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Ich möchte mein Weblog ungern ungenutzt hier vor sich hingammeln lassen, insbesondere da meine Begeisterung für audiovisuelle Medien ungebrochen ist. Inzwischen habe ich beruflich bedingt allerdings weder Zeit noch Lust so zu bloggen, wie ich es seit 2008 hier getan habe.

Wie auch immer – als Anknüpfungspunkt hier mal ein Roundup über die Medienerlebnisse aus den letzten Monaten:

I. World of Warcraft

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres habe ich angefangen World of Warcraft zu spielen. Schon nach kurzer Zeit war mir klar, dass man in diesem Spiel kaum normale Leute treffen, zumindest nicht, wenn man es richtig spielt. Und das wollte ich. Das Spiel lässt keine Zeit für irgendetwas anderes. Außer Musik oder Podcasts während ich langweiligere, sich ständig wiederholende gleiche Aufgaben abarbeitete, blieb praktisch keine Zeit für irgendeine andere Beschäftigung mit Medien. Weder für Nachrichten, Fernsehen oder Filme. Die Konzentration auf nur eine einzige Sache war gleichwohl eines der intensivsten und irgendwie auch befriedigensten Erlebnisse im Bereich des medialen Eskapismus. Nachdem ich es kurz nach dem Release der derzeit aktuellsten Erweiterung Cataclysm geschafft hatte, den höchsten Level 85 zu erreichen und alle Dungeons auf heroisch zu bezwingen, stand ich vor der Frage, ob ich nun in die berühmten Raids gehen wollte. Meine Gilde legte die Raids auf einen Wochentag von 19 bis etwa 23 Uhr. Wegen World of Warcraft extra länger aufzubleiben kam für mich nicht in Frage. Und ohne realisierbares Spielziel war das Abo schon bald ausgelaufen und ward nie mehr verlängert. Bis zur nächsten Erweiterung…

 

II. Videospiele

Über World of Warcraft bin ich seit Jahren wieder dazu gekommen mich überhaupt mit Spielen ansich auseinanderzusetzen. Nachdem ich zwischenzeitlich einen neuen Computer gekauft hatte, beschloss ich zunächst einmal einige PC-Hits der letzten Jahre nachzuholen. Schon nach einem Titel war damit Schluß. Halflife 2 konnte mich maximal 2 bis 3 Stunden unterhalten, dann hatte ich keine Lust mehr. Die Narration und gestalterische Leistung im Medium Computerspiel ist mir insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie ernst genommen wird (sogar von Kulturwissenschaftlern) zu banal. Ich wechselte zu etwas kurzweiligerem: mobilen Spielkonsolen. Dem Nintendo DSi folgte ein 3DS, doch auch hier keine langfristige Begeisterung. Zwar ist das Erlebnis hier deutlich spielerischer, aber langfristig konnte es mich nicht fesseln. Gespielt habe ich: Pokemon, Streetfighter 4 3D, Pilotwings 3D und Ridge Racer 3D. Letzteres wie alle Rennspiele ein tolles Erlebnis, inbesondere zur Entspannung. Wie auch Streetfighter profitiert es enorm vom 3D-Effekt des neuen Nintendo Spielzeugs. Gadget-Fans brauchen einen 3DS, keine Frage. Mario, Zelda und Co. folgen im Laufe des Jahres.

 

III. iApp

Das das iPhone, das iPad und der iPod so erfolgreich sind, lässt sich mit vielen Argumenten gut begründen, doch verstehen tut man es erst nachdem man sich selbst ein solches Produkt benutzt hat. Ich muss dazu sagen, dass ich 2004 mein erstes Apple Produkt in Betrieb nahm, ein iBook G4. Das war ein, genaugenommen auch damaliger Sicht, technisch veralteter, überteuerter und schlecht verarbeiteter Computer, auf dem allerdings ein, insbesondere aus damaliger Sicht, geniales Betriebssystem lief. OSX. Inzwischen gibt es Windows 7, mit dem ich absolut glücklich bin. Genauso wie mit meinem iPod touch 4G. Ich benutze ihn jeden Tag und man kann wirklich alles damit machen: Die Printausgabe der Zeit lesen (via App, 4,99 für 4 Ausgaben),  was gut funktioniert, kurzweilige, kunterbunte Spiele spielen, Fernsehen schauen, HD Videos aufnehmen, twittern, Filme schauen, Radio hören und es gibt so eine riesige Auswahl zu all diesen Anwendungsmöglichkeiten, für viel Geld, für gar kein Geld oder dazwischen. Und alles lässt sich so virtuos bedienen und sieht toll aus. Grandios. Schade, dass es kaum brauchbare und meist viel zu teure journalistische Angebote gibt.

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Ich weiß nicht, was ich machen würde, wenn ich Milliardär wäre. Aber der griechische Milliardär Alki David hat sich ja diese Plattform Battlecam.com ausgedacht (Bericht auf tvundso.com), bei der man versuchen muss solange wie möglich online zu bleiben, bevor die Zuschauer einen „wegpupsen“ und an Wettbewerben teilnehmen kann.

Damit die Plattform noch mehr Zuschauer bekommt als das kleine Biotop von Internetfreaks, wütenden jungen Männern und halbnackten Amerikanerinnen aus dem es derzeit besteht, hat sich David nun wieder etwas neues einfallen lassen: Laut einem bei Youtube und Manginainc. veröffentlichten Video soll es 100.000 1 Million Dollar für denjenigen geben, der es nackt vor Präsident Obama schafft. Während einer TV Übertragung, mit einem Schild in der Hand auf dem Battlecam.com steht und zu allem Überfluß muss auch noch die Mangina performt werden.

Eigentlich dürfte es nicht sonderlich schwer sein, einen verrückten zu finden, der das macht. Schließlich reden wir von Amerika. Wenn nur jemand das Video sehen würde…

Update:

Wie jetzt die britische Sun berichtet, hat Alki David die Summe auf 1 Million US Dollar erhöht. Auch der Telegraph hat die Geschichte aufgegriffen.

Auch Fernsehsender berichten inzwischen über das unmoralische Angebot, dass übrigens, wie hier zu hören auch für den Präsidenten selbst gilt:


Flattr this

Zu den Websites:

Battlecam.com

ManginaInc.

Screenshots con battlecam.com – Klicken zum Vergrößern

Gut zwei Wochen habe ich inzwischen als einer von nur zwei deutschen aktiven Nutzern bei Battlecam.com verbracht, einer an Chatroulette erinnernden Videochat-Plattform, die erst seit wenigen Wochen existiert. Möglich gemacht hat sie der griechische Milliardär Alki David, der für seine hohe Nutzung sozialer Medien bekannt ist – ob aus Geschäftssinn oder Langeweile ist zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht klar.

David, dem eine Karriere als Schauspieler lieber gewesen wäre als die eines Geschäftsmannes, ist selber einer der aktivsten Nutzer seiner Website. Oft ist er im Bett mit seiner Freundin Jen zusehen, beide ein Notebook auf dem Schoß, während sie ihr virtuelles Reich auf Battlecam verfolgen. Seine Einwohner bedienen alle Klischees des typischen Internetvielnutzers.

Ob dicker Nerd, Bier- und Zigaretten-Extremkonsumierer, Trailerpark-Familie, Narzissten, Lifecaster, Selbstdarsteller oder Comedytalent – man kann sich das ganze als eine Mischung aus „Mitten im Leben“ und Supertalent vorstellen. In zwei Wochen sind mir einige von ihnen schnell ans Herz gewachsen, wie die Charaktere einer Big Brother Staffel oder einer Seifenoper – mit dem Unterschied, dass ich mit ihnen chatten und sogar mit eigener Videoübertragung reden kann. Das Suchtpotenzial der Seite scheint enorm.

Im Unterschied zu Chatroulette wird bei Battlecam nicht 1 zu 1 zum Zufallsvideochat verbunden, statt dessen steht ein- und diesselbe Videoübertragung für alle Nutzer im Mittelpunkt. Abwechselnd erscheinen dort alle, die sich via Webcam ins Internet übertragen wollen. Alle Zuschauer stimmen über Like- oder Poop-Button über den Teilnehmer ab, ähnlich wie einst in der Gong-Show. Je länger man online ist, desto mehr Punkt gibt es. Gut möglich, dass diese irgendwann mal in Preise eingetauscht werden könnten, doch offizielles gibt es dazu nicht.

Auftritte bei Battlecam dauern anders als bei Chatroullete nicht nur Sekunden, sondern manchmal über eine Stunde. Nackte Tatsachen gibt es nicht. Dafür sogenannte Challenges am Rande des guten Geschmacks und so mancher Moralvorstellung. Einen Obdachlosen zu sich nach Hause eingeladen hat eimal ein Nutzer, ein anderer kackte vor der Webcam oder täuschte einen Anfall in einem McDonalds-Restaurant vor.

Hier noch ein kompletter Battlecam-Contest bei Youtube

Vergleichsweise harmlos ist diese im Video zu sehende Challenge. Einen Löffel Zimt essen bzw. runterschlucken – das kann es auch bei Big Brother oder einer anderen TV Show geben. Aber live vor der Videokamera sein Geschäft zu verrichten, da gehen selbst im Big Brother Container die Lichter aus. Bei Battlecam ist das eine Herausforderung. Lange musste Alki David nicht suchen, bis sich jemand fand, der vor laufender Kamera einen Haufen machte. Für solcherlei Unsinn lässt David auch gerne mal ein paar hundert Dollar als Motivation oder Belohnung springen. Angesichts solcher Dinge, kann man diesen Artikel über Chatroulette noch einmal hervorholen. Man könnte fast meinen der Autor beschreibe nicht Chatroulette sondern Battlecam. Battlecam ist auch alles Verrückte, Abgefahrene und Krasse am Internet, quasi ein Forum wie 4chan als Livestream.

Doch nicht alles ist Kloake bei Battlecam. Vieles ist auch rührend, witzig, bemerkenswert oder nett. Da gibt es das (ehemalige) Bandenmitglied, dass erzählt, wie es als 9-Jähriger angeschossen wurde und seitdem im Rohlstuhl sitzt, Telefonscherze oder die regelmäßig stattfindenen Challenges, bei denen die Bewohner vor der Kamera abwechselnd ihr Talent beweisen müssen, sich verkleiden oder Musik machen. Hier gibt es dann nicht nur Schockmomente, Ekel und Voyeurismus, sondern authentische Unterhaltung, wie sie nur im Internet möglich ist. Einen Einblick über das komplette Panoptikum des Möglichen auf Battlecam bietet auch das kuriose wie surreale Blog Manginainc, dessen Namensgebung auf die Imitation des weiblichen Geschlechtsteils durch Zurückklemmen des Penisses beruht. Die Mangina ist wohl das inoffizielle Markenzeichen der Website…

http://www.youtube.com/watch?v=1aFRrXVNBWU

Wer bei Battlecam online ist, sollte entweder total verrückt sein, oder sich genau über die Nutzungsbedingungen informieren. Denn natürlich übergibt man dem Seitenbetreiber die Rechte am produzierten Videomaterial. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass sich solcherlei Merkwürdigkeit von Battlecam auf dem PC des Chefs wiederfinden oder weltweite Berühmtheit erlangen ist derzeit gering: Im Schnitt schauen sich 300 Nutzer gleichzeitig die Show an, dafür würde manches Erotikmodell nichtmal die Webcam anschalten. Doch das kann sich durchaus noch ändern: Angeblich plant Milliardär David schon eine große Werbekampagne für seine Seite.


Flattr this

Zur Website: Battlecam.com

Screenshot Youtube 4k-Video mit anwählbarer Original-Auflösung

Youtube hat heute auf der VidCon 2010 Videos in der irren, vierfachen HD-Auflösung 4k angekündigt.

„Mit den Begriffen 2K und 4K werden die für die Produktion von Kinofilmen genutzten Auflösungen der Ausbelichtung der Bilder auf Filmmaterial bezeichnet und die Auflösung von digitalen Kinokameras angegeben.“ (wikipedia)

Die derzeit im Consumerbereich verwendete HD Auflösung entspricht maximal 1920 mal 1080 Bildpunkten (und einem Verhältnis von 16 zu 9 gleichgroßen Einheiten der Bildschirmseiten). Das entspricht also 2.073.600 Punkten aus denen sich das Bild zusammensetzt. Das Bild von 4k hingegen kann sich aus bis zu 12.582.912 Bildpunkten zusammensetzen, seine Auflösung ist also bis zu 4096 mal 3072 Punkten (Seitenverhältnis 4:3). Das ist so groß wie das Bild einer 12 Megapixel Digitalkamera, nur das es kein Standbild ist, sondern sich bewegt. In den entsprechenden Videos ist das Format als „Original“ anwählbar.

Nachtrag 10.07.2010: Youtube selber spricht von 4096p, was aber scheinbar irreführend ist. Der derzeitigen Terminologie nach handelt es sich um 3072p bei 4:3 bzw. zum Beispiel 2160p im 16:9 (17:9) Format (auch 4K Cinema). Darauf wurde ich von @TimmTom auf Twitter hingewiesen. Zur Terminologie gibts zum Beispiel weiterführende Diskussionen bei Digg.

Hier ein Vergleich des Größenverhältnisses zwischen einem HD Videobild mit 720p (16:9 Breitbild) und dem maximal möglichen 4096p bzw. 2160p (ebenfalls als Breitbild mit dann 4096 mal 2160 Bildpunkten):

720p

4096p (laut Youtube, eigentlich 2160p)

Die Größen stimmen nicht zu 100 Prozent. Beachtet: das obere, kleinere Bild ist ein HD Bild (ins Verhätlnis gesetzt). So kriegt man mal einen Eindruck, wie groß so ein 4K Video ist.

Interessant:

„Der Speicherbedarf der Daten der Ausbelichtung schwankt zwischen 1,25 Terabyte (2k, 24 fps, 90 Minuten) bis hin zu 10 Terabyte (4K, 24 fps, 180 Minuten)“ (Wikipedia)

Hier gibts Beispielvideos.

Beachtet, dass auf Euren Bildschirmen vermutlich diese extrem hohe Auflösung gar nicht darstellbar ist (falls Euer Computer das Video überhaupt in „Original“ flüßig abspielt), denn kaum ein Monitor dürfte eine derart hohe Auflösung haben.

Hier ein Auszug aus der Mitteilung von Youtube selbst:

„Today at the VidCon 2010 conference, we announced support for videos shot in 4K (a reference resolution of 4096 x 3072), meaning that now we support original video resolution from 360p all the way up to 4096p. To give some perspective on the size of 4K, the ideal screen size for a 4K video is 25 feet; IMAX movies are projected through two 2k resolution projectors.

We always want videos on YouTube to be available in the highest quality possible, as creators intend. In December of last year, we announced support for 1080p, or full HD. At 1096 x 3072 pixels, 4K is nearly four times the size of 1080p.“ (Youtube Blog)

Tja, jetzt brauche ich nur noch ein Kino, um mir die 4k Videos anzuschauen zu können 😉

Übrigens: Es gibt Kameras, die noch viel viel viel größere Videos aufnehmen können.

justin.tv Channel von User michael_1985

Wie ein Videospieler innerhalb von zwei Stunden 1000 Dollar Spenden für einen neuen PC generierte.

Auf dem Streaming-Portal justin.tv ist er einer der beliebtesten Broadcaster, der Gamer mit dem witzigen deutschen Akzent: Michael H. Während auf anderen Kanälen der Website Computer-Nerds raubkopierte TV Serien 24/7 streamen oder ihr Leben nonstop via Webcam ins Internet übertragen, spielt Michael neben an auf seinem Channel live sämtliche Supermario Games, andere Spiele-Klassiker oder ein extrem kompliziertes Spiel namens „I Wanna Be The Guy„, das von Fans programmiert wurde und zahlreiche Anleihen aus Videospielen der 16-Bit-Ära enthält. Der Zeit, in der Michael groß geworden ist. Vor seinem Super Nintendo. Wie viele von denen, die jetzt in dieser bunten Popkulturwelt im Internet leben, in der scheinbar keiner mehr bezahlen will. Scheinbar, wie gesagt. Dazu gleich mehr.

Ungefähr 1000 Zuschauer hat so eine Übertragung, damit ist Michael einer der beliebtesten Broadcaster auf justin.tv. Sein erster Kanal hatte beinah 1 Million Zuschauer über mehrere Monate verteilt und einige Tausende Follower. Doch den löschte Michael zwischenzeitlich, weil er glaubte zuviel Zeit dort zu verschwenden. Und weil er sich wieder mehr auf das echte Leben konzentrieren wollte. Kurz darauf kehrte er wieder zurück und spielte weiter. So wie das im Internet eben üblich ist.

Doch das Streamen von Videospielen über justin.tv ging in diesem heißen Sommer nicht spurlos an Michaels Laptops vorbei. Beide Geräte überhitzten sich und fielen aus, wie die Fans seines Kanals am Samstag abend (3. Juli) erfuhren oder live miterlebten. Michael H. schrieb auf seinem Kanal:

„in the last 2 weeks my two shitty laptops died because of the heat here in germany.. you ask why they died maybe.. the streaming was too much… streaming in 640×480 with hq on such shitty laptops was too much… im on my netbook right know and i am happy that im atleast can be still here.“

Michael fügte hinzu:

„the only thing for me was to wait until 2011 to buy myself a new pc. right now i have my netbook. thats all i need to work. and yeah… as you guys know. you cant stream with a netbook. not at all. so, what do i do? wait till next year till i can stream again? thats what i had on my mind.. but yeah, because of so much support i decided to put on a chip in.“

Mit einem solchen Chip-In können Nutzer auf justin.tv für den Broadcaster spenden und somit die Stunden kostenloser Unterhaltung irgendwie wertschätzen. Oder in diesem Fall: Dafür sorgen, dass sich Michael einen neuen PC kaufen kann und ihr Lieblingskanal weitersendet.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Während einer Audioübertragung (mehr) in der Nacht zum Sonntag kamen innerhalb weniger Stunden viele Dollar an Spenden zusammen, schon nach eineinhalb Stunden waren fast 1000 Dollar erreicht. Einigen Nutzern ist der Kanal soviel wert, dass sie direkt 100 Dollar spendeten (Screenshots liegen tvundso.com vor). Wohlgemerkt auf einer Plattform, die unter anderem Raubkopien und Fernsehsender illegal streamed.

Was man daraus ableiten kann? Keine Ahnung. Das überlasse ich Kommunikationswissenschaftlern und Internetexperten. Aber ich denke, es sollte mal dokumentiert sein. Hab ich hiermit getan. Und eventuell ist es ja auch im Zusammenhang mit dem sich anbahnendem Erfolg von Modellen wie Flattr ganz interessant.

tvundso.com hat nun auch einen Fernsehchat, indem ihr Euch über das Fernsehprogramm austauschen könnt.

TV… und so Fernsehchat! – Hier klicken um mitzuchatten!

Anleitung:

Nachdem ihr oben auf den Link geklickt habt, seid ihr sofort als Zuschauer im Chat. Ganz unten, wo man normalerweise den Text eingibt, seht ihr folgendes:

Als Gast mitchatten

Ihr müsst Euch nicht registrieren. Klickt einfach auf den Button „Guest“…

… und gebt einen Nickname ein. Danach klickt ihr auf „Sign in“ und schon seid ihr im Chat.

Unten rechts im Chatfenster findet ihr noch zwei kleine Knöpfe. Mit dem linken (der Lautsprecher) stellt ihr den Ton aus, wenn er Euch stört, es gibt nämlich immer ein „plopp“, wenn jemand was schreibt. Mit dem anderen könnt ihr das Chatfenster herauspoppen lassen, so dass es einzeln in der Taskleist ablegt oder auf dem Desktop platziert werden kann.

Aktuelle Chat-Termine:

Täglich ab ca. 22 Uhr findet der TV-Chat zum Thema Big Brother UK statt. Wir schauen die aktuelle Daily Show der 11. britischen Big Brother Staffel und kommentieren sie.

Unabhängig davon, könnt ihr den Chat jederzeit betreten. Er ist öffentlich zugänglich und fasst derzeit maximal 10 Chatter.

Fancorso auf der Datenautobahn: Witziges Flashspielchen zur WM.

FAN CORSO Online

„Habe eine Flash Geschichte für die anstehende WM gebastelt. Was im RealLife nach den Spielen passiert, geht jetzt (hoffentlich) auch online“, schrieb ein mir unter seinem Spitznamen „sonneobenrechts“ bekannter Nutzer in meinem Stammforum am heutigen Mittag, dem Tag, an dem die Fußball WM in Südafrika startet.“Bitte Testen und Feedback – Danke!“, hängte er noch dran. Ein Satz mit dem wahrscheinlich schon viele Erfolgsgeschichten im Internet begannen.

Und tatsächlich: Der Fancorso auf der Datenautobahn, der in diesen Stunden offiziell online geht, hätte das Zeug zu einem Internet-Hit während der WM zu werden. Spitznamen, Automodel, Farbe, Flagge und Hupe auswählen, dann die Nachricht eingeben und schon reiht sich das virtuelle Gefährt in das Hupkonzert auf der Datenautobahn ein! Die Nutzer im Forum jedenfalls sind begeistert: „Genial“, „ganz großes Kino!“, „Warum macht das tatsächlich Spaß?“ oder „lol, wie doof. aber geil“, schreiben sie. Offensichtlich hatte „sonneobenrechts“ da eine gute Idee.

„Ich habe zig solcher Ideen über die Jahre gesammelt. Hatte aber nie Zeit sie um zu setzen. Habe vor 2 Wochen meinen Job in einer Werbeagentur gekündigt um endlich damit beginnen zu können“, erzählt sonneobenrechts im Gespräch mit tvundso.com. Im echten Leben heißt der Programmierer Thomas Sellner, ist 31 Jahre alt und bezeichnet sich selbst als „Internetmokel“.

Die Umsetzung des FAN CORSO online, wie sein Projekt mit komplettem Namen heißt habe gerade mal 1 Woche gedauert. Ob er auf den möglichen Besucheransturm vorbereitet ist? „Solala. Man weiß ja nie wie fett es wird :D“, sagt Sellner. Also ich würde meinen: sehr, sehr fett.

Hier gehts zur Anwendung:

www.fancorso.com
www.fancorso.de

Webpräsenz des Entwicklers Thomas Sellner:

http://www.sonneobenrechts.de/

Google Bus. Foto: bradleypjohnson

In der vergangenen Woche startete Google den Dienst Buzz, der auf den ersten Blick aussieht wie Friendfeed, also ein Strom aus Statusmeldungen von verschiedenen sozialen Diensten im Netz:

Screenshot Google Buzz (Achtung: 4,7 MB)

(Beispiel: so sieht z.B. meine Liste bei Google Buzz aus, da es sich bei allen um öffentliche Beiträge handelt, gehe ich davon aus, dass es niemanden der dort zu sehenden stört, dass ich das so poste)

Auf den ersten Blick fällt ins Auge: es wird sehr viel kommentiert, dazu später mehr. Ich habe den Dienst inzwischen ausführlich ausprobiert und es macht nicht den Eindruck auf mich, als würde Google mit Buzz das Internet revolutionieren. Viele aus sozialen Netzwerken bekannte Meinungsführer oder Profis im Umgang mit dem Netz habe ich dort zudem noch nicht aktiv vorgefunden. Während die typischen Alles-Mitmacher schon da und überaus aktiv sind, hält sich der Rest noch zurück.

„Missverständnisse“ bei Datenschutz und Privatsphäre

Das hat vielleicht auch mit folgendem Paradox zu tun: Obwohl bekannt ist, dass Google seinen Maildienst, sowie das Verhalten seiner Nutzer ausführlichst analysiert, (angeblich) etwa um relevante Werbung einblenden zu können (Mail) oder die Suchergebnisse zu verbessern (Webprotokoll), nutzen viele Kommunikationsprofis den Freemail-Dienst wohl dennoch ausführlich für private oder geschäftliche Kommunikation (!?).  Als allerdings bekannt (besser: von Dritten erklärt) wurde, dass die als Empfehlung gedachten Follower-Listen von Google auf Basis eben solcher Analysen (häufiger Kontakt) erstellt wurden, reagierten die Kommunikations- und Internetprofis geschockt: Plötzlich durfte keiner mehr sehen, dass man mit den Leuten, denen man auf Twitter folgt, mit denen man auf dem eigenen Blog diskutiert oder mit denen man sich bei Facebook vernetzt hat, auch im Mailkontakt steht! Viele machten ihre Lese- und Mitleser-Listen bei Google Buzz daher unsichtbar. Folge: es ist schwer Personen bei Buzz zu finden, denen man folgen will. Inzwischen hat Google das Problem allerdings abgestellt.

Dabei ist allerdings die Selbstverständlichkeit mit der Google aus privaten Daten öffentliche Listen generierte tatsächlich ein ziemlicher Lapsus – die bigotte Art, in der manche Web-Experten (nicht der unter „geschockt“ verlinkte), die bis hin zur Komplettüberwachung via Foursquare/Gowalla sonst keinerlei Privatsphäre kennen, auf die relativ banale Angelegenheit reagierten kam mir persönlich allerdings irgendwie bizarr vor. Gleichwohl: ich habe das Paradox an dieser Stelle selbst schon aufgelöst. Abgesehen davon: bezüglich der angeblichen Allmacht Googles ist die Diskussionen eigentlich schon viel weiter.

Da Google Buzz zunächst mit Google Mail verbunden ist und sich also erstmal auf die bisherigen Mailkontakte stützt, haben bisher viele Nutzer (und auch Google selbst) den Dienst offensichtlich erstmal als eine Art private, kleine oder abgeschlossene Kommunikationsform missverstanden. Tatsächlich ist Google Buzz aber genau wie ein Blog oder Twitter kein privater Kommunikationsdienst, sondern eine öffentliche Diskussionsplattform.

Google Buzz als Diskussionsplattform

Diskussionsplattform: das trifft es zunächst einmal am besten. Es ist die Stärke und Schwäche von Google Buzz zugleich. Als es los ging, fanden in den Kommtarbereichen derjenigen, die direkt viele Follower hatten, so wie Markus Angermeier, mehr oder wenige sinnlose Diskussionen voller Wortspiele, Ironie und eben typischem Internethumor statt (daher auch die Illustration dieses Blogbeitrags). Neben der ausführlichen Diskussionen zur Zukunft und Wechselwirkung von Buzz, Twitter und anderen Diensten hat sich das bislang auch nicht geändert.

Google Buzz erscheint also zunächst einmal wie ein gut gelauntes Heise-Forum, in dem es möglich ist die redundanten IT-Diskussionen zu verfolgen ohne 500 Mal irgendwo auf verästelte Baumstrukturen zu klicken. Im Grunde ist Google Buzz in diesem Sinne eine Zurückentwicklung desjenigen Teils des Internets, in dem kommuniziert wird: Es ist wirr und überfüllt wie in einem großen Forum, wo kein Mensch mit normalen Zeitbudget mehr irgendwelchen Diskussionen folgen kann. Eine Art 4chan ohne Bilder. Es sieht aus wie 1995 und es geht praktisch erstmal nur um IT.

Gleichzeitig finden die Diskussionen hauptsächlich bei wenigen Personen statt: Zumeist denen, die auch sonst überall im Internet bekannt sind und sowieso überall mitmachen. Die sorgen mit nahezu beliebigen Stichworten oder Fragen für einen Schwall von Kommentaren. Inhalt und Qualität spielen dabei wie in Urzeiten des Webs kaum eine Rolle, wohl aber zählt neben mitreden wollen auch der Nutzwert, dass heißt Hilfe und Ratschläge wie in Zeiten des Usenet stehen erstmal im Vordergrund. Was wirklich zählt ist die Aufmerksamkeit. Gleichwohl: natürlich gibt es auch Gegenbeispiele: US Journalist Jeff Jarvis zum Beispiel.

Hier ist bereits eine Art Brainstorm-Funktion von Buzz zu erkennen. Jarvis stellt ein Thema oder einen Gedanken zur Diskussion, es entspinnt sich eine fachliche Diskussion. Möglicherweise können Meinungsführer, die genug Anhänger haben, welche sich freuen, wenn das Idol mit ihnen spricht (schreibt), hier mit einem öffentlichen Notizblog Mehrwert generieren. Dass Nutzer ohne Gegenleistung und klar erkennbare Motivation in dieser Form gerne Idee liefern und Recherchen, sagen mir mal vorsichtig: ergänzen und kollaborieren ist inzwischen aus zahlreichen Beispielen bekannt. Diese Crowdsourcing-Funktion könnte Buzz für Meinungsführer oder auch Broadcastmedien zu einem zentralen Tool im Netz machen.

Twitter-Spam bei Google Buzz

Neben vielen anderen technischen Problemen ist Twitter derzeit das größte Problem von Google Buzz. Ich habe die Verbindung zu Buzz inzwischen wieder getrennt, viele lassen aber ihre Twitter Nachrichten bei Buzz einlaufen. Dadurch, dass Google Buzz Twitter offensichtlich nur alle paar Stunden abruft (wurde das schon geändert?) kommt es erstens dazu, dass plötzlich dutzende Tweets wie Spam aus dem Nichts auftauchen und es zweitens zu völlig überflüßigen und unnützen Informationen bei Buzz kommt, wie in diesem Fall.

Obwohl bei diesem Account ausschließlich zeitversetzte Twitter-Meldungen automatisiert einlaufen und der Autor auch auf keinen der Kommentare antwortete, hat er 150 Mitleser. Das liegt einerseits daran, das ein Teil von ihnen vermutlich automatisch Mitleser wurde, spricht auf der anderen Seite aber auch eine klare Sprache gegen die Qualität und Sinnhaftigkeit von Buzz für Normalnutzer. Wenn ihr oben auf „Jeff Jarvis“ geklickt habt, dann habt ihr vielleicht auch gemerkt, dass die ganzen Tweets von ihm bei Buzz stören. Es ist damit zu rechnen, dass aus diesem Grunde, Tweets bei Buzz auch nicht diskutiert werden und daher nicht um einen Mehrwert durch ihr Erscheinen bei Buzz bereichert werden.

Wozu also Buzz?

Das also sind meine ersten und kritischen Anmerkung zu Buzz, zu seinen Nutzern und zu seiner Nutzung. Google Buzz wird meiner ersten Einschätzung nach weder Twitter noch Friendfeed oder einen anderen Dienst ersetzen. Dazu scheint es in der Praxis langfristig zuviel Lärm, Banalität und Redundanz zu produzieren (man denke an die zigfache Einbindung empfohlener Google Reader Artikel). Twitter liegt sowohl bei der Echtzeit-Kommunikation, etwa beim weltweiten Kommentieren von (TV)-Events via #Hashtag, und auch als Linkverteiler (via Listen und/oder Rivva Social) aus meiner Sicht deutlich vorne. Ich gehe davon aus, dass diverse Nutzer, die professionell mit dem Internet arbeiten dies ebenso sehen werden. Letzten Ende verschwendet Buzz derzeit erstmal nur Zeit.

Nichts allerdings spricht jedoch dagegen, einen Gedanken, eine Idee, einen Eindruck einfach mal zu buzzen. Vielleicht ergibt sich daraus später ein Blogartikel oder etwas anderes. Buzz ist für mich also ein öffentliches Notizbuch mit Brainstorming-Funktion. Es besteht allerdings die Gefahr, dass in der Praxis schlichtweg die Leute fehlen, die in diesem speziellen Fall: mir dabei helfen wollen. Gehe ich in ein klassiches Forum (z.B. ein TV Forum) und stelle dort eine Frage oder einen Gedanken zu Diskussion, erhalte ich als Mitglied des Long Tail in der Aufmerksamkeitsökonomie des Web 2.0 weitaus mehr Feedback als auf allen neuen sozialen Internetdiensten.

Mein Google Buzz

Mehr zur Informationsfilterung im Web 2.0:

Rivva Social: Erste Erfahrungen mit dem Informationsfilter

Twitter Listen: Was sie nutzen und wie sie Twitter verändern werden.

Weitere Meinungen und Analysen zu Google Buzz:

Google Buzz: Die beste aller Welten, nur ohne Social Graph (Matthias Schenk, Carta)

Wieso Google Buzz einen Traumstart hingelegt hat (Martin Weigert, netzwertig)

Google Buzz: Das MS Office für das Social Web? (Andreas Göldi, netzwertig)

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Ausschnitt aus dem Trickfilm „Up“ auf dem iPad während der Präsentation des Geräts am 27. Januar in San Francisco. Im Vordergrund: Apple-Boss Steve Jobs.

Das iPad macht mobile Video-Nutzung komfortabler, doch zahlreiche Mängel verderben den Spaß: Kein HD, kein 16:9, kein Flash-Support.

Das iPad von Apple soll die Art und Weise wie wir auf einem digitalem Gerät Medieninhalte konsumieren verändern. Nämlich nicht mehr am Schreibtisch, unbequem mit dem Laptop/Netbook auf dem Schoß oder auf einem winzigen Smartphone-Display. Statt dessen sollen wir in Zukunft ein iPad, einen Computer, der nur aus einem berührungsempfindlichem Bildschirm besteht, in der Hand halten: wie ein Magazin oder ein Buch, gemütlich auf der Couch, im Bett, Zug oder Gartenstuhl.

Das könnte natürlich auch dazu führen, dass zum Beispiel Internetmagazine ganz anders gestaltet werden, als wir sie heute als Websites kennen. Um sich das vorzustellen, kann man sich das Welt eMag anschauen. Dieses Angebot wird auf dem iPad allerdings nicht funktionieren: denn das iPad unterstützt kein Flash. Statt dessen kommen solche Magazine dann über einen Shop, vermutlich gegen Geld auf das Gerät, Apple wird nach Google zu einer neuen Art von Weltverlag, bei dem die alten Verlage dann nur noch Contentanbieter sind, so wie ein Blogger, der seinen Podcast bei iTunes einstellt.

Soviel zum Allgemeinen. Hier auf tvundso.com interessiert natürlich die Frage: Was bringt das iPad bei der mobilen Nutzung von Filmen, Serien oder Fernsehen. Spiegel Online Autor Frank Patalong* spricht in einem Artikel davon, dass das iPad ein „HD Multimedia-Player“ sei. Das ist falsch. Das einzige, was das iPad in Zusammenhang mit HD kann, ist Videos im H.264 Codec zu verarbeiten und verkleinert wiederzugeben, denn auf dem Display des iPad ist nicht genug Platz für ein 16:9 Bild mit 720 horizontalen Bildzeilen (siehe HD Ready). Angepasst an den Bildschirm des iPads hätte ein 720p-Video eine Auflösung von 1024*576, also deutlich weniger als HD. Und auch auf einem externen Monitor sieht es nicht besser aus:

„Support for 1024 by 768 pixels with Dock Connector to VGA Adapter; 576p and 480p with Apple Component AV Cable; 576i and 480i with Apple Composite Cable“ (Quelle: Apple)

Soviel dazu, aber was heißt das in der Praxis: H.264 Videos mit 720p Ausgangsmatierial sowie auch andere Videoformate wie MPEG-4 werden auf dem Display des iPad natürlich trotzdem ganz gut aussehen. Sicherlich wird nicht nur Frank Patalong vom Spiegel sondern auf viele zukünftige Nutzer des iPad der Meinung sein, sie sehen gerade HD Bilder auf ihrem Gerät, auch wenn das nicht so ist. Der gute Videocodec H.264 und das kleine Display werden scharfe Bilder liefern. Problematischer ist die Tatsache, dass das iPad kein 16:9 Format hat. Dadurch entstehen bei Serien, mehr aber noch bei Kinofilmen sehr breite schwarze Balken oben und unten. Das Bild aus dem Film „Up“ auf dem Foto oben täuscht insofern. Ältere TV Serien profitieren hingegen von dem veraltetem Bildformat, bei HBO etwa war 4:3 noch bis vor kurzem völlig normal.

In Sachen Bequemlichkeit ist das iPad beim Videoschauen jedoch vorne. Wer bislang Videos auf einem mobilen Gerät schauen wollte, hatte keine sonderlich große Auswahl. Ein Smartphone war zu klein, ein Laptop zu unbequem. Besser geeignet sind hingegen die Playstation Portable oder ein größerer Multimedia-Player, etwa die DVBT/Video/MP3-Kombis von Archos. Bei vielen der kleinen Videoplayer gibt es allerdings das Problem, dass Videos erst umständlich in ein geeignetes Bildformat umgewandelt werden müssen. Eine aus dem Internet gezogene TV-Serie mal eben auf dem Handy oder der PSP schauen ist nicht. Erstmal muss der Recher ran und umwandeln. Beim iPad dürfte das vermutlich deutlich einfacher sein. Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass zahlreiche, vor allem freie oder exotischere Codecs für Video und Audio, anders als auf einem richtigen, offenem Computersystem, Probleme machen werden.

Illegal heruntergeladenen Serien und Filmen stellt Apple ähnlich wie der Musik ein eigenes kommerzielles Angebot gegenüber. Über den iTunes Store lassen sich Filme und ganze Serienstaffeln problemlos auf das iPad laden. Doch dabei soll es nicht bleiben. TV Inhalte könnten zukünftig wie Podcasts abonniert werden können, oder man strahlt sie direkt weltweit gleichzeitig über das Internet aus. Das bietet sich besonders für Events an, etwa eine Casting-Show. Simon Cowell hat das mit seinem „X Factor“ vor. Das iPad wäre für solche Ideen natürlich gut geeignet, optimaler Weise könnte man die Songs aus der Casting Show dann auch noch direkt im iTunes Store kaufen, oder sie sind in einem Staffelticket schon inklusive, etwa als reine Streamingversion, was aus ökonomischer und Nutzersicht eben Sinn hat. Auch für Sportübertragungen bietet sich die Infrastruktur von Apple an. So wird man die Major League Baseball bequem auf dem iPad schauen können.

Apples ingesamt drei Shops für das iPad (Musik/Filme, Apps, Bücher) sind aber natürlich vor allem im Sinne von Apple selbst, wie alle geschloßenen Systeme. So sind Medieninhalte, Software und Wiedergabegerät eng miteinander verknüpft. Zwar wird so die illegale Nutzung eingeschränkt, der ehrliche Nutzer selbst aber auch, außerdem kontrolliert Apple, was verkauft werden darf und was nicht. Doch damit nicht genug: aufgrund der erfolgreichen Strategie von Apple Programme und Anwendungen über den eigenen App-Store zugänglich zu machen, wurde vermutlich Flash gestrichen, damit über diesen Umweg der App-Store nicht umgangen werden kann. Nebenwirkung: Flash-Inhalte, wie viele Videoseiten. Streamingseiten, Browserspiele oder bestimmte Internetseiten funktionieren auf dem iPad nicht. Gerade was Livestreams auf ustream oder justin.tv betrifft eine für TV-Fans unzumutbare Einschränkung. Zwar hat auf einigen Seiten wie etwa Youtube die Umstellung von Flash auf HTML5 (Videos können direkt eingebunden werden) schon begonnen, aber bis sich das durchsetzt, wenn überhaupt, wird es dauern.

Fazit: Apples iPad macht die mobile Nutzung von Video deutlich bequemer, so wie es das Konzept des Tablet für alle Medienarten vorsieht. Gleichzeitig muss der Nutzer mit den Einschränkungen eines geschlossenen Systems leben, die im Falle des nicht vorhandenen Flash über ein tolerierbares Maß hinaus gehen, besonders für TV und Video-Fans. Die mangelnde HD-Auflösung ist kein Weltuntergang, mit HD wäre es aber schöner. Das veraltete Bildformat 4:3 hingegen verdirbt den Spaß an der Nutzung besonders von Filmen im noch breiterem Kinoformat auf dem iPad. Zusammenklappbare Geräte anderer Herrsteller wie dieser EEE PC sind für die Bedürfnisse von Videofans deutlich besser geeignet.

*Frank Patalongs hypiger, begeisterter und schönfärbender Text ist übrigens auch ein gutes Beispiel dafür, wie wenig selbst führende Netzmedien wie Spiegel Online doch am Puls der Zeit sind. Wer die Reaktionen auf die iPad-Präsentation etwa bei Twitter oder anderswo verfolgt hat, konnte absehen, dass die Nutzer weltweit deutlich verhaltener auf das iPad reagieren werden als einst auf das iPhone. Bei Spon hingegen mischten sich falsch eingeschätzte Lesererwartungen mit eigenen Hoffnungen auf Erretung zu einem völlig irreführendem Text.

Video: Steve Jobs stellt das iPad vor:

Mehr zum iPad:

Themenseite iPad bei Spiegel Online

Carta: Wenn Träume platzen: Das Apple iPad

Engadget: Apple iPad first hands-on

Mashable: Anti-Hype: Why Apple’s iPad Disappoints

Netzwertig.com: Steve Jobs als Messias einer Branche

Rivva Social

Rivva Social bietet eine weitere Möglichkeit sich in der Informationsflut im Netz zurecht zu finden. Aus den Twitterstreams von diversen Alphatestern (siehe Screenshot) filtert Rivva die vermeintlich interessantesten Links heraus und listet sie für jeden der Alphatester auf. Entsprechend dem Flußprinzip ist diese Liste ständig im Wandel begriffen. Ausschlaggebend ist, wie oft eine Informationen, in dem Falle ein Link zu einer Information im Internet (etwa ein Artikel) retweetet wird und von wem. Erfasst werden also die Links derjenigen, denen man folgt. Auch TVundso ist mit dabei. Rivva selbst ist ein sogenannter Memetracker – das sind automatisierte Filter, die Medien im Internet verfolgen und versuchen zu gewichten, welche Informationen wichtig sind. Mehr dazu hier. Und hier schreibt Rivva selbst über ihren Twitter-Filter.

Wie schon beim Hauptdienst von Rivva und an vielen Stellen im Internet ist für die Relevanz und Gewichtung einer Information wichtig, wie oft sie empfohlen wird und von wem. Auf diese Weise lassen sich also sehr gut wichtige Links aus der eigenen Timeline herausfiltern. Wer keinen Twitter-Account hat oder möchte oder derzeit nicht am Alphatest teilnehmen kann, der findet bei denjenigen Bloggern oder Webaktiven, deren Timeslines Rivva derzeit analysiert, trotzdem gute Empfehlungen. Für Leute, die sich für Medien, Social Web und Journalismus interessieren, dürfte zum Beispiel etwa der Stream von Ulrike Langer interessant sein (weitere: kosmar, Sascha Lobo, Don Dahlmann). Wann immer ich ihn angeklickt habe, zeigte er äußerst interessante Links, die sehr viele Empfehlungen via Twitter erhielten. Das dürfte daran liegen, dass Ulrike Langer 1. sehr genau ausgewählt hat, wem sie folgt und 2. keine Listen mag (mehr zu ihren eigenen Erfahrungen auf ihrem Blog). Bei mir sah das zunächst ganz anders aus, wie ich im Folgenden nun schildern will.

Als Twitter die Funktion der Listen einführte, gehörte ich zu den Nutzern der erste Stunde, da mir diese Funktion als sehr relevant erschien, um endlich mal etwas Ordnung in meinen Twitter-Account zu bekommen. Als besonders hilfreich stellte sich in der Folge meine Liste von TV-Magazinen, Fans, Blogs und Journalisten heraus. Auch Annie Stamell von der Huffington Post hat kürzlich ganz begeistert beschrieben, wie gut Twitter und Infos übers Fernsehen zusammenpassen.

Durch die Listen habe ich meine eigentliche Timeline jedoch vernachlässigt, vielen Accounts, die ich auf meine Listen aufnahm, folgte ich selbst gar nicht mehr. Hinzu kommt die Möglichkeit von Twitter-Clients zu bestimmten Topics direkt per Suche nach dem Hashtag (etwa #oscars) eine Ad-hoc-Liste/Spalte anzulegen, um aktuellen Themen zu folgen. Der Hauptstrom nahm an Bedeutung ab, Listen nahmen zu. Und genau das zeigte sich auch beim Einstieg in Rivva Social: Meine Timeline schien ziemlich fragmentiert, voller Spam und irrelevanter Informationen. Rivva Social half mir also zunächst einmal meine Following-Liste aufzuräumen. Zusätzlich nahm ich mehr Accounts in meinen Hauptstrom auf, zunächst nur wegen Rivva, inzwischen hat sich das aber als durchaus sinnvoll im Alltag erwiesen.

Tatsächlich ist es nämlich übrigens auch so: Rivva Social macht ja auch sichtbar, welche Informationen jemand vermutlich in seiner Twitter-Nutzung wahrnimmt. Und bei wem es – wie bei mir zunächst mit Einschränkung der Listenfunktion, Clients – nichts sinnvolles anzeigt, der nutzt Twitter ganz offensichtlich falsch, oder? Stimmt das, kann eine aufmerksame Analyse der Streams diverser Rivva Social Nutzer zeigen – mit den entsprechenden und genannten Einschränkungen – wer tatsächlich fit in Sachen Twitter ist. Also falls einen das schon immer mal interessiert hat.

Darüber hinaus hat mich interessiert, ob ich über Rivva Social auf neue Informationen stoßen kann, die mir sonst nicht so aufgefallen wären. Denn ich gehe davon aus, dass Informationen die häufig retweetet werden, mir auch so zur Kenntnis gelangen, Rivva Social dann also nur ein weiteres Tool mit denselben Informationen darstellt. Was die Informationen rund um das Thema Fernsehen betrifft kann Rivva Social nicht unbedingt mit dem mithalten, was ich selbst aus meinem RSS-Reader herausfiltere. Allerdings macht es mich darauf aufmerksam, welche Informationen bei anderen für Gesprächsstoff sorgen. Dass auch hier in Deutschland die Geschichte um NBC und die abgesetzte Show von Jay Leno so groß wird, habe ich bereits sehr früh an meinem Rivva Social gesehen, und entsprechend darauf reagiert, indem ich gute Artikel zu dem Thema für meine tägliche Linkliste ausgewählt habe.

Zusätzlich liefert mir Rivva Social Informationen aus anderen Bereichen, in denen ich selbst nicht, wie hier über mein Blog, als „Experte“ und „Kurator“ auftrete – indem es mir nämlich zeigt, und genau das ist der Sinn, welche Themen bei den Leuten, denen ich folge relevant sind.

Ich werde also Rivva Social auch weiterhin nutzen, allerdings in erster Linie, wie beschreiben, als Indikator für Themen, die in dem Bereich, mit dem ich mich beschäftige (Fernsehen) wichtig sind oder werden. Quasi also ein Sicherheitsmechanismus, um nicht irgendeine große Geschichte zu verpennen. Allen anderen kann ich empfehlen Euch die Listen über Rivva.de mal anzuschauen. Es ist ein sehr sinnvolles Tool, auch und gerade für Leute, die bislang keine Lust auf Twitter hatten. Richtig sinnvoll kann Rivva Social werden, wenn zukünftige Nutzer zu bestimmten hochspezialisierten Themengebieten sehr gut zusammengestellte Following-Listen auswerten lassen. Das wäre dann richtig, richtig nützlich, quasi der Ubertracker.

Manchmal fühlt man sich als Freund von qualitativ hochwertigem Fernsehen ja irgendwie in der Unterzahl. Da würde man am liebsten das Land verlassen, was zumindest medial per DVD oder Internet ganz einfach geht. Passend dazu diese Szene aus der großartigen britischen Familien-Comedy „Outnumbered„, die manche Kritiker 2007 nicht lustig fanden, deren nur leicht idealisierte Fernsehfamilie aber viel Charme, Wärme, Humor und Optimismus versprüht. „Outnumbered“ ist in diesem Sinne das genaue Gegenteil von deutschem Fernsehen. Im vergangenen Jahr räumte „Outnumbered“ – völlig zurecht – bei den Britsh Comedy Awards ab.

oder: 10 Texte zu Internet, Onlinejournalismus und Digitaler Gesellschaft, die man 2009 gelesen haben sollte.

Drei Themen bestimmen im Jahr 2009 die öffentliche Debatte um das Internet als Medium: seine Einwohner, seine Freiheit und die Frage wie es sich zum Journalismus verhält.

Die Einwohner werden in diesem Jahr mit drei Begriffen bezeichnet: Digital Natives, Generation C64 und Generation Upload. Der letzte Begriff entstammt einer gescheiterten Werbekampagne von Vodafone, dürfte sich langfristig nicht durchsetzen. Die Digital Natives, die Ureinwohner des Netzes, rücken in diesem Jahr verstärkt in den Focus der öffentlichen Wahrnehmung, sie werden ernster genommen, zunächst von Medien und Unternehmen, später im Jahr auch von Politik und führenden Intellektuellen.

Die Freiheit des Internets sollte mit einem „Zugangserschwerungsgesetz“ in diesem Jahr eingeschränkt werden. Das führte dazu dass seine Einwohner gegen die Pläne der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen („Zensursula“) auf die Barrikaden gingen, sich über Blogs wie Spreeblick, Piratenpartei oder Online-Petition politisch organisierten und die Piraten schließlich über 800.000 Stimmen bei der Bundestagswahl erhielten.

Der Journalismus sollte neben den Dauerbrennern Urheberrecht und Datenschutz in diesem Jahr eine besondere Bedeutung in der Internet-Debatte bekommen. Das Vorhaben des privatwirtschaftlich organisierten Teils des Journalismus seine journalistischen Produkte doch lieber gegen Bezahlung zugänglich machen zu wollen, stieß die eigentlich erledigt geglaubte Paid-Contente Debatte neu an.

Die folgenden herausragenden Texte, die ich das Jahr über gesammelt habe, verdeutlichen rückblickend die Entwicklung und die wichtigsten Argumente dieser und anderer Debatten, und gehören zu den kuriosesten, lesenswertesten und/oder wichtigsten Texten des Jahres:

Miriam Meckel: In der Grotte der Erinnerung (FAZ, 12. Mai 2009)

Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel spricht sich in einem Essay für die Frankfurter Allgemeine Zeitung für den Wert von professionellem Journalismus aus, schafft damit die intellektuelle Basis für die kommenden Vorstöße der Verlage. Eine Erwiederung, die andere (private) Akteure in alternativen Journalismusmodellen anspricht, findet sich bei Medial Digital.

Stefan Niggemeier: Was würde uns fehlen ohne Journalismus? (FAZ, 20. Mai 2009)

Nicht nur als Reaktion auf Miriam Meckel bringt sich Medienbeobachter Stefan Niggemeier in einem weiteren Essay für die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Position. Niggemeier spricht sich für ein Umdenken zu Gunsten neuer Formen und weniger strikten Grenzen zwischen etwa Bloggern und Journalisten, Print und Online aus, sondern vor allem für eine Unterscheidung: guter und schlechter Journalismus. Vor allem also für eines: Qualität.

Christian Stöcker: Die Generation C64 schlägt zurück (Spon, 2. Juni 2009)

In einem viel beachteten Artikel gibt Spiegel-Autor Christian Stöcker den wütenden, diskutierenden, sich organisierenden und einmischenden Akteuren in der hochkochenden Debatte um die Netzsperren als erster einen Namen: Generation C 64. Der Bann ist gebrochen: Ab jetzt sind sie keine Internetspinner mehr, sondern eine Gesellschaftsgruppe, die Ernst genommen werden muss.

Frank Schirrmacher: Die Revolution der Piraten (FAZ, 21. September 2009)

Völlig unerwartet erhebt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher in der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung den sogenannten „Nerd“ zu einem wichtigen Typus eines neuen Intellektuellen. Damit sind Piratenpartei und Netzbewegung aus Persepktive der gesellschaftlichen Elite als ernstzunehmende Akteure endgültig legitimiert. Später im Jahr betrachtet Schirrmacher das Internet in seinem Buch „Payback“ aber wieder kritischer.

Peter Glaser: Der große Tauschangriff (Berliner Zeitung, 25. September 2009)

In einem Beitrag für die Berliner Zeitung wirft Kult-Autor Peter Glaser einen ironischen Blick auf die Entwicklung des Urheberrechts. Es ist einer der Texte, der so lustig ist, weil er wahr ist. Zeigt er doch wie sehr sich die alten Vorstellungen von Unternehmen und Content-Industrie und die Realität im Netz wiedersprechen.

Susanne Gaschke: Ätzt bloß nicht gegen das Netz, sonst droht der Aufstand im Kindergarten (Falter, 14. Oktober 2009)

Auch 2009 sollte den einen oder anderen niedergeschrieben Angriff auf das Internet und seine Bewohner enthalten. Besonders aufgebracht äußerte sich Internet-Skeptikerin Susanne Gaschke im Falter. Amüsant und Vertreter der Kategorie: besonders misslungen.

Adam Soboczynski: Das Netz als Feind (Die Zeit, 2. Juni 2009)

Zeit-Autor Adam Soboczynski beschreibt in einem von vielen zerredeten, aber nachdenkswertem und vor allem toll zu lesendem Beitrag in Die Zeit, warum der Intellektuelle im Netz keine Chance hat.

Adam Soboczynksi: Höfische Gesellschaft 2.0 (Die Zeit, 22. Oktober 2009)

In einem weiteren Text für Die Zeit beschreibt Adam Soboczynski Soziale Netzwerke im Internet mit den Rollen und Verhaltensweisen höfischer Gesellschaften.

Silent Tiffy: Das Ich und das Twitter-Ich (silent-diva.blogspot.com, 12. Oktober 2009)

Manchmal ist nicht die analytische oder kulturkritische Perspektive von außen die aufschlußreichste, sondern der Blick von Innen. Dauer-Twitterin Silent Tiffy macht anhand eigener Verhaltensweisen und Reaktionen, sowie vermittels Tweets ihrer Freunde, anschaulich, wie so ein Ego-Twitterer tickt.

Kathrin Passig: Standardsituationen der Technologiekritik (Merkur Online, Dezember 2009)

Vermutlich in akribischer Fleißarbeit hat Kathrin Passig wiederkehrende Motive und Muster der Technologiekritik mit vielen Beispielen gesammelt und benannt. Die Autorin scheint sämtliche Argumente der Kulturkritiker und Internetpessimisten damit entkräften zu wollen, könnte man denken. Trotzdem ein überaus lesenswerter Texte, der tatsächlich auch hilft vieles besser zu verstehen und einordnen zu können.

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