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Der österreichische Regisseur Michael Haneke erhält 2009 in Cannes die Goldene Palme für seinen Film „Das weiße Band“. Im Hintergrund: die Juryvorsitzende Isabelle Huppert. via PicApp

Das Filmfestival in Cannes ist vorbei und die Preisträger stehen fest. Das Festival in Cannes geht mit einer vorhersehbaren und aus deutscher Sicht positiven Überraschung zu Ende. Michael Haneke, der mit der Juryvorsitzenden Isabelle Huppert bereits Filme wie „Die Klavierspielerin“ oder „Wolfzeit“ drehte, gewinnt für seinen Film „Das weiße Band“ die begehrte Goldene Palme. „Das weiße Band“ erforscht den Urpsrung des Bösen anhand eines Blickes auf eine der kleinsten sozialen Einheiten, der des Dorfes in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Das Motiv des Films ist die Obrigkeitshörigkeit der Bewohner.

Zwei weitere Filme bzw. ihre Darsteller, die irgendwie auch irgendwas mit Deutschland (und vor allem deutscher Filnmförderung) zu tun haben, gehören ebenfalls zu den Preisträgern. (Focus-Redakteur Harald Pauli versucht den Bogen nach Deutschland zu biegen). Die großartige Charlotte Gainsbourg gewinnt den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Lars von Triers „Antichrist“, der die Geschichte eines Ehepaares erzählt, das in einer Hütte im Wald nach dem Tod des Sohnes merkwürdigen Geschehnissen ausgesetzt ist. Der „Antichrist“ wurde in Deutschland gedreht. Auch dieser Preis ein wenig überraschend, hatte der „Antichrist“ doch für schockierte und eher belustigte Reaktionen in Cannes gesorgt. Gainsbourg („The Science of Sleep“) hatte allerdings schon lange mal einen Preis verdient. Ähnlich wie im Falle von Isabelle Huppert kommt hier mal wieder eine Weltklasse-Schauspielerin aus Frankreich.

Der letzte im Bunde und eine weitere Überraschung ist der österreichische Schauspieler Christoph Waltz (bekannt etwa aus Herr Lehman, wo er am Ende den Psychiater spielt), der für seine Rolle eines fiesen SS-Offiziers in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ als bester Darsteller ausgezeichnet wurde, und damit Brad Pitt die Show stahl. Waltz dürfte damit sein vergleichsweise tristes Dasein in deutschen öffentlichen-rechtlichen TV-Filmen überwinden können und die verdiente internationale Karriere bekommen.

Auch für Andrea Arnold, die aus dem Umfeld von Lars von Trier ihrere Regiekarriere („Red Road“) startete, freut mich der Preis der Jury für „Fish Tank“ ganz besonders. Im Prinzip aber hat natürlich jeder der für die Wettbewerbsfilme in Cannes ausgewählt wird, den Preis verdient. Außer Popkultur-Kasper Quentin Tarantino natürlich.

Hier nun alle Preisträger vom Cannes Filmfestival 2009 in der Übersicht (via Tagesspiegel):

  • GOLDENE PALME „Das weiße Band“ von Michael Haneke
  • GROSSER PREIS DER JURY „Ein Prophet“ von Jacques Audiard
  • PREIS DER JURY „Fish Tank“ von Andrea Arnold und „Thirst“ von Park Chan-Wook
  • DARSTELLERIN Charlotte Gainsbourg in „Antichrist“
  • DARTSTELLER Christoph Waltz in „Inglorious Basterds“
  • REGIE Brillante Mendoza für „Kinatay“
  • DREHBUCH Lou Ye für „Spring Fever“
  • CAMERA D’OR (DEBÜTFILM)„Samson and Delilah“ von Warwick Thornton
  • REIHE „UN CERTAIN REGARD“ „Dogtooth“ von Yorgos Lanthimos

Andere Blogs über Cannes 2009:

Die Fünf Filmfreunde: Cannes 2009 – Die Gewinner

Freikarte.at: Autokorso für die Helden von Cannes

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