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tvundso.com hat nun auch einen Fernsehchat, indem ihr Euch über das Fernsehprogramm austauschen könnt.

TV… und so Fernsehchat! – Hier klicken um mitzuchatten!

Anleitung:

Nachdem ihr oben auf den Link geklickt habt, seid ihr sofort als Zuschauer im Chat. Ganz unten, wo man normalerweise den Text eingibt, seht ihr folgendes:

Als Gast mitchatten

Ihr müsst Euch nicht registrieren. Klickt einfach auf den Button „Guest“…

… und gebt einen Nickname ein. Danach klickt ihr auf „Sign in“ und schon seid ihr im Chat.

Unten rechts im Chatfenster findet ihr noch zwei kleine Knöpfe. Mit dem linken (der Lautsprecher) stellt ihr den Ton aus, wenn er Euch stört, es gibt nämlich immer ein „plopp“, wenn jemand was schreibt. Mit dem anderen könnt ihr das Chatfenster herauspoppen lassen, so dass es einzeln in der Taskleist ablegt oder auf dem Desktop platziert werden kann.

Aktuelle Chat-Termine:

Täglich ab ca. 22 Uhr findet der TV-Chat zum Thema Big Brother UK statt. Wir schauen die aktuelle Daily Show der 11. britischen Big Brother Staffel und kommentieren sie.

Unabhängig davon, könnt ihr den Chat jederzeit betreten. Er ist öffentlich zugänglich und fasst derzeit maximal 10 Chatter.

Das Folgende ist ein Kommentar zu: Susan Boyle in Klinik nach Got Talent-Finale

Einen Fall, wie den der Susan Boyle hat es so wohl noch nicht gegeben. Das ist überraschend, den jeder kulturkritische Soziologe etwa wird wohl beim Anschauen einer Reality-Show schonmal auf den Gedanken gekommen sein, dass der plötzliche, konstruierte Ruhm irgendwie auch ungesund sein könnte. Es ging zulange gut.

Es hat beides schon gegeben, Menschen die über Nacht Stars wurden, und Prominente, die mehr Zeit in Entzugskliniken und Heilanstalten verbringen als auf der Bühne. Überraschenderweise hat es noch keinen Fall gegeben, bei dem jemand recht unschuldiges, unbedarftes so schnell berühmt wurde, und dann an all diesem Trubel so schnell zerbrach.

Ich erinnere mich an eine DSDS-Kandidatin, die in der ersten Staffel Schluß machte, weil es ihr zuviel wurde, an erschöpfte Big Brother-Kandidaten, an viel Heulerei in Reality Shows, aber das war alles wenig beunruhigend. Selbst eine Lisa Bund im Dschungelkamp, kämpfend um Ruhm und Anerkennung, am Ende ein nervliches Wrack, sie war nicht mehr als ein Kollateralschaden. Das ist Showbiz, kommt vor, machen das ja freiwillig, werden gut bezahlt, kann man sagen. Außerdem wars ja „nur“ ne blonde Zicke, ne Attention Whore, Wannabee, wie auch immer.

Irgendwann musste es aber mal passieren, es musste die Falsche treffen. Und zwar richtig. Verdächtig lange hat sich das „Jeder kann ein Star sein“-Paradigma der Fernsehunterhaltung gehalten. Um welchen Preis, sollte man fragen. In einer Gesellschaft, in der nichtmehr nur die Schönen, die Talentierten, die Besten, die die am härtesten arbeiten Ruhm ernten, sondern gezielt die gesucht werden, die ganz und gar nicht makellos sind, um nicht mehr nur zynisch als Negativbeispiel dazustehen, sondern im Gegenteil zu echten Stars werden. In einer Gesellschaft, in der Ruhm aber gleichzeitig als das höchste zu erreichende Ziel gilt, muss es früher oder später zu Störungen kommen.

Und zu Opfern. Bislang haben das Spiel um den Ruhm all die „Simples“, ob nun etwa in Deutschland ein Holger Göpfert oder Michael Hirte, recht gut überstanden. Es ist nicht bekannt, dass sie Schaden davon getragen haben. Aber die Entwicklung hin zum Normalo als Star hat in diesem Ausmaß auch gerade erst begonnen. Nachdem Susan Boyle bei Britain’s Got Talent ihre erste Audition hatte, explodierte irgendwo etwas in der nach Entertainment, Projektionen und Emotionen gierenden Popkulturwelt. Plötzlich, quasi über Nacht, war Susan Boyle ein Weltstar.

Es war der Tag, andem das wohl weltbeste TV-Format Britain’s Got Talent zu eben diesem endgültig wurde. Und aus einer Küchenhilfe aus Schottland wurde jemand, der auf einmal (fast) so bekannt war wie der amerikanische Präsident. Mann kann auf viel vorbereitet sein, aber darauf nicht. Und selbst die besten Psychologen, das beste Team, das sich um die Kandidaten kümmert, können all das nicht kompensieren.

Es sind schon große Stars am Ruhm zerbrochen, ob Michael Jackson, Amy Winehouse, Whitney Houston, Robby Williams, Lars von Trier – die nach dem Höchsten streben, sie fallen tief; begleitet von Medien und Öffentlichkeit. Was aber bei diesen Profis Jahre dauert, bei Susan Boyle geschah es in wenigen Wochen. Von der Küchenhilfe zum Weltstar, dann zum Opfer der Schlagzeilen, dann zum „nur noch“ Zweiplatzierten, und nun in der Klinik. Erschöpft, ausgebrannnt.

Es war der Tag an dem Britain’s Got Talent (BGT), an dem das Fernsehen seine (neue) Unschuld verlor. Gerade Shows wie BGT konzentrieren sich auf gezielt kalkulierte Emotionen, auf die Gemeinsamkeiten der Gesellschaft, auf Verbindung, Werte. Das war etwas neues, eine Unschuldigkeit. Dass sie dazu eine „Unschuldige“ opfern mussten, war vielleicht solange möglich wie die „Unschuldige“ schadlos bleibt, mit Millionen Pfund letztlich in eine bessere Zukunft entlassen wird. Doch das Spiel, es ging nicht auf.

Der tiefe emotionale Fall der Susan Boyle, er ist nicht mehr nur ein Kollateralschaden. Er ist ein Signal, ein Weckruf an die TV-Macher. Wenn der Vorhang fällt, steht hinter all dem konstruierten Ruhm kein neuer Star, sondern im schlimmsten Fall eine gebrochene Frau. Das Fernsehen erst hat selbst die zerstörerische Kraft des Ruhms entfacht und wir, die Zuschauer überall auf der Welt, haben sie katalysiert.

Für Susan Boyle hoffen wir in diesen Tagen das Beste, dass sie sich erholt und Glück findet, vielleicht eine Platte aufnimmt, tut was immer sie will. Susan Boyle hat uns eine Geschichte erzählt davon, wie jemand, von dem man es nicht glaubte, Ruhm erlangen kann. Die Geschichte wollten wir hören. Und die Macher, sie haben vielleicht für einen Moment geglaubt, sie seien Gott. Jetzt sehen wir, wie sie, Susan Boyle, daran zerbrochen ist. Der Fall Susan Boyle hat uns aber auch gezeigt, wo die Grenzen liegen, die das Fernsehen nicht überschreiten sollte. Menschen sind nicht nur schöne Geschichten, sondern Menschen. Fernsehen muss das lernen.

tvkritikundso

Thomas Lückerath vom Mediendienst DWDL hat eine große Verteidigungsrede auf das deutsche Fernsehen geschrieben. Fazit des leichtverständlichen Artikels: Es gibt genug Auswahl.

Denn das deutsche Fernsehen war nie vielfältiger, sogar besser als heute. Mit inzwischen weit über hundert Fernsehprogrammen findet sich für jeden Geschmack etwas. Wer sich über schlechtes Programm beschwert, sollte vielleicht zur Fernbedienung greifen und einfach umschalten.

Lückerath kritisiert allerdings, nur das Fernsehen müsse sich offensichtlich einer Qualitätsdebatte stellen, nicht aber Literatur, Zeitschriftenmarkt und Internet. Das stimmt nicht wirklich, denn die Debatte betrifft eigentlich alle Medien, in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings im Moment tatsächlich nur das Fernsehen. Dazu sei nochmal Harald Martenstein vom Berliner Tagesspiegel zitiert:

Es ist kein Zufall, dass Reichs Nachfolgerin Elke Heidenreich nur noch lobt und niemals kritisiert. So hätten sie es gerne überall. Nicht meckern, nur feiern. Der Fernsehpreis soll den kritischen und deshalb lästigen Grimme-Preis in den Hintergrund drängen. So, wie Heidenreich Nachfolgerin Reich-Ranickis ist, wie die Filmindustrie den Deutschen Filmpreis auf Mainstream zu trimmen versucht, wie die hübsche Katharina Wagner statt der intellektuellen Nike Wagner Bayreuth übernimmt, wie das Wort Bestsellerautor den Begriff Schriftsteller verdrängt, wie fast überall seit Jahren die Bilder größer werden und die Texte kleiner. Man hat das Gefühl, als solle das Publikum umerzogen werden, hin zur Anspruchslosigkeit von Maden.

Tatsächlich betrifft die Verflachung des Programms alle Bereiche der zum Freizeitvergnügen konsumierten Medien. Wobei auch Bildung und Kultur für manch einen eben Freizeitvergnügen sind. Das bedeutet freilich nicht, dass es keine guten Bücher, keine guten Filme, keinen guten Journalismus mehr gibt, nur drängen sich die flachen Inhalte immer weiter in den Vordergrund. Sei es Charlottes Roches „Feuchtgebiete“, dass die Bestsellerlisten dominiert, Busenklickstrecken in den Onlineportalen der Tageszeitungen, die unaufhörliche Boulevardisierung des Internetleitmediums Spiegel Online oder der Magazinformate in ARD und ZDF und so weiter.

Die Grundlage aber dafür, dass der Zuschauer/Leser/Zuhörer kritischer wird, öfter umschaltet und nicht alles konsumiert, was man im vorsetzt, das ist eine politische Aufgabe. Schlechtes Fernsehen, schlechte Bücher, schlechte Medien, das ist alles auch ein Spiegel der Gesellschaft. Und wo einst Literatur etwa gesellschaftlichen Wandel gefördert hat, so verhindert sie und andere Medien ihn im Dienste der profittablen Verwertbarkeit eher, mehr noch: sie treiben die „Dummen“ und die „Schlauen“ auseinander. Und was das Fernsehen betrifft, so ist es gerade nicht das oftgescholtene RTL, dass hier der schlimmste Akteur wäre. Im Gegenteil: Formate wie „Bauer sucht Frau“, „Rach, der Restaurantester“ oder „Ich bin ein Star holt mich hier raus“, werden von allen Schichten gesehen und sind sicher nicht dümmer als Frank Elstners öde Shows oder der Musikantenstadl… im gebührenfinanzierten Fernsehen. Niveau, Bildung und Kultur haben die öffentlich-rechtlichen Sender längst auf die Sparten- und Digitalprogramme ausgelagert.

Und wenn Stefan Niggemeier sich beim Anblick einer als Sketch gespielten Diskussionsrunde auf dem britischen Privatsender ITV wundert: „Was für eine abwegige Vorstellung, dass das deutsche Gegenstück RTL jemals etwas zeigen könnte, das gleichzeitig so relevant, klug und lustig ist“, dann ist das zwar richtig, aber es würde schon reichen, dies würde auf ARD oder ZDF stattfinden.

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