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Es ist der TV-Schock des Jahres. Jetzt trifft die Werbekrise auch die Zuschauer mitten ins Mark! RTL wird 2010 kein Dschungelcamp produzieren, die fünfte Staffel um ein Jahr verschieben. Das berichten zu meiner großen Überraschung DWDL und Quotenmeter.

Hintergrund sei, wie die beiden Medienportale erklären zu versuchen die Werbekrise von der jetzt alle soviel reden. Während des Dschungelcamp zunächst wegen des schlechten Images in Staffel 1 und 2 kaum Werbebuchungen gehabt habe (und damals schon 3,5 Jahr pausierte, änderte sich das zwar spätestens mit der vierten Staffel, jetzt aber schlägt die Flaute auf dem Werbemarkt zu. Zu teuer sei das Dschungelcamp mit seinen täglichen Liveübertragungen aus Australien, kaum zu refinanzieren, heißt es.

Ohnehin ist RTL und dessen Mutterkonzern Bertelsmann kräftig am sparen. Vor kurzem kündigte Bertelsmann starke Einschnitte beim Personal ein. Weil RTL immer weniger fiktionale Formate produziert müssen in diesem Bereich 20 Mitarbeiter gehen. Und jetzt trifft es also auch das erste Reality-Format. Und wer weiß was 2011 dann ist.

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge, wird RTL das Dschungelcamp aber nicht komplett abschaffen, sondern nur um ein Jahr verschieben. Sprecherin Anke Eickmeyer sagte DWDL: „Angesichts des großen Erfolges der letzten Staffel von ‚Ich bin ein Star Holt mich hier raus’ planen wir selbstverständlich eine nächste Staffel, allerdings nicht mehr in der nächsten Season, sondern in der Season danach.“

Wenn im Dezember also die 9te britische Staffel von „I’m a Celebrity…“ abgeschloßen ist, müssen wir alle ganz stark sein 😉 Denn dann gibt es für mindestens ein Jahr kein Dschungelcamp, keine Dschungelprüfungen mehr. Die derzeitigen Quoten des US-Camps machen nämlich auch wenig Hoffnung darauf, dass die Amerikaner nochmal nachlegen.

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Ist Euch auch die ungewöhnlich kühle, eisige Stimmung bei Peter Bonds vierter Dschungel-Prüfung (Dschungelpicknick) aufgefallen? Ich fand das kam sehr merkwürdig und unangenehm rüber, als würde etwas nicht stimmen. Kann man sich hier bei Clipfish nochmal ansehen.

Jetzt kam der mögliche Grund dafür raus: Peter Bond ging offenbahr schon während des ersten Gangs erzürnt auf Moderatorin Sonja Zietlow los. Die Bild-Zeitung schreibt dazu:

Peter Bond springt auf, geht drohend auf Zietlow zu. Der ehemalige „Glücksrad“-Moderator mit vor Wut bebender Stimme: „Ich habe meine Kandidaten immer mit Respekt behandelt. Das ist heute und hier offensichtlich nicht mehr der Fall. Jeder, der zu mir gekommen ist, wurde, egal was war, gut behandelt.“ […]

Zurück am Dschungel-Esstisch ließ sich Bond für jeden Gang ewig Zeit, allein am Straußen-Embryo nagte er 15 Minuten. Die Zuschauer sahen im TV nur, wie Nico Schwanz ihn mehrfach aufforderte, schneller zu essen.

Wenn das stimmt, dann wundere ich mich, dass RTL das nicht zeigt? Unterstriche doch das sorgfältig aufgebaute Bild des Widerlings, dass RTL so schön gezeichnet hatte. Statt dessen wurde Bond am nächsten Tag mit Screentime „belohnt“, in der er eine traurige Gundis Zambo tröstete. So transparent und authentisch ist der Dschungel dann wohl doch nicht. Letztes Jahr hatte man DJ Tommeks Hitlergruß ja noch selbstbewusst in die Show eingebaut. Unverständlich.

Heut war in den Qualitätsmedien- und Blogs ein guter Tag, was das Dschungelcamp betrifft. Wie ich es schon ahnte, hat einer die stilsichersten Blogger, nämlich Gregor Keuschnig (das ist der Name einer Figur aus einer Erzählung von Peter Handke) endlich die längst überfällige Kritik der Kritik (der Kritik) des Dschungelcamps geschrieben.

Aber von vorn: Die „Ach ist das alles schrecklich“-Kritik gehörte eigentlich spätestens seit dem Ende der ersten Staffel der Vergangenheit hat (sollte man meinen), aber mindestens einer (Christoph Stölz von der Berliner Morgenpost nämlich) hat es dieses Jahr auch wieder getan, die Altherrenversion der Empörung für die Zielgruppe der Lokalzeitung:

Was habe ich aber gesehen? Einen Generalangriff auf Augen und Ohren, der – paradox genug – trotzdem schnell langweilig wurde. Endlose Trailer-Vorspiele, Geschwätz der mäßig prominenten Akteure Lorielle, Ingrid, Günther, Nico etc. auf Hotelterrassen. Eifersuchts-Rituale der Bussi-Gesellschaft, Schickeria-Häme, „psychologisch“ aufgeschminkte Interviews.

Peinlich. Keine Frage. Auf der anderen Seite gab es immer wieder jene, die (unkritisch) all dem Treiben zugejubelt haben, es sei so gutes Fernsehen, sagen wir , so ironisch, einfach das Beste im Fernsehen überhaupt. Anführer dieser Community ist zweifellos Stefan Niggemeier, der heute in der FAS mal wieder nachgelegt hat, und neben der Kritik an der menschenverachtenden Berichterstattung diverser Boulevardmedien über das Camp, die Qualität und Deutungstiefe des Camps heraushob:

Es ist ein bisschen beunruhigend, dass es so viele Dreiviertel-Prominente zu geben scheint, die sich offenbar unter einem Zwang sehen, der Welt zu beweisen, wie tough und echt sie sind. Und es ist noch beunruhigender, dass sie glauben, dass der Gang in das Dschungelcamp der richtige Weg dafür ist. Aber so unwahrscheinlich es klingt: In dem Moment, in dem Lorielle diese Cocktails trank, verlor sie nicht, sondern gewann an Würde. […]

Zum Geheimnis des überwältigenden Erfolges von „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ gehört, dass die Show nicht nur an die niedersten Instinkte appelliert (aber natürlich auch), sondern auch das Gehirn intelligenter Menschen anspricht. Sie ist hervorragend produziert, von Menschen, die offensichtlich Spaß an der Arbeit haben, und vielschichtig […]

Angesichts solcher Lobesreden auf die RTL-Show, die ich allerdings komplett genauso sehe, verwundert es jedoch, dass es abseits der banalen Empörung etwa einer Berliner Morgenpost kaum kluge Kritik am Camp selbst sowie eine Kritik der lobhudelnden Kritik gibt. Gab! Gregor Keuschnig schreibt in einem amüsanten und überaus lesenswerten Beitrag auf seinem Blog über die kriterienlosigkeit und Lobpreisung der Fernsehkritik allgemein und das Camp:

Was soll man von einer derart affirmativen „Kritik“ halten? Eine Kritik, die ihrem Geschmacksurteil jegliche ästhetische Komponente ausgetrieben hat und nur noch auf einer Art Mainstreamstrich zu trippeln scheint. Als „Ersatzreligion“ des so abhanden gekommenen Kriterienkatalogs (der ausser das eigene Vergnügen nichts mehr kennt) dient nur noch die moralisch saubere Fernsehsendung. […]

Die gängige Geschmacksfernsehkritik mit moralischem Imperativ kennt nur noch „gut“ und „schlecht“. „Deutschland sucht den Superstar“ ist „schlecht“, weil Dieter Bohlen (angeblich) hilflose Teenager beleidigt (jeder Beleg – es gibt deren viele – wird akribisch aufgesammelt). Das „Dschungelcamp“ ist „gut“, weil es „intelligent“ gemacht ist (es bleibt bei dieser Behauptung). „Big Brother“ ist – im Moment wohl eher – „schlecht“, Stefan Raab gilt immer noch als „gut“, Harald Schmidt nicht mehr usw. […]

Wenn Niggemeier vermerkt, die Show habe eine Distanz zu sich selbst, vergisst er, dass gerade diese Distanz als Distanzsimulation ein essentieller Bestandteil des Konzepts ist. Statt dieses in eine Kritik einzubauen (die freilich weit entfernt von einem kulturkritischen Lamento sein müsste), argumentiert man lieber sendungs- bzw. format-immanent […]

Und damit ist es dann doch wieder irgendwie wahr. Auf der Metaebene und der Metaebene der Metaebene usw. ist das Dschungelcamp allemal etwas, womit sich intelligente Menschen beschäftigen können. Eine derart kritische, vielfältige Auseinandersetzung mit dem Medium Fernsehen und das Bedürfnis danach könnte , in jeder Hinsicht auch ein Schlüssel zu besserem Programm sein.

Die in Österreich überregional erscheinende Tageszeitung „Österreich“ hat durch ein ganz geheimes und investigatives Gespräch mit einem „Insider“ (!) einen schier unglaublichen Betrug beim Dschungelcamp aufgedeckt (oder auch „Schmäh“):

Die Camp-Show besteht aus einem geschickten Zusammenschnitt aus „Live und Aufzeichnung“. Dschungelprüfung und Schatzsuche sind nie live, können also dramatisiert werden. Der Zuschauer merkt das meist nicht.

Wer hätte das gedacht!? Zumindest Österreich hält die Österreicher für so blöd, es „meist“ nicht zu bemerken.

Der restliche Artikel bezieht sich hauptsächlich auf Dinge, die bereits in der ersten Staffel jedem Fan präsent waren, etwa dass der Dschungel kein „echter“ Dschungel ist, sondern eine im Dschungel angelegte Dschungel-Imitation mit Regennetz, Teichfolie und… aufgepasst: Jeder Menge Technik! Ich hatte mich schon gewundert, warum es Bilder aus dem Camp gibt! Aber na klar, da gibts ja Kameras und die ganze Technik drumherum. Einfach eine unglaubliche Verarsche!

Dererlei Banalitäten hatte schon das ZDF-Boulevardmagazin „Frontal 21“ 2004 „aufgedeckt“ in einem neidischen Rundumschuß gegen RTLs Unterhaltungskompetenz (die man beim ZDF vergeblich sucht).

Doch „Österreich“ hat noch ein paar weitere Schmankerl: Die Votings seien manipuliert (bestimmte Kandidaten kommen, wenn die Dschungelprüfung gut war, einfach nochmal dran… total irre). Aber auch ein interessantes Thema, denn ob Votings manipuliert sind und wann sie wirklich enden, darüber wird oft tatsächlich ein Mantel des Schweigens gehüllt.

Ebenfalls interessant: Österreich behauptet, dass die Stars genaue Anweisungen erhalten welche Rolle sie „spielen“ sollen, etwa Guilia Siegel = die Zicke. Das würde das von den Feuilletonisten und vielen Zuschauern so geliebte Sozialexperiment mit den angeblich fallenden Masken der Stars tatsächlich in Frage stellen. Aber kann man die Art und Weise wie ein Peter Bond oder Ingrid van Bergen drauf sind, wirklich schreiben?

Vielleicht, vielleicht auch nicht? Aber was Österreich nicht zu wissen scheint: Es ist Fernsehen und das ist genauso eine virtuelle und dramatisierte Welt wie eine Boulevardzeitung.

Original und Fälschung... von links nach rechts, oder andersrum?

Original und Fälschung... von links nach rechts, oder andersrum?

Die sogenannten Chuck Norris-Fakten sind ein Running-Gag der Netzkultur. (Chuck Norris-Facts in englisch, und in deutsch). Sie geben in kurzen, witzig-ironischen Sätzen wieder, was Chuck Norris alles kann und tut (etwa: Chuck Norris isst keinen Honig. Chuck Norris kaut Bienen). Sie basieren ganz einfach darauf, dass Chuck Norris in seinen Filmen bzw. der Serie Walker, Texas Ranger, das Klischeebild des harten, starken und zu allem fähigen Mannes ist. Wikipedia zufolge gehen sie auf Witze des US-Laten-Night-Manns Conan O’Brien zurück.

Nachdem der frühere Glückrad-Moderator Peter Bond im RTL-Dschungelcamp in seinen ersten beiden Dschungel-Prüfungen nur drei Sterne holte, sich aber immer selbstbewusst und überheblich gab („Mehr war einfach nicht drin“, „Will das deutsche Volk euch etwa nicht sehen“) haben Fans jetzt eine den Chuck Norris-Facts nachempfundene Internetseite ins Netz gestellt: einpeterbond.de.

Schon in der Moderation hatte Sonya Zielow über Bond entsprechend gelästert, was auch die Bild-Zeitung in einem Interview nochmal aufgriff:

BILD: Auch über Peter Bond lästern Sie gern und oft. Kostprobe: „Ein Peter Bond fällt nicht. Die Erde wirft sich ihm an den Hals – so wie alles Weibliche.“ Sie spielen mit ihm in einem Golfverein. Können Sie ihm demnächst noch in die Augen sehen?

Zietlow: „Absolut. Ein Peter Bond liebt sich selbst genug, der braucht keine Liebe von anderen.“

Entsprechend hat auch die Bild auf den Netz-Trend reagiert, und verschafft der Website der Fans und Peter Bonds übermenschlichen Fähigkeiten Publicity.

Hier sind einige der Sprüche, ein Peter Bond…:

… atmet nicht! Er reichert die Luft an!

… schlägt keinen Nagel in die Wand! Er zieht die Wand in den Nagel!

… legt sich nicht hin! Er zieht die Erde zu sich hoch!

… wird nicht zum Teamchef gewählt! Er wird nur an der Spitze der Nahrungskette bestätigt

… muß nicht Pinkeln. Denn ein Peter Bond… scheidet nie aus!

… muß nicht Tanken! Sein Auto fährt aus Respekt!

Natürlich werden solche Gags auch direkt in den Internetforen rund um „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ weitergesponnen, zum Beispiel im Anti-Peter-Bond-Thread im Ioff. Mal sehen wie Peter darauf reagieren wird, sobald er das Camp verlässt… wobei, ein Peter Bond reagiert nicht, andere reagieren auf ihn!

Ein kleiner Tipp für die Fans von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“: RTL übernimmt viele der Prüfungen, die die britischen Celebrities im UK-Dschungelcamp auf ITV schon im November des vergangenen Jahres absolvieren mussten. So wird Peter Bond heute das „Jungle Gym“ betreten müssen, dass der englische Politiker und TV-Moderator Robert Kilroy-Silk schon hinter sich hat:

In Zukunft bei Interesse einfach mal bei Wikipedia die Übersicht der Bushtucker-Trials der 8ten Staffel von „I’m a Celebrity…“ aufrufen und schauen was so ähnlich klingt wie der Dschungelprüfungs-Teaser von RTL. Und dann bei Youtube suchen.

Update 1: Die Dschungelprüfung am Samstag Tag 9, zu der erneut Peter Bond antreten muss (aus Performance-Gründen für die Startseite nach dem Klick):

Den Rest des Beitrags lesen »

Nach der ersten Sendung der viertel Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, wurden gestern Nacht und heute auch die ersten Rezensionen zu der TV-Kritiker liebster Entertainmentshow verfasst.

Medienpirat Peer Schader verteidigt für Spiegel Online erwartungsgemäß das Camp:

Über den ganzen Rest müssen wir jetzt nicht noch mal debattieren, oder? Also: dass in der Sendung ja Promis auftreten, die es offenbar bitter nötig haben. (War schon bekannt.) Und dass es ja wohl typisch für den Wertverlust in unserer Gesellschaft ist, wenn im Fernsehen Känguru-Anus verspeist wird. (Glauben wir nicht.) Oder dass das ja wohl die niederste Form der Unterhaltung sei, sich über erfolglose Ex-Stars lustig zu machen, die kaum was zu essen kriegen. (Stimmt nämlich nicht.) Die niederste Form der Unterhaltung läuft jeden Tag im regulären Programm, in Boulevardmagazinen und Doku-Soaps, nur machen die Sender dafür nicht so viel Promotion wie RTL für sein Dschungelcamp.

Stefan Niggemeier, der in diesem Jahr im FAZ-Exil auftragsbloggt wirkt in seinem Dschungeltagebuch erschreckend uninspiriert, vielleicht hat er inzwischen alles schonmal gesagt, oder er vermisst seine Kommentatoren, oder es ist einfach nicht so toll, für ein Blog zu schreiben, dass gar nicht so richtig eines ist.

Zu Recht bemängelt er die Qualität der Präsentation des Einzugs der Kandidaten:

Man möchte sich gar nicht ausmalen, ob es grausame Produzenten sind, die dem Eisläufer Norbert Schramm dann vom Regieplatz zurufen: „Herr Schramm? Können Sie nicht mal die Schlittschuhe so seitlich hochhalten und dabei ganz… äh… offensiv in die Kamera gucken?“ – oder ob Norbert Schramm die Schlittschuhe gleich selbst mitgebracht hat, um vorzuschlagen, dass das doch eine tolle Idee wäre, wenn er sie für die Film- und Fotoproduktion so lustig hochhalten könnte.

Für die restliche Produktion gibts aber Lob:

Was die Produzenten auch schaffen: dass der Qualitätsabstand der Sendung selbst und der Berichterstattung über sie immer größer wird.

Michael Reufsteck vom fernsehlexikon kommentiert gewohnt zugespitzt und bitterböse:

Dann holt sie [Ingrid van Bergen] nämlich ihre als Luxusartikel mitgebrachte Knarre hervor und knallt denjenigen ab, und Günther Kaufmann gesteht die Tat. Könnte also spannend werden. Falls van Bergen verfehlt, hat Gundis Zámbó für alle Fälle als Luxusartikel einen Strick dabei. Die Sache mit Strick ist wirklich wahr, keine Ahnung was sie damit vorhat.

Und heute gehts dann weiter, wenn Lorielle London jede Menge ekliger Cocktails schlürfen muss. Das haben Timmy Mallet und Brian Paddick vor ein paar Monaten unter anderem unter dem Titel „Last Chance Saloon“ (Hier das Video bei Youtube) im britischen Dschungelcamp auch gemacht (sieht man beim RTL-Teaser, ich glaube Paddick hält sich da die Nase zu), um die Wette und Mallet krallte sich in Paddicks Arm (wohl um ihn dazu zu bringen, sich zu verschlucken), doch das war nicht annähernd so lustig, wie es wohl heute im Falle von Lorielle wird. Bei RTL heißt es Happy Hour. Überhaupt ist das deutsche Camp bis auf eine Sache um vieles besser als das britische, was seltsam ist, denn ist es nicht eigentlich ein Gesetz, dass deutsche Versionen von ausländischen Shows schlecht sein müssen? Offensichtlich nicht. Dirk Bach und Sonja Zietlow sind bedeutend lustiger als die eigentlich sehr lustigen UK-Moderatoren Ant und Dec und überhaupt, es hat eine ganz andere Qualität, irgendwie ist es liebevoller und charmanter. Achja, die eine Sache: Die britischen Promis mussten mit Fallschirm über dem Dschungel abspringen, die deutschen nicht. Schade.

So, dass war dann auch mein Kommentar dazu, alles andere wurde ja schon mehrfach gesagt.

Ich bin ein Star, holt mich hier raus! ist eine der besten deutschen Fernsehsendungen. Und ich erkläre auch gerne warum.

Betrachtet man zunächst nur die Sendungen, die ausschließlich fürs Fernsehen gemacht sind, oder nur die Unterhaltungssendungen, so ist das Dschungelcamp, die Beste. Warum? Ich glaube, dass die Leute, die gerne TV schauen, um sich zu unterhalten, gut gemachtes Unterhaltungsfernsehen zu schätzen wissen. Beim Dschungelcamp ist es so, dass das gesamte Programm mit viel Liebe, Witz und Ironie gemacht ist. Gute Autoren, Redakteure, die fühlbar Spaß an der Sache haben, irgendwie frei und ungezwungen wirken, fast so als wäre das Geld verdienen mit diesem Produkt egal, als ginge es nur um Qualität.

Die besondere Qualität des Dschungels liegt, neben der ironisch-kritischen Distanz zur eigenen Sendung und Kandidaten und dem drumherum, vor allem darin, dass er uns Menschen vorsetzt, die wir auf den ersten Blick oft nicht leiden können, die viele Ressentiments wecken. Doch nach und nach enthüllt er wie kein anderer den Charakter, das Wesen dieser Leute. Eine Gina Wild (Michael Schaffrath) etwa, die keine dumme Pornoschlampe ist, sondern ein gefühlvoller, lieber Mensch. „Es gelingt ‚Ich bin ein Star, holt mich hier raus‘ auf bewundernswerte Weise, Szenen und Geschichten zu inszenieren, die wirkungsvoller sind als der Vorab-Rummel über die C-Promis. Die Akteure werden lebendig, bar jeder Rückzugsmöglichkeit bekommen sie eine Art Würde, die ihnen niemand mehr zugetraut hätte“, schreibt Holger Kreitling von Die Welt.

Oder aber der Dschungel bestärkt uns in dem was wir glauben zu wissen, aber er unterlegt es mit etwas fassbarem, anstelle von reinen Vorurteilen… wie Lisa Bund zusammengebrochen ist, sie wolle doch nur gemocht werden, unfähig sich selbst und was die macht kritisch zu sehen. Grandios. Sowohl in Produktion, Planung als auch Rezeption eine, wenn auch ganz kleine, intellektuelle Leistung.

Als das was es ist, leichtes Unterhaltungsfernsehen, ist das Camp in diesem Genre extrem hochwertig. Rechnet man heraus, dass ein Film, eine politische Talkshow oder eine Serie grundsätzlich höheren Anspruch hat, sondern vergleicht diese verschiedenen Programme danach, ob sie das wozu sie gedacht sind gut oder schlecht machen, dann schlägt das Dschungelcamp fast alles im deutschen Fernsehen. Natürlich ist Anne Will etwa wichtiger als eine Reality. Aber Anne Will ist eine schlechte politische Talkshow. Das Dschungelcamp ist eine herausragende Reality.

Nun begehen vor allem in Deutschland immernoch viele Leute, den Fehler, gutes Fernsehen dennoch nach seinem vermeintlichem Inhalt zu beurteilen. Kängaruh-Hoden, arbeitslose Z-Promis… das kann doch nur was für Dumme sein. Der Schein trügt. Abgesehen davon, dass gebildete Menschen weniger TV schauen, als ungebildete, wenn sie denn TV schauen, dann schauen sie sehr gerne das Dschungelcamp. Das hat Stefan Niggemeier bereits im vergangenen Jahr gezeigt:

Bei den jungen Leitenden Angestellten, Beamten und Selbstständigen waren die ersten beiden Folgen von „Ich bin ein Star…” die meistgesehenen Sendungen des Wochenendes (14- bis 49-jährige, Freitag bis Sonntag). Zum Vergleich: „Anne Will” sahen am Sonntag 50.000 Menschen aus dieser Alters- und Berufsgruppe; die dritte Folge von „Ich bin ein Star”, die etwas später begann, 120.000. […]

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den 14- bis 49-Jährigen, die mindestens Abitur haben: In der Hitliste lagen an den drei Tagen „Tagesschau”, „Die Insel”, „Die Bourne Identität”, „Polizeiruf 110″ und „Wilsberg” nach absoluten Zahlen vorne – aber dann folgten die Freitags- und Samstagsausgabe der Dschungelshow, weit vor Sendungen wie „heute journal”, „Weltspiegel” oder „Politbarometer”. […]

Das alles ist kein Wunder. Die Zuschauer wollen gutes Programm in jedem Genre, und das Dschungelcamp ist das beste Programm im Unterhaltungsbereich. Es ist in dem Bereich besser, als es die meisten Programme in anderen Bereichen sind. Das Dschungelcamp ist so gut, dass es anders viele andere Sendungen, den Vergleich mit dem britischen Original nicht scheuen brauch.

Ich hoffe, das alles wird sich ab morgen Abend (22:15 Uhr RTL) wieder bestätigen.

Update 3. Januar 2009: Die Liste, wie unten aufgeführt ist Medienberichten zufolge jetzt komplett und wurde nun auch offiziell bestätigt.

Anlässlich des Starts des achten britischen Dschungelcamps habe schonmal die Spekulationen um die Kandidaten für die vierte deutsche Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ zusammengefasst. Inzwischen sind neue Namen bekannt, daher hier nochmal eine aktualisierte Liste. Hinter den Links verbirgt sich jeweils die Quelle für die Spekulation:

  • Michael Meziani (Schauspieler, Soap-Star Marienhof) – 41 Jahre alt
  • Lorielle London (bekannt als Lorenzo aus DSDS, prominente Transsexuelle, Sängerin) – 23 Jahre
  • Giulia Siegel (Tochter des Musikproduzenten Ralph Siegel, Moderatorin, Model, Schauspielerin) – 34 Jahre (nicht 31, wie RP Online behauptet)
  • Gundis Zámbó (Moderatrin, zuletzt bekannt durch Engagement für Essgestörte, da selbst betroffen) – 42 Jahre
  • Peter Bond (ehemaliger Glücksrad-Moderator, spielte auch in Softpornos mit) – 56 Jahre
  • Christina „Mausi“ Lugner (prominente Unternehmergattin aus Österreich) – 42 Jahre
  • Ingrid van Bergen (Schauspielerin, tötete 1977 ihren Mann) – 77 Jahre
  • Update: Nico Schwanz (Model, TV-Juror Starsearch/Kandidat „Die Alm“) – 28
  • Update: Günther Kaufmann (Schauspieler, saß unschuldig im Knast) – 61
  • Update: Norbert Schramm (Eiskunstläufer) – 48

Damit sind noch 3 Plätze offen, da insgesamt 10 Promis in das Dschungelcamp ziehen. Weitere mögliche Kandidaten sind Jürgen und Ramona Drews, Brigitte Nielsen, Fiona Erdmann und Gotthilf Fischer, sagt zumindest dieses Blog.

Die vierte Staffel des Dschungelcamps startet am Freitag, 9. Januar 2009 um 22:15 Uhr auf RTL.

1. Ich bin ein Star, holt mich hier raus! Staffel 3 (Deutschland, RTL).

Dschungelkönig Ross Antony

Dschungelkönig Ross Antony

Nach Drei Jahren hat es RTL endlich gewagt, die dritte Staffel des grandiosen Formates auszustrahlen und das mit vollem Erfolg. Über 30 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und ein starkes Finale gegen „Wetten, Dass…?“. Liebevoll produziert und mit viel Witz und Selbstironie produziert, hat RTL gezeigt, wie man richtig gutes Reality-TV macht, eine Ausnahmeerscheinung bislang in Deutschland. Im Januar gehts mit der vierten Staffel weiter.

2. Big Brother Celebrity Hijack (UK, Channel4/E4)

John Loughton und Jeremy Metcalfe

John Loughton und Jeremy Metcalfe

Verkehrte Welt bei Big Brother: Die vor Ideen sprudelnden Channel 4-Jungs verzichten Anfang 2008 auf ein Celebrity Big Brother (wegen des Rassismus-Eklats) und machen was ganz neues: nur 28 Tage, alle Bewohner haben ein besonderes Talent (Tänzer, Sänger, Politiker, Jungunternehmer, Designer, Künstlerin, Boxer, Rennfahrer, Artist), die täglich wechselnden Prominenten ersetzen den Big Brother. Witzig, charmant, intelligent und innovativ – das beste Big Brother aller Zeiten. Am Ende gewinnt der schottische Politiker John Loughton. Viele Videos dazu bei Youtube, und ein Beitrag auf diesem Blog.

3. The Apprentice UK, Series 4 (UK, BBC)

The Apprentice UK Series 4 Cast

The Apprentice UK Series 4 Cast

Auch Staffel 4 der Business-Reality Apprentice schafft es mit großartigen Kandidaten, dem unvergleichem Charme, feinem Gespür für Komik und den allseits beliebten Juroren Sir Alan Sugar, Margaret Mountford und Nick Hewer in der ersten Hälfte des Jahres wieder für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Neun Millionen sehen das Finale. Während der Fußball-EM. Starkes Programm führt immer zu starken Quoten. Nach der Show wählen die Leser der Sun Sir Alan zu ihrem Wunschpremier. Im Laufe des Jahres folgen weitere Shows aus der Business-Ecke: BBC3 legt mit „Last Millionaire“ nach: hier „gewinnt der schlechteste“, auf ITV floppt „Natural Born Sellers“, bei ironischerweise auch der schlechteste Kandidat gewinnt. Und die Iren zeigen mit einer eigenen Version, Irish Apprentice, eine solide Umsetzung. Das „Original“ bleibt jedoch unerreicht.

4. The Celebrity Apprentice (Apprentice Season 7), (USA, NBC)

The Celebrity Apprentice Cast

The Celebrity Apprentice Cast

Die in die Jahre gekommen Realities auf den US-Networks setzen auf Sonderstaffeln, Amazing Race 11 geht Ende 2007 mit einer All-Stars-Folge ins Rennen, in Survivor heißt es 2008 Fans vs Favorites und The Apprentice setzt jetzt auf Promis und das mit Erfolg. Mit Boxweltmeister Lenox Lewis, Vincent Pastore aus den Sopranos oder Gene Simmons von Kiss ist die Staffel gut besetzt. Little Miss Reality OmaRosa sorgt für Streit und am Ende gewinnt TV Juror Piers Morgan (America/Britain’s Got Talent) mit Hilfe von Simon Cowell und Sara Ferguson im Rennen um die erfolgreichste Charity. Kurios und kurzweilig.

5. I’m a Celebrity, Get me out of here! (UK, ITV)

Martina Navratilova, George Takei, David van Day und Joe Swash

Waren im britischen Dschungelcamp: Martina Navratilova, George Takei, David van Day und Joe Swash

Auch mit der achten Staffel noch nicht langweilig geworden: Das Original-Dschungelcamp aus Großbrittanien. Ant und Dec moderieren gewonnt stilsicher ironisch, mit Martina Navratilova und Mr. Sulu (George Takei) sind zwei echte A-Promis im Dschungel und David van Day (der irgendwann mal Sänger war) spielt den bösen Buben. Mit Joe Swash, ehemaliger East-Enders Star, gewinnt am Ende der Sunnyboy und Publikumsliebling. Nicht so toll wie deutsche Version, aber immer noch sehr gut.

Mr. Sulu

Beamt sich ins britische Dschungelcamp: Mr. Sulu (George Takei)

… und Mr. Sulu beamt sich in den australischen Urwald. Am Sonntag wird George Takei, der in der allerersten Star Trek Serie Mr. Sulu spielte, in das britische Dschungelcamp einziehen. Takei war zuletzt als Vater von Hiro Nakamura in der Helden-Serie Heroes (NBC, RTL II) zu sehen. Neben Takei zieht auch die ehemalige Weltranglistenerste im Damentennis, Martina Navratilova ins britische Camp. Die Website des britischen TV-Senders ITV, der „I’m a Celebrity. Get me out of here!“ produiziert, bietet einen Übersicht über sämtliche Kandidaten, der inzwischen achten Staffel.

Auch in Deutschland wird es bald eine neue Staffel der beliebten Reality Show geben. Die Bild-Zeitung vermeldete bereits mehrere potenzielle Kandidaten für die vierte deutsche Staffel. So soll etwa mit Christina „Mausie“ Lugner, die mehr oder weniger bekannte Ex-Gattin des mehr oder weniger bekannten Bauunternehmers Richard „Mörtel“ Lugener schon als Campbewohnerin feststehen. Lugner war bereits Anfang 2008 als Ersatzkandidatin im Team. Ebenfalls sicher ist der Bild-Zeitung nach wohl der Einzug von Ingrid van Bergen in den australischen

Nielsen

Brigitte Nielsen: Bald im deutschen Dschungelcamp?

Dschungel. Die Schauspielerin erlangte tragische Berühmtheit als sie 1977 ihren Ehemann im Alkoholrausch mit zwei Schüssen in die Brust tötete und danach eine Haftstrafe verbüste. Mit 77 Jahren würde van Bergen zudem Bata Illic den Rang als ältesten Dschungelbewohner bislang streitig machen.

Als weitere heiße Kandidaten für die Dschungelshow gelten verschiedenen Medienberichten und Gerüchten zufolge Schlagerclown Jürgen Drews und Schönheitsoperationsfan Brigitte Nielsen. Die Ex-Frau von Sylvester Stallone war bereits in einer mehrteiligen Promidoku über ihre Runderneuerung auf RTL zu sehen („Aus alt mach neu: Brigitte Nielsen in der Promi-Beauty-Klinik“). Und nicht nur das. Nielsen war bereits in vielen weiteren Reality-Formaten zusehen, darunter „The Surreal Life“, „Celebrity Big Brother“ oder zuletzt auch in deutschland auf MTV beim Alkoholentzug in „Celebrity Rehab with Dr. Drew“. Brigitte Nielsen ist also hauptberufliche Reality-Show-Teilnehmerin. Und zu „Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!“ passt sie perfekt: die australischen Kängurus dürfen sich also schonmal um ihre Hoden sorgen, mich würde wundern, wenn das mit Brigitte Nielsen und dem Dschungelcamp nicht klappt.

Wie auch bei der englischen Version auf ITV wird RTL die Teilnehmer der Show offiziell erst kurz vor Showstart im Januar bekanntgeben. Die deutschen Fans diskutieren derzeit etwa wie im TV-Forum IOFF mögliche weitere Wunschkandidaten. Wie wäre es zum Beispiel mit Matthias Reim oder Axel Schulz?

I’m a Celebrity. Get me out of here!, ITV (UK), Series 8, ab 16. November 2008

Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!, RTL, Staffel 4, ab Januar 2009

Update 3. Januar 2009: Die Nielsen hats möglicherweise doch nicht in den Dschungel geschafft, alle Kandidaten des Dschungelcamps 2009 gibts hier. Vielleicht gibts ja noch die eine oder andere Überraschung.

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