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Roundup | Weiter sind: Cyril Krueger, Kerstin Freking, Jennifer Braun, Leon Taylor, Christian Durstewitz, Katrin Walter, Lena Meyer-Landsrut, Sharyhan Osman. Raus sind: Meri Voskanian, Maria-Lisa Straßburg

„Es geht einen Tick zu sehr um Musik und die Teilnehmer werden zu wenig gedemütigt“, sagte König Boris später am Abend bei TV Total scherzhaft über „Unser Star für Oslo„. Der deutsche Funrapper war neben Nena in der dritten Ausgabe der Casting Show Mitglied der wöchentlich wechselnden Jury. Als in der Woche zuvor zum zweiten Mal fünf von zehn Kandidaten für die dritte Show ausgewählt wurden, saßen Sarah Connar und Peter Maffay im Jurysessel. Wie immer war die Jury nicht unbedingt das Highlight der Show. Doch Stefan Raab als Jurychef bemüht sich inzwischen für etwas Lockerheit zu sorgen.

Sessel wie gesagt. Ein Pult wie in anderen Casting-Shows gibt es hier ja nicht. Das soll wohl die Barriere zwischen fiesen Juroren und Kandidaten auflösen. Nena rümpfte überhaupt die Nase darüber, großartige Bewertungen abgeben zu müssen, ähnlich wie Marius Müller Westernhagen in der ersten Show. Ganz auf die Publicity und darauf später die neueste Platte bei TV Total in die Kamera halten zu können, wollte die ewig junge Schmuserockerin aber nicht verzichten.

Vom Alter her optisch kaum unterscheidbar aber in realen Erdenjahren doch wenigstens eine Generation entfernt, waren die zehn Kandidaten, die in der aktuellen Show auftraten und von denen acht übrig bleiben sollten. Meri Voskanian, die schon in vielen Casting Shows, darunter DSDS und der armenische Eurovision Vorentscheid (oder so), ausgeschieden ist und die gesundheitlich angeschlagene Maria Lisa Straßburg sollten zu den anderen beiden gehören. Gleichwohl – darüber, in der zweiten Runde bei „Unser Star für Oslo“ auszuscheiden ist immernoch weniger beschämend als bei DSDS zu gewinnen. Um genau zu sein: eigentlich gar nicht.

Während ich mich die ganze Show über fragte, ob nicht DSDS-Kandidat und Shootingstar Menowin plötzlich auftauchen wird, um „99 Luftballons“ mit seiner Kinderstimme zu singen (Die durchaus nette und funktionierende „vom Knacki zum Schmusebär“-Storyline wäre sicher nach Nenas Geschmack), lieferte Kandidatin Sharyhan Osman einen beeindruckenden Beweis für die musikalische Überlegenheit des Raab-Formats. Sie sang einen beeindruckenden selbstgeschriebenen Song, der gefühlt 1000 Mal besser klang als alle Songs, die Dieter Bohlen jemals für einen DSDS-Gewinner geschrieben hat, zusammen. Auch Publikums-Favoritin Lena, die vier Schultage hintereinander Abitur-Klausuren geschrieben hatte („Das ist aber das Leben eines Schülers, das erlebe nicht nur ich“), konnte wieder einmal mit einem unbekannten Song überzeugen. Als Fundgrube für unbekannte aktuelle Musikperlen könnte die 18-Jährige locker ein Spex-Abo ersetzen.

Auch Katrin Walter („Warwick Avenue“), Kerstin Frecking („Not Ready To Make Nice“) oder Jennifer Braun („Like The Way I Do“) waren musikalisch besser als viele der Kandidaten, die sich am Wochenende bei DSDS mit deutlich leichteren Melodien herumquälten und in dem einem oder anderen Fall auch komplett versagten. Gleichzeitig stehen aber auch die Kandidaten von „Unser Star für Oslo“ dem Wiedererkennungswert eines Menowin, eines „Checkers“ oder dem mit dem Hut aus DSDS in nichts nach. Hatte ich am Anfang noch zahlreiche Kandidaten bei „Unser Star für Oslo“ als langweilig bezeichnet, so ist inzwischen das Gegenteil der Fall: „Jetzt wo man alle schon kennt, macht die Show auch gleich mehr Spaß!“, kommentierte ich auf Twitter.

Und tatsächlich: es macht inzwischen tatsächlich Spaß, sich die Auftritte der verbleibenden Kandidaten anzuschauen, auch wenn man nicht Musik studiert oder den ganzen Tag im Probekeller rumhängt. Nicht wenige waren am heutigen Abend der Meinung: Können wir nicht alle nach Oslo schicken!? Schon jetzt freue ich mich auf die Auftritte der verbliebenen Acht. Auch Moderator Obdenhövel kommt langsam in Normalform. Als König Boris einen Künstler aus seiner aktuellen Playlist mit den Worten „Kennt ihr wahrscheinlich nicht“ kommentierte, antwortete Obdenhövel in etwa „Stimmt, aber Lena wirds nächste Woche singen“. Darüber hinaus ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch Radiofrau Sabine Heinrich bis zum Finale in fünf Shows noch in der Rolle einer TV-Moderatorin ankommen wird.

Wer auch immer am Ende nach Oslo fährt, wird wohl erstmals im deutschen Publikum nicht nur mehr daumendrückende Fans als Kritiker haben, sondern seit gefühlten Jahrzehnten überhaupt Fans. Das hat „Unser Star für Oslo“ nämlich bereits jetzt schon geleistet: Was auch immer in Oslo passiert, Schadenfreude über das deutsche Versagen wird es diesmal nicht geben. Und ganz nebenbei hat „Unser Star für Oslo“ auch noch etwas bewiesen was eigentlich der Titel einer ganz anderen Show sein solle: „Germany’s Got Talent!

Alle Videos der Show auf der offiziellen Website: Unser Star für Oslo

Alle Texte zu „Unser Star für Oslo“ hier bei tvundso.com

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Wenn Pressebilder sprechen könnten: So öde wie Idee auf allen Fotos dieses dämliche Oslo-Schild hoch zu halten, wirkte auch der Beginn der ersten Show von „Unser Star für Oslo“.

Die erste Ausgabe der gemeinsamen Eurovision Song Contest Casting-Show „Unser Star für Oslo“ von ARD und ProSieben war alles andere als aufregende Unterhaltung. Verkrampfte Moderatoren, weichgespühlte Kandidaten, bierernste Stimmung. Doch dann kam Lena…

Diese fünf Kandidaten sind weiter:

Die Links führen zum Steckbrief der Kandidaten.

Zu Beginn war es alles andere als ein neues Show Event. „Unser Star für Oslo“ begann so verkampft, bieder und ernst, als würde es nicht um einen Gesangswettbewerb gehen, sondern um die Zukunft des deutschen Arbeitsmarktes. Dabei ist doch nur eine einzige Stelle zu besetzen: die des deutschen Teilnehmers für den Eurovision Song Contest Ende Mai in Oslo.

Sogar Stefan Raab wirkte so ernst, als sei er gerade in einen öffentlich-rechtlichen Rundfunkrat gewählt wurden. Auch die EinsLive-Moderatorin Sabine Heinrich war nicht der Knaller, den ich mir erhofft hatte. Möglicherweise waren die vielen Kameras im Studio der Radiomoderatorin ja unheimlich. Und dann kamen die ersten Kandidaten…

Offensichtlich ist man bei ARD und ProSieben derart bemüht, sich soweit wie möglich von DSDS zu disntanzieren, dass  jegliche pointierten Jury-Kommentare verboten waren und die Kandidatenauswahl danach erfolgte, wer möglichst normal aussah, keine Ecken und Kanten hatte und freundlich lächeln konnte. Student und möglichst jung sein half zudem ungemein. Langweilig und brav waren sie die ersten Kandidaten. Doch das sollte nicht so bleiben…

Spätestens als die Kandidatin mit der Startnummer 10 auf die Bühne trat, waren auch die gelangweiltesten Zuschauer plötzlich wieder hellwach. Die 18 jährige Schülerin Lena Meyer-Landrut überzeugte als vorwitzige und frischfreche Rockgöre auch die letzten Zweifler: vielleicht kann das doch was werden. Dabei hatte ich vorher noch bei Twitter gemeckert, dass die Kandidaten alle so jung waren. Doch bei Lena, der Allerjüngsten, war das kein Makel. Im Gegenteil: es bedurfte vielleicht gerade einer unbekümmerten 18jährigen Rampensau um die bis dahin spröde Veranstaltung aufzubrechen.

Natürlich wurde Lena direkt zum Publikumsfavoriten und in die zweite Runde der Veranstaltung gewählt („Ich freu mich so so hart“, sagte sie). Außerdem weiter sind: die Germanistikstudentin Kerstin Freking, die rassige Meri Voskanian, der Mädchenschwarm mit dem coolen Namen Cyril Krueger und die bescheidene Verkäuferin Katrin Walter, die aussieht wie eine junge Celine Dion (und meine persönliche Favoritin ist).

Diese fünf, sie sind dann doch gar nicht so schlecht, wie es zu Beginn der Show den Eindruck machte. Wahrscheinlich war es das starre Korsett der Seriösität in das man die „nationale Aufgabe“ einen Star für Oslo zu finden gepresst hatte, das zunächst sämtliche Unterhaltung im Kern erstickte. Ein geradezu neurotisches anmutendes Verhältnis zum Genre Casting-Show prägte vor allem die erste Jury: sowohl Marius Müller Westernhagen als Yvonne Catterfeld betonten, dass sie sich sonst nie für eine solche Rolle hergeben würden. Außer bei „Unser Star für Oslo“ eben. Verständlich ist das: RTL, Grundy und DSDS, aber auch Popstars und ProSieben haben in Deutschland schon viel verbrannte Erde hinterlassen.

Westernhagens Begründung für seine kritische Haltung allerdings war gar nicht so übel: Künstler kann man nicht vergleichen, jeglicher Wettbewerb unter Künstlern sei idiotisch, stellte Westernhagen zu Beginn der Show fest, bevor er sich dann als bester deutschprachiger Casting-Juror aller Zeiten erwies. Zwar war er zu bemüht keinem weh zu tun, dennoch waren seine kritischen Anmerkungen, Einschätzungen und Kommentare sicherlich das Treffendste was man jeh in einer deutschen Castingshow gehört hatte. Am Ende lies sich der große Marius sogar noch zu einer Art Diskussion über die mangelnde „schwarze“ Soulqualität einer Kandidatin hinreissen. „Das erste was man in diesem Beruf lernen muss, ist Kritik anzunehmen und daraus zu lernen“, gab er der jungen Künstlerin mit auf den Weg. Schade, dass Westernhagens Juryauftritt wohl einmalig bleiben wird.

Sieben weitere Shows bleiben nun, um zu zeigen, dass die Alternative zu DSDS nicht langweilige, verkrampfte und weichgespülte Gesangwettbewerbe von Studenten sind, sondern überraschende, witzige und charakterstarke Persönlichkeiten wie Publikumsliebling Lena oder unentdeckte Perlen, wie Katrin Walter. Nebenbei bemerkt übrigens: Bühnenbild, Beleuchtung und Bildregie waren solide bis hervorragend. Achso, und: Was sagt man eigentlich dazu, dass die Kandidaten nicht in irgendwelche Kostüme gezwängt werden, sondern scheinbar alle in ihren liebsten Wohlfühlklamotten aufgreten sind? Ich finds gut. Also in der Hinsicht stimmt alles. Wenn nun unter den nächsten 10 Kandidaten, die wir nächste Woche sehen, wieder wenigstens zwei, drei Leute vergleichbarer musikalischer Qualität und Ausstrahlung sind, dann kann das noch was werden. Als erstes aber bitte bei den Machern mal den Stock aus dem Arsch ziehen.

Alle Artikel zu „Unser Star für Oslo“ hier bei tvundso.com

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Lutz Marmor vom NDR, Stefan Raab und Andreas Bartl von ProSieben posieren für ein langweiliges Pressefoto.

Unser Star für Oslo, Roundup:

  • Was wird gesucht? Deutscher Künstler/Musik-Act für den Eurovision Song Contest 2010 vom 25. bis 29. Mai in Oslo.
  • Wer hilft suchen? ARD, die Jugendradiowellen der ARD, ProSieben (Brainpool, Stefan Raab)
  • Wann? 2. Februar bis 12. März (8 Sendetermine, Übersicht mit Wiederholungen)
  • Die Jury! Stefan Raab ist Jury-Chef, wird flankiert von wechselnden nationalen Künstlern aus dem Musik-Geschäft, darunter: Marius Müller Westernhagen, Sarah Connor, Peter Maffay, Jan Delay, Xavier Naidoo.
  • Die Moderatoren! Sabine Heinrich (EinsLive), Matthias Obdenhövel (ProSieben)
  • Die Kandidaten! 5000 haben sich beworben, 20 von ihnen treten an: Turnierbaum
  • Der Souverän?! Deutschland entscheidet per Telefon und SMS.

Man könnte fast meinen die gemeinsam von ARD und ProSieben gestemmte Castingshow „Unser Star für Oslo„, die am heutigen Dienstag startet (2. Februar 2010) sei das eigentliche deutsche „X Factor„. Denn gegen die Inszenierung als mediales Mega-Event, wie man es von der britischen Casting-Show kennt, wirkt DSDS richtig provinziell. Präsentiert wurde das finale Konzept der Show bereits Mitte Januar im Reichstag, um die nationale Bedeutung (oder den Wunsch danach) zu unterstreichen.

Unser Star für Oslo“ ist die erste Kooperation von ARD und ProSieben, nach einigen Geburstwehen entstanden nach dem letztem Debakel des deutschen Gesangsbeitrags beim Eurovision Song Contest.  Beginnen wir mit dem Schlechtesten (keine Angst, das meiste ist gut): Im folgenden einige Gesprächsauszüge von Thomas Schreiber, Koordinator Unterhaltung bei der ARD, im Interview mit dem radioeins Medienmagazin, dass auch hier – wie immer – gerne lang und breit über sich selbst, also die ARD, berichtet (als mp3 auf der Seite von radioeins, Sendung vom 23. Januar, ab 30:25 Min):

  • „Das sind Profis auf jeder Seite, wir haben alle ein gemeinsames Ziel (…)“
  • „Die Qualität der Bewerber, die wir für die Sendung haben, ist jetzt im Ergebnis besser, als ich mir das am Anfang vorgestellt habe.“
  • „Von den 20 Leuten die da antreten, die sind alle von wirklich hoher Qualität, auch… also musikalisch… so dass ich gespannt bin, wie die Sendungen dann laufen.“
  • „…auch das ist ja ungewöhnlich: Eine Moderatorin von WDR EinsLive, dem Radio, moderiert mit einem ProSieben-Moderator sowohl auf ProSieben als auch im Ersten… also das ist ja Ausdruck sozusagen dieses Kooperationswillens, den es da gibt.“
  • „Wir haben sozusagen, eine gemeinsame Tonalität, denn es handelt sich ja hier um keine Quatschsendung, sondern um eine ernsthafte Sendung (…)“

Damit wäre dann wohl recht bildhaft auch beschrieben, warum die ARD sich die Hilfe von Stefan Raab holen muss, um eine zeitgemäße, moderne Unterhaltungssendung zu produzieren. Denken und Sprache sind bei der ARD scheinbar einfach zu verkrampft, zu wenig spontan, zu kopflastig, zu konservativ. Öffentlich rechtliche Realität eben: irgendwo zwischen bierernst und Volkmusik-Vollrausch. (Mehr von Thomas Schreiber)

Stefan Raab hingegen hat in den vergangenen 10 Jahren gezeigt, dass es zwischen den beiden Extremen deutscher Unterhaltungs-Realität, nämlich Carmen Nebel und Dieter Bohlen, noch einen dritten, sehr erfolgreichen Weg gibt. Mit seinen Event Shows, allen voran „Schlag den Raab“ erreichen Stefan Raab und Brainpool auch Zuschauer aus der Mitte der Gesellschaft. Als alter Musik-Spezi bietet sich Raab zudem gerade für den Song Contest an, bei dem er selbst in unterschiedlichen Rollen dabei war.

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Obdenhövel, Heinrich, Raab: Suche nach dem Super… äh Eurovision-Star.

Am schönsten hat die gemeinsamen Pläne von ARD und ProSieben allerdings Sabine Heinrich, Moderatorin bei EinsLive und bei „Unser Star für Oslo“ (und der kommende Knaller schlechthin) , im radioeins-Interview beschrieben:

„Wir casten da keine Pop-Mäuschen oder sowas. (…) Stefan möchte auch nicht, dass dann gemerkt wird: ‚Ahhh, das ist das Lied von Stefan Raab, der macht sich mal wieder sehr wichtig.‘ (…) Es geht nicht um Stefan Raab in dieser Sendung, es geht nicht um mich, es geht nicht darum, dass die ARD super aussieht oder das ProSieben super aussieht, sondern das wir einen Kandidaten nach Oslo schicken, auf den alle Lust haben.“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Außer der Hoffnung, dass es auch in Deutschland, wo gerade die siebte Staffel des trashigen DSDS läuft, eine unterhaltsame Casting-Show geben kann, in der es vor allem um eines geht: Musik.

ARD-Videoblog-Bericht „Unser Star für Oslo“:

Alle Artikel zu “Unser Star für Oslo” hier bei tvundso.com

Mehr zu „Unser Star für Oslo“ im Internet:

Stern.de Sonderseite „Ein Lied für Oslo“

Eurovision Song Contest Seite des NDR

„Unser Star für Oslo“ Website von TV Total

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ProSieben Sat1 Boss Thomas Ebeling (Archivbild, gerne auch upside down imaginieren)

Bei einer Keynote auf dem deutschen Medienkongress in Frankfurt, den der Branchendienst (Marketing, Werbung, Medien) Horizont und The Conference Group ausrichteten, beschäftigte sich der Vorstandsvorsitzende von Pro Sieben Sat1, Thomas Ebeling, mit der Zukunft des Fernsehens. Zumindest sagen er und Horizont das. In Wirklichkeit beschreibt Ebeling, der Zusammenfassung von Horizont nach, die Gegenwart des Fernsehens und stellt uns eine weitere betriebswirtschaftliche Optimierung der Programme zu Ungunsten von Qualität und Innovation in Aussicht, so meine Interpretation.

Bereits der Einleitungssatz von Horizont stimmt skeptisch: „Perspektivisch sieht Ebeling zahlreiche Chancen für die TV-Anbieter…“ So, so. Auch Ebeling hält sich mit Phrasen und Allgemeinplätzen nicht zurück:

  • „Fernsehen muss seine kreative Führungsrolle als Leitmedium behalten. “ (Übrigens interessant, dass Ebeling glaubt, das Fernsehen – nicht etwa das Internet oder sagen wir Magazine – hätte eine kreative Führungsrolle unter den Medien)
  • „Die Sender müssen optimal vermarktbare Formate und technisch überlegene Produkte etablieren, um ihre Position auszubauen.“ (Zitat Horizont-Zusammenfassung)
  • „Lokales ist wichtig.“
  • „Wir müssen vernünftige Preise erheben“
  • „Der Schutz des geistigen Eigentums ist zu gering.“

Man könnte Ebeling allerdings zu Gute halten, dass Horizont nur die Phrasen zitiert hat. Ich war nicht dabei und kann es nicht beurteilen.

Enthalten ist auch der übliche Lobbyismus in eigener Sache (wer will ihm das verdenken): Raubkopierer, öffentlich rechtliche Sender und die angeblich zu hohe Regulation der Privaten Rundfunkanbieter: So bemängelt Ebeling, dass Sat.1 6,5 Stunden Programm mit Fremdverpflichtungen füllen müssen. Ein Instrument mit dem Medienvielfalt gewährleistet werden soll (Abgabe von Sendezeit an Dritte ab einem bestimmten Marktanteil), stört Ebeling also.

Bereinigt um Allgemeinplätze und Lobbyismus  hat Ebeling folgende „Visionen“ für die Zukunft des Fernsehens:

  • Low-Cost-Strukturen
  • Top-Talente, die dem Sender ein Gesicht geben
  • Paid Content
  • individualisierte Werbung
  • Wirkungsforschung
  • breiteres Angebot (Diversifizierung)
  • Zuschauer direkt zur Kasse bitten (Transaktionsbeziehungen zu den Kunden aufbauen)

Man sieht, Thomas Ebelings Ideen sind vor allem betriebswirtschaftlicher Natur, keine Rede zudem von wegweisenden Ideen für das Internet. Ebeling habe zwar gesagt: „Online wird es mehr audiovisuelle Angebote geben, für die Verbraucher bereit sind, auch zu zahlen“, welche genau das überhaupt sein sollen, bleibt allerdings offen. Auch zu Fragen von Qualitätfernsehen oder Nachwuchsförderung vermisse ich Ideen.

Nun ist es nicht unbedingt Ebelings Aufgabe den kreativen Vorreiter zu spielen, er soll vor allem die wirtschaftliche Zukunft der Sendergruppe sicher stellen. Nun ist es aber so, dass das was Horizont über seine Keynote berichtet, nichts weiter ist, als eine Beschreibung der ökonomischen Gegenwart des Fernsehens und dessen Optimierung in der Zukunft. Ich lese heraus, dass Ebeling die Zuschauer in Zukunft mehr zur Kassen bitten will, die Kosten senken möchte, die Werbung mehr indvidualisieren will und mehr über die Nutzungsgewohnheiten seiner Kunden wissen will.

Das alles sieht für mich nach wenig Spielraum für Ideen, Innovationen und Kreativität aus, sondern nach billigen Doku-Soaps, primitiven Serien, Call-In-Shows oder Browserspielen auf ProSieben-Online – halt alles, was es schon gibt. Nur noch mehr, noch billiger, noch effizienter. Ich frage mich, wie das mit der angeblichen kreativen Führungsrolle, den Top Talenten oder der Hoffnung (mehr ist es ja nicht), die Kunden würden auch noch direkt dafür bezahlen zusammen passen soll?

Wenn Ebeling oder andere deutsche TV-Manager mit solchen konservativen betriebswirtschaftlichen Konzepten in die Zukunft gehen, werden sie genau diese nicht mitgestalten können.

Die Zukunft ist meiner Meinung nach ein Pay-TV-Konzept für das Internet, das Datenschutz und Nutzungsbedingungen zu Gunsten des Kunden gestaltet und nicht in DRM verkapselt oder durch Marktforschung und individualisierte Werbung über Gebühr problematisiert. Hierbei müssen althergebrachte Vertriebs- und Lizenzstrukturen grundsätzlich in Frage gestellt werden und dem Urheberrecht seine ursprüngliche, auf den Urheber (nicht dessen Verwerter) bezogene Bedeutung, zurück gegeben werden. Individualisierung auf der einen (hochspezialisierte Angebote zu hohen Preisen) und weltweit simultan übertragene TV Events (wie Sport, nur halt auch im Entertainment-Bereich, siehe X Factor, aber auch Serien und TV Filme) sollten dabei im Mittelpunkt stehen. Und Lokales bedeutet hierbei: mein individuelles Netzwerk aus Menschen, Produkten, Orten, Interessen.

Solche Ideen klingen doch gleich viel spannender. Aber wer Visionen hat, der sollte offensichtlich nicht zum Fernsehen gehen.

ProSieben wagt rund um die beliebte Trick-Sitcom „Die Simpsons“ in den kommenden Tagen zwei Sachen, die TV-Interessierte mit Spannung verfolgen werden. Zunächst treten die Simpsons am Sonntag gegen das Kanzlerkandidaten-Duell zwischen Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier an, dass ARD, ZDF, RTL und Sat. 1 simultan übertragen. Auf ProSieben hingegen läuft „Die Simpsons – Der Film“. Während sich auf den anderen großen Sendern Schwarz und Rot duellieren, gibt es auf ProSieben also Gelb. Zuvor läuft am Nachmittag und Vorabend übrigens mal wieder ein Simpsons Marathon.

Die deutsche Erstaustrahlung des Simpson-Films ist zugleich auch der Start in die Ausstrahlung der 20. Staffel rund um die gelbe Familie aus Springfield. Zwei Tage später, am Dienstag, 15. September, hat ProSieben, wie bereits Ende Juli bekannt wurde, einen neuen Seriendienstag programmiert. Die Simpsons laufen 20:15 Uhr und 20:45 Uhr (19. Staffel). ProSieben will damit die US-Fiktion im Programm stärken, und mit den Simpsons hatte der Sender in der Vergangenheit auch schon Montags Erfolg. Es hat allerdings lange Zeit gedauert, bis sich ProSieben dazu durchringen konnte die Simpsons in die Primetime zu heben.

Daher ist es auch besonders spannend, dass nach den Simpsons gleich noch eine Sitcom, und zwar eine klassische, läuft: „Two and a half Men„. Damit packt endlich mal ein großer deutscher TV-Sender eine Sitcom wieder ins Abendprogramm. Außer King of Queens auf kabel 1 kann ich mich persönlich nicht mehr so recht erinnern, dass es das mal gab. „Friends“ war glaube ich auch im Hauptprogramm zu sehen. Umso verwunderlicher ist es, warum ProSieben etwa eine Serie wie „How I Met Your Mother“, die nichts anderes ist als ein neues „Friends“ im Samstag-Nachmittag vergammeln lässt.

Aber vielleicht ändert sich das ja nun in Zukunft, sollte „Two and a half Men“ um 21:15 Uhr im Doppelpack erfolgreich sein. Die Konkurrenz ist dabei ziemlich hart. Auf RTL läuft zeitgleich die bei den Deutschen derzeit erfolgreichste US-Serie „Dr. House“. Am Nachmittag bei Kabel 1 (kurz nach 16 Uhr) fährt „Two and a half Men“ immer wieder gute Reichweiten ein, was wohl zur Entscheidung von ProSieben beitrug, ausgerechnet diese Sitcom in die Primetime zu verlegen.

In den vergangenen Wochen habe ich mir „Two and a half Men“ mal genauer angeschaut, um zu verstehen, was ProSieben und die Leute an dieser Serie so gut finden. „Two and a half Men“ ist sicherlich nicht die beste US-Sitcom (diese Ehre würde 30 Rock zuteil, das bei Das Vierte noch auf einen Sendetermin wartet). Aber „Two and a half Men“ ist eine der besseren Sitcoms, und sie ist recht clever und hat prägende Charaktere.

Die Serie erzählt von Charlie Harper (Charlie Sheen) und dessen Bruder Alan (Jon Cryer, spielte mit Sheen schon in Hotshots) und seinem Neffen Jack, die beide bei Charlie einziehen, nachdem sich Alans Frau von ihm getrennt hat. Alle Figuren der Serie haben, und das ist eines der Leitmotive psychologische Probleme.

Statt einer klassischen glücklichen Sitcom-Familie (Cosby Show, Alle unter einem Dach, Unser Lautes Heim) oder einer absichtlich überzogenen Chaosfamilie (Eine schrecklich nette Familie, Auf schlimmer und ewig) steht hier nicht nur eine ungewöhnliche Paarung (drei „Männer“) im Mittelpunkt, sondern eine hochgradig dysfunktionale Familie. Charlie und Alan hassen ihre Mutter, Charlie kompensiert seine fehlende Mutterliebe mit einer Sexsucht, Alan hat Komplexe, seine Exfrau Judith Depressionen. Die Krone setzt dem Ganzen schließlich die neurotische Rose auf, die Charlie seit einer gemeinsamen Nacht als Stalkerin verfolgt, ironischer Weise selbst aber einen Magister in Verhaltenspsychologie hat (in der Staffel die ProSieben nun ausstrahlt ist sie allerdings nicht mit dabei).

Dabei sind die Probleme, die die Hauptfiguren haben, solche die in der Gesellschaft weit verbreitet sind und dadurch Nähe zu den Figuren erzeugen. Ohne moralischen Zeigefinger oder sonstwelche Lehren werden die Geschichten, die sich daraus ergeben einfach durchgespielt. Damit gelingt Two and a half Men eine ganz neue Perspektive auf die klassische Familiensitcom ohne jedoch gleichzeitig mit allbekannten Erzählmustern und Kulissen zu brechen. Immer wieder kehrende Themen sind natürlich auch hier, Familie, Verantwortung und Beziehungen.

Ich hoffe, dass „Two and a half Men“ in der Primetime gut ankommt, und ProSieben mutig genug ist, auch in Zukunft Sitcoms im Abendprogramm zu zeigen.

Update 16. September 2009: Mit 12,8 und 12,7 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe schlugen sich die ersten beiden Primetimefolgen von „Two and a half Men“ gut gegen Dr. House. Die Simpsons kamen auf 16,3 und 15,8 Prozent Marktanteil bei den jungen Zuschauern. (dwdl)

Bei der Verteilung der Marktanteile im Monat Juni, die der Mediendienst DWDL heute präsentiert hat, erweisen sich die großen TV-Sender als die großen Verlierer. Vom schwächeren Programm der Platzhirsche profitieren vor allem die kleineren Sender, die für ihre Verhältnisse kräftig zulegen konnten.

Sowohl Vox (7,5 +0,4), RTL II (6,9 + 0,6) als auch kabel 1 (6,5 + 0,1) konnten in der Zielgruppe im Monat Juni die Marktanteile steigern. Bei dem Wert von kabel 1 handelt es sich sogar um den besten Monatswert den der kleine ProSiebenSat.1-Bruder jemals erreicht hat. Ähnlich wie im vergangenen Jahr bescherten RTL II die inzwischen soliden Quoten des Dauerbrenners Big Brother ein gutes Ergebnis. Bei Vox handelt es sich nach dem schwächeren Mai um eine Erholung der Quoten. Das ZDF profitiert von der U21-Fußball-EM und legt im Juni einen ganz Prozentpunkt zu, und landet damit ausnahmsweise mal nicht auf einem Allzeittief bei den jungen Zuschauern im Alter von 14 bis 49 Jahren. Die einst erfolgreiche Samstagabendshow „Wetten, Dass…?“ verbucht ebenfalls keinen neuen Negativrekord und landet mit ihrer Mallorca-Ausgabe auf Platz 5 der meistgesehen Sendungen bei den jungen Zuschauern.

Richtig mies sieht es hingegen bei der ARD aus, der Mainzer Sender Das Erste kam mit nur noch 6,1 Prozent Marktanteil bei den jungen Zuschauern auf den schlechtesten Wert seiner Geschichte. Mit der Programmierung von Hollywood-Hits mitten in der Nacht machte der Rentersender vor kurzem noch negativ auf sich aufmerksam. Ich gehe also davon aus, dass der Verlust junger Zuschauer bei der ARD gewollt ist und der Negativ-Wert als Erfolg verbucht wird. 😉

RTL bleibt wie zu erwarten weiterhin Marktführer, verliert aber 0,9 Prozentpunkte und kommt damit auf 15,6 Prozent Marktanteil in er Zielgruppe. ProSieben ist mit 1,2 Prozentpunkten Verlust in der Zielgruppe gar der größte Verlierer (11,4). Beiden Sender fehlen Erfolgsformate wie Top Model oder DSDS, die Sommerersatzshows für die Primetime floppten allesamt. Da RTL auch für die kommende Hauptsaison Quotenhits wie das Dschungelcamp aus dem Programm gestrichen hat, muss man davon ausgehen, dass RTL mit Billigproduktionen der aktuellen Werbekrise ein solides Nullwachstum entgegenstellt.

Unterm Strich können wir aus den Zahlen vielleicht herauslesen, dass das TV-Programm nicht nur im Sommer, sondern auch im kommenden Herbst schlechter werden wird. RTL riskiert erstmal nichts kostspieliges und verlässt sich auf die Quotengaranten DSDS und Supertalent, die ARD und das ZDF wollen kein Programm für junge Zuschauer machen (und wenn sies versuchen, machen sie sich so wie bei „Ich kann Kanzler“ lächerlich). Grund zur Sorge ist das nicht, so bleibt mehr Zeit für DVDs und ausländische TV-Hits aus dem Internet.

Mit 29 Prozent Marktanteil war sie 2005 die meistgesehene Wahlsendung bei den jungen TV-Zuschauern überhaupt: Die „TV Total Bundestagswahl„. Kein Wunder also, dass Stefan Raab und N24-Chefredakteur Peter Limbourg Spitzenpolitiker (offiziell sogar die Spitzenkandidaten) aus allen 6 im Bundestag vertretenen Parteien am 26. September 20:15 Uhr zu einer TV Total Sondersendung einladen: Der „TV Total Bundestagswahl 2009„.

Das Besondere: jeder Zuschauer, auch Ausländer und Unter-18-Jährige können während der „TV Total Bundestagswahl 2009“ ihre Stimme abgeben (per Telefon und SMS). ProSieben sagt, man möchte junge Wähler motivieren zur Wahl zu gehen.

ProSieben-Boss Thilo Proff meint: „Laut Statistischem Bundesamt geht jeder dritte Wahlberechtigte unter 30 Jahren nicht zur Wahl. Als erfolgreichster TV-Sender der jungen Mediengeneration will ProSieben genau diese Altersgruppe motivieren, von ihrem Wahlrecht als wichtigstem Instrument der Demokratie Gebrauch zu machen.“

Das Votingergebnis, das auch nach Bundesländern aufgeschlüsselt wird, soll ein Stimmungsbarometer der jungen Menschen in Deutschland darstellen. 2005 ging die SPD mit 36,5 Prozent als stärkste Partei aus der „TV Total Bundestagswahl“ hervor, die CDU/CSU folgte mit 30,2 Prozent, danach die FDP (13,7 Prozent), Linkspartei (10,8 Prozent) und Grüne (8,8 Prozent).

2005 habe die „TV Total Bundestagswahl“ also angeblich das echte Ergebnis der richtigen Bundestagswahl vorausgesagt: eine Große Koalition. Stefan Raab sagt über die Wahl: „Unsere Zuschauer können das Wählen schon mal per Tele-Voting üben. Am Ende der Sendung wissen wir dann schon ziemlich genau, was am Sonntag passiert.“

[Quelle: DWDL, ProSieben]

Update 1.10.09: Es wird doch eine vierte Staffel Primeval geben. Neben ProSieben ist nun auch BBC America mit an Bord und ermöglicht damit die Realisierung einer weitere Staffel der Saurier-Mysterie-Serie. Quelle: dwdl

Die Dinosaurier-Fantasy Serie Primeval vom britischem Sender ITV fällt einem Sparkurs aufgrund der aktuellen Werbekrise zum Opfer. ITV wird keine vierte Staffel der Sendung produzieren lassen. „Nach drei sehr erfolgreichen Staffeln von ‚Primeval‘ gibt es derzeit keine Pläne für eine Rückkehr zu ITV“, sagte ein ITV-Sprecher dem Guardian. „Eiszeit, Asteroiden, Seuche, Invasion von Außerirdischen… jetzt können wir auch die Werbekrise auf die Liste der Theorien zum Aussterben der Saurier setzen“, schreibt die britische Zeitung.

In der auch in Deutschland beliebten Serie untersuchen Wissenschaftler das Auftauchen von Urzeitmonstern, die durch ein Zeitloch in die Gegenwart gelangen. Zeitreisen und Monster kamen auch beim deutschen Publikum so gut an, dass der deutsche Sender ProSieben als Ko-Produzent der Show mitmischte. Herrgestellt wurde sie Serie von Impossible Pictures. Auch eine Kooperation mit dem Pay-TV Sender Scifi scheiterte letztlich.

Primeval sorgte mit aufwendigen computergenierten Effekten für relativ hohe Kosten, die Quoten lagen bei etwas über 4 Millionen Zuschauern in Großbritannien, zu wenig offensichtlich in dieser Zeit, um die Serie fortzuführen.

Ob Primeval ganz von der Bildfläche verschwinden wird, ist jedoch nicht klar. Es könnte gut sein, dass es eine Serienadaption in Amerika gibt oder das ein Kinofilm produziert wird. Warner Bros. hat sich Medienberichten zufolge die Rechte an dem Stoff gesichert.

[Quellen: DWDL, Quotenmeter, Guardian]

Sechsmal am Samstag abend wird ProSieben ab dem 4. Juli eine neue Castingshow ausstrahlen, deren Sinn sich mir überhaupt nicht erschließt. „Sommermädchen 2009“ soll sie heißen und worum es geht, weiß ich auch nicht so genau.

Da hilft auch die kryptische Botschaft auf der ProSieben-Website kaum weiter: „Wer ist so schön wie schlau? Wer ist so sportlich wie elegant? Wer ist so lustig wie mutig?“

Soll das etwa bedeuten, mann muss von alledem gar nichts sein, solange es sich nur die Waage hält? Wer also hässlich und dumm ist, wäre ja dann so schön wie schlau, nämlich gar nicht. Ich glaube aber, das ist eher nicht gemeint.

Genaugenommen scheint „Sommermädchen“ – das ist überhaupt ein blöder Titel – so eine Art Miss Germany-Suche zu sein, ProSieben sagt nämlich, man suche die beste Frau Deutschlands. Trotzdem durften die „Frauen“ die sich da beworben haben höchstens 28 Jahre alt sein, was auch diese Aussage wieder völlig relativiert.

Stattfinden soll dieses Top Models für Arme sag ich mal, in Spanien und die 16 Kandidatinnen, aus jedem Bundesland (außer Mallorca) eine, müssen um die Wette Luftmatratzen aufblasen, grillen, wasserrutschen und Partylieder singen. Ich wüsste garantiert die perfekte Kandidatin dafür: Erinnert sich noch jemand an Jana aus der aktuellen Big Brother-Staffel?

Wie auch immer, es sieht so aus, als würde es da 16 solcher Janas geben. Ein Rätsel ist mir, wie das 12 Stunden Programm füllen soll, aber die werden sich schon was bei denken, bei ProSieben. Oder? „Wir haben im Sommer noch ein Locht“, könnte da jemand gesagt haben, „Wir könnten die Simpsons senden und Galileo-Specials mit Grill und Sonnencreme-Tests“, „Nee, nee“, wird dann ein anderer geantwortet haben, „Lass mal was mit Mädchen machen. So Sommermädchen, weisste?“.

Also wenn das Erfolg hat, werde ich auch ProSieben-Show-Erfinder. Ich habe garantiert noch ein dümmere Idee. Bis dahin rufe ich mal zu Vorschlägen zum Thema „Tolle Dinge die man im Sommer tun kann, anstelle Sommermädchen zu schauen“ auf – Vorschläge bitte in den Kommentaren.

Neues Logo der achten Popstars Staffel "Du & ich"

Neues Logo der achten Popstars Staffel "Du & ich" (c) ProSieben

Die ProSieben Casting-Soap „Popstars“ geht im Sommer 2009 mit 16 neuen Episoden in die 8. Staffel. Gesucht wird diesmal ein Duo, also Mann/Mann, Frau/Frau oder Mann/Frau. Entsprechend heißt das Motto der neuen Staffel „Popstars Du & Ich“. Das neue Logo erinnert in seiner Verspieltheit und den Farben etwas an Queensberry, die Gewinnerband des vergangenen Jahres.

Die schlechte Nachricht: Neben Detlef D. Sost, der als Drillinstructor wie immer gesetzt ist als Jurymitglied, wird Alex Christensen, der mit „Miss Kiss Kiss Bang“ für Deutschlands aktuellste Grand Prix-Blamage verantwortlich zeichnete in die Jury zurück kehren. Christensen, der mal mit der dem Elektroprojekt U96 berühmt wurde (ich hab sogar das Album noch), saß auch bereits 2001 in der zweiten Popstars-Staffel (damals noch auf RTL II) in der Jury. Neu in der Jury ist die quirlige Songwriterin Michelle Leonard (MySpace-Profil), die auf ihrer Homepage über sich selbst schreibt: „Michelle sucht immer nach Talenten, und sie weiß wie man Hits macht“. Interessante Wahl.

Die Castings für die neuen Popstars-Staffel finden vom 17. Juni bis 11. Juli statt, das sind die Termine:

  • Mittwoch, 17. Juni 2009 in München, Alte Kongresshalle, 12.00 Uhr
  • Mittwoch, 24. Juni 2009, in Stuttgart, Porsche Arena, 12.00 Uhr
  • Samstag, 04. Juli 2009, in Düsseldorf, Maritim Hotel Düsseldorf, 8.00 Uhr
  • Samstag, 11. Juli 2009, in Berlin, Estrel Convention Center, 8.00 Uhr

ProSieben ruft auf seiner offiziellen Popstars-Website außerdem zu Bewerbungen für Popstars auf. Dazu muss auf dieser Seite ein Bewerbungsbogen heruntergeladen werden, der online oder per Post an die Produktionsfirma Tresor TV geht, Fotos, eine CD oder DVD mit Videos bzw. ein Link zu einem eigenen Video bei Youtube, MySpace und Co. sind erwünscht.

An der Dramaturgie von Popstars ändert sich auch in der neuen Staffel nichts. Nach den vier Castings geht es für die Auserwählten in den Workshops. Darauf folgt die Band-Phase , in der nach Angabe von  ProSieben edle Locations, echte Jobs im Musik-Business und spannende Treffen mit prominenten Persönlichkeiten warten. Das Finale wird dann wie immer live sein.

[Quelle: ProSieben Pressemitteilung]

Der Sommer ist manchmal eine fernseharme Zeit, aber auch eine Zeit, in der die Sender gut das eine oder andere Format ausprobieren können, dass sich in Herbst, Winter und Frühjahr vielleicht nicht lohnen würde. Ein Überblick über die neuen Programme dieses Sommers im deutschen Fernsehen.

Erwachsen auf Probe, Reality-Doku, ab 3. Juni, RTL: Im umstrittenenen TV-Format leihen sich Teenager fremde Babies um auszuprobieren, wie es ist Eltern zu sein.

„Mission Hollywood“, Castingshow, ab 8. Juni, RTL: Til Schweiger sucht Nachwuchs-Schauspielerinnen. Es winkt eine Rolle in „Twilight 2“.

Sportfreunde Pocher – Alle gegen die Bayern, Sport-Casting, ab 27. Juni, Sat.1: OLiver Pocher castet Hobby-Kicker, die den FC Bayern herausfordern sollen. Das Endspiel findet am 25. Juli in der Arena auf Schalke statt.

Germany’s next Showstars, Casting, ab 4. Juni, ProSieben: DJ Bobo sucht Nachwuchstalente im Doppelpack, die ihn auf seiner Bühnenshow begleiten.

Promi-Singles – Traumfrau sucht Mann, Doku-Soap, im Sommer, Sat.1: Prominente Frauen wie Desirèe Nick, Sabrina Setlur und Maja von Hohenzollern suchen ihren Traumpartner, zumindest solange sie auf Sendung sind.

Giulia in Love?!, Doku-Soap, ab 2. Juli, ProSieben: Die ehemalige Dschungelbewohnerin und Ralph Siegel-Tochter lädt zehn Männer in eine Villa und sucht sich den passenden aus. Bis dahin müssen zahlreiche Einzel- und Gruppendates absolviert werden.

tvstipps

Der VfB-Stuttgart, bzw. das mit Prominenten und (ehemaligen) Profifußballern besetzte VfB-Team hat gestern den Deutschen Eisfußball-Pokal (DEFB) gewonnen. Die als Dauerwerbesendung gekennzeichnte Event-Show aus dem Stefan Raab-Ideenpool bei ProSieben erzielte allerdings nur mäßige Quoten. Nur 18,1 Prozent der jungen Zuschauer wollten den DEFB-Pokal sehen, 32,4 Prozent hingegen schauten das Prominenten-Special von „Wer wird Millionär“ auf RTL, unter anderem auch ich. Insgesamt hatte WWM sogar starke 7,94 Millionen Zuschauer, der DEFB-Pokal nur 2,24 Millionen.

Mit 23 regulären Toren war der DEFB-Pokals recht torarm, die Halbfinals wurden zudem im Elfmeterschießen entschieden.

Während ich diesen Blogeintrag schreibe, läuft die Aufnahme vom DEFB-Pokal auf meinem TV, ich fands aber nicht so spannend, als dass ich mich nicht mit den Ergebnissen des Pokals hätte spoilern können.

Hier die Übersicht über alle Ergebnisse des Deutschen Eisfußball-Pokals 2009:

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