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Courteney Cox (im Bild während der Dreharbeiten zu Cougar Town in Kalifornien), die wir alle als Monica Geller aus „Friends“ kennen und lieben, ist auch nicht mehr die Allerjüngste, inzwischen auch schon 45 Jahre alt. Optimal also, um die 40jährige Cougar in der neuen Comedy „Cougar Town“ zu spielen. Cougar, so nennt man Frauen mittleren oder höheren Alters, die sich nochmal einen wesentlich jüngeren Mann schnappen, wie die Löwin die Gazelle. Und genau das ist auch das Vorhaben von Jules Cobb, die sich nach ihrer kürzlichen Scheidung wieder auf dem Markt nach Frischfleisch umsieht und in Episode 1 sogleich auch fündig wird. Problem: Sie hat auch noch einen 17jährigen Sohn, der es alles andere als toll findet, dass sich seine Mutter zu heißbegehrtesten Milf der Stadt entwickelt.

Cougar Town stammt von Bill Lawrence, dem Erfinder der Krankenhaus-Comedy Scrubs, und ist ebenfalls eine Single-Kamera-Comedy ohne Loughtrack, also gefilmt wie eine normale Serie und ohne eingespielte Lacher. Bei der Auswahl des Casts neben der wunderbaren Cox haben die Macher auch allerlei Augenmaß bewiesen. So ist Dan Byrd als Sohn Travis als netter Durchschnittsteenager ohne Außenseiter-Image optimal besetzt (3 v.l.). Auch Busy Phillips (bekannt als Audrey aus Dawsons Creek, rechts) kann man als eine von zwei Freundinnen der Heldin direkt ins Herz schließen. Und Ex-Mann Bobby als trotteliger Macho ist auch eine tolle Figur (2 v.r. stehend).

Überhaupt: Die Liebe zu interessanten Figuren merkt man der Sendung gut an. So klaut ein Teenager Werbeplakate auf denen Jules, die Immobilienmaklerin ist, recht freizügug dargestellt wird und tapaziert sein Zimmer damit. Der kleine „Perversling“ ist eine unglaublich kuriose Figur und das obwohl er nur einen Miniauftritt hat. Lediglich Jules Nachbarin und Freundin Elle und deren Mann Andy haben mich noch nicht direkt vom Hocker gerissen.

Ich kann also Sascha vom sablog Recht geben: Cougar Town bietet vor allem symphatische Charaktere und gute Gags. Allerdings: Beziehungsgeschichten und die Problemlagen von Frauen um die 40 sind nun auch keine neuen oder nach Innovation schreienden Themen. Genau wie bei „Accidentally on Purpose„, in der Jenna Elfman die Cougar mit dem jungen Freund spielt, stellt sich die Frage nach dem „Wozu?“.

Während AoP grundsätzlich erstmal vorhersehbar und überflüßig wirkt, macht „Cougar Town“ seine Sache ganz gut: Es ist ausreichend gut inszeniert und durchdacht um sich aus der Masse abzuheben, geht aber kaum Risikos ein. Die Hauptfiguren allerdings unterscheiden sich deutlich: Während Jules in „Cougar Town“ eher sexuell orientiert ist, ihren Körper und das Älterwerden aber auch kritisch/ironisch sieht, so ist Billie in AoP eher der süße, schusselige Typ. Das wirkt natürlich konservativer, läuft Gefahr langweiliger zu sein. Auch ist „Cougar Town“ etwas grotesker als das eher harmlose AoP. In ein paar Wochen werden wir sehen, welche der beiden Cougars die schärferen Krallen hat.

Cougar Town, Comedy, ABC, seit 23. September 2009, offizielle Website

ustv0910

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