„What is community college? Well, you’ve heard all kinds of things. You’ve heard it’s loser college for remedial teens, twentysomething dropouts, middle-age divorcees and old people keeping their minds active as they circle the drain of eternity. That’s what you’ve heard! However: I wish you luck!“

Es gibt schon ziemlich viele Sitcoms und jedes Jahr verschwinden welche, neue kommen hinzu. Jetzt gibt es also auch eine Sitcom, die an einem Community College spielt. Neben Colleges (Bachelor-Abschlüße) und Universitäten (Master und Bachelor) gibt es in den USA auch die sogenannten Community Colleges, die auf eine universitäre Ausbildung vorbereiten. Der Zugang soll möglichst breiten Bevölkerungsschichten offenstehen und danach kann auf einem richtigen College weiter studiert werden. Arnold Schwarzenegger war auf einem, Calvin Klein war es und Dan Harmon auch.

Dan Harmon ist der Erfinder von „Community“, NBCs neuester Sitcom, die nach „Parks and Recreation“ und „The Office“ am Donnerstag kommt und sich passend in die hoffnungsvollen „Yes We Can“-Sitcoms aus dem real existierendem US-Alltag einfügt: Stadtverwaltung, Büro und jetzt eben auch Community College. Die Serie basiert ein wenig auf Dan Harmons eigenen Erfahrungen am Glendale Community College. Das fiktive Seriencollege heißt Greendale Community College. Im Mittelpunkt steht eine Spanisch-Lerngruppe, die von Hauptfigur Jeff Winger als Vorwand gegründet wird, um mit der hübschen Britta anzubandeln.

Also von vorn, wen haben wir da (Screencaps (c) NBC):

Da wäre zunächst wie gesagt Jeff Winger (Joel McHale), der der typische Serienhauptcharakter ist: ein eigentlich netter Typ mit vielen Schwächen. Aufs Community College muss er, weil aufgeflogen ist, dass sein Jura-Examen aus Kolumbien statt von der Columbia stammt.

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Dann natürlich die schöne Britta (Gillian Jacobs), zwischen der und Jeff sich vermutlich die komplette Staffel (Serie) über eine Lovestory hinziehen wird.

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So, zwei schöne Hauptdarsteller haben wir schonmal. Kommen wir langsam zu den ausgefalleneren Mitgliedern der Gemeinschaft. Da ist der gute Abed (the Arab, Danny Pudy), der schwer von Begriff, ein Außenseiter, Freak ist, aber vermutlich schnell die Herzen der Zuschauer gewinnt.

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Dann haben wir noch Chevy Chase, der den sieben Mal geschiedenen Senioren Pierce Hawthorne spielt und vor allem Chevy Chase ist, halt jemand, damit die Sendung auch eingeschaltet wird.

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Immer eine gute Idee ist auch ein Brite mit einem lustigen Akzent (der wirklich lustig ist, wenn es genau darum geht, dass es lustig sein soll, wie hier).

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Und ann noch ein paar andere. Unter anderem der Farbige mit den Lernschwierigkeiten, eine dicke farbige (geschiedene?) Frau und ein schüchternes weißes Mädchen mit wenig Selbstbewusstsein.

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Fertig ist der zügig und ziemlich hervorragend eingeführte Cast einer neuen Sitcom. Allesamt scheinen sie die Klischees aus dem ganz oben angefügten Zitat zu erfüllen. Doch das hat – neben der Tatsache das Klischees lustig sind – noch einen ganz anderen Sinn. Diese erste Episode ist eine Homage an den Filmklassiker „The Breakfast Club„, indem hinter die Fassade scheinbar stereotyper Teenager geschaut wird. „You are all better than you think you are. You are just designed not to believe it, when you hear it from yourself. […] You justed stoped beeing a study group. You’ve become something unstoppable. I hereby pronounce you a community“, erklärt Jeff in einer weniger pathetisch klingenden Ansprache die Moral von der Geschichte.

Ist „Community“ nun eine gute oder eine schlechte Sitcom? Oder so mittendrin? Schwer zu sagen. Ich fand sie nach dieser ersten Episode deutlich schlechter als Office und Parks and Recreation, doch sie fügt sich sehr gut in den Donnerstag abend bei NBC ein, und sie ist nicht wirklich schlecht. Angesichts vieler anderer guter Sitcoms im US-TV, von den genannten beide über 30 Rock bis hin zu How I Met Your Mother, gibt es nicht wirklich einen Grund, warum man diese auch noch schauen sollte. Vielleicht aber interessiert sich der eine oder andere ja doch, was aus den liebenswerten Verlierern wird, wie es der Telegraph schreibt. Es steckt vielleicht ja genauso mehr in „Community“ wie in seinen Figuren oder der „school-shaped toilet“. Fazit: Stört nicht weiter.

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