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Jenna Elfman spielt in „Accidentally on Purpose“ die Filmkritikern Billie, die von einem deutlich jüngeren Mann schwanger wird.

Jenna Elfman, in Deutschland bekannt vor allem aus „Dharma und Greg“ hat eine neue Sitcom: „Accidentally on Purpose„. Sie spielt die 37jährige Billie (siehe Promotionfoto), eine Filmkritikerin, deren Karriere soweit ganz ok ist, die aber noch kein richtiges Leben hat: die Beziehung mit ihrem Chef verläuft recht ereignislos, denn der scheint sich nicht binden zu wollen. Als er sie eines nachts auf dem Eifelturm nicht mit einem Heiratsantrag überrascht, trennt sie sich und trifft kurz darauf den Koch Zack, Mitte 20, von dem sie schwanger wird.

Klare Sache also: Genau wie bei den Sitcoms „The Big Bang Theory“ und „Two and a Half Men“, die nach und vor beide nach „Accidentally on Purpose“ laufen, steht im Mittelpunkt der neuen Sitcom eine ungewöhnliche Familiesituation: Die Cougar, also mittelalte Frau, mit dem jungen Mann, die eine Familie gründen (müssen). Sie fügt sich damit hervorragend in das schon bestehende Programm bei CBS ein, das „How I Met Your Mother“ am Montag abend einleitet.

Die erste Episode beginnt, wie auch die Los Angeles Times schreibt, mit einer fürchterlich schlechten Zeile: „I can’t do another office party; I’ve already slept with everyone here“. Zumindest lernen wir so gleich mal Billies ersten Sidekick Olivia kennen, die das sagt, eine Journalistenkollegin Billies mit britischem australischem Akzent, die eher partylustig und gerade heraus ist. Später tritt zum Ausgleich noch Billies jüngere Schwester Abby, die eher Niedliche, Ruhige, hinzu. Billies Charakter befindet sich natürlich genau zwischen den beiden.

Auch Zack bringt Anhang mit in die neue gemeinsame Wohnung – die plötzliche Schwangerschaft und die gemeinsame Wohnung sind das Thema der ersten Episode. Drei typisch unreife junge Männer, die ein wenig eine vom Intellekt befreite Versionen der Geeks aus Big Bang Theory sein könnten, sollen also zum Hintergrundrauschen der Kulisse zu gehören und für den einen oder anderen Gag sorgen, was auch ganz gut funktioniert.

„Accidentally on Purpose“ wird von der Kritik als „mittelprächtig“ bewertet, lebt natürlich von der herausragenden Jenna Elfman und ist bemüht nicht zu beliebig und berechenbar zu wirken. Die Washington Post schreibt: „The show is another entry in TV’s bulging annals of friendly mediocrity. It registers on the senses, it painlessly kills some time, and it fills the gap between the shows that precede and follow it. It’s a bridge, a conduit, a bland bit of linkage.“

Dennoch kann man nicht behaupten, dass „Accidentally on Purpose“ nicht symphatisch ist, ganz im Gegenteil: die Serie hat durchaus einen Charme, der vielen Zuschauern gefallen könnte. Das ihre große Schwäche, die Mittelmäßigkeit, all zu sehr ins Gewicht schlägt, ist aufgrund der von der Post angesprochenen Brückenfunktion zwischen den anderen genannten CBS-Sitcoms, die als gut gelten, eher unwahrscheinlich.

Ich zumindest bin neugierig, wies weitergeht. Geht es nach dem Kritiker von Reuters, sei das ja aber wohl klar: „This is an utterly predictable comedy (what, you don’t think Zack and Billie will fall in love in Season 2, right after he starts dating another chick and Billie has an epiphany?) that’s got a few fun lines.“

„Accidentally on Purpose“ könnte allerdings gerade aus der Widerlegung dieser unterstellten Vorhersehbarkeit seine Stärke ziehen. Tut sie es nicht, wird sie nicht zu den Sitcoms gehören, an die man sich lange erinnern wird.

ustv0910

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