Heute ist sie gestartet, die erste deutsche Staffel von X Factor, einer Show aus dem Genre der immer wieder totgesagten Casting Shows, die in England von fast 20 Millionen Menschen gesehen wird (also jedem dritten Briten). Einem Format, von dem wir, geht nach meiner Einschätzung, noch sehr viel hören werden. Warum, dass werde ich bei Gelegenheit mal in einem Essay zur Rolle des TV Events in der postdemokratischen Gesellschaft erläutern. Simon Cowell mag das auch erkannt haben. 2011 läuft X Factor auch in Amerika und vielleicht weltweit im Internet, als Paid Content. Morgen geht es auch in England wieder los. Hier drei legendäre Auftritte aus bislang sechs Staffeln X Factor. Bitte ergänzt, wenn ihr weitere habt, in den Kommentaren.

Ruth Lorenzo (Series 5) gehörte zu jenen Kandidaten, die so professionell und überragend sind, dass sie immer wieder viel zu früh ausscheiden. Mit so viel Würde allerdings hat sich niemals ein Kandidat aus dem Wettbewerb verabschiedet. Die Spanierin hatte bei den Briten von Anfang an einen schweren Stand, begeisterte jedoch mit unglaublich kraftvollen Auftritten immer wieder. Diese Performance von „Always“ wird unter Fans immernoch als Beispiel für die Qualität der X Factor Kandidaten genannt.

Danyl Johnson (Series 6) hatte ebenfalls keinen leichten Stand bei X Factor. Seine ungewöhnlichen, unabsichtlich überheblich wirkenden Interpretationen sorgten nach der angeblich besten Audition aller Zeiten immer wieder für Kritik und Irritationen, vor allem auch bei ihm selbst. Der engagierte Lehrer überzeugte zweifellos anspruchsvollere Musikfans, selbst wenn sie vielleicht Fehler in seiner Stimme feststellten. Beim Publikum jedoch verlor er seine anfängliche Favoritenrolle.

Leona Lewis (Series 3) ist sicherlich die bekannteste, erfolgreichste und schillerndste Kandidatin von X Factor. Die Gewinnerin der dritten Staffel hat sich längt zu einem ernstzunehmendem Popstar entwickelt. Schon während der TV Show lies sie allerdings keine Zweifel an ihren Qualitäten. Mag sie gegenüber Ruth Lorenzo und Danyl Johnson auch mainstreamiger und musikalischer angepasster erscheinen, so ist das Gesamtpaket doch der Prototyp des modernen Popstars. Verletzlichkeit und Emotionalität, wie bei diesem Auftritt, aber auch Unnahbarkeit und Attraktivität machen ihren großen Erfolg aus.


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