10 Things I Hate About You (c) ABC

10 Things I Hate About You (c) ABC

William Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ ist bereits 1999 Vorlage für den Film „10 Things I Hate About You“ (imdb) gewesen, in dem der verstorbene Heath Ledger den Rocker „Patrick Verona“ spielt, dem es gelingen muss die Widerspenstige „Katarina“ zu daten, damit dessen Freund Joey, der ihn dafür bezahlt, deren jüngere Schwester Bianca daten kann. Denn so will es der Vater der beiden Schwestern, erst muss die ältere Mal einen Mann haben, bevor die jüngere überhaupt etwas mit Männern anfangen darf.

Im Original von Shakespeare endet diese Handlung, die einem als Reichen verkleidetem Trunkenbold vorgespielt wird, damit, dass die Widerspenstige vermeintlich am Ende gezähmt ist, und ihrem Mann gehorsam zeigt und ein Loblied auf die Unterwürfigkeit der Frauen singt. Diese aus heutiger Sicht umstrittene Perspektive spielte in der Filmkomödie keine Rolle mehr.

Nach dem Film gibt es nun auf ABC Family die Serienversion der Filmversion des Stoffes von Shakespeare, die vermutlich mit dem Original nur noch das ungleiche Schwesternpaar und die Erringung der Liebe einer Frau gemeinsam hat. Die Schwestern heißen hier natürlich auch wieder Bianca und Kat(arina). Der alleinerziehende Vater, wie schon im Film Gynäkologe, möchte seine Töchter vor dem schlechten Einfluß der Higschool-Jungs beschützen. Bei Kat ist das vermutlich leicht, denn die hat weder Interesse an Popularität und zunächst auch nicht an Jungs. Natürlich begegnet sie gleich in der ersten Episode Patrick Verona, wobei nicht klar ist, ob der später dafür bezahlt wird sie zu daten.

Bianca hingegen möchte vor allem eines: Beliebt sein und Cheerleader werden. Dumm nur, dass die Chearleader-Chefin eine ziemliche Zicke ist, und noch bevor Bianca um deren Aufmerksamkeit werben kann, den ersten Konflikt mit der widerspenstigen Kat hat. Biancas Popularitätsträume sind fürs erste jedenfalls erledigt.

ABCs halbstündige neue Single-Kamera Comedy (ohne Lacher oder Publikum) spielt in einer herrlich klischeebeladenen Welt, die Shakespeares bunten Adligen-Shows, in diesem Sinne nichts nachsteht. Es gibt alles, was so ein Teenie-Universum zu bieten hat. Den netten unglücklich verliebten Nobody, ein Mädchen, das beliebt sein will, die zickige Chearleader-Chefin, den mysteriösen Rocker, den Nerd. Ähnlich wie die neuen Musical-Comedy Glee nimmt sich „10 Things I Hate About You“ nicht sonderlich ernst und entfernt sich damit schonmal deutlich vom möglichen Disney-Image.

„10 Things I Hate About You“ bietet clevere Dialoge, solide Charaktere und durchaus kurzweilige Unterhaltung. Wer 90210 auch in seiner Neuauflage irgendwie zu 90s findet, überholt und nervig, trotzdem aber gerne ein paar Teenie-Geschichten auf der Mattscheibe hätte, macht hier nichts falsch. Der US-Start gilt mit 1,6 Millionen Zuschauern als geglückt. Vor allem junge Frauen verleite der Familiensender zum einschalten.

10 Things I Hate About You, ABC Family, seit 7. Juli 2009

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