Die britische Medienwacht Ofcom hat etwa 350 Beschwerden zu den vergangenen Ausgaben der Talentshow „Britain’s Got Talent“ erhalten. Nur 16 davon betreffen allerdings den Umgang mit Susan Boyle, die einen Tag nach dem Finale der Show in eine Klinik eingewiesen wurde, und dort, wie heute bekannt wurde, vermutlich mehrere Wochen lang behandelt werden muss. (Kommentar dazu)

331 der Beschwerden gingen zu Hollie Steel ein, die beim Halbfinale am Freitag überfordert in Tränen ausbrach (Foto Hollie Steel). Hollie Steel hatte ihren Text vergessen und sollte nicht noch einmal singen dürfen, weshalb sie in Tränen ausbrach und Jurymiglied Simon Cowell später die Entscheidung rückgängig machte.

Tatsächlich sorgten sich allerdings nur 50 Beschwerenden um den Wohlergang des kleinen Mädchens. 281 hingegen beschwerten sich darüber, dass Hollie Steel noch einmal eine zweite Chance gegeben wurde.

Die anderen Ausgaben von Britain’s Got Talent erhielten nur bis zu 10 Beschwerden an Ofcom. Die höchste Zahl von Beschwerden erreichte einst ein Comedy-Anruf von Jonathan Ross und Russel Brand bei Schauspieler Andrew Sachs, auf dessen Anrufbeantworter diverse Beschimpfungen hinterlassen wurde. 42.000 Beschwerden gingen damals ein.

Ofcom teilte außerdem mit, in Sachen Britain’s Got Talent keine weiteren Ermittlungen aufnehmen zu wollen, da keine Runfunkrichtlinien verletzt wurden seien. Eine dieser Richtlinien besagt: „People in a state of distress should not be put under pressure to take part in a programme or provide interviews, unless it is warranted.“ Ich glaube, die britischen Medienwächter sind genauso blind wie die deutschen.

[Quelle: Guardian]