Tanya (Jane Adams) und Ray (Thomas Jane) in "Hung"

Tanya (Jane Adams) und Ray (Thomas Jane) in "Hung" (c) HBO

Tanya, the Poet: Look, if you want I can help… When I’m not working on lyric bread.

Ray, the teacher: You want help sell myself?

Tanya: Yeah. I mean, not for free. Maybe for a percentage of some kind…

Ray: You wanna be my pimp!

Tanya: Yeah…

Stell Dir vor, du bist völlig am Arsch, geschieden, Haus ist gerade abgebrannt, kannst Deine Rechnungen nicht mehr bezahlen, alle außer Dir haben aus ihrem Leben etwas gemacht, und das einzige, was Dir bleibt ist Dein riesiger Schwanz.

Genauso geht es Ray Drecker in HBOs neuem Comedy-Drama „Hung„. Ray ist ein Highschool Basketball-Lehrer, der früher mal ein Star war, aber jetzt vor den Scherben seines Lebens steht. In einem Existenzgründer-Seminar gibt der Dozent zu bedenken: Jeder hat mindestens ein Talent, ein Werkzeug. Nutzt es.

Durch die Bekanntschaft mit der arbeitslosen Poetin Tanya kommt er auf die Idee seinen riesigen Penis, der Tanya offensichtlich bei ihren beiden ersten Dates sehr gut befriedigt hat, zu seinem Kapital zu machen. Ray entschließt sich Callboy zu werden, mit Hilfe Tanyas, die sich ja gut mit Worten auskennt, und bei der Vermarktung helfen will. Tanya wird also Rays Zuhälter.

Für die Zeichnung von Ray’s gescheiterter Existenz muss das Haus seiner Eltern in einer bemerkenswerten Szene zu Beginn der ersten Episode herhalten. Der alte fast Bungalow ist ein Sammelsurium von Gegenständen, Möbeln die die Zeit besser nicht überdauerten hätten und birgt Erinnerungen an eine bessere Zeit, Trophäen, Zeitungsausschnitte. Die Hung-Macher nehmen sich viel Zeit dafür, ihn schließlich in einer tollen langen Szene in Flammen aufgehen zu lassen, und mit ihm das letzte was Ray geblieben ist: die Artefakte des Vergangenem und seine Kinder (die darauf zur Mutter ziehen).

Für die Besetzung der leicht depressiv wirkenden Dichterin Tanya mit Jane Adams muss man die Macher ebenfalls loben. Sie spielt die Rolle ganz hervorragend und wirkt überaus authentisch.

Ansonsten ist „Hung“ eine ziemlich solide, düstere Comedy, die in der ersten Folgen ihre Figuren passabel einführt und vor allem von dem kurios anmutenden Grundthema, dass ein Lehrer Prostituierter wird (und eine Dichterin sein Zuhälter), lebt. Wieviel Stoff das für eine ganze Serie gibt, muss man abwarten. Auf jeden Fall hat die erste Episode von „Hung“ Lust auf mehr gemacht. Mit bis zu 3,7 Millionen Zuschauern (inklusive Wiederholung) erreichte der US-Pay-TV Sender „HBO“ mit „Hung“ auch recht hohe Einschaltquoten, es war der erfolgreichste Serienstart seit 2007.