[picapp src=“a/3/d/b/Summer_TCA_Tour_7d66.jpg?adImageId=7193162&imageId=5878839″ width=“500″ height=“329″ /]

Der Cast von „V“ stellt bei einer Pressekonferenz im Sommer 2009 das Remake der Scifi-Parabel vor.

Vielleicht hätte es die Menschen misstrauisch machen sollen, dass der Ankunft der Anderen ein abgestürzter Kampfjet vorausgeht. Die außerirdischen Besucher, die zu Beginn der ersten Episode von „V“ mit ihren Raumschiffen über den Großstädten der Erde erscheinen kommen vorgeblich in friedlicher Absicht, sie wollen Technologie gegen Wasser eintauschen, ein globales Gesundheitssystem aufbauen und in Frieden mit den Menschen zusammenleben. Das aber ist natürlich eine Lüge.

Die Lüge erscheint in Form der zugleich reizvoll, verschlagen und unschuldig wirkenden Anna, der charismatischen Führerin der Außerirdischen. Ihr Antlitz erscheint ebenso wie ihre Pläne in schöner Gestalt. Unter der fleischlichen, attraktiven Oberfläche jedoch verbergen sich reptilienhafte Aliens, die die Menscheit versklaven wollen. Möglicherweise sollen sie ihnen als Nahrung dienen.

Einige Protagonisten unter den Menschen, darunter die FBI-Agentin Erica Evans, ein Geistlicher und ein abtrünniger Außerirdischer schließen sich zu einer Widerstandsgruppe, der Résistance zusammen. Anna ihrerseits hat bereits einen Nachrichtenmann als Propagandaorgan eingespannt, und junge Menschen als unwissende Spione (Botschafter) gewonnen, darunter auch Ericas Sohn.

Die Scienes Fiction-Parabel „V“ ist eine Neuauflage der gleichnamigen Miniserie aus dem Jahr 1983. Damals wurde in „V“ in der Übernahme der Macht durch die Außerirdischen eine Anspielung auf die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, der Judenverfolgung und Vernichtung, dem Holocaust, gesehen.

Der 2009er Version ist gleich, dass es sich bei den außerirdischen Besuchern um Faschisten handelt, die mittels charismatischer Führerschaft, vorgeblichen Heilsversprechen, Propaganda, und harter Hand gegen Widerständler ganz und gar unmenschliche Ziele durchsetzen wollen.

In den Besuchern kann man religiöse Fanatisten sehen, Terroristen oder sogar die neue US-Administration Obamas, die ähnlich wie die Außerirdsichen mit flächendeckender Gesundheitsvorsorge warb und gleichwohl charismatisch und attraktiv erscheint. Das allerdings würde etwas zu weit führen. Es geht weniger um konkrete politische Botschaften, sondern um eine allgemeine Atmosphäre der Bedrohung durch den und die Techniken des Faschismus.

Rein optisch macht „V“ eine gute, aber keine beeindruckende Figur. Man kennt halt außerirdische Computerraumschiffe schon aus vielen anderen Serien und Filmen, und irgendwie ist das Artwork ja auch immer dasselbe. Der eigentliche atmosphärische Reiz ensteht durch die Licht- und Farbgebung, die kühl, technisch aber auch beruhigend wirkt und die unheimliche perfekte optische Art der Hüllen der Aliens. Insgesamt macht „V“ einen recht zeitlosen Eindruck. Einzig verwirrend ist, dass sich das unnahbare Charisma der Alienhüllen auch in den guten Protagonisten fortsetzt und sie ästhetisch genauso überhöht wie die Bösen. Ob das wohl irgendeine Absicht ist?

Von der Erzählstruktur ist „V“ als Kurzserie natürlich sehr flott. So passiert in der ersten Episode direkt sehr viel, man hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf. Schnell wird deutlich, was sowieso jeder weiß: das die Aliens eine Bedrohung darstellen. Füllepisoden, wie man sie bei ABCs anderer neuer Scifi-Serie FlashForward ertragen muss, wird es hier vermutlich nicht geben.

„V“ läuft seit dieser Woche auf ABC und wird zunächst vier Teile haben, neun weitere sollen später folgen. Potenzial die Beliebtheit der als Popkult geltenden Originalserie zu erreichen hat „V“ auf jeden Fall. Sowohl bei Zuschauern als auch bei Kritikern wurde die Serie sehr gut aufgenommen. 14,3 Millionen sahen den Piloten, was zu einem hervorragenden 5.2 Rating bei den jungen Zuschauern führte. Kritiken gibt es u.a. bei der USA Today, der LA Times und der New York Times.

Advertisements