„They’ve got it all: good looks, amazing stories and above all a deep and burning desire to be on telly every night.(Dec)

Der Dschungel hat wieder begonnen. Zumindest in Großbritannien, dem Mutterland des Dschungelcamps. Knapp 10 Millionen Briten sahen zum Glück zu, das ist der zweithöchste Wert für die Eröffnungsshow von „I’m A Celebrity… Get Me Out Of Here!“ seit der ersten Staffel 2004. Zum Glück, denn im Moment muss man sich ja ein bisschen Sorgen machen um eine der besten TV Sendungen der Welt, denn die deutsche Version hat RTL fürs kommende Jahr gestrichen und das es die britische Version noch lange geben wird, ist beim kriselnden ITV und nach jetzt schon 9 Staffeln ja auch nicht unbedingt in Stein gemeisselt.

Überblick über die Kandidaten des britischen Dschungelcamps

Soviel zu Milchmädchenprognosen aus meiner Kristallkugel: Kommen wir zum Ernst des Dschungels. Wie immer begann die britische Version im Stile von Survivor, also irgendwie aufregend, und nicht mit einem ausführlichen Kennenlernen der Kandidaten, wie sie RTL in Exclusiv-Reportagen ähnlicher Aufmachung immer präsentiert. Das erste Zusammentreffen der Kandidaten auf einer Luxusyacht ist kurz, knapp und von einem gut beobachteten unfreiweilligen Gag geprägt, als Kim Woodburn Stuart Manning fragt:

Kim: „Who are you?“
Stuart: „Stuart, uhmm, I was on Hollyoaks. Years ago“

Es ist wie gewöhnlich nicht besonders schlimm, wenn man die Prominenten, die im Dschungel ausgesetzt werden, nicht kennt. Zwar hat es einen gewissen Reiz, wenn man wie im vergangenen Jahr Mr. Sulu (George Takei) oder Martina Navratilowa als echte zeitlose Weltpromis identifizieren kann, aber das macht die Qualität nicht aus. Zur Not reicht, wie in diesem Jahr, auch eine (leicht verkrampft wirkende) Samantha Fox, um deutlich zu machen, warum die Show ein „Celebrity“ im Titel trägt.

Sam Fox und ein Koch namens Gino D’Acampo müssen dann auch als erste ran. Von der Yacht gehts ins Wasser und auf eine Insel. Love Island soll die glaube ich heißen und Gino gibt sich total begeistert. Sie hat „Touch Me“ gesungen (also kurz zuvor direkt auf der Insel), das ist mein liebster Sam Fox-Song aller Zeiten, erzählt er ungefähr. Es ist genaugenommen vermutlich auch der einzige Song von ihr, den andere Menschen noch kennen. Auf beide wartet dann die erste Dschungelprüfung. Es ist das Übliche: Gino hat Angst vor Spinnen und muss genau wie Sam 30 Sekunden eine solche im Mund halten, und dann nochmal mit dem Kopf in ein Gefäß voller Spinnen (wie einst Giulia Siegel), und ein paar andere Sachen. Ant und Dec scherzen danach:

Dec: „So Gino thinks putting a spider in his mouth is ‚the ultimate disgusting thing ever‘. Got two words for him: kangaroo testicle.“

Ant: „You don’t know what’s coming my friend, you really don’t.

Das eigentliche erste Highlight allerdings ist der Fallschirmsprung zuvor, den ein anderer Teil der Gruppe machen muss (im Tandem mit einem Profi), um die Reise in den Dschungel zu beginnen. Die meiste Angst hat ganz offensichtlich Lucy Benjamin, doch schon Sekunden nach dem Absprung ist sie von ihren Gefühlen überwältigt, noch im Flug fragt sie: „Is it quite usual to be emotional and cry?“ Eine schöne Szene. Mit ihrer Authentizität dürfte die Schauspielerin direkt ein paar Pluspunkte beim Publikum gewonnen haben.

Punkte verloren hat im Gegensatz dazu möglicherweise Kim Woodburn, die in Folge 2 die Dschungelprüfung machen muss, auf Wunsch der TV Zuschauer. Und eins steht fest: sie ist ganz schön nervig. Der Rest der Gruppe hingegen macht erstmal einen symphatischen Eindruck. Snookerstar Jimmy White fiel beim Versuch einen Fluß zu durchreiten lustig vom Pferd und blieb idealerweise mit einem Fuß noch dran hängen, ansonsten auch erstmal unauffällig. Collin, Justin und Gino wird man nicht übersehen können, Stuart und Tänzerin Camilla bleiben hingegen noch recht blass. Überraschend bodenständig und extrem entspannt wirkt US Schauspieler George Hamilton, auch noch als deutlich wird, dass er die Nacht mit Kim im Wohnwagen verbringen darf.

Die Gruppe allerdings, sie ist ja noch nicht vollständig. Als nächstes und letztes Mitglied der Camper wird Katie Price in den Dschungel ziehen. Die war schon 2004 mit dabei und hat, wie sie selbst sagt, ein beschissenes Jahr hinter sich. Ähnlich wie die einstige deutsche Dschungelkandidatin Naddel weiß man nicht so richtig, warum sie sie eigentlich berühmt ist, und ähnlich wie bei Giulia Siegel kann es mit ihr schnell zu Zoff kommen. Und Zoff, der hat ja gerade noch gefehlt.

ITV Website: I’m A Celebrity… Get Me Out Of Here!

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