[picapp align=“none“ wrap=“false“ link=“term=%22the+middle%22+%2b+abc&iid=5874776″ src=“7/3/8/4/Summer_TCA_Tour_53be.jpg?adImageId=8176061&imageId=5874776″ width=“500″ height=“333″ /]

Die lieben Kinder: Atticus Shaffer, Eden Sher and Charlie McDermott in „The Middle“, hier bei einer Pressekonferenz im August 2009.

ABCs neue Comedy erinnert nicht nur vom Titel her an „Malcolm in the Middle“ (Malcolm Mittendrin) auch inhaltlich und was die Figuren betrifft, scheint es sich um eine kleine Kopie der bekannten Comedy zu handeln – nur halt ohne Malcolm. Im Mittelpunkt steht hier eher die völlig überstresste Mutter Frankie, gespielt von Patricia Heaton, die für ihre Rolle in „Alle lieben Raymund“ zwei Mal einen Emmy gewann.

The Middle ist aber auch „Indiana“, der Bundesstaat in dem die Serie angesiedelt ist und auch die (gefühlte) Mittelschicht, also das Millieu in dem die Familie lebt. Vater Arbeiter, Mutter verkauft Autos (also genau genommen, hat sie bisher noch keins verkauft). Höhepunkt zumindest der ersten Episode ist allerdings der jüngste Sohn „Brick“ (Atticus Schaffer, im Bild), der aussieht wie der ebenfalls jüngste Sohn in „Malcolm Mittendrin“ und zwar sicherlich nicht dümmer ist, als zum Beispiel der ähnlich angelegte DJ in Roseanne, aber bedeutend seltsamer. Der kleine verschrobene Sonderling ist das absolute Highlight der ersten Episode und hat zahlreiche Gags bei denen zumindest ich herzlich lachen konnte. Neben vielen anderen Merkwürdigkeiten wiederholt Brick etwa bestimmte Wörter flüsternd nochmal zu sich selbst (Begründung: „I like it. It suits me.“)

„The Middle“ ist ganz klar eine der besseren Comedys dieses Serienherbstes. Sie erzählt von einer grotesken, einfachen weißen Mittelschichten-Familie, die sich allerdings schon eher auf dem Abstieg nach unten befindet, mit teilweise absurden Figuren und einer ironischen Version von der „Zufrieden mit dem was hat“-Moral. Besonders gelungen ist die Szene, in der die Familie Tochter Sue zu einem Chor-Auftritt der Schule begleitet, dann aber feststellt, dass Sue gar nicht im Chor, sondern nur in der Crew ist. „The only thing lamer than school choir is beeing on the crew for shool choir“, stellt Bruder Axl fest. Doch Vater Mike: „She does look real happy, though“. Auf wunderbar witzige Weise glücklich sieht Sue dank der schauspielerischen Leistung Eden Shers („Weeds“) tatsächlich aus. Zumindest bis dann doch noch etwas schief geht.

Mit einer ähnlichen Szene endet dann auch die erste Episode:

Frankie: How come, you never tell me you love me?

Mike: I told you, I love you the day I married you. For everything that changed, I like you now.

Frankie (aus dem Off): So yeah, back then on the old licence [früheres Foto/Ich auf Führerschein ist gemeint], I didn’t know what my life was gonna be. And Mike’s right: Now I know. This is my life. It’s not gonna be in „People Magazine“ or anything. But you know what? I got it good.“

Zuvor hatte die Familie ihre Mutter, die ein Superhelden-Kostüm trägt, weggeworfene Schokolade essend von der Straße aufgelesen und mit Fast Food zum Abendessen versorgt. Die ironische Unvereinbarkeit des Gezeigten mit dem was gesagt wird, macht den typischen Reiz dieser Art von Comedy aus. Denn es funktioniert beim Zuschauer in zwei Richtungen: sowohl nach dem Prinzip „Always look on the bright side of life“, als auch „Das ist ja nun wirklich ne abgefahrene Familie, dagegen sind wir normal“.

The Middle, Comedy, Abc, seit 30. September 2009, offizielle Website

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