Eindrücke sprechen für sich. Ein Vorteil für ihn sicherlich. Publikum verlangt eine Zugabe. Bruce findet, er muss ins Finale kommen. „Du hast Dich nochmal verbessert“ sagt Sylvie. Video 2, Video 3

Das wars vom dritten und letzten Halbfinale. Das Ergebnis des Telefonvotings wird etwa eine Stunde nach dem 3. Halbfinale in einer Ergebnis-Sendung verkündet. Alle Ergebnisse stehen im Anschluß hier auf tvundso.com: Wer ist weiter?

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Supertalent – Halbfinale 1

Supertalent – Halbfinale 2

Supertalent 2009 – Das Finale

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Gibt die Kontrolle an eine höhere Instanz ab: Das Publikum, nicht Dieter Bohlen, entscheidet, wer es in das Finale des Supertalents schafft.

Update 20.12.09.: Die Gewinner des Supertalent 2009 sind Yvo Antoni und Primadonna

Die 30 verbleibenden Kandidaten beim Supertalent 2009 stellen sich geteilt in 3 Gruppen mit je 10 Personen Jury und auch den Zuschauern der RTL Show. Ein Klick auf die Namen der Kandidaten führt zum Video bei Clipfish.de (dort dann 3 Teile). Im heutigen zweiten Halbfinale trete erneut 10 Bewerber gegeneinander an. In der Vorwoche schafften es Vanessa Calcagno, Yvo Antoni mit Hündin Primadonna und Davy Kaufmann ins Finale. Wer schafft es beim zweiten Halbfinale? Hier also der Bericht von den Auftritten:

Den Anfang machen heute „Die Kantonputen„, die Männerballettgruppe aus Linda in Sachsen-Anhalt, die am liebsten nackt auftritt. Der Einzug ins Halbfinale war „übelst ne krasse Sache“ erzählt einer der vier im Einspieler. Einer der vier sieht aus, wie aus einer US-Boygroup fällt mir grad auf. Apropos US, heute sind sie im Cowboy-Kostüm angetreten. Aber bitte kein Brokeback-Mountain Jungs. Außer nacht so zu sein, gibts nicht wirklich viel zu sehen. „Ist das wirklich ein Supertalent?“, fragt Bruce nach dem Auftritt. Sylvie kommt auf die Bühne, um es sich ganz genau anzusehen. „Die Fleischtheke bei RTL ist wieder eröffnet. Das ist ja nichts neues. Was neu ist, sind die vier kleinen Würstchen“, meint Dieter. Chancen rechnet er den vier Sachsen-Anhaltern allerdings nicht aus.

Von Sachsen-Anhalt gehts nach Österreich. Die Band „Jimmy“ wurde ja bereits um ein Mitglied, den Max, erleichtert. Jetzt sinds nur noch Claudia und Sarah, die ja angeblich beide 12 Jahre alt sein sollen. Also als ich zwölf war, sahen wir noch jünger aus. Aber heute gibts halt mehr Vitamine als früher. Die beiden singen jedenfalls „“99 Luftballons“ von Nena. Der Song passt natürlich sehr gut zu ihnen. Beide haben noch eine E-Gitarre mit dabei, die hört man aber nicht, vermutlich nur Dekoration. Stimmen klingen ganz ordentlich. „Das war ein ganz toller Act“, lobt Sylvie. Dieter hingegen findet, es war nicht gut gesungen und die Mädels seien zu schüchtern. „Jetzt lasst Euch doch net einschüchtern“, meint Moderator Schreyl. Die Mädchen piepsen nur noch „Ja“.

Ethan Jerome Coleman, der ohne seinen großen Kumpel Ali ins Halbfinal gekommen ist, ist der nächste. Die Jury glaubte, das der Siebenjährige alleine eine viel größere Chance hat. Für Ali war es eine harte Entscheidung, erzählt man uns im Einspielfilm, doch jetzt gebe es nur noch eine Aufgabe: den kleinen Tanzgott ins Finale bringen. Im Hintergrund läuft Jackson Five Musik. Auf die Bühne kommt Ethan dann mit einem kleinen Motorad. Aufgeregt sieht der Mini-Gangster nicht aus während seiner Performance. „Ethan, Du bist wirklich cool“, sagt Bruce. Sylvie findet ihn süß. Dieter hat es auch sehr gut gefallen, sagt er.

Richard Istel ist nun dran. Der kleine Leipziger rückt nach für Dima Shine, der ein Engagement beim Cirque du Soleil hat. Finde ich gut. Richard Istel war meiner Meinung nach eines der besten Kinder in den Castings. Bruce Darnell überraschte den Kleinen mit der Nachricht, dass er doch ins Halbfinale kommt, was wir im Einspieler sehen. „Ich hab gar nicht mehr damit gerechnet. Wahnsinn“, sagt Richard. Seine zweite Chance will er nun nutzen und alles geben. Richard singt „I’ll Be There“ von den Jackson Five. Bruce scheint ihn gerne zu mögen, er fordert die Zuschauer auf, für Richard anzurufen. „Du hast Dir Dein Herz heute rausgesungen aus deinem kleinen Körper, das hat man echt gemerkt“, urteilt Dieter. Richard grüßt seine Klasse und sogar seine Lehrer.

Sven und Sebastian, die beiden Akrobaten, werden direkt von einem in die Luft gehobenen Hartwig anmoderiert. Im Einspieler erzählt der Trommeler, dass er seine Trommeln gar nicht agressiv klingen lassen will, sondern eine gewisse Ästhetik reinbringen möchte. Zur Erinnerung: einer der beiden trommelt, der andere macht Luftakrobatik. Die heutige Nummer beginnt ganz ruhig, steigert sich musikalisch langsam. Wirkt irgendwie beruhigend. Auch der Trommler ist heute in der Luft. Weiß gar nicht, ob das beim ersten Mal auch so war. Dann wirds schnell und aufregend. Und dann sind beide in der Luft. Ich denke, das ist der beste Act bislang. „Einfach klasse“, findet Bruce. Sylvie findet der Act ist für die Eröffnungsshow der Fußball-WM in Südafrika geeignet. Dieter hofft, dass in diesem Jahr auchmal Artisten eine Chance bekommen.

Tamina Geuting, das Mädchen mit der Wunderstimme ist die nächste, die heute auftritt. Die Zwöljährige hat nicht nur eine recht erwachsene Stimme, sieht auch ziemlich erwachsen aus für ihr Alter und redet im Einspieler recht klug. Ein echtes Wunderkind könnte man also sagen. Heute singt sie „Nobody Knows“ von Pink. „Jetzt wissens alle: singen kannste wirklich“, sagt Schreyl danach passend zum Songtitel. „Sie singt es auf ihre eigene Interpretation“, lobt Bruce dann. „Dein Traum kann heute Abend die Wahrheit werden“, findet Sylvie. Auch Dieter findet: mit Augen zu, denke man, da steht ne erwachsene Frau.

Jetzt kommt einer meiner Lieblings-Acts: Vicky Lewis-Thumm, die Serpentin-Tänzerin. „Der will immer was geiles sehen oder so, ich mache nix geiles, ich machen was schönes“, sagt Vicky im Vorspann über Dieter Bohlen. Doch seine Begeisterung über ihren Act habe sie dann überrascht. Ihr gefällt das ästehtische und ruhige an dem Serpentintanz. Ursprünglich kommt sie übrigens aus Amerika. Jetzt aber Lichts aus für den Schmetterling: es werden zu ruhiger Musik („Morgenstimmung“ aus Peer Gynt) wieder farbenprächtige Bilder auf ihr weißes Kostüm projeziert. Sieht super aus, aber man muss auch sagen: Letztlich steht sie ja nur da und bewegt die Arme, oder? Das ist zwar nicht schlimm, aber ich würde eher Leuten mit einem anderen Talent, ne Chance geben. „Ich hätte noch ne Stunde weiter gucken können“, sagt Sylvie. Und Dieter hat sich als kleines Kind immer so einen Engel vorgestellt. Im Publikum ist auch die 94-Jährige, die Else, die Vicky das beigebracht hat.

Jetzt kommt Oliver Roemer, der ja schon im letzten Jahr dabei war. Das ist der dicke, lustige und zumindest auf der bühne ziemlich abgehende Sänger. In echt scheint er aber ein ruhigerer Typ zu sein, erzählt im Einspieler, dass er machmal auch einsam ist. Sollte er das Supertalent gewinnen und damit die 100.000 Euro will er damit sein Gewicht loswerden. Oliver singt „Never Can Say Goodbye“ von Gloria Gaynor. Klingt super, aber ich fand den „Soulman“ noch besser. Da konnte er noch mehr aus sich heraus. Bruce regt Dieter und Sylvie an zu dritt auf die Bühne zu gehen, um Olivers Hand zu schütelln. Das gehört zu Bruce Mission, vermeintlichen Außenseitern Mut zuzureden, kann man sich denken. Dieter allerdings findet, Olivers Figur ist göttlich: „Denk mal an Buddha“.

Roma und Sven, die Rohlschuh-Akrobaten sind auch noch mit dabei heute. Roma Herwida erzählt im Einspieler, dass sie schon in der DDR von der Welt und sie zu bereisen geträummt hat. Ihre Rohlschuhnummer haben sie schon vor langer Zeit entwickelt, wie es aussieht, und so haben sie auch schon auf vielen Bühnen gestanden. Das Supertalent ist für die beiden bis jetzt die größte Herausforderung. Auf der Bühnen tragen sie erst Anzug und rotes Abendkleid, sind dann aber halbnackt. Ihre Rohlschuhwirbelei sieht noch aufregender und gefährlicher aus aks in der ersten Show. Und fitt sind die beiden. Optisch und auch so. „Geile Nummer“, stellt Bruce mit geöffneten und erhobenen Armen fest. Da sieht er irgendwie aus wie Dittsche. Dieter muss dann mit auf die Bühne. „Ich hab immer die Arschkarte hier“, sagt er. Dann nehmen beide ihn auf den Arm und wirbeln ihn rum. „Reicht, reicht“, ruft er leicht panisch. Ich glaube, er hatte Angst. Und schön blöd sah das aus, vor allem in Zeitlupe.

So, und nun noch Petruta Küpper, die Frau mit der Panflöte. Im Einspieler erzählt Petruta, dass sie mit ihrer Teilnahme bzw. dem Gewinn ihrer Familie, besonders ihrer Schwester helfen möchte. Petruta Küpper spielt auf ihrer Panflöte die Nummer „Once Upon A Time (In The West)“ von Ennio Morricone. Sehr schön. „Das ist wirklich, wirklich außergewöhnlich toll“, sagt Sylvie. „Mir war richtig schwindelig“, sagt Dieter. Obs noch von der Rohlschuhnummer kommt? „Es geht einem wirklich nah“, lobt er Petruta, und: „Es ist kaum zu glauben, dass das live ist“.  Als Petruta nochmal  kurz anspielen soll, kommen ihr dabei gleich direkt die Tränen. Und dann setzt die Produktion noch einen drauf: Ihre Schwestern kommen auf die Bühne. Da fehlen ihr die Worte.

Das wars vom zweiten Halbfinale beim Supertalent 2009. Das Ergebnis des Telefonvotings wird eine Stunde nach dem 2. Halbfinale in einer Ergebnis-Sendung verkündet. Alle Ergebnisse stehen im Anschluß hier auf tvundso.com: Wer ist weiter?

Mehr Supertalent 2009:

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Supertalent – Die Kandidaten der 7. Show

Supertalent – Halbfinale 1

Supertalent – Halbfinale 3

Supertalent 2009 – Das Finale

The X Factor (c) ITV

Neu vom 2. August 2010: Kritik zur ersten deutschen Sendung von X Factor

Neu vom 07. Juli 2010: X Factor Deutschland ab 20. August

Es ist die erfolgreichste Casting-Show Europas: The X Factor. 2010 bringt VOX die Show mit Unterstützung von RTL auch auf die deutschen Bildschirme. Medienjournalisten spekulieren, dass X Factor im Zeitraum zwischen DSDS (Jahresbeginn) und Supertalent (Herbst) ausgetrahlt werden soll.

Vor über einem Jahr habe ich mal in einem Beitrag auf diesem Blog besprochen, was RTL und DSDS von The X Factor lernen könnten. In dem Artikel erfahrt ihr, wenn ihr es noch nicht wisst, worin sich DSDS und X Factor überhaupt unterscheiden. Denn die Frage ist berechtigt und die Antwort ist im Prinzip wie bei Coca Cola und Pepsi: Eigentlich gar nicht, schmecken nur ein bisschen anders. Historisch gesehen liegt es einfach daran, dass Simon Cowell, der wohl weltbekannteste Casting-Juror, einfach ein eigenes Produkt mit voller Kontrolle haben wollte, die er bei Pop Idol (also American Idol) nicht hat, und bei dem er zugunsten seines US X Factors aussteigen wird.

VOX selbst hebt in seiner Beschreibung von X Factor insgesamt drei Unterscheidungsmerkmale hervor: X Factor steht allen Altersgruppen offen, es können auch Duetts und Gruppen teilnehmen und im Verlauf der Show werden drei Juroren zu Mentoren einzelner Kandidaten. Entsprechend gehe ich davon aus, dass es drei Gruppen von Kandidaten geben wird: 16-24Jährige, über 25 Jahre und Gruppen/Duette. In England sind die 16 bis 24Jährigen zusätzlich in Boys und Girls geteilt, dort gibt es vier Juroren.

In der Praxis ist mir aufgefallen, dass die X Factor Shows, so wie hier im IOFF, in den Internetforen immer mit besonderem Hinblick auf die musikalischen Leistungen diskutiert werden. Hier ist natürlich zu hoffen, dass VOX, RTL und Produktionsfirma Grundy Light (die auch DSDS und Supertalent machen) genau darauf auch Wert legt. Drüben beim Fernsehblog läuft nämlich gerade eine Diskussion über die Qualität unter anderem auch von DSDS, das seit Jahren immer mehr zur Freakshow verkommt, die auf niedere menschliche Instinkte setzt. Würde das deutsche X Factor einfach eine Forsetzung dieses Produktionsprozesses werden, wäre das natürlich extrem enttäuschend. Aber das können sie nicht vorhaben, oder?

Noch eine andere Sache ist in diesem Zusammenhang interessant: die Zuschauer von DSDS und Pop Idol werden offenbar immer älter: Ist es vielleicht Zeit für einen Generationenwechsel durch ein neues Format? Und die ganz junge Zielgruppe hält ProSieben mit seiner Miniplaybackshow Popstars besetzt. Gleichzeitig wurde in diesem Jahr ziemlich deutlich: über das Fersehen lässt sich prima Popmusik verkaufen. Die gerade laufende sechste Staffel von The X Factor dominiert in Großbritannien die Charts. Egal ob die Gewinnerin der dritten Staffel, Leona Lewis, Vorahresgewinnerin Alexandra Burke, Jurorin Cheryl Cole oder die gemeinsame Single der 2009er Kandidaten: es wird alles gekauft, wo X Factor draufsteht.

Kritisch gegenüber dieser Entwicklung fragte der Guardian vor kurzem: Is The X Factor killing Pop? Fakt aber ist: es funktioniert, warum auch immer. Popmusik auf der Insel ist derzeit The X Factor. Und Comeback-willige Popstars wie Robbie Williams oder Whitney Houston, sowie aktuelle Stars wie Alicia Keys, Rihanna, Shakira oder Black Eyed Peas freuen sich über einen der begehrten Plätze für eine Performance in den Result Shows. Übrigens ist The X Factor auch, anders als DSDS oder Pop Idol die einzige Casting Show mit deutlich steigenden Einschaltquoten.

RTL hatte sich wohl schon 2006 die Rechte an X Factor über sogenannte „Optionszahlungen“ gesichert. Danach waren sie erstmal „in der Schublade verschwunden“. Vielleicht um zu verhindern, dass ein Konkurrent das Format umsetzt, oder aus den Gründen, die RTL Unterhaltungschef Tom Sänger 2007 in einem DWDL-Interview nannte: „Unsere Überlegung bei diesem Format ist ganz einfach: Was würde der Start von ‚X-Factor‘ für ‚DSDS‘ bedeuten? Die Abwägung, ob man ‚DSDS‘ fortsetzen kann, wenn man ‚X-Factor‘ startet oder ob beide Formate auf dem deutschen Markt Platz haben, ist noch nicht abgeschlossen.“

Der Branchendienst Meedia hat nun erfahren, dass zuletzt auch Sat.1 versuchte, die Rechte an „The X Factor“ zu erwerben. Die Mediengruppe um den Sender hatte Simon Cowell, dessen Firma Syco die Show in UK produziert, offensichtlich eine Ausstrahlung in diesem Herbst zugesichert. Denn: die Nichtnutzung der Rechte durch RTL sei dem Briten immer ein Dorn im Auge gewesen. „RTL wollte dieses Sat.1-Angebot nicht auf sich sitzen lassen und überbot es. Lieber wollte man die Show für viel Geld selbst zeigen, als sie der Konkurrenz zu überlassen“, schreibt Meedia.

Ob sie wollen oder nicht, jetzt müssen sie, RTL, VOX, Grundy, The X Factor also letztlich stemmen. Der Bewerbungsaufruf für das deutsche X Factor startet bereits im Januar. VOX wird sich insgesamt einige Hilfe von RTL holen, beide Sender gehören ja zu selben Sendergruppe. So wird RTL X Factor mit der Ausstrahlung der ersten Show anschieben, bekommt dafür aber am Ende auch die Ausstrahlung des Finales. Über 12 Shows sollen es insgesamt werden, heißt es in den Medienberichten (siehe unten) heute.

Ich persönlich freue mich über die Entscheidung eine deutsche Version von The X Factor zu produzieren. In den Medienberichten ist heute vor allem das Element der Mentorenschaft durch die Jury beschrieben, dass mir gut gefällt (beim Original „hasse“ ich Louis Walsh und „liebe“ Dannii Minogue, habe also Spaß daran, wenn der eine mit seinen Kandidaten scheitert, die andere Erfolg hat). Das ist allerdings nur einen Nebenaspekt. Ob man darum die gesamte Show aufbauen wird, um sich von DSDS deutlich zu unterscheiden? Klar ist doch sicherlich: Die Unterscheidung muss über die (musikalische) Qualität erfolgen.

Fakt ist ja: Wenn RTL/Grundy sich entscheiden, kein Risiko einzugehen, und einfach eine Kopie von DSDS machen, die auch qualitativ das niedrige Niveau des Primus nicht überschreitet, dann werde ich damit keinen Spaß haben. Zwar hat RTL mit dem Dschungelcamp bewiesen, dass sie auch eine richtig richtig gute Reality machen können, doch der Dschungel wird von Granada produziert. Die großartige BBC-Reality „The Apprentice“ hat Grundy Light hingegen 2004 in den Sand gesetzt. Aktuell zeigen sie auch wenig Gespür für gutes Fernsehen bei „Das Supertalent“. Da ist Skepsis sicher verständlich. Fakt ist: Sollte The X Factor eine weitere eher primitive Trash-Show werden, dann wissen wir: RTL/Grundy wollen oder können gar nicht anders. Bis dahin hoffe ich auf das Gegenteil.

Quellen: DWDL, Die Zeit, via: Quotenblogger

Mehr X Factor hier bei tvundso.com

Außerdem: DSDS 2010: Nur noch beschissen

Info 13.12.2009: Joe McElderry ist Gewinner von The X Factor 2009 in England

Info 03.02.2010: Dieter Bohlen wird nicht Juror bei X Factor


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Jetzt entscheidet nicht mehr „Dieterle“ (wie eine der Kandidatinnen sagte) darüber, wer eine Runde weiter kommt, sondern das Publikum beim Supertalent 2009.

Update 20.12.09.: Die Gewinner des Supertalent 2009 sind Yvo Antoni und Primadonna

Die 30 verbleibenden Kandidaten beim Supertalent 2009 stellen sich geteilt in 3 Gruppen mit je 10 Personen Jury und erstmals auch den Zuschauern der RTL Show. Ein Klick auf die Namen der Kandidaten führt zum Video bei Clipfish.de (dort dann 3 Teile). Wer wird es bis ins Finale schaffen? 10 Plätze gibt es für die Finalshow (drei Mal drei durch Publikumsvote in den Halbfinals und eine Jury Wildcard). 20 müssen also nach Hause. Who wins? You decide! Hier ist der Bericht der ersten Halbfinalshow:

Als erste singt heute die kleine Ashley Maria Zimmermann. Eingeleitet wird ihr Auftritt mit der rührenden und tragischen Familiengeschichte um die kranke Mutter. Zwei Geschwister hat das kleine Mädchen noch und die drücken ihr die Daumen. Ashley singt für ihre Mutter, sagt sie. Und zwar: „Der Mond ist aufgegangen“. Der Sternenstaub der eigentlich von der Decke rieseln sollte, der klemmt heute allerdings. Bruce muss Ashley direkt nochmal drücken. Auf dem We zurück zur Bühne rutscht die Kleine aus. Ooooohhhhh, macht das Publikum. Aber es ist nichts passiert. „Der Mond scheint heute Nacht ein bisschen länger nur für Dich“ sagt Sylvie. Dieter findet sie noch etwas zu jung für den Wettbewerb.

Valentin Urse, der Wurli Wurm Man, performt heute zur Musik von Michael Jackson. Wir erinnern uns: Valentin war der Mann in dem Wurmkostüm, dass aussah wie diese Spiralen, die man die Treppen runterlaufen lassen kann. Oder wie ein Alien aus einem uralten Weltraumfilm. Diesmal ist die Performance etwas aufwendiger. Zur Musik von „Thriller“ kriecht der Wurm auf die Bühne. Weiter gehts mit Smooth Criminal, bei dem sich der Wurm wie Jacko in den Schritt greift. Dann „Beat it“. Valentin zeigt alle Kunststücke, die er hat. Zur Musik passt das nicht immer perfekt, finde ich, nur am Anfang eigentlich. „Tintenfisch mit Schüttelfrost“ kommentiert Dieter Bohlen, dann kriechen er und Bruce ebenfalls ins Kostüm. Und dann auch noch Sylvie. Natürlich hat die Show in diesem Moment der Unterhaltswert eines betrunken tanzenden Opas auf einer Familienfeier.

Zirkuskind Charlin Sperlich ist die Dritte heute. Im Gegensatz zu anderen jungen Kandidaten in diesem Jahr macht die junge Sängerin nicht den Eindruck als müssten sich Medienhüter und Psychologen irgendwelche Sorgen um sie machen. Zirkus ist sie gewohnt. Und nichts anderes ist das Supertalent ja. Oder: „Das schafft sie alles über einen Hut“, wie ihre Mutter sagt. Charlin singt den Bohlen-Song „Für Dich“ (Original: Yvonne Catterfeld). Der Song ist für ihren verstorbenen Opa. „Eine extrem gute Titelauswahl, guter Musikgeschmack“, bestätigt dann auch Dieter, und: „Das war kein Auftritt, das war schon fast ne Göttererscheinung“.

Wassernixe Natalia Macauley ist dran. Sie überzeugte vor allem Dieter Bohlen mit einer nassen Halbkugelshow in den Castings. Dieter sprang dann kuzerhand mit ins Wasser. Im Einspieler erzählt Natalie davon, wie sie ihren verloren geglaubten Vater wieder gefunden hat. Die Jury hat sich vor dem Auftritt schonmal in Regenmäntel gehüllt. Außer Sylivie, die ist so heiß, da verdampft das Wasser, sagt Hartwig. Zur treibenden Musik von Evanescence (Wake Me Up Inside) taucht Natalia in ihre mit Schwarzlicht beleuchtete Wasserkugel. Das ganze wirkt irgendwie „radioaktiv“, wie Kühlflüssigkeit aus Homer Simpsons Atomkraftwerk. Aber besser radioaktiv als fernsehmüde, sagt man ja. Völlig wach sind jetzt auf jeden Fall die Männer unter den Zuschauern. Natalia ist von begeisterten Publikum selbst ganz begeistert. „Die geilste Suppe mit Fleischeinlage auf diesem Planeten“, stellt Dieter fest.

Hip Hopper Joel Gläffke hat inzwischen offensichtlich reichlich weibliche Fans gewonnen. Das Publikum jubelt, allerdings auf Aufforderung von Hartwig, bereits vor dessen Auftritt. Joel möchte ja vor allem auch seine Familie finanziell unterstützen. Das konnte er inzwischen offensichtlich bereits. In Nenas neuestem Musikvideo wurde er als Tänzer engagiert. Wegen seiner Persönlichkeit, wie Nena sagt. Sein Auftritt im silberweißem Anzug zu einem gelungenen musikalischen Mischung von Jacko, Timbaland, Madonna und verwandten tanzbaren Klängen ist wirklich sehr gelungen. was mir auffällt man könnte ihn so auch in England, Amerika und eigentlich jedem Land auf die Bühne stellen. Nach dem Auftritt gibts ein Küsschen von Slyvie, denn Joel trägt unter dem Anzug ihren Namen auf einem Trikot (neben den unvermeidlichen Werbung über die sich ein Internetwettbüro jetzt freuen kann). Für Dieter allerdings ist der Knoten nicht geplatzt. bruce fordert das Publikum zum Voten auf.

Yvo Antoni und seine Hündin Primadonna sind die nächsten, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer ein paar Minuten für sich haben. Im Einspieler wird dem Hund per Untertitel sprechen beigebracht. Was für Ideen die bei RTL haben… . Es ist zwar nicht übel, was dieser Hund so kann, aber im Vergleich zu Gin aus der zweiten Staffel von Britain’s Got Talent, ist es – wie ich schon sagte – nicht so beeindruckend. Der Jury allerdings hat der Auftritt sehr gut gefallen.

Davy Kaufmann, der Sohn von Schauspieler Günter Kaufmann, steht jetzt auf dem Programm. Anders als die Tochter von Schlagersängerin Michelle hat er es ja, und das zu Recht, ins Halbfinale geschafft. Im Einspieler gibts „One Moment In Time“ von Whitney Houston, „Father And Son“ zur Einstimmung auf Davys tragische Lebensgeschichte. Dann singt Davy Kaufmann „Unforgettable“ von Nat King Cole. Die harte Schale, der weiche Kern, der alte Song… das nenne ich mal einen schönen Auftritt. Günter Kaufmann, der schon im Dschungelcamp am Image werkelte, kommen im Publikum die Tränen. „Es muss dieses Mal klappen“, beschwört auch Bruce das Glück des Tüchtigen. „Maybe this time I win“, wie Liza Minelli einst sang. Vielleicht dieses Mal.

Johan Wellton, der Jongleur aus Schweder darf dann als achter auf die Bühne in diesem ersten Halbfinale. Extra für die Show hat er deutsch gelernt, und einen Dialekt hört man nicht. Wahrscheinlich haben Leute aus skandinavischen Ländern auch gar keinen Dialekt wenn sie deutsch sprechen. Dann gehts los. Auf Sylvies Vorschlag hin, hat sich Johan wirklich Hamster besorgt, die er anzündet, um mit ihnen zu jonglieren. Natürlich keine echten. Außerdem jongliert Johan ja wie schon beschrieben nach unten, statt nach oben. Als er sechs Tennisbälle unter einen Tisch jongliert, scheint das nicht wirklich richtig zu klappen. So richtig sagen kann man es aber nicht. Die Jury kommentiert dann natürlich weiterhin auf deutsch. Ob Johan das jetzt alles versteht, weiß ich allerdings nicht.

Auf diesen Mann haben wir gerade noch gewartet: Als Vorletzter darf nun Mr. Methan ran, der Kunstfurzer aus England. Warum er im Halbfinale des Supertalents ist, weiß niemand so genau. Der Einspieler aus Mr. Methans Heimat, einem kleinen englischen Küstendorf, ist allerdings schön anzusehen. Zur Musik aus Star Wars betritt das „Pupertalent“ 2009 (Hartwig) die Bühne. „Danke, dass ich das Vereinte Königreich repräsentieren darf“, scherzt Methan. Dann gibts klassische Musik und die passenden Fürze. Und plötzlich erinnern wir uns daran, dass auch im Halbfinale gebuzzert werden kann. Bruce ist der erste. Dann kommt Hartwig auf die Bühne. Er hat einen Ballon auf dem Kopf. Mr. Methan entkleidet seinen Po und steckt sich einen Röhre mit einem Dartpfeil in die Ritze. Der soll also in den Ballon gefurzt werden. Sylvie wendet sich ab, das Publikum pfeift und buht teilweise. Doch es klappt. „Fart A Dart“. „Das geht ein bisschen zu weit“, sagt Bruce.

Opernsängerin Vanessa Calgagno rührte schon mit ihrem ersten Auftritt. Nun ist sie zurück und bildet den Höhepunkt des ersten Halbfinales beim Supertalent 2009. Doch bevor die Saarbrückerin singen darf, muss eine weitere tragische Familiengeschichte erzählt werden. Mit der Zeit ist das ganz schön anstregend, vor allem da der Wechsel zwischen Albernheiten, wie eben Mr. Methan, der bunten Showkulisse und den tragischen Geschichten sehr hart ist. Der Mutter im Publikum gefällt der Einspieler jedenfalls, sie weint. Das ist das wichtigste. Dann singt Venessa. Diesmal keine Oper, sondern ein Musicalstück: „Somewhere“ aus der West Side Story. Schön. „Man trifft sich immer zwei Mal im Leben und ich glaube Dein Opa ist jetzt richtig neidisch, das er nicht dabei sein darf“, nimmt Schreyl auf den „bösen“ Großvater aus dem Einspieler Bezug. Was soll man dazu noch sagen? Irgendwo muss auch mal Schluß sein mit den kitschigen Sprüchen. Weniger ist manchmal mehr. Für Vanessa gilt das aber nicht. Die war super.

Kritik: Eines muss man nach diesem Halbfinale wirklich mal sagen: Mehr als die Hälfte aller Kandidaten wird mit einer tragischen Schicksalsgeschichte vorgestellt. Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass jeder diese unbedingt mit 8 Millionen RTL Zuschauern teilen will (manche wollen sicher, klar), der eine oder andere ist sicher auch für sich selbst mit Familie und Freunden glücklich darüber, dass er nach schwerer Zeit etwas schönes, einen Erfolg erlebt hat. Die aufdringliche Holzhammer-Methode, mit der RTL versucht auch noch die letzten Emotionen rauszukitzeln zeugt von wenig Gespür dafür, wie man solche Geschichten erzählt. Die gehetzte Art, wie hier eine Geschichte nach der anderen übertrieben pathetisch über den Sender gejagd wird, ist auch gegenüber ihren Protagonisten respektlos.

Jetzt ist jedenfalls erstmal Schluß mit der Sendung. Das Ergebnis des Telefonvotings wird eine Stunde später nach den Halbfinals in einer Ergebnis-Sendung verkündet. Alle Ergebnisse stehen hier auf tvundso.com: Wer ist weiter?

Supertalent – Die Kandidaten der 2. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 3. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 4. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 5. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 6. Show

Supertalent – Die Kandidaten der 7. Show

Supertalent – Halbfinale 2

Supertalent – Halbfinale 3

Supertalent 2009 – Das Finale

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