Rivva Social

Rivva Social bietet eine weitere Möglichkeit sich in der Informationsflut im Netz zurecht zu finden. Aus den Twitterstreams von diversen Alphatestern (siehe Screenshot) filtert Rivva die vermeintlich interessantesten Links heraus und listet sie für jeden der Alphatester auf. Entsprechend dem Flußprinzip ist diese Liste ständig im Wandel begriffen. Ausschlaggebend ist, wie oft eine Informationen, in dem Falle ein Link zu einer Information im Internet (etwa ein Artikel) retweetet wird und von wem. Erfasst werden also die Links derjenigen, denen man folgt. Auch TVundso ist mit dabei. Rivva selbst ist ein sogenannter Memetracker – das sind automatisierte Filter, die Medien im Internet verfolgen und versuchen zu gewichten, welche Informationen wichtig sind. Mehr dazu hier. Und hier schreibt Rivva selbst über ihren Twitter-Filter.

Wie schon beim Hauptdienst von Rivva und an vielen Stellen im Internet ist für die Relevanz und Gewichtung einer Information wichtig, wie oft sie empfohlen wird und von wem. Auf diese Weise lassen sich also sehr gut wichtige Links aus der eigenen Timeline herausfiltern. Wer keinen Twitter-Account hat oder möchte oder derzeit nicht am Alphatest teilnehmen kann, der findet bei denjenigen Bloggern oder Webaktiven, deren Timeslines Rivva derzeit analysiert, trotzdem gute Empfehlungen. Für Leute, die sich für Medien, Social Web und Journalismus interessieren, dürfte zum Beispiel etwa der Stream von Ulrike Langer interessant sein (weitere: kosmar, Sascha Lobo, Don Dahlmann). Wann immer ich ihn angeklickt habe, zeigte er äußerst interessante Links, die sehr viele Empfehlungen via Twitter erhielten. Das dürfte daran liegen, dass Ulrike Langer 1. sehr genau ausgewählt hat, wem sie folgt und 2. keine Listen mag (mehr zu ihren eigenen Erfahrungen auf ihrem Blog). Bei mir sah das zunächst ganz anders aus, wie ich im Folgenden nun schildern will.

Als Twitter die Funktion der Listen einführte, gehörte ich zu den Nutzern der erste Stunde, da mir diese Funktion als sehr relevant erschien, um endlich mal etwas Ordnung in meinen Twitter-Account zu bekommen. Als besonders hilfreich stellte sich in der Folge meine Liste von TV-Magazinen, Fans, Blogs und Journalisten heraus. Auch Annie Stamell von der Huffington Post hat kürzlich ganz begeistert beschrieben, wie gut Twitter und Infos übers Fernsehen zusammenpassen.

Durch die Listen habe ich meine eigentliche Timeline jedoch vernachlässigt, vielen Accounts, die ich auf meine Listen aufnahm, folgte ich selbst gar nicht mehr. Hinzu kommt die Möglichkeit von Twitter-Clients zu bestimmten Topics direkt per Suche nach dem Hashtag (etwa #oscars) eine Ad-hoc-Liste/Spalte anzulegen, um aktuellen Themen zu folgen. Der Hauptstrom nahm an Bedeutung ab, Listen nahmen zu. Und genau das zeigte sich auch beim Einstieg in Rivva Social: Meine Timeline schien ziemlich fragmentiert, voller Spam und irrelevanter Informationen. Rivva Social half mir also zunächst einmal meine Following-Liste aufzuräumen. Zusätzlich nahm ich mehr Accounts in meinen Hauptstrom auf, zunächst nur wegen Rivva, inzwischen hat sich das aber als durchaus sinnvoll im Alltag erwiesen.

Tatsächlich ist es nämlich übrigens auch so: Rivva Social macht ja auch sichtbar, welche Informationen jemand vermutlich in seiner Twitter-Nutzung wahrnimmt. Und bei wem es – wie bei mir zunächst mit Einschränkung der Listenfunktion, Clients – nichts sinnvolles anzeigt, der nutzt Twitter ganz offensichtlich falsch, oder? Stimmt das, kann eine aufmerksame Analyse der Streams diverser Rivva Social Nutzer zeigen – mit den entsprechenden und genannten Einschränkungen – wer tatsächlich fit in Sachen Twitter ist. Also falls einen das schon immer mal interessiert hat.

Darüber hinaus hat mich interessiert, ob ich über Rivva Social auf neue Informationen stoßen kann, die mir sonst nicht so aufgefallen wären. Denn ich gehe davon aus, dass Informationen die häufig retweetet werden, mir auch so zur Kenntnis gelangen, Rivva Social dann also nur ein weiteres Tool mit denselben Informationen darstellt. Was die Informationen rund um das Thema Fernsehen betrifft kann Rivva Social nicht unbedingt mit dem mithalten, was ich selbst aus meinem RSS-Reader herausfiltere. Allerdings macht es mich darauf aufmerksam, welche Informationen bei anderen für Gesprächsstoff sorgen. Dass auch hier in Deutschland die Geschichte um NBC und die abgesetzte Show von Jay Leno so groß wird, habe ich bereits sehr früh an meinem Rivva Social gesehen, und entsprechend darauf reagiert, indem ich gute Artikel zu dem Thema für meine tägliche Linkliste ausgewählt habe.

Zusätzlich liefert mir Rivva Social Informationen aus anderen Bereichen, in denen ich selbst nicht, wie hier über mein Blog, als „Experte“ und „Kurator“ auftrete – indem es mir nämlich zeigt, und genau das ist der Sinn, welche Themen bei den Leuten, denen ich folge relevant sind.

Ich werde also Rivva Social auch weiterhin nutzen, allerdings in erster Linie, wie beschreiben, als Indikator für Themen, die in dem Bereich, mit dem ich mich beschäftige (Fernsehen) wichtig sind oder werden. Quasi also ein Sicherheitsmechanismus, um nicht irgendeine große Geschichte zu verpennen. Allen anderen kann ich empfehlen Euch die Listen über Rivva.de mal anzuschauen. Es ist ein sehr sinnvolles Tool, auch und gerade für Leute, die bislang keine Lust auf Twitter hatten. Richtig sinnvoll kann Rivva Social werden, wenn zukünftige Nutzer zu bestimmten hochspezialisierten Themengebieten sehr gut zusammengestellte Following-Listen auswerten lassen. Das wäre dann richtig, richtig nützlich, quasi der Ubertracker.