Unabsichtliche Homoehe zwischen Pinguinen Tux und Flipper. (c) NBC

Unabsichtliche Homoehe zwischen Pinguinen Tux und Flipper. (c) NBC

Ich weiß auch nicht, was mit den Amerikanern los ist: Aber die großartige Sitcom „Parks and Recreation“ (NBC) über die ich schon zwei Mal gebloggt hatte, hat einen echt schweren Stand bei den Jungs und Mädels da drüben. Am Donnerstag erreichte die Sendung mit ihrem Start in die zweite Staffel nur 5 Millionen Zuschauer. Für „The Office“ (8,1 Mio.) und „Community“ (7,6) lief es danach deutlich besser.

Dabei war die neuste Episode ziemlich gut, sogar die beste bislang. Auch die US-Kritiker sprechen davon, dass sich die Sendung inzwischen gesteigert hat. „Not the stellar season premiere many of us were hoping for, but Parks‘ characters feel significantly more real and the groundwork seems laid for a sophomore effort. Just like The Office. See you next week!“, schreibt Entertainment Weekly. Und die Los Angeles Times: „With a surprise renewal, writers got a second chance to prove just how funny — and human — Leslie and her crew can be. If the first episode is a reflection of where things are headed, viewers just might be inclined to start watching again.“

Tatsächlich wirken die Charaktere inzwischen deutlich ausgefeilter, insbesondere Leslie Knopes Kollege Tom Haverford hat einiges an Charakter gewonnen. Parks and Recreation erzählt ja im Mockumentary-Stil (wie Office, Stromberg) aus der Stadtverwaltung des Örtchens Pawnee. Die Serie soll in Form der übermotivierten und sich oft in verfahrene Situationen begebenden Stadtangestellten Leslie Knope (Amy Poehler aus Saturday Night Live) die Brücke zwischen Regierung und Bürgern schlagen. Hier leitmotivisch an einem Park festgemacht, den Leslie aus einer Baugrube entstehen lassen will, was sich aber nicht als besonders einfach herausstellt.

In der ersten Episode der zweiten Staffel geht es um das Thema Homoehe, in Leslies Bundesstaat offensichtlich nicht legal. Leslie verheiratet unwissend, dass es sich um zwei Männchen handelt, zwei Pinguine im Zoo von Pawnee (Tux und Flipper). Weil das so süß sei. Als sich heraustellt, dass es sich um zwei männliche Tiere handelt (siehe Bild), wird Leslie zur Ikone der Gay Community und zur Hassfigur der Anti-Gay Marriage-Fraktion. Eine auch aus europäischer Sicht sehr gelungene Folge über das alberne Streitthema und mit einer klaren Haltung gegenüber den fundamentalistischen Konservativen. Hier wird das Thema Homosexualität nicht nur als privates Selbstfindungsproblem oder als Berührungsangst behandelt, sondern ganz klar auch auf die politische Ebene gehoben.

Angesichts der gelungenen Story der ersten Episode der neuen Staffel und den immer besser werdenden Charakteren, sowie vieler zündender Gags kann gehofft werden, dass NBC auch mit schwachen Quoten an Parks and Recreation festhält. Immerhin gilt es sicher auch, Amy Poehler beim Sender zu halten. Denn schließlich hat NBC mit ihr und Tina Fey (30 Rock) nicht nur die beiden großen Frauen der US-TV-Comedy unter Vertrag, sondern auch noch zwei der cleversten Sitcoms.

ustv0910