Til Schweigers Hollywood-Mission verlief genau wie sein echter Versuch im Land der Filme Fuß zu fassen eher mäßig. Jetzt zieht RTL die Reißleine und verbannt das erfolglose Casting-Format auf den Samstag Nachmittag (15: 45 uhr). Mission Hollywood hatte zuletzt nur noch 11,5 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und gehört schon jetzt zu den großen Flops des TV-Sommers.

„Es ist eine qualitativ hochwertige Produktion und Til Schweiger macht einen hervorragenden Job, doch ‚Mission Hollywood‘ hat leider keine breite Zuschauerschaft angesprochen. Der Markt zeigt, dass es Neustarts derzeit bei allen Sendern sehr schwer haben und die Zuschauer vor allem auf Bewährtes setzen“, erklärte RTL-Unterhaltungsboss Tom Sänger dem Mediendienst DWDL.

Stern.de kritisierte die Casting-Show in der Schweiger eine Schauspielerin für die Fortsetzung des Horrorschunds „Twiligt“ finden will folgendermaßen:

Schauspielerische Facetten und ein eigener Kopf sind in der Schweiger-Show nicht gefragt. Es geht um billigste Oberflächenreize und erotische Barbie-Qualitäten. Dass der Juryvorsitzende auf ein unerfahrenes Ding wie die 20-jährige Margarita abfährt, überrascht da nicht. Sie hängt ihm an den Lippen und stürzt sich mit einer brachialen Emotionalität in die Aufgaben, dass jedem seriösen Schauspiellehrer das Blut gefrieren würde.

Mit der Karriere als Schauspielerin dürfte es für die Gewinnerin des Formats also vermutlich nichts werden. Und nach Bullys Wikingersuche ist Mission Hollywood nun schon das zweite Schauspiel-Casting im Fernsehen, das keinen vom Hocker gerissen hat. Vielleicht sollte, wenn sich jemand an einen dritten Anlauf wagt, man aus der Not eine Tugend machen und gezielt eine Rolle in einer Seifenoper ausschreiben. Dann wären Typen wie Schweiger in der Jury und eine Horde von Mädchen, die nicht unbedingt schauspielern müssen sogar ein Qualitätsmerkmal.