Flash Forward (c) ABC

Flash Forward (c) ABC

ABCs neues Mysterie-Drama „Flash Forward“ trumpft zum Serienstart in diesem Herbst gleich mächtig auf. Jede Menge Action, eine interessante Grundidee, aufwändige Bilder und eine netter WTF-Cliffhanger können gut unterhalten. Doch stellt sich die Frage, ob dieses Niveau überhaupt über eine komplette Season gehalten werden kann und nicht vielleicht ein einmaliger Publikumsfänger war?

Also worum gehts: Wir sehen verschiedene, zusammenhanglose Leute in ihrem „Alltag“: Krankenschwestern, die sich auf eine OP vorbereiten, ein Pärchen beim Sex, FBI-Ermittler bei einer Verfolgungsjagd, einen Selbstmörder auf einer Brücke und einen Arbeiter auf einem Strommast – als es auf einmal einen globalen Blackout gibt, das heißt, alle Menschen werden für 2 Minuten und 17 Sekunden bewusstlos. Zunächst gibt es darauf natürlich erstmal ein Chaos, Unfälle, Explosionen usw. (siehe Bild). Dazu später nochmal.

Während des mysteriösen globalen Blackouts haben, wie sich herausstellt, die Menschen Visionen von der Zukunft, genauer: vom 29. April 2010. Ein kleines Mädchen spricht die namensgebenden Worte der ersten Episode („No More Good Days“): „I had a bad dream. I dreamed there are no more good days“. Doch nicht alle empfinden die Zukunft als Bedrohung, manche sehen sie gar als Chance, der verhinderte Selbstmörder etwa. Serienheld Mark Benford, der als FBI-Ermittler herauszufinden versucht, was hinter dem Ereignis steckt, allerdings hat eher düstere Zukunftsvisionen, ebenso seine Frau, einer seiner Kollegen hat sogar gar keine Vision gehabt, was nur eines bedeuten kann: in der Zukunft wird er tot sein.

Doch vielleicht lässt sich die Zukunft ja noch ändern? Ist sie in Stein gemeisselt, oder ist die Vision gerade eine Art „Geschenk“, das es ermöglichen wird sie zu ändern. Solche philosophischen Fragen werden zwar auch aufgeworfen, doch eines macht der Pilot auch ganz deutlich: der Blackout scheint weniger ein metaphysisches Ereignis zu sein, vielmehr: irgendjemand steckt dahinter. Doch wer, und warum? Frühestens in 13 Folgen werden wir das wissen. Vielleicht aber auch erst in vielen Staffeln, sollte sich Flash Forward ähnlich entwickeln wie Serienhit „Lost“, mit dem es im Internet schon hier und dort verglichen wird.

Die Frage aber ist: Was passiert bis dahin? Der Pilot mit seinen reichhaltigen Actionszenen, der schönen Endzeitstimmung nach dem Blackout, all dem Chaos und den Explosionen wird vermutlich in dieser Form eine Singularität bleiben, oder blackoutet es jetzt jede Woche? Eher nicht. Darin unterscheidet sich Flash Forward zum Beispiel von Heroes. Dort wurde 2006 ja auch mit Hiros Zukunftsvision einer Nuklearexplosion in New York eröffnet. Dort allerdings wussten wir: Hey, die haben alle Superkräfte, dann ist ja jetzt erstmal für gute Action gesorgt bis das mit der Explosion geklärt wird. Flash Forward bietet – neben der Neugier auf die Auflösung der Story – nach dem Piloten erstmal nichts an, weshalb man sich auf die kommenden Episoden freuen sollte. Ich bin gespannt, was die Macher da jetzt vor haben, um das hohe Niveau zu halten und für Spannung zu sorgen. Ob Flash Forward ein neuer Serienhit wird, das wird sich erst im Laufe der Staffel zeigen. Das Potenzial ist da.

Interessant: Die Serie basiert wohl auf dem gleichnamigen Buch von Robert J. Sawjer. Ich habe über die Inhaltsangabe bei Wikipedia nur mal ganz knapp drüber gelesen, um mich nicht zu spoilern. Wenn die Schlagworte, die ich da aufgeschnappt habe, auch in der Serie vorkommen, könnte es noch sehr spannend werden.

Update 30.09.: Anke Gröner hat auch einen schönen Ersteindruck zu FlashForward geschrieben. Außerdem habe ich inzwischen gelernt, dass die beiden Worte ohne Leerzeichen geschrieben werden müssen: also FlashFoward statt Flash Forward.

Update 10.10.09.: ProSieben hat sich inzwischen die Rechte an FlashFoward gesichert.

Update 13.1210.09.: ABC hat eine komplette erste Staffel von FlashForward bestellt, mit insgesamt 25 Folgen.

Flash Forward, Mysterie, ABC, seit 24. September 2009, offizielle Website

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