Britische Muslime gelten als besonders konservativ. Jetzt kriegen sie was auf die Augen: Die Seifenoper „EastEnders“ erzählt eine schwule Liebesgeschichte, mit einem Moslem, der sich zwischen Glaube, Familie und seinen homosexuellen Gefühlen entscheiden muss.

Eastend Boys und Westend Girls war gestern. Die BBC bricht mit einem der letzten großen Tabus in britischen Seifenopern. In der Kult-Soap EastEnders (vglb. Lindenstraße) wird es eine schwule Liebesgeschichte geben, mit einem Moslem. Sogar einen Kuss soll die Storyline beinhalten. Das berichtet der Guardian. Die Folgen werden ab Mitte Juni ausgestrahlt.

Die Stroyline wird sich um den 24jährigen Syed Masood drehen, der im Konflikt mit seinen Gefühlen und seinem Glauben steht. Masood hat eigentlich eine Freundin und versucht sich gerade mit seiner Familie wieder gut zu stellen, nachdem er Geld mit dem Familienunternehmen verloren hatte. Doch dann verliebt er sich in den offen homosexuellen Christian Clarke.

EastEnders-Produzent Diederick Santer erzählte der Zeitung: „Wir haben immer versucht, EastEnders das moderne Leben im multikuturellen Großbritannien wiederspiegel zu lassen, und wir haben immer Geschichten mit sozialer Relevanz für unser vielgestaltiges Publikum aufgegriffen. Es wird keine moralische Geschichte über richtig und falsch, vielmehr haben wir eine Geschichte aus dem Leben gegriffen, die erzählt wie ein junger Mann zwischen seinen Gefühlen und seinem Glauben hin- und hergerissen ist.“

Für Syed sei diese Entscheidung zwischen Glauben und seinen wahren Gefühlen besonders hart, der, bleibt er seinem Herz treu, ein zweites Mal riskiert, seine Familie zu verlieren. Die besondere Bedeutung, die Familie und Ehe im Islam haben, kann bestimmte Lebensbereiche wie eben Beziehungen, die sich sonst nicht so sehr von anderen Kulturen unterscheiden, auf eine harte Probe stellen, glaubt Produzent Santer.

Bevor die BBC die schwule EastEnders-Storyline produzierte, habe sie Wissenschaftler, Initiativen für schwule Moslems und den muslimischen Rat Großbritannies befragt. Eine Studie hatte erst vor kurzem ein erschreckendes Ergebnis hinsichtlich der Einstellung britischer Muslime zur Homosexualität ergeben. Kein einziger der Befragten fand Homosxualität moralisch akzeptabel. Im Gegensatz dazu akzeptierten 35 Prozent der französischen Moslems homosexuelle Handlungen.

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