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Der Cast von „V“ stellt bei einer Pressekonferenz im Sommer 2009 das Remake der Scifi-Parabel vor.

Vielleicht hätte es die Menschen misstrauisch machen sollen, dass der Ankunft der Anderen ein abgestürzter Kampfjet vorausgeht. Die außerirdischen Besucher, die zu Beginn der ersten Episode von „V“ mit ihren Raumschiffen über den Großstädten der Erde erscheinen kommen vorgeblich in friedlicher Absicht, sie wollen Technologie gegen Wasser eintauschen, ein globales Gesundheitssystem aufbauen und in Frieden mit den Menschen zusammenleben. Das aber ist natürlich eine Lüge.

Die Lüge erscheint in Form der zugleich reizvoll, verschlagen und unschuldig wirkenden Anna, der charismatischen Führerin der Außerirdischen. Ihr Antlitz erscheint ebenso wie ihre Pläne in schöner Gestalt. Unter der fleischlichen, attraktiven Oberfläche jedoch verbergen sich reptilienhafte Aliens, die die Menscheit versklaven wollen. Möglicherweise sollen sie ihnen als Nahrung dienen.

Einige Protagonisten unter den Menschen, darunter die FBI-Agentin Erica Evans, ein Geistlicher und ein abtrünniger Außerirdischer schließen sich zu einer Widerstandsgruppe, der Résistance zusammen. Anna ihrerseits hat bereits einen Nachrichtenmann als Propagandaorgan eingespannt, und junge Menschen als unwissende Spione (Botschafter) gewonnen, darunter auch Ericas Sohn.

Die Scienes Fiction-Parabel „V“ ist eine Neuauflage der gleichnamigen Miniserie aus dem Jahr 1983. Damals wurde in „V“ in der Übernahme der Macht durch die Außerirdischen eine Anspielung auf die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, der Judenverfolgung und Vernichtung, dem Holocaust, gesehen.

Der 2009er Version ist gleich, dass es sich bei den außerirdischen Besuchern um Faschisten handelt, die mittels charismatischer Führerschaft, vorgeblichen Heilsversprechen, Propaganda, und harter Hand gegen Widerständler ganz und gar unmenschliche Ziele durchsetzen wollen.

In den Besuchern kann man religiöse Fanatisten sehen, Terroristen oder sogar die neue US-Administration Obamas, die ähnlich wie die Außerirdsichen mit flächendeckender Gesundheitsvorsorge warb und gleichwohl charismatisch und attraktiv erscheint. Das allerdings würde etwas zu weit führen. Es geht weniger um konkrete politische Botschaften, sondern um eine allgemeine Atmosphäre der Bedrohung durch den und die Techniken des Faschismus.

Rein optisch macht „V“ eine gute, aber keine beeindruckende Figur. Man kennt halt außerirdische Computerraumschiffe schon aus vielen anderen Serien und Filmen, und irgendwie ist das Artwork ja auch immer dasselbe. Der eigentliche atmosphärische Reiz ensteht durch die Licht- und Farbgebung, die kühl, technisch aber auch beruhigend wirkt und die unheimliche perfekte optische Art der Hüllen der Aliens. Insgesamt macht „V“ einen recht zeitlosen Eindruck. Einzig verwirrend ist, dass sich das unnahbare Charisma der Alienhüllen auch in den guten Protagonisten fortsetzt und sie ästhetisch genauso überhöht wie die Bösen. Ob das wohl irgendeine Absicht ist?

Von der Erzählstruktur ist „V“ als Kurzserie natürlich sehr flott. So passiert in der ersten Episode direkt sehr viel, man hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf. Schnell wird deutlich, was sowieso jeder weiß: das die Aliens eine Bedrohung darstellen. Füllepisoden, wie man sie bei ABCs anderer neuer Scifi-Serie FlashForward ertragen muss, wird es hier vermutlich nicht geben.

„V“ läuft seit dieser Woche auf ABC und wird zunächst vier Teile haben, neun weitere sollen später folgen. Potenzial die Beliebtheit der als Popkult geltenden Originalserie zu erreichen hat „V“ auf jeden Fall. Sowohl bei Zuschauern als auch bei Kritikern wurde die Serie sehr gut aufgenommen. 14,3 Millionen sahen den Piloten, was zu einem hervorragenden 5.2 Rating bei den jungen Zuschauern führte. Kritiken gibt es u.a. bei der USA Today, der LA Times und der New York Times.

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Die lieben Kinder: Atticus Shaffer, Eden Sher and Charlie McDermott in „The Middle“, hier bei einer Pressekonferenz im August 2009.

ABCs neue Comedy erinnert nicht nur vom Titel her an „Malcolm in the Middle“ (Malcolm Mittendrin) auch inhaltlich und was die Figuren betrifft, scheint es sich um eine kleine Kopie der bekannten Comedy zu handeln – nur halt ohne Malcolm. Im Mittelpunkt steht hier eher die völlig überstresste Mutter Frankie, gespielt von Patricia Heaton, die für ihre Rolle in „Alle lieben Raymund“ zwei Mal einen Emmy gewann.

The Middle ist aber auch „Indiana“, der Bundesstaat in dem die Serie angesiedelt ist und auch die (gefühlte) Mittelschicht, also das Millieu in dem die Familie lebt. Vater Arbeiter, Mutter verkauft Autos (also genau genommen, hat sie bisher noch keins verkauft). Höhepunkt zumindest der ersten Episode ist allerdings der jüngste Sohn „Brick“ (Atticus Schaffer, im Bild), der aussieht wie der ebenfalls jüngste Sohn in „Malcolm Mittendrin“ und zwar sicherlich nicht dümmer ist, als zum Beispiel der ähnlich angelegte DJ in Roseanne, aber bedeutend seltsamer. Der kleine verschrobene Sonderling ist das absolute Highlight der ersten Episode und hat zahlreiche Gags bei denen zumindest ich herzlich lachen konnte. Neben vielen anderen Merkwürdigkeiten wiederholt Brick etwa bestimmte Wörter flüsternd nochmal zu sich selbst (Begründung: „I like it. It suits me.“)

„The Middle“ ist ganz klar eine der besseren Comedys dieses Serienherbstes. Sie erzählt von einer grotesken, einfachen weißen Mittelschichten-Familie, die sich allerdings schon eher auf dem Abstieg nach unten befindet, mit teilweise absurden Figuren und einer ironischen Version von der „Zufrieden mit dem was hat“-Moral. Besonders gelungen ist die Szene, in der die Familie Tochter Sue zu einem Chor-Auftritt der Schule begleitet, dann aber feststellt, dass Sue gar nicht im Chor, sondern nur in der Crew ist. „The only thing lamer than school choir is beeing on the crew for shool choir“, stellt Bruder Axl fest. Doch Vater Mike: „She does look real happy, though“. Auf wunderbar witzige Weise glücklich sieht Sue dank der schauspielerischen Leistung Eden Shers („Weeds“) tatsächlich aus. Zumindest bis dann doch noch etwas schief geht.

Mit einer ähnlichen Szene endet dann auch die erste Episode:

Frankie: How come, you never tell me you love me?

Mike: I told you, I love you the day I married you. For everything that changed, I like you now.

Frankie (aus dem Off): So yeah, back then on the old licence [früheres Foto/Ich auf Führerschein ist gemeint], I didn’t know what my life was gonna be. And Mike’s right: Now I know. This is my life. It’s not gonna be in „People Magazine“ or anything. But you know what? I got it good.“

Zuvor hatte die Familie ihre Mutter, die ein Superhelden-Kostüm trägt, weggeworfene Schokolade essend von der Straße aufgelesen und mit Fast Food zum Abendessen versorgt. Die ironische Unvereinbarkeit des Gezeigten mit dem was gesagt wird, macht den typischen Reiz dieser Art von Comedy aus. Denn es funktioniert beim Zuschauer in zwei Richtungen: sowohl nach dem Prinzip „Always look on the bright side of life“, als auch „Das ist ja nun wirklich ne abgefahrene Familie, dagegen sind wir normal“.

The Middle, Comedy, Abc, seit 30. September 2009, offizielle Website

Weitere Kritiken zu den neuen US-Serien der TV-Saison 2009/10

Flash Forward (c) ABC

Flash Forward (c) ABC

ABCs neues Mysterie-Drama „Flash Forward“ trumpft zum Serienstart in diesem Herbst gleich mächtig auf. Jede Menge Action, eine interessante Grundidee, aufwändige Bilder und eine netter WTF-Cliffhanger können gut unterhalten. Doch stellt sich die Frage, ob dieses Niveau überhaupt über eine komplette Season gehalten werden kann und nicht vielleicht ein einmaliger Publikumsfänger war?

Also worum gehts: Wir sehen verschiedene, zusammenhanglose Leute in ihrem „Alltag“: Krankenschwestern, die sich auf eine OP vorbereiten, ein Pärchen beim Sex, FBI-Ermittler bei einer Verfolgungsjagd, einen Selbstmörder auf einer Brücke und einen Arbeiter auf einem Strommast – als es auf einmal einen globalen Blackout gibt, das heißt, alle Menschen werden für 2 Minuten und 17 Sekunden bewusstlos. Zunächst gibt es darauf natürlich erstmal ein Chaos, Unfälle, Explosionen usw. (siehe Bild). Dazu später nochmal.

Während des mysteriösen globalen Blackouts haben, wie sich herausstellt, die Menschen Visionen von der Zukunft, genauer: vom 29. April 2010. Ein kleines Mädchen spricht die namensgebenden Worte der ersten Episode („No More Good Days“): „I had a bad dream. I dreamed there are no more good days“. Doch nicht alle empfinden die Zukunft als Bedrohung, manche sehen sie gar als Chance, der verhinderte Selbstmörder etwa. Serienheld Mark Benford, der als FBI-Ermittler herauszufinden versucht, was hinter dem Ereignis steckt, allerdings hat eher düstere Zukunftsvisionen, ebenso seine Frau, einer seiner Kollegen hat sogar gar keine Vision gehabt, was nur eines bedeuten kann: in der Zukunft wird er tot sein.

Doch vielleicht lässt sich die Zukunft ja noch ändern? Ist sie in Stein gemeisselt, oder ist die Vision gerade eine Art „Geschenk“, das es ermöglichen wird sie zu ändern. Solche philosophischen Fragen werden zwar auch aufgeworfen, doch eines macht der Pilot auch ganz deutlich: der Blackout scheint weniger ein metaphysisches Ereignis zu sein, vielmehr: irgendjemand steckt dahinter. Doch wer, und warum? Frühestens in 13 Folgen werden wir das wissen. Vielleicht aber auch erst in vielen Staffeln, sollte sich Flash Forward ähnlich entwickeln wie Serienhit „Lost“, mit dem es im Internet schon hier und dort verglichen wird.

Die Frage aber ist: Was passiert bis dahin? Der Pilot mit seinen reichhaltigen Actionszenen, der schönen Endzeitstimmung nach dem Blackout, all dem Chaos und den Explosionen wird vermutlich in dieser Form eine Singularität bleiben, oder blackoutet es jetzt jede Woche? Eher nicht. Darin unterscheidet sich Flash Forward zum Beispiel von Heroes. Dort wurde 2006 ja auch mit Hiros Zukunftsvision einer Nuklearexplosion in New York eröffnet. Dort allerdings wussten wir: Hey, die haben alle Superkräfte, dann ist ja jetzt erstmal für gute Action gesorgt bis das mit der Explosion geklärt wird. Flash Forward bietet – neben der Neugier auf die Auflösung der Story – nach dem Piloten erstmal nichts an, weshalb man sich auf die kommenden Episoden freuen sollte. Ich bin gespannt, was die Macher da jetzt vor haben, um das hohe Niveau zu halten und für Spannung zu sorgen. Ob Flash Forward ein neuer Serienhit wird, das wird sich erst im Laufe der Staffel zeigen. Das Potenzial ist da.

Interessant: Die Serie basiert wohl auf dem gleichnamigen Buch von Robert J. Sawjer. Ich habe über die Inhaltsangabe bei Wikipedia nur mal ganz knapp drüber gelesen, um mich nicht zu spoilern. Wenn die Schlagworte, die ich da aufgeschnappt habe, auch in der Serie vorkommen, könnte es noch sehr spannend werden.

Update 30.09.: Anke Gröner hat auch einen schönen Ersteindruck zu FlashForward geschrieben. Außerdem habe ich inzwischen gelernt, dass die beiden Worte ohne Leerzeichen geschrieben werden müssen: also FlashFoward statt Flash Forward.

Update 10.10.09.: ProSieben hat sich inzwischen die Rechte an FlashFoward gesichert.

Update 13.1210.09.: ABC hat eine komplette erste Staffel von FlashForward bestellt, mit insgesamt 25 Folgen.

Flash Forward, Mysterie, ABC, seit 24. September 2009, offizielle Website

ustv0910

Weitere Kritiken zu den neuen US-Serien der TV-Saison 2009/10

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Courteney Cox (im Bild während der Dreharbeiten zu Cougar Town in Kalifornien), die wir alle als Monica Geller aus „Friends“ kennen und lieben, ist auch nicht mehr die Allerjüngste, inzwischen auch schon 45 Jahre alt. Optimal also, um die 40jährige Cougar in der neuen Comedy „Cougar Town“ zu spielen. Cougar, so nennt man Frauen mittleren oder höheren Alters, die sich nochmal einen wesentlich jüngeren Mann schnappen, wie die Löwin die Gazelle. Und genau das ist auch das Vorhaben von Jules Cobb, die sich nach ihrer kürzlichen Scheidung wieder auf dem Markt nach Frischfleisch umsieht und in Episode 1 sogleich auch fündig wird. Problem: Sie hat auch noch einen 17jährigen Sohn, der es alles andere als toll findet, dass sich seine Mutter zu heißbegehrtesten Milf der Stadt entwickelt.

Cougar Town stammt von Bill Lawrence, dem Erfinder der Krankenhaus-Comedy Scrubs, und ist ebenfalls eine Single-Kamera-Comedy ohne Loughtrack, also gefilmt wie eine normale Serie und ohne eingespielte Lacher. Bei der Auswahl des Casts neben der wunderbaren Cox haben die Macher auch allerlei Augenmaß bewiesen. So ist Dan Byrd als Sohn Travis als netter Durchschnittsteenager ohne Außenseiter-Image optimal besetzt (3 v.l.). Auch Busy Phillips (bekannt als Audrey aus Dawsons Creek, rechts) kann man als eine von zwei Freundinnen der Heldin direkt ins Herz schließen. Und Ex-Mann Bobby als trotteliger Macho ist auch eine tolle Figur (2 v.r. stehend).

Überhaupt: Die Liebe zu interessanten Figuren merkt man der Sendung gut an. So klaut ein Teenager Werbeplakate auf denen Jules, die Immobilienmaklerin ist, recht freizügug dargestellt wird und tapaziert sein Zimmer damit. Der kleine „Perversling“ ist eine unglaublich kuriose Figur und das obwohl er nur einen Miniauftritt hat. Lediglich Jules Nachbarin und Freundin Elle und deren Mann Andy haben mich noch nicht direkt vom Hocker gerissen.

Ich kann also Sascha vom sablog Recht geben: Cougar Town bietet vor allem symphatische Charaktere und gute Gags. Allerdings: Beziehungsgeschichten und die Problemlagen von Frauen um die 40 sind nun auch keine neuen oder nach Innovation schreienden Themen. Genau wie bei „Accidentally on Purpose„, in der Jenna Elfman die Cougar mit dem jungen Freund spielt, stellt sich die Frage nach dem „Wozu?“.

Während AoP grundsätzlich erstmal vorhersehbar und überflüßig wirkt, macht „Cougar Town“ seine Sache ganz gut: Es ist ausreichend gut inszeniert und durchdacht um sich aus der Masse abzuheben, geht aber kaum Risikos ein. Die Hauptfiguren allerdings unterscheiden sich deutlich: Während Jules in „Cougar Town“ eher sexuell orientiert ist, ihren Körper und das Älterwerden aber auch kritisch/ironisch sieht, so ist Billie in AoP eher der süße, schusselige Typ. Das wirkt natürlich konservativer, läuft Gefahr langweiliger zu sein. Auch ist „Cougar Town“ etwas grotesker als das eher harmlose AoP. In ein paar Wochen werden wir sehen, welche der beiden Cougars die schärferen Krallen hat.

Cougar Town, Comedy, ABC, seit 23. September 2009, offizielle Website

ustv0910

Weitere Kritiken zu den neuen US-Serien der TV-Saison 2009/10


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Modern Family (c) ABC

Modern Family (c) ABC

Mann!, ist Al Bundy alt geworden! Ed O’Neill, der den wohl bekanntesten Charakter einer Sitcom spielte, ist zurück auf den Bildschirmen. In ABCs neuer Comedy „Modern Family“ gibt er den Patriarchen, Jay Pritchett, einer dreiteiligen Familie; oder anders: von drei Familien, die im Mittelpunkt dieser sogenannten Mockumentary stehen. Genau wie „The Office“ und „Parks and Recreation“ ist „Modern Family“ als Pseudo-Doku gefilmt, es sieht also aus wie eine gespielte, lustige Doku-Soap.

Nur eine der drei Familien, denen das fiktive Doku-Team folgt, entspricht dem scheinbaren Normalbild der amerikanischen Durschnittsfamilie, im Bild oben mittig. Die Dunphys haben drei Kinder, Sohn und zwei Töchter, Vater eher so der Typ, der seinen Aufgaben nicht immer ganz gewachsen ist, Mutter Idealtypus. Die beiden anderen Familien sind eher ungewöhnlich. Jay Pritchett, Claire Dunphys Vater, selbst hat eine viel jüngere lateinamerikanische Frau geheiratet und sein Sohn Mitchells ist schwul und lebt mit einem allen homosexuellen Klischees entsprechenden Mann zusammen. Die beiden haben gerade ein Kind aus Vietnam adoptiert.

Die amerikanischen TV-Kritiker haben „Modern Family“ überaus positiv aufgenommen, wie man hier, hier oder hier lesen kann. Zwei Dinge sind mir demgegenüber negativ aufgefallen: Erstens wirkt der Pseudodokustil anders als bei Office oder Parks… irgendwie gezwungen, was man auch daran merkt, dass die Kamera programmiert wirkt, sie folgt also einem Drehbuch. Dokumentarisch ist nur die ständige, sehr starke Wackelei. Zweitens wirken die Akteure nicht sehr authentisch, sondern irgendwie gezwungen. Es ist, als würde man Schauspielern dabei zu sehen, wie sie versuchen etwas lustiges zu spielen, was sie ja auch tun. Es fehlt irgendwie das stimmige Ganze, die Illusion.

Gegen Ende der ersten Episode, insbesondere als sich die Familien dann treffen – vorher wissen wir noch gar nicht, das alle zu einer Familie gehören – wird das besser. Tatsächlich gelingen auch einige gute Gags, andere Geschichten hingegen wirken banal, etwa das die Tochter der Dunphys einen älteren Freund mit nach Hause bringt – da hilft auch die andere Darstellungsform nicht. Überhaupt: wäre da nicht der Mockumentary-Stil, die Dunphys wären vermutlich die langweiligste Sitcom-Familie, die ABC jemals erfunden hat. Die anderen beiden Familien jedoch sind recht gut. Vor allem in dem schwulen Pärchen liegt sehr viel Potenzial. Und Ed O’Neill als Vater Jay könnte nochmal eine große Rolle haben.

Mit 12,7 Millionen Zuschauern, das ist mehr als Office und Parks and Recreation bei NBC erreichen, ist „Modern Family“ erstmal sehr gut gestartet. Vielleicht ist die Kombination vom klassischen Sitcom-Thema Familie, dessen erfolgreiche Variation hin zu ungewöhnlichen Familien-Verhältnissen (wie bei Two and a Half Men) und dem noch lange nicht aus der Mode gekommenem Mockumentary-Stil ja eine durchaus erfolgreiche Formel für eine Comedy.

Nachtrag 29.11.09.: Das Entertainment Magazin „The Hollywood Reporter“ hat „Modern Family“ unter den besten Serien des Jahrzehnts auf Platz 10 gelistet.

Modern Family, Mockumentary, ABC, seit 23. September 2009, offizielle Website

ustv0910

Weitere Kritiken zu den neuen US-Serien der TV Saison 2009/10

ABC wird ab dem 23. Juni eine der in Amerika sehr beliebten Show „Dancing with the Stars“ ähnliche Sportshow ausstrahlen: The Superstars. In dieser Show werden Prominente und Sportler jeweils in Zweierteams in unterschiedlichen Sportarten gegeneinander an. Die grundsätzliche Idee hinter einer solchen Sendung ist fast schon so alt wie das Fernsehen selbst, die Kombination von Stars und echten Athleten recht neu. Insgesamt wird es sechs Episoden geben.

Und so sehen die Teams aus:

  • Team 1     Terrell Owens (Football) und Joanna Krupa (Model, Schauspielerin)
  • Team 2     Jeff Kent (Baseball) und Ali Landry (Miss USA 1996)
  • Team 3     Robert Horry (Basketball) und Estella Warren (Schwimmerin, Model, Schauspielerin)
  • Team 4     Bode Miller (Alpin-Ski) und Paige Hemmis („Extreme Makeover: HE)
  • Team 5     Jennifer Capriati (Tennis) und David Charvet (Sänger, Schauspieler)
  • Team 6     Lisa Leslie (Frauenbasketball) und Dan Cortese (Veronica’s Closet)
  • Team 7     Brandi Chastain (Frauenfußball) und Julio Iglesias, Jr. (Sänger)
  • Team 8     Kristi Leskinen (Freistil-Ski) und Maksim Chmerkovskiy (Tänzer)

Ich finde „The Superstars“ ist genau das richtige für den Sommer. Anderen beim Sport zuschauen hat schon immer Spaß gemacht, und es wird sicher unterhaltsamer als eine ernsthafte Sportübertragung.

[Quellen: serienjunkies.de, wikipedia]

In die Jahre gekommen: Bob Saget in Surviving Surbia und in FullHouse

In die Jahre gekommen: Bob Saget in Surviving Suburbia (2009, als Steve Patterson) und in Full House (1987-95, Danny Tanner)

Am Montag Abend startete nach „Dancing with the Stars“ auf ABC eine neue Sitcom. Surviving Suburbia. Überleben in der Vorstadt. Klingt erstmal normal. Doch die Tatsache, dass es eben auf ABC läuft, einem klassischen Familiensender, und das Bob Saget (Full House) die Hauptrolle, also die des Familienvaters spielt bereitete mir Kopfzerbrechen, ob ich mir das wirklich anschauen sollte. Der erste Gag war dann auch erwartungsgemäß schlecht, noch schlechter als ich fürchtete:

TV-Sprecher: Join us tommorow night with the result-show of Dacing with the Stars…

Mutter: They’re just so beautiful when they dance!

Tochter: You should dance with mommy.

Vater: And you should be in bed.

laugh track

Offensichtlich war es auch nicht ds Ziel einen irgendwie lustigen Gag zu machen, sondern es den „Dancing with the Stars“-Zuschauern (die schlechtes Programm ohnehin gewöhnt sind) irgendwie leichter zu machen dran zu bleiben. Also ein Tanzshow-Gag. Gähn. Nach 21.37 Millionen Dancing…-Zuschauern (ab 21 Uhr) waren dann auch 12.16 Millionen bei Surviving Suburbia dabei, was erstmal nicht schlecht klingt, in diesen Regionen bewegen sich auch The Office (NBC, donnerstags) oder Big Bang Theory (CBS, ebenfalls montags). Ohne Dancing with the Stars (ab Mitte Mai) dürften die Quoten jedoch tiefer ausfallen in den kommenden Wochen.

Der Vater also in der obigen Szene heißt Steve Patterson und scheint ein liebenswerter Typ zu sein, der aber schonmal Fehler macht, ohne sie böse zu meinen. Die Amerikaner beschreiben ihn als „grumpy“, also mürrisch. Etwa so wie Doug aus King aus Queens, mit dem Unterschied, dass er, also Bob Saget um genau zu sein, total seriös aussieht. Mutter Anne ist da der passende Gegenpart, vernünftig, bedacht, moralische Instanz. Töchterchen Courtney ist süß, frech und schlau, und im Gegensatz zu der von den Olsen-Zwillingen gespielten Michelle in „Full House“ nicht sonderlich enervierend. Sohn Henry bleibt erstmal unspezifisch, darf aber die Vaterrolle übernehmen/parodieren, weil Steve sich in Schwierigkeiten bringt und wie ein Teenager verhält.

Ich habe tatsächlich einen guten, super getimten Gag gefunden in diesen 22 Minuten der ersten Folge. Nämlich den als Steves Freund und Nachbar als sie bei einem anderen Nachbarn die Fische füttern sollen (statt dessen aber ausversehen das Haus anzünden) plötzlich mit Cognac-Schwenker und Havanna vor ihm steht (muss man selber sehen).

Surviving Suburbia ist alles in allem eine klassische Familien-Sitcom (wenn es interessiert: multi-cam) die vom Konzept her genauso in die Jahre gekommen wirkt wie Bob Saget. Die zaghaften Versuche ironisch und zynisch zu sein, bleiben insbesondere für 2009 recht brav. An den derben Humor oder die komplette Verballhornung des amerikanischen Familienbildes wie in „Eine schrecklich nette Familie“ oder „Auf schlimmer und ewig“ wird verzichtet, ganz so spießig wie „Eine starke Familie“ ist es aber bei weitem nicht. Surving Suburbia orientiert sich eher an zeitgemäßen (und eher langweiligen) Sitcoms wie etwa „Immer wieder Jim“.

Und da fängt auch schon das Problem an: Surviving Suburbia ist praktisch nicht innovativ, austauschbar und unterscheidet sich in nichts von anderen Familien-Sitcoms der letzten Jahre.

US-Kritiker und Blogger Chuck Barney schreibt:

It’s not that “Suburbia,” starring Bob Saget as a cynical dad, is a horrible show. In fact, it’s not even ABC’s worst sitcom right now. That honor would go to “In the Motherhood.” It’s just that it has no real reason for being. It’s a series that looks and feels like hundreds of other sitcoms, with the same kind of tone, the same forced one-liners and the same ridiculously annoying laugh track.

Und Linda Holmes schlägt vor, wie man die 30 Minuten sinnvoller nutzen könnte, als dafür sich „Surviving Suburbia“ anzuschauen.

Um es also kurz zu machen: „Surving Suburbia“ ist eine Standard-Familien-Sitcom ohne Stärken, die man allerhöchstens schauen sollte, wenn man denn ein großer Fan von Saget in Full House war. In Deutschland könnte sie prima den Marktanteil von RTL II im Vorabend-Programm drücken.

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