Heute ist sie gestartet, die erste deutsche Staffel von X Factor, einer Show aus dem Genre der immer wieder totgesagten Casting Shows, die in England von fast 20 Millionen Menschen gesehen wird (also jedem dritten Briten). Einem Format, von dem wir, geht nach meiner Einschätzung, noch sehr viel hören werden. Warum, dass werde ich bei Gelegenheit mal in einem Essay zur Rolle des TV Events in der postdemokratischen Gesellschaft erläutern. Simon Cowell mag das auch erkannt haben. 2011 läuft X Factor auch in Amerika und vielleicht weltweit im Internet, als Paid Content. Morgen geht es auch in England wieder los. Hier drei legendäre Auftritte aus bislang sechs Staffeln X Factor. Bitte ergänzt, wenn ihr weitere habt, in den Kommentaren.

Ruth Lorenzo (Series 5) gehörte zu jenen Kandidaten, die so professionell und überragend sind, dass sie immer wieder viel zu früh ausscheiden. Mit so viel Würde allerdings hat sich niemals ein Kandidat aus dem Wettbewerb verabschiedet. Die Spanierin hatte bei den Briten von Anfang an einen schweren Stand, begeisterte jedoch mit unglaublich kraftvollen Auftritten immer wieder. Diese Performance von „Always“ wird unter Fans immernoch als Beispiel für die Qualität der X Factor Kandidaten genannt.

Danyl Johnson (Series 6) hatte ebenfalls keinen leichten Stand bei X Factor. Seine ungewöhnlichen, unabsichtlich überheblich wirkenden Interpretationen sorgten nach der angeblich besten Audition aller Zeiten immer wieder für Kritik und Irritationen, vor allem auch bei ihm selbst. Der engagierte Lehrer überzeugte zweifellos anspruchsvollere Musikfans, selbst wenn sie vielleicht Fehler in seiner Stimme feststellten. Beim Publikum jedoch verlor er seine anfängliche Favoritenrolle.

Leona Lewis (Series 3) ist sicherlich die bekannteste, erfolgreichste und schillerndste Kandidatin von X Factor. Die Gewinnerin der dritten Staffel hat sich längt zu einem ernstzunehmendem Popstar entwickelt. Schon während der TV Show lies sie allerdings keine Zweifel an ihren Qualitäten. Mag sie gegenüber Ruth Lorenzo und Danyl Johnson auch mainstreamiger und musikalischer angepasster erscheinen, so ist das Gesamtpaket doch der Prototyp des modernen Popstars. Verletzlichkeit und Emotionalität, wie bei diesem Auftritt, aber auch Unnahbarkeit und Attraktivität machen ihren großen Erfolg aus.


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The X Factor (c) ITV

Die deutsche Version der britischen Erfolgsshow „The X Factor“ ist besser als erwartet. Zwar scheint RTL die Zuschauer da abholen zu wollen, wo die Sender sie jahrelang hingebracht haben (DSDS, Supertalent, Popstars), doch neben Schicksalen und Freaks überrascht die Show mit ungewohnt guten Kandidaten, einer sehr gut zusammengestellten Jury und einer funktionierenden Dynmaik zwischen ihren Mitgliedern, Kandidaten, Moderator und Publikum. Von null auf gleich könnten wir hier (USFO mal außen vor) die beste deutsche Castingshow bekommen haben.

„Eine der größten Casting Shows der Welt kommt nach Deutschland“, heißt es am Anfang der ersten Ausgabe des deutschen X Factor, die RTL am Freitag abend für VOX anschob, dass ab Dienstieg die kommenden Folgen übertragen wird. (Austrahlungstermine und Wiederholungen suchen) Dass das britische „The X Factor“ die erfolgreichste Casting Show Europas ist (legendäre Auftritte), wollte man wohl nicht sagen, denn das ist nach RTL-Deutung wohl eher DSDS, von dem sich X Factor nun irgendwie unterscheiden muss. Dass bei X Factor auch Duette sowie Gruppen auf- und die Jurymitglieder gegeneinander antreten, wird dieses Unterscheidungsmerkmal sein.

Eigentlich ist aber alles irgendwie ein bisschen anders. Außer der Moderator. Kurzsichtige Zuschauer könnten denken: „Mensch, der Marco Schreyl ist aber heute locker drauf“. Entsprechende Gags machten auf Twitter die Runde. Richtig kantige Moderatoren mit einem anderen als dem Schwiegermutterprofil haben hierzulande offensichtlich keine Chance, oder niemand traut sich ihnen eine zu bieten.

Schropp, der Anti-Schreyl

Beim deutschen X Factor moderiert jedenfalls der bis heute noch unbekannte Jochen Schropp, der der Vita seiner Homepage zufolge 2004 schonmal in einer TV Produktion namens „Popp Dich schlank“ mitgewirkt hat. Aus dem Stand heraus ist Schropp trotz allem symphatischer und vor allem souveräner und unverkrampfter als die meisten anderen deutschen Moderatoren. Schropp ist quasi sowas wie der Anti-Schreyl. Wenn er mit Kandidaten irgendeinen albernen Tanz aufführt, ohne selber besonders albern zu wirken, dann sieht das auch schon fast aus, wie ein gewollter Angriff auf den steifen Marco Schreyl.

„Hier spielt die Musik“ heißt übrigens das deutsche Motto der Show. In England ist es „It’s time to face the music“. Das klingt nach Wettkampf und Arena. Die deutsche Variante hingegen erinnert mich wahlweise an Kirmes oder eine Grundschullehrerin. Ob das ein Omen für die kommenden Episoden das deutschen X Factor-Versuchs aus dem Hause Grundy Light ist, werden wir noch sehen.

Zunächst geht es bescheiden los: Die Jury fährt zum Start der Show mit Limosinen durch die Vorstadt, statt mit Schnellbooten zum Londoner O2. Bei X Factor Deutschland muss man wahrscheinlich erstmal etwas kleinere Brötchen backen. Musik und Bildschnitt, ein bisschen Nebel und Weichzeichner sorgen schon dafür, dass es aussieht, als würde da gleich was ganz Großes passieren. Die martialisch-epische, klassische Musik, das „Größenwahnsinnige“, sie gehören auch zum typischen Auftritt von X Factor. Ob es gelingt, dies in die deutsche Variante zu transportieren, werden wir allerdings frühestens in den Liveshows sehen.

Glücksgriff Brönner

Jurymitglied Goerge Glück wird als Musik-Mogul vorgestellt. Er bekommt auch im ersten Teil der Show einen Einspieler, der das belegen soll. All zu viele Bekannte unter seinen Schützlingen findet man zwar nicht, aber das kann auch an meiner mangelnden Kenntnis der Popmusik liegen. Bekannt ist auf jeden Fall Sarah Connor, die wohl sowas wie die Jurychefin sein wird, zumal sie die einzige aus dem kompletten Cast ist, die man schon kennt. Musik-Mogul Glück ist auch ihr Produzent.

Der dritte Juror im Bunde ist Till Brönner, ein Jazz-Trompeter und Musik-Professor, der die gesamte Show mit unaufgeregter Miene und entspannten Statements irgendwie angenehm erdet. Der wahlweise locker oder streng wirkende Brönner ist sicherlich der größte Glücksgriff der Produzenten. Sarah Connor, die der eigentlich Star der Show sein soll, füllt diese Rolle zweifellos aus, profitiert von der Zurückhaltung Brönners und dem bislang eher schwachen Auftritt Glücks.

Zu Beginn der ersten Show passiert dann gleich etwas Überraschendes: ein ungewohnt guter Auftritt vom ersten Kandidaten Anthony Thet, einem Asiaten, der seinen Papa mitgebracht hat. „Ich fand das irgendwie sehr ansprechend“, sagt George Glück.  Einen anderen Kandidaten wird er später als „authentisch“ bezeichnen, dem neuen „nett“ also, wovon er wahrscheinlich nichts weiß. Sarah Connor ist hingegen gerührt von Asiat Anthony und findet eloquentere Worte. (Video Anthony)

Emotionale Musik zum Jury-Statement. Fast schon zurückhaltend sieht man in einem Backstage-Einspieler dann die beiden Juroren Glück und Brönner diskutieren. Tatsächlich muten diese kleinen Einspieler irgendwie intim und entspannt an – ganz anders als die öfter mal gestellt und verkrampft wirkenden britischen Jury-Gespräche im Background. Brönner und Glück haben in dieser Kombination tatsächlich sogar etwas „cooles“ an sich.

Wenig Überzeichnung, gute Dynamik

„Es gibt keinen Künstler der mehr für X Factor steht, als Leona Lewis“, sagt Trompeter Brönner mit einer so beruhigenden Stimmlage, dass man meint, Psychiater Prof. Dr. Krause hätte eine Packung Tavor verschluckt.. Tatsächlich aber scheint er für die besseren Gags zuständig zu sein. Statt „Du warst richtig scheiße“, sagt er: „Schwach angefangen und dann stark nachgelassen“. Was hoffentlich nicht fürs deutsche X Factor gilt, gilt für die üblichen Verdächtigen, die Untalentierten und Verrückten, welche es hier auch zu fünf Sekunden zweifelhaftem Ruhm bringen. Manche auch zu etwas mehr.

Russische Schwestern wollen nach einem verhauenen Auftritt ein selbstkomponiertes russisches Lied singen. Bei George Glücks Jury Statement spielt die Regie ironische Musik ein. Für einen Moment merkt man, dass diesselbe Firma wie bei DSDS verantwortlich ist. Ansonsten hält man sich mit Überzeichnungen zurück. „Große Chancen beim Grand Prix“ bescheinigt der Trompeter Brönner in einem gemeinen Kommentar. „Möchten Sie bitte auf den Punkt kommen, wir sitzen hier schon seit halb elf“, zischen die Mädels zurück.

Die Dynamik zwischen Jury und Kandidaten, dem Publikum und schließlich den Jurymitgliedern untereinander wirkt nicht erzwungen und funktioniert deutlich besser, als ich mir das vorgestellt hatte. Zum Beispiel habe ich noch nie eine deutsche Casting Show gesehen, in der so gelungen eingefangene, unspektakuläre und symphatische Zuschauerreaktionen während der Auftritte der Kandidaten zu sehen waren.

Als Ende 2009 RTL und VOX ankündigten sich der lange brach liegenden X Factor Lizenz endlich und irgendwie auch notgedrungen anzunehmen, waren wir alle sehr kritisch. Kurz zuvor hatte die damalige DSDS-Produktion das Niveau nochmal erfolgreich eine Stufe abgesenkt.

Solide Unterhaltung, technisch fehlerfrei

X Factor Deutschland allerdings ist solide Unterhaltung. Insgesamt wirkt die Produktion nicht so, als hätte man ein besonders großes Budget zur Verfügung gehabt. Der Produktion merkt man an, das es schwer fällt vom gewohnten Zynismus Abstand zu nehmen, gleichwohl ist sie technisch fehlerfrei. Allein für Jochen Schropp und Till Brönner hat es sich jedenfalls gelohnt die erste Show zu schauen.

Gemessen an meinen niedrigen Erwartungen jedenfalls, sowie der im freien Fall befindlichen Qualität von DSDS und Popstars, ist das deutsche X Factor tatsächlich eine Casting Show, die ich mir mit Interesse ansehen werde. Nicht zuletzt, weil ich es Vox, Sarah Connor, Till Brönner und Jochen Schropp gönnen würde, wenn sie aus dem Stand erfolgreicher wären, als Dieter Bohlen und Detlef Soost.


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Mehr zu X Factor:

X Factor bei VOX

X Factor bei tvundso.com

Alle Auftritte bei tvsongs.de

Bei Clipfish: Videos vom deutschen X Factor

Ich weiß nicht, was ich machen würde, wenn ich Milliardär wäre. Aber der griechische Milliardär Alki David hat sich ja diese Plattform Battlecam.com ausgedacht (Bericht auf tvundso.com), bei der man versuchen muss solange wie möglich online zu bleiben, bevor die Zuschauer einen „wegpupsen“ und an Wettbewerben teilnehmen kann.

Damit die Plattform noch mehr Zuschauer bekommt als das kleine Biotop von Internetfreaks, wütenden jungen Männern und halbnackten Amerikanerinnen aus dem es derzeit besteht, hat sich David nun wieder etwas neues einfallen lassen: Laut einem bei Youtube und Manginainc. veröffentlichten Video soll es 100.000 1 Million Dollar für denjenigen geben, der es nackt vor Präsident Obama schafft. Während einer TV Übertragung, mit einem Schild in der Hand auf dem Battlecam.com steht und zu allem Überfluß muss auch noch die Mangina performt werden.

Eigentlich dürfte es nicht sonderlich schwer sein, einen verrückten zu finden, der das macht. Schließlich reden wir von Amerika. Wenn nur jemand das Video sehen würde…

Update:

Wie jetzt die britische Sun berichtet, hat Alki David die Summe auf 1 Million US Dollar erhöht. Auch der Telegraph hat die Geschichte aufgegriffen.

Auch Fernsehsender berichten inzwischen über das unmoralische Angebot, dass übrigens, wie hier zu hören auch für den Präsidenten selbst gilt:


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Zu den Websites:

Battlecam.com

ManginaInc.

Hulu.com Startseite

Lange hatte es Kritik daran gegeben, dass die deutschen (Privat)-TV-Sender keine senderübergreifende Plattform anbieten, um eigene TV-Programme im Internet abrufbar zu machen. Wer Sendungen von ARD, ZDF, RTL und ProSieben anschauen will, muss von Website zu Website springen, kann keine Favoritenlisten anlegen, kein Freundesnetzwerk, nicht folgen, Kommentare sind in der Regel auch nicht möglich. Internet wie 1999.

Zumindest das mit der gemeinsamen Online-TV-Plattform soll sich jetzt ändern. Am vergangenen Freitag bestätigten die Sendergruppen von RTL und ProSiebenSat.1 Pläne für eine gemeinsame Plattform. „Die neue werbefinanzierte Onlineplattform soll allen interessierten Sendern in Deutschland und Österreich offenstehen, ausdrücklich auch den öffentlich-rechtlichen Anstalten“, schreibt die Financial Times Deutschland. Ein Gemeinschaftsunternehmen würde den Sendern die technischen Dienstleistungen zur Verfügung stellen, die Europäische Union muss dem Vorhaben noch zustimmen. Die Presse vergleicht die Pläne mit dem amerikanischen Serien- und Filmportal Hulu, einem Joint Venture von FOX (News Corp), ABC (Disney) und NBC, auch CBS könnte bald dazugehören.

Der Traum jedes TV-Fans: Serienklassiker jederzeit vollständig abrufen. Beim "deutschen Hulu" fraglich.

Die Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau weist allerdings auf einen entscheidenden Unterschied zu Hulu hin: „Die neue Gemeinschaftsplattform soll Sendungen nur sieben Tage nach der Ausstrahlung vorhalten. Wer ältere Ausgaben einer Serie sehen will, müsste immer noch auf die Portale der Sender gehen. Eine kostenpflichtige Plus-Version inklusive Langzeitarchiv, wie sie Hulu für knapp zehn Dollar im Monat bietet, sei ’nicht vorgesehen‘, sagte ein RTL-Sprecher.“ Auch bei ARD und ZDF, wo über eine Beteiligung an der deutschen Plattform noch nicht entschieden ist, solle diese die Mediatheken (auch innerhalb der ÖR muss man ja zwischen verschiedenen Seiten wechseln) nicht ersetzen, sagte Robert Amlung aus der ZDF-Intendanz der FR zufolge.

Schlicht und aufgeräumt: Videobildschirm bei Hulu.com

Das amerikanische Hulu sollten sich die Firma, welche die technische Umsetzung von Hulu angehen wird allerdings deutlich intensiver anschauen als die derzeitigen Portale der deutschen Privatsender. Die Serienepisoden bei RTLnow oder ProSieben lassen sich zwar einfach browsen, Videoportale wie Clipfish.de ähneln allerdings eher einer digitalen Bewegtbild-Müllhalde. Hulu.com hingegen wirkt aufgeräumt, modern, sieht gut aus und lässt sich einfach bedienen.

Diese Erfahrungen machen derzeit außerhalb der USA allerdings wenige. Hulu blockt fleißig Proxys und VPNs, die versuchen die IP-Sperre zu umgehen, um auch außerhalb der USA Videos bei Hulu schauen zu können. Lösungen gibt es natürlich dennoch: der niederländische Dienstleister BlackVPN bietet derzeit einen verlockenden Zugang zu seinen US-Servern für 5 Euro im Monat. Bezahlt werden kann verhältnismäßig „anonym“ via Paypal. Und wer den Ref-Code GHBBMPF bei der Anmeldung mit angibt, bekommt gleich noch zwei kostenlose Monate dazu (und ich einen weiteren).

Den Hinweis auf BlackVPN habe ich von @SaschaW bei Twitter bekommen, der auf seinem Blog Apfelfunk.de auch schon über BlackVPN berichtet hat und genau wie ich mit dem Dienst sehr zufrieden ist. Aber auch der ix, die Affenkopp Zentrale und Anke Gröner mögen den Dienst.

Ich persönlich schaue jedenfalls immer mehr Fernsehen online, meinen normalen Fernseher nutze ich eigentlich nur noch für Nachrichten, Live-Übertragungen und besondere TV-Events. Von einem deutschen Portal würde ich mir neben der Möglichkeit meine Lieblingssendungen (das sind sowieso nicht viele) bequem online schauen zu können, allerdings auch ein Archiv wünschen. Die ersten Jahre GZSZ mit Milla, Saskia, Heiko und Elke würde ich zum Beispiel gerne nochmal schauen. Das ist jetzt gut 18 Jahre her. Als GZSZ startete gabs noch nichtmal das World Wide Web. Und jetzt könnte man diese 18 Jahre darin aufheben. Wann sich dieses Potenzial wohl erschließen lässt?

Und hier gehts zu Hulu

Screenshots con battlecam.com – Klicken zum Vergrößern

Gut zwei Wochen habe ich inzwischen als einer von nur zwei deutschen aktiven Nutzern bei Battlecam.com verbracht, einer an Chatroulette erinnernden Videochat-Plattform, die erst seit wenigen Wochen existiert. Möglich gemacht hat sie der griechische Milliardär Alki David, der für seine hohe Nutzung sozialer Medien bekannt ist – ob aus Geschäftssinn oder Langeweile ist zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht klar.

David, dem eine Karriere als Schauspieler lieber gewesen wäre als die eines Geschäftsmannes, ist selber einer der aktivsten Nutzer seiner Website. Oft ist er im Bett mit seiner Freundin Jen zusehen, beide ein Notebook auf dem Schoß, während sie ihr virtuelles Reich auf Battlecam verfolgen. Seine Einwohner bedienen alle Klischees des typischen Internetvielnutzers.

Ob dicker Nerd, Bier- und Zigaretten-Extremkonsumierer, Trailerpark-Familie, Narzissten, Lifecaster, Selbstdarsteller oder Comedytalent – man kann sich das ganze als eine Mischung aus „Mitten im Leben“ und Supertalent vorstellen. In zwei Wochen sind mir einige von ihnen schnell ans Herz gewachsen, wie die Charaktere einer Big Brother Staffel oder einer Seifenoper – mit dem Unterschied, dass ich mit ihnen chatten und sogar mit eigener Videoübertragung reden kann. Das Suchtpotenzial der Seite scheint enorm.

Im Unterschied zu Chatroulette wird bei Battlecam nicht 1 zu 1 zum Zufallsvideochat verbunden, statt dessen steht ein- und diesselbe Videoübertragung für alle Nutzer im Mittelpunkt. Abwechselnd erscheinen dort alle, die sich via Webcam ins Internet übertragen wollen. Alle Zuschauer stimmen über Like- oder Poop-Button über den Teilnehmer ab, ähnlich wie einst in der Gong-Show. Je länger man online ist, desto mehr Punkt gibt es. Gut möglich, dass diese irgendwann mal in Preise eingetauscht werden könnten, doch offizielles gibt es dazu nicht.

Auftritte bei Battlecam dauern anders als bei Chatroullete nicht nur Sekunden, sondern manchmal über eine Stunde. Nackte Tatsachen gibt es nicht. Dafür sogenannte Challenges am Rande des guten Geschmacks und so mancher Moralvorstellung. Einen Obdachlosen zu sich nach Hause eingeladen hat eimal ein Nutzer, ein anderer kackte vor der Webcam oder täuschte einen Anfall in einem McDonalds-Restaurant vor.

Hier noch ein kompletter Battlecam-Contest bei Youtube

Vergleichsweise harmlos ist diese im Video zu sehende Challenge. Einen Löffel Zimt essen bzw. runterschlucken – das kann es auch bei Big Brother oder einer anderen TV Show geben. Aber live vor der Videokamera sein Geschäft zu verrichten, da gehen selbst im Big Brother Container die Lichter aus. Bei Battlecam ist das eine Herausforderung. Lange musste Alki David nicht suchen, bis sich jemand fand, der vor laufender Kamera einen Haufen machte. Für solcherlei Unsinn lässt David auch gerne mal ein paar hundert Dollar als Motivation oder Belohnung springen. Angesichts solcher Dinge, kann man diesen Artikel über Chatroulette noch einmal hervorholen. Man könnte fast meinen der Autor beschreibe nicht Chatroulette sondern Battlecam. Battlecam ist auch alles Verrückte, Abgefahrene und Krasse am Internet, quasi ein Forum wie 4chan als Livestream.

Doch nicht alles ist Kloake bei Battlecam. Vieles ist auch rührend, witzig, bemerkenswert oder nett. Da gibt es das (ehemalige) Bandenmitglied, dass erzählt, wie es als 9-Jähriger angeschossen wurde und seitdem im Rohlstuhl sitzt, Telefonscherze oder die regelmäßig stattfindenen Challenges, bei denen die Bewohner vor der Kamera abwechselnd ihr Talent beweisen müssen, sich verkleiden oder Musik machen. Hier gibt es dann nicht nur Schockmomente, Ekel und Voyeurismus, sondern authentische Unterhaltung, wie sie nur im Internet möglich ist. Einen Einblick über das komplette Panoptikum des Möglichen auf Battlecam bietet auch das kuriose wie surreale Blog Manginainc, dessen Namensgebung auf die Imitation des weiblichen Geschlechtsteils durch Zurückklemmen des Penisses beruht. Die Mangina ist wohl das inoffizielle Markenzeichen der Website…

http://www.youtube.com/watch?v=1aFRrXVNBWU

Wer bei Battlecam online ist, sollte entweder total verrückt sein, oder sich genau über die Nutzungsbedingungen informieren. Denn natürlich übergibt man dem Seitenbetreiber die Rechte am produzierten Videomaterial. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass sich solcherlei Merkwürdigkeit von Battlecam auf dem PC des Chefs wiederfinden oder weltweite Berühmtheit erlangen ist derzeit gering: Im Schnitt schauen sich 300 Nutzer gleichzeitig die Show an, dafür würde manches Erotikmodell nichtmal die Webcam anschalten. Doch das kann sich durchaus noch ändern: Angeblich plant Milliardär David schon eine große Werbekampagne für seine Seite.


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Zur Website: Battlecam.com

100.000 Videoaufrufe wurden benötigt, damit die Bewohner des Big Brother Hauses einen Teil ihrer wöchentlichen Shopping-Task bestehen. 450.000 sind es zur Stunde. So viele, dass bei Channel 4 der Server zusammenbrach, wie Davina McCall in der Liveshow erzählte. „Don’t Stop Believing“ von Journey coverten also die Housemates in der Version von Glee, das ebenfalls bei Channel 4 läuft. Mehr zur Glee gibts hier bei tvundso.com. Corin und Andrew mussten dann noch in der Show am Freitag live „Time Of Life“ singen. Das ging zwar ziemlich schief, aber das Publikum störte das nicht. Die Shopping-Task wurde bestanden.

In der Nacht zum Samtag, am Ende der gestrigen Liveshow landeten 3 neue Hausbewohner im britischen Big Brother Haus. Nach der tollen Roboter-Invasion (Shopping-Task ging verloren) wurde nun noch direkt das Alien-Thema benutzt.

Was die Inszenierung betrifft gehören die beiden Events neben dem Sky Lunch zu den drei bisherigen Highlights der Staffel. Böse Zungen würden sagen, von dem was das gekostet haben mag, könnte man drei komplette deutsche Staffeln produzieren 😉

Hier also die Bilder von diesem Highlight aus Big Brother UK. Wie immer waren die größten Fans live im tvdunso Chat mit dabei.

Und das sind die neuen Housemates:

Andrew, 19, der nerdige Mathestudent. Markiert seine Milchflaschen mit Strichen, damit er sieht, ob andere drauß getrunken haben.

Keeley, 30, kompensiert ihre geringe Körpergröße durch Erfolg im Beruf. Meinte sie könnte jeden Mann haben, wenn sie will. Will aber nicht.

Rachel, 22, war schonmal bei Pop Idol. Fand ich so uninteressant, dass ich mir nichts weiter über sie gemerkt.

Außerdem steht noch eine Anfrage von Dritten aus. Sky UK wünscht sich einen Backlink auf deren Big Brother Seite. Ok, bitte sehr:

http://tv.sky.com/big-brother

Warum Sky eine Big Brother Website hat und mich von einer GMail-Adresse aus fragt, ob ich sie verlinke, weiß ich nicht. Aber im Chat haben wir schonmal spekuliert, ob die eventuell Big Brother holen wollen. ITV und Five sollen auch noch mögliche Kandidaten sein. Haben sie im Chat gesagt. Obs stimmt, keine Ahnung.

Alles zu Big Brother 11 UK

Täglich während der Daily Show (22 Uhr): Big Brother Chat

Screenshot Youtube 4k-Video mit anwählbarer Original-Auflösung

Youtube hat heute auf der VidCon 2010 Videos in der irren, vierfachen HD-Auflösung 4k angekündigt.

„Mit den Begriffen 2K und 4K werden die für die Produktion von Kinofilmen genutzten Auflösungen der Ausbelichtung der Bilder auf Filmmaterial bezeichnet und die Auflösung von digitalen Kinokameras angegeben.“ (wikipedia)

Die derzeit im Consumerbereich verwendete HD Auflösung entspricht maximal 1920 mal 1080 Bildpunkten (und einem Verhältnis von 16 zu 9 gleichgroßen Einheiten der Bildschirmseiten). Das entspricht also 2.073.600 Punkten aus denen sich das Bild zusammensetzt. Das Bild von 4k hingegen kann sich aus bis zu 12.582.912 Bildpunkten zusammensetzen, seine Auflösung ist also bis zu 4096 mal 3072 Punkten (Seitenverhältnis 4:3). Das ist so groß wie das Bild einer 12 Megapixel Digitalkamera, nur das es kein Standbild ist, sondern sich bewegt. In den entsprechenden Videos ist das Format als „Original“ anwählbar.

Nachtrag 10.07.2010: Youtube selber spricht von 4096p, was aber scheinbar irreführend ist. Der derzeitigen Terminologie nach handelt es sich um 3072p bei 4:3 bzw. zum Beispiel 2160p im 16:9 (17:9) Format (auch 4K Cinema). Darauf wurde ich von @TimmTom auf Twitter hingewiesen. Zur Terminologie gibts zum Beispiel weiterführende Diskussionen bei Digg.

Hier ein Vergleich des Größenverhältnisses zwischen einem HD Videobild mit 720p (16:9 Breitbild) und dem maximal möglichen 4096p bzw. 2160p (ebenfalls als Breitbild mit dann 4096 mal 2160 Bildpunkten):

720p

4096p (laut Youtube, eigentlich 2160p)

Die Größen stimmen nicht zu 100 Prozent. Beachtet: das obere, kleinere Bild ist ein HD Bild (ins Verhätlnis gesetzt). So kriegt man mal einen Eindruck, wie groß so ein 4K Video ist.

Interessant:

„Der Speicherbedarf der Daten der Ausbelichtung schwankt zwischen 1,25 Terabyte (2k, 24 fps, 90 Minuten) bis hin zu 10 Terabyte (4K, 24 fps, 180 Minuten)“ (Wikipedia)

Hier gibts Beispielvideos.

Beachtet, dass auf Euren Bildschirmen vermutlich diese extrem hohe Auflösung gar nicht darstellbar ist (falls Euer Computer das Video überhaupt in „Original“ flüßig abspielt), denn kaum ein Monitor dürfte eine derart hohe Auflösung haben.

Hier ein Auszug aus der Mitteilung von Youtube selbst:

„Today at the VidCon 2010 conference, we announced support for videos shot in 4K (a reference resolution of 4096 x 3072), meaning that now we support original video resolution from 360p all the way up to 4096p. To give some perspective on the size of 4K, the ideal screen size for a 4K video is 25 feet; IMAX movies are projected through two 2k resolution projectors.

We always want videos on YouTube to be available in the highest quality possible, as creators intend. In December of last year, we announced support for 1080p, or full HD. At 1096 x 3072 pixels, 4K is nearly four times the size of 1080p.“ (Youtube Blog)

Tja, jetzt brauche ich nur noch ein Kino, um mir die 4k Videos anzuschauen zu können 😉

Übrigens: Es gibt Kameras, die noch viel viel viel größere Videos aufnehmen können.

„Da sieht man wieder was die fürn Budget haben. ^^ Bei uns reichte es nur für Berbi. Nen Liliputaner in nem komischen Kostüm. ^^“ (DarkToon im Big Brother UK Chat auf tvundso.com)

Gut möglich, dass Berbi, auch BEHR-BI-TROG, eine Idee der deutschen Big Brother Macher, die Inspiration für die Roboter-Task gewesen ist, die wir in der vergangenen Liveshow bewundern konnten. Angeblich soll der Berbi ja bei dem internationalen Jahrestreffen den BB-Producer gut angekommen sein, wie ich mich erinnere mal gelesen zu haben.

Im Gegensatz zu Berbi war der Roboter im britischen Big Brother Haus aber deutlich aufwendiger. Es handelte sich um einen dieser echten Roboter, die man sonst nur an den Messeständen verrückter Japaner sieht.

Am Morgen wurden die Hausbewohner passender Weise mit Musik aus Terminator geweckt, danach erfuhren sie, dass die Roboter das Big Brother Haus übernommen haben. Ab jetzt spricht nicht mehr Big Brother, sondern Big Robot.

Als wöchentlich Shopping-Task müssen die Bewohner in der Folge gegen die Roboter in verschiedenen Duellen antreten. Maschine gewinnt gegen Josie im Staubsaugen gegen Kehren. Im zweiten Task durften Corin, JJ, Dave und Ben einen umherfahrenden Roboter nicht berühren. Corin gelang es nicht. Danach tritt Caoimhe gegen den Roboter im Smoothie Zubereiten an, und gewinnt. Danach gehts für Ben und Dave ins Rasierduell gegen die Maschine. Auch sie sind siegreich.

Das finale Duell gegen die Roboter wird in der Eviction-Show am Freitag gezeigt.

Alles zu Big Brother 11 UK

Täglich während der Daily Show (22 Uhr): Big Brother Chat

Deutschland wird 1990 zum bislang letztem Mal Fußball Weltmeister.

1990 folgte die Weltmeisterschaft dem Ende der DDR – zwei solche historischen Momente sollten mir als Heranwachsendem mindestens ein Jahrzehnt das Gefühl verleihen, das alles in dieser Welt möglich ist.

Fußball enthält alle großen Themen des Lebens: Sieg, Niederlage, Aufstehen und Weiterkämpfen, Liebe und Hass, Freundschaft und Feindschaft, Beginn und Ende. Deswegen lieben wir ihn.

Als Deutschland 1990 Weltmeister wurde, stand das geeinte Deutschland am Beginn seiner, die gealterte Mannschaft am Ende ihrer Geschichte. Zwanzig Jahre später ist es genau andersherum, könnte man meinen.

In den kommenden 20 Jahren muss Deutschland es so machen wie Jogi Löw: Einfach mal was wagen.

Blogs: Spreeblick, robertbasic, fussballist, jensweinreich

Werbung gabs ne Menge: RTL Punkt 12 Bericht über X Factor Deutschland.

Neu: Kritik zur ersten deutschen Sendung von X Factor

Lange haben sich RTL und VOX Zeit gelassen, um den Termin für die Ausstrahlung der ersten deutschen Staffel X Factor bekannt zu geben. Wahrscheinlich ist so eine „Eventprogrammierung“, wie VOX in seiner gestrigen Mitteilung schreibt, gar nicht so einfach: Am Freitag, 20. August und am Samstag, 21. August, jeweils 20:15 Uhr füllt RTL das Sommerloch mit dem Staffelauftakt. Danach gehts immer dienstags bei VOX weiter. Damit entfällt das von manchen Zuschauern befürchtete Duell X Factor gegen Popstars am Donnerstag abend.

Alle Artikel zu X Factor Deutschland

X Factor ist die erfolgreichste Casting-Show Europas. Mastermind hinter dem britischem Original der Show ist Simon Cowell, der wohl bekannteste Casting-Show-Juror der Welt. Er erdachte sie als Ersatz für Pop Idol (DSDS) in Großbritannien und hatte damit gleich volle Kontrolle über sein eigenes Produkt. Zwar läuft X Factor bereits in zahlreichen Ländern der Erde, doch auf den wichtigsten TV Märkten der Welt neben UK, nämlich Deutschland und USA ist bis jetzt immernoch Pop Idol in Form von DSDS und American Idol der Platzhirsch.

Doch Pop Idol hat ein Problem: seine Zuschauer werden schneller älter als die Sendung selbst. Insofern startet X Factor als Konkurrenz aus einer guten Position. Den britischen Musikmarkt hat die Show im vergangenen Jahr ziemlich aufgemischt. Noch ist allerdings von der Konkurrenzsituation nichts zu erkennen. Sowohl bei den deutschen RTL Sendern als auch bei Fox in den USA laufen beide Formate erstmal paralell.

Weitere Hintergründe zum deutschen X Factor

Doch während Simon Cowell den US-Start von X Factor im Herbst 2011 sehr ernst nimmt, ist es im Falle des deutschen X Factor eher eine Notlösung die Show überhaupt auszustrahlen. RTL wollte das Erfolgsformat wohl nicht den Konkurrenten von Sat.1 oder ProSieben überlassen. Produziert von der Grund Light, dass in Sachen X Factor unter anspruchsvolleren Castingshow-Fans eher einen schlechten Ruf genießt, startet das deutsche X Factor im August aus der Defensive.

Die Weichen haben die Macher aber zumindest schonmal in die richtige Richtung gestellt. Sowohl die Jury mit Sarah Connor, Till Brönner und George Glueck, als auch die Moderation mit Jochen Schropp ist mutig besetzt. Sowohl der noch nahezu unbekannte ausgebildete Sänger Schropp als auch Jazz-Trompeter Brönner könnten der Show einen gewissen „X Factor“ verleihen. Für Sarah Connor, die ihre Fähigkeiten zuletzt dem TV Trash untergeordnet hat könnte die Show ein Schritt zurück ins ernsthaftere Musikgeschäft sein. UK-Jurorin Cheryl Cole, die in diesem Jahr gesundheitsbedingt fehlen wird, profitierte trotz eher durchschnittlichem Talent und Charakter enorm von ihrer Jury-Rolle, ist inzwischen eine ernstzunehmende Poplady geworden.

Sarah Connor denkt jedenfalls zunächst einmal an die Karriere des kommenden deutschen X Factor Siegers, dem ein Plattenvertrag bei Sony Music winkt: „Wir suchen jemanden, der Deutschland im Sturm erobert – und danach vielleicht sogar die ganze Welt!“ Das ist bislang allerdings lediglich Leona Lewis gelungen. Die 2008er Siegerin Alexandra Burke ist noch unter in der zweiten Reihe unterwegs und macht grad Werbung für Deo im britischen Fernsehen. Ich persönlich gehe davon aus, dass wir erst 2011 oder 2012 im US X Factor einen neuen Weltstar bekommen werden.

Alles über X Factor hier auf tvundso.com

X Factor Website von VOX mit Infos und Videos

Eintrittskarten für die X Factor Liveshows in Köln

justin.tv Channel von User michael_1985

Wie ein Videospieler innerhalb von zwei Stunden 1000 Dollar Spenden für einen neuen PC generierte.

Auf dem Streaming-Portal justin.tv ist er einer der beliebtesten Broadcaster, der Gamer mit dem witzigen deutschen Akzent: Michael H. Während auf anderen Kanälen der Website Computer-Nerds raubkopierte TV Serien 24/7 streamen oder ihr Leben nonstop via Webcam ins Internet übertragen, spielt Michael neben an auf seinem Channel live sämtliche Supermario Games, andere Spiele-Klassiker oder ein extrem kompliziertes Spiel namens „I Wanna Be The Guy„, das von Fans programmiert wurde und zahlreiche Anleihen aus Videospielen der 16-Bit-Ära enthält. Der Zeit, in der Michael groß geworden ist. Vor seinem Super Nintendo. Wie viele von denen, die jetzt in dieser bunten Popkulturwelt im Internet leben, in der scheinbar keiner mehr bezahlen will. Scheinbar, wie gesagt. Dazu gleich mehr.

Ungefähr 1000 Zuschauer hat so eine Übertragung, damit ist Michael einer der beliebtesten Broadcaster auf justin.tv. Sein erster Kanal hatte beinah 1 Million Zuschauer über mehrere Monate verteilt und einige Tausende Follower. Doch den löschte Michael zwischenzeitlich, weil er glaubte zuviel Zeit dort zu verschwenden. Und weil er sich wieder mehr auf das echte Leben konzentrieren wollte. Kurz darauf kehrte er wieder zurück und spielte weiter. So wie das im Internet eben üblich ist.

Doch das Streamen von Videospielen über justin.tv ging in diesem heißen Sommer nicht spurlos an Michaels Laptops vorbei. Beide Geräte überhitzten sich und fielen aus, wie die Fans seines Kanals am Samstag abend (3. Juli) erfuhren oder live miterlebten. Michael H. schrieb auf seinem Kanal:

„in the last 2 weeks my two shitty laptops died because of the heat here in germany.. you ask why they died maybe.. the streaming was too much… streaming in 640×480 with hq on such shitty laptops was too much… im on my netbook right know and i am happy that im atleast can be still here.“

Michael fügte hinzu:

„the only thing for me was to wait until 2011 to buy myself a new pc. right now i have my netbook. thats all i need to work. and yeah… as you guys know. you cant stream with a netbook. not at all. so, what do i do? wait till next year till i can stream again? thats what i had on my mind.. but yeah, because of so much support i decided to put on a chip in.“

Mit einem solchen Chip-In können Nutzer auf justin.tv für den Broadcaster spenden und somit die Stunden kostenloser Unterhaltung irgendwie wertschätzen. Oder in diesem Fall: Dafür sorgen, dass sich Michael einen neuen PC kaufen kann und ihr Lieblingskanal weitersendet.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Während einer Audioübertragung (mehr) in der Nacht zum Sonntag kamen innerhalb weniger Stunden viele Dollar an Spenden zusammen, schon nach eineinhalb Stunden waren fast 1000 Dollar erreicht. Einigen Nutzern ist der Kanal soviel wert, dass sie direkt 100 Dollar spendeten (Screenshots liegen tvundso.com vor). Wohlgemerkt auf einer Plattform, die unter anderem Raubkopien und Fernsehsender illegal streamed.

Was man daraus ableiten kann? Keine Ahnung. Das überlasse ich Kommunikationswissenschaftlern und Internetexperten. Aber ich denke, es sollte mal dokumentiert sein. Hab ich hiermit getan. Und eventuell ist es ja auch im Zusammenhang mit dem sich anbahnendem Erfolg von Modellen wie Flattr ganz interessant.

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