Bei der Verleihung der Oscars am 7. März im kommenden Jahr werden statt wie bisher fünf, zehn Filme im Rennen um den Oscar für den besten Film antreten. Das hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences jetzt beschlossen. Auf diese Weise sollen mehr Filme im Scheinwerferlicht der Nominierungen strahlen. Die Oscars gelten als Box-Office-Katalysator für die nominierten und ausgezeichneten Filme.

Bei einer Pressekonferenz wurde Academy-Boss Sid Ganis von Postern flankiert, die die zehn nominierten Filme aus dem Jahr 1939 zeigten. „Suppose you had to narrow that field down to five nominees? Which of these films would you keep? Whichever five movies you selected, you’d be losing five extraordinary films“, argumentierte Ganis.

Die Academy hat seit 1943 nicht mehr 10 Filme ins Rennen um den begehrtesten aller Oscars geschickt. Die Produzenten der diesjährigen Oscar-Show, Larry Mark und Bill Condon, hatten im Nachhinein die Debatte angestoßen, ob das Feld der nominierten Filme erweitert werden sollte, was in der Academy praktisch auf keine Widerrede stieß. Aus populärer Sicht hatte besonders „The Dark Knight„, der bei Mainstream-Zuschauern überaus positiv aufgenommene Batman-Film für Verwunderung beim Publikum gesorgt. Trotz acht Nominierungen schaffte es das düstere Popcorn-Spektakel nicht unter die Nominierungen für den besten Film.

Ganz klar, dass in diesem Zusammenhang offensichtlich auch an die Quoten der Oscar-Show, die rückläufig sind, gedacht wird. Mit populären Filmen im Aufgebot statt ausschließlich der bei Kritikern angesehen Produktionen könnte die Zuschauerzahl erhöht werden. Es sieht also ganz so aus, als würden die Oscars kommerziellem und dem Interesse der Zuschauer mit dieser Entscheidung Rechnung tragen.

Die Idee die Oscars um den besten Film, ähnlich den Golden Globes in fünf Dramen und fünf Komödien zu splitten, sei hingegen nicht auf der Tagesordnung gewesen. „It’s about the best picture – not the best something picture,“ sagte Boss Ganis“It’s a singular honor.“

Trotz der Ausweitung der nominierten Filme für die Rubrik des besten Films soll es jedoch keine Veränderung der Laufzeit der Show geben. Mehr Inhalt, gleiche Sendezeit, was ist die Konsequenz? Wer glaubt, dass anspruchsvolle Dokus, Kurzfilme oder technisch orientierte Preise nicht der Verlierer dieser Entwicklung (und der Aufmerksamkeit) sind, liegt mit Sicherheit nicht falsch. So jedenfalls meine Einschätzung.

Unklar ist, ob wir befürchten müssen ob in Zukunft Filme wie Highschool Musical, Star Trek oder Transformers ins Rennen um die Oscars geschickt werden. Bei 10 Nominierten aus den genannten Gründen ist ja reichlich Platz für Mainstream-Schrott. Bleiben die Globes und Cannes als Messlatte für die Filme, die wir Kinofans wirklich sehen wollen. Auch ok.

[Quelle: Hollywood Repoter, via: Filmjournalisten]

Zum Thema Filmpreise auf diesem Blog:

Slumdog Millionaire

Oscars 2009

Golden Globes 2009

Cannes 2009

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