Rebecca Ferguson – eine Name, den man sich merken müssen wird. Wie ich bereits in einem anderem Artikel zum britischen X Factor schrieb: Die 24jährige Mutter aus Liverpool hat vermutlich alles, was ein Star braucht, außer Allüren und Selbstbewusstsein. Im Moment ist das noch ein Vorteil, wer bei X Factor unter dem Reflex-Radar der Boulevardmedien fliegt und gleichzeitig gesanglich überzeugt, läuft selten Gefahr sich zu früh zu verbrauchen oder das Publikum zu verschrecken – und kann am Ende plötzlich als Sieger dastehen. So wie Alexandra Burke 2008.

Zumindest gesanglich Konkurrenz bekommt Rebecca Ferguson nun allerdings in der eigenen Kategorie – von Nachzüglerin Treyc Cohen, die nun zwei Wochen in Folge mit einer herausragenden Performance überzeugte. Gute Chance darauf beim diesjährigen X Factor weit zu kommen hat auch die 51jährige Tesco-Verkäuferin Mary Byrne, die bislang eher klassische Frauensongs singen muss, aber tatsächlich eine Popvariante von Susan Boyle sein könnte. Das britische Publikum jedenfalls liebt sie.

Für mich überraschend, aber von den Machern wohl kalkuliert entpuppt sich die Boyband „One Direction“ als überaus gelungenes Projekt. Tatsächlich habe ich bei X Factor selten eine Gruppe gesehen, die derart stimmig war. Das „One Direction“ unbedingt ein X Factor Gewinner sein müssen, darf zwar bezweifelt werden, die Prepaid-Handys des jungen weiblichen Publikums sind allerdings eine gewaltige Waffe.

Ein frühzeitiges Ausscheiden hingegen prophezeie ich weiterhin Cher Lloyd, die stimmlich, außer wenn sie rappt, schwach ist und bereits in der zweite Woche ausgereizt wirkt. Vor ihr muss sich Rebecca Ferguson jedenfalls nicht fürchten. Ein weiblicher Gewinner des musikalischen Formats von Ferguson würde sowohl dem britischen X Factor als auch dem Casting-Show Business allgemein gut zu Gesicht stehen.