[picapp align=“none“ wrap=“false“ link=“term=stefan+raab&iid=7610586″ src=“f/9/1/7/Unser_Star_Fuer_8920.jpg?adImageId=9881022&imageId=7610586″ width=“500″ height=“346″ /]

Hat ers mal wieder geschafft? Stefan Raab zeigt wie „Eurovison Song Contest“ und „Casting Show“ funktionieren.

Über 24 Stunden sind vergangen seit der ersten Ausgabe von „Unser Star für Oslo“ bei dem ARD und ProSieben gemeinsam nach einem deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest suchen. Das Urteil der Kritiker fällt nicht eindeutig aus, quantitativ überwiegen die wohlwollenden Kritiken. „Die nationale Aufgabe“ und das in Deutschland ungewohnt hohe Niveau der Casting-Show hatte die meisten Kritiker offensichtlich beeindruckt. Dabei ist es ein bisschen so, als würde man in einer Kritik über Mineralwasser begeistert feststellen, dass es so schön durchsichtig ist, und nicht so dunkel wie diese klebrige Cola. Doch dass „Unser Star für Oslo“ kein Trash wie DSDS ist, musste man den meisten Lesern offensichtlich erstmal sagen.

Gelobt wurde vor allem Stefan Raab als Mastermind hinter „Unser Star für Oslo“ und die junge Lena, die am Ende der ersten Show das Publikum begeisterte. Kritik gabs hingegen für die viel zu unkritische Jury (inklusive Raab), die bemüht war, ja niemandem weh zu tun, allen voran Marius Müller Westernhagen. Darüber, ob die erste Ausgabe von „Unser Star für Oslo“ nun wohltuende Abwechslung und niveauvolle Unterhaltung war oder doch zu ernst, bieder und langweilig, ist kein eindeutiges Urteil auszumachen. Bei manchen Kritikern hatte ich den Eindruck, dass sie – ähnlich der gestrigen Jury – sich noch um ein klares Urteil drückten. Verissen hat die Show einzig die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das andere Ende der Fahnenstange markiert die Süddeutsche: hier war man völlig hin und weg.

Hier also ein paar Ausschnitte aus den Fernsehkritiken des vergangenen Tages:

Peer Schader | Spiegel Online

„Fast pedantisch arbeitete sich die Jury an kleinen Schwächen ab, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, zu großzügig Lob auszuteilen. Vor allem Müller-Westernhagen wirkte dabei so kleinkariert und besserwisserisch, dass man ihm vom Sofa aus gern mal zugerufen hätte, dass es doch auch darum geht, ein bisschen Spaß zu haben.“

„Etwas weniger Musikschulenatmosphäre wäre auch in Ordnung gewesen.“

„Das Schönste aber war, dass Raab sein Versprechen eingehalten hat, ausschließlich Leute auf die Bühne zu lassen, die wirklich singen können, und ernst mit ihnen umzugehen.“

Peter-Philipp Schmitt | FAZ

„Lena sang am Ende eines Abends, der viel zu gemächlich dahin plätscherte. Wer sich auf ein Spektakel gefreut hatte, mit Demütigungen, Beleidigungen, Anfeindungen oder doch wenigstens mit ein wenig Glamour, wurde enttäuscht.“

„Raab hatte ganz unterschiedliche Persönlichkeiten und musikalische Stilrichtungen versprochen. Doch so ganz anders waren die Zehn und ihre Lieder letztlich nicht.“

„Westernhagen war nichts wichtiger, als keinem der Kandidaten mit seiner Kritik zu Nahe zu treten.“

Anne Wiegel | Der Westen

„Eine kleine Oase tat sich an diesem Dienstagabend auf, als 1Live-Moderatorin Sabine Heinrich mit ‚Schlag den Raab‘-Gastgeber Matthias Opdenhövel auf die Bühne trabte (…)“

„und die ewigen Abgrenzungsversuche zu DSDS nervten mitunter gewaltig“

„Doch es wurde gesungen, nur gesungen, es wurde kritisiert, nicht beleidigt, es gab Musik zu hören, keine Sozialdramen – geht doch!“

Christian Pohl | Die Welt

„Der Dank dafür gebührt vor allem einem: Stefan Raab. Dem kann man sicher vieles vorwerfen, nicht aber, dass er sich nicht besonnen und mit vollem Einsatz um die Rettung des Grand Prix bemühen würde.“

„Die Jury geriert sich nicht als Scharfrichter hinter ausladendem Pult, die von oben herab ihr einzig richtiges Urteil über unwürdige Bittsteller fällen, sondern sitzt in drei Sesseln und behandelt die Kandidaten mit Respekt wie freundliche Förderer.“

„Eben weil es bei Raab anders läuft als in anderen Casting-Shows, stehen hier andere Persönlichkeiten auf der Bühne als bei DSDS. Reifer, überlegter und mit echter Leidenschaft für die Musik.“

Hans Hoff | Süddeutsche

„Es war dies auch ein Signal, dass in dieser Show so manches möglich ist, dass in Deutschland mehr Musikalität steckt als bisherige Wettbewerbe zu zeigen wagten.“

„Zu verdanken ist das eindeutig Stefan Raab, der sich mit ganzer Kraft in die Sache geworfen hat, der dafür gesorgt hat, dass sich begabte Kandidaten bei ihm aufgehoben und nicht veräppelt fühlen.“

„Die 27-jährige Katrin, die mit Nobody Knows von Pink bei der Sache war, wirkte wie vom Himmel gefallen und provozierte die Frage, wo sie denn wohl in Zeiten der tagtäglichen Popstar-Auslese so lange gesteckt haben mag.“

Ingo Scheel | Stern

„unspektakulär, an der Grenze zum Schnarchigen“

„Solide Moderatoren mit niedrigem Stotterfaktor“

„Es wirkte zunächst hüftsteif, entpuppte sich mit Fortlauf der Sendung jedoch als wohltuende Alternative zu all den pöbelnden Bohlens, den überdrehten Soosts und heulenden Darnells.“

„Wer den Applaus und die Reaktionen am Abend in Köln gehört hat, vermag sich mit ein wenig Phantasie vorstellen, dass Lena es bis nach Oslo schaffen könnte.“

Thomas Lückerath | DWDL

„Man könnte aber auch sagen: Es war eine Wohltat, weil reduziert auf das, was bei einem ernsthaften Wettbewerb von Bedeutung ist. Es war einfach nettes Fernsehen. Das ist nicht spektakulär oder schlagzeilenträchtig – aber muss es ja auch (noch) nicht sein.“

„Ja, an Kuschelkurs mangelte es nicht am Dienstagabend in Köln-Mülheim. Und an langen aber leider nicht eindeutigen oder gar knackigen Jury-Statements auch nicht.“

Michael Reufsteck | Fernsehlexikon

„Dass sie so unspektakulär ist, ist ein weiteres Indiz dafür, dass es sich wirklich um einen ernst gemeinten Musikerwettstreit handelt. Und so viele verschiedene Varianten gibt es nicht, einen solchen zu veranstalten. Da singen halt nacheinander Menschen Lieder vor, und später bestimmen die Fernsehzuschauer per Telefonabstimmung, wer in die nächste Runde kommt.“

„aber im Gegensatz zu anderen Castingshows kann man das, was ich gerade ‚Musik‘ genannt habe, bei Unser Star für Oslo tatsächlich ohne Gewissensbisse als solche bezeichnen.“

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