RTL darf die umstrittene Doku-Soap „Erwachsen auf Probe“, in der Eltern ihre Babies verleihen, damit Teenager mit ihnen üben können, wie es so ist Eltern zu sein, ausstrahlen. Ein familienpolitischer Verein und eines seiner Mitglieder hatten versucht per Eilantrag das Kölner Jugendamt dazu zu verpflichten, die Ausstrahlung zu verhindern. Dieses Verbotsantrag hat das Verwaltungsgericht Köln heute vormittag abgelehnt. Das berichtet DWDL.

Das Gericht stellte demnach fest, dass das Kölner Jugendamt überhaupt nicht dafür zuständig sein, TV-Sendungen zu genehmigen oder zu verbieten und daher auch nicht dazu verpflichtet werden könnte. Über die Einhaltung von Jugendschautzbestimmungen im privaten Rundfunk seien allein die Landenmedienanstalten verantwortlich.

Das allerdings jene Landesmedienanstalten die Ausstrahlung von „Erwachsen auf Probe“ verbieten werden oder Bußgelder verhängen ist noch nicht komplett vom Tisch. Die Komission für Jugendmedienschutz hatte angekündigt, „Erwachsen auf Probe“ überprüfen zu wollen. Stellt man dort Verstöße fest, wird der Fall an die Landesmedienanstalten weitergeleitet.

„Erwachsen auf Probe“ hatte bereits vor der Erstausstrahlung am heutigen Abend (20:15 Uhr, RTL, Doppelfolge, dann fünf Mal mittwochs) eine Welle des Protest ausgelöst. RTL hatte Kritiker zu einer Vorführung und Diskussion eingeladen, bei der ein Vertreter des oben genannten Jugendamtes der Stadt Köln eine Instrumentalisierung von Kindern feststelle, aber keine Kindeswohlgefährdung.

Stefan Niggemeier vom Faz-Fernsehblog findet die gesamte Debatte hysterisch und auf allen Seiten von Heuchelei geprägt. Er schreibt, „die Diskussion, ob eine solche Sendung ausgestrahlt werden darf oder verboten werden muss, verhindert die Frage, in welcher Form sich das Fernsehen brisanten Themen und der Lebenswirklichkeit widmen sollte und wie es seiner Verantwortung gegenüber den Protagonisten gerecht wird“.

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