Jane Lynch als Antiteacher, Schülerin Rachel mit großen Träumen, Lehrer Will

Jane Lynch als Antiteacher, Schülerin Rachel mit großen Träumen, Lehrer Will (c) Fox

Nachdem großen Erfolg von Highschool Musical war es nur eine Frage der Zeit bis eine ähnlich gelagerte Serie im TV erscheinen würde. Mit Glee ist sie nun da, und sie schlägt gleich richtig ein. Glee (Fox) ist die einzige Show aus dem Herbstprogramm der amerikanischen Broadcaster, die schon jetzt mit einer Pilotepisode zu sehen war. Kein Wunder, Fox nutzte idealerweise den absolut passenden Programmplatz nach dem American Idol-Finale. Gut 12 Millionen Zuschauer waren dann auch noch dabei am Mittwoch. Das reicht erstmal.

Kleiner Club: Schulchor "New Directions" in Glee

Kleiner Club: Schulchor "New Directions" in Glee (c) Fox

Glee ist eine Musical-Komödie und erzählt von einem Glee Club, das ist ein Chor, an einer amerikanischen Highschool in Ohio. Die erste Episode fängt etwas holprig an, startet dann aber direkt durch. Schon die Vorstellung der Charaktere ist äußerst gelungen. Es gibt den Footballer mit der heimlichen (erstmal peinlichen) Liebe zum Singen und die arrogante, kontrollierende, aber durchaus nette Rachel Berry, die mit Chorleiter Will Schuester gleich einen netten Dialog spielen darf:

Rachel: Everybody hates me.

Will: You think glee club is gonna change that?

Rachel: Being great at something is going to change it. Being part of something special makes you special, right?

Klingt erstmal nach einer Vorlage für austauschbare Disney-Drehbücher, aber wie Lea Michelle (Rachel) ihren zweiten und dritten Satz hier sagt/spielt, aber hallo. Rachel ist zugleich eine Figur, die ganz deutlich macht, dass hier ganz und gar nicht nur eine kitschige Teenagergeschichte erzählt werden soll, sondern an den richtigen Stellen sehr gekonnt die passende Ironisierung eingestreut wird. So sagt Rachel, während man sie ein MySpace-Video aufnehmen sieht:

Nowadays being anonymous is worse than being poor. Fame is the most important thing in our culture now. And if there’s one thing I’d learned, it’s that no one is gonna hand it to you.

Das macht schonmal Spaß und lockert die befürchtete Disney-Atmosphäre ziemlich zügig auf. Wobei natürlich gleich zu Beginn als die großartige Jane Lynch (als Cheerleadercoach Sue Sylvester, zuletzt bekannt aus Role Models) auftaucht ganz klar wird, in welche Richtung das hier geht. Sylvester ist quasi der Antiteacher, und die Gegenspielerin des idealistischen Will Schuester.

Geld verdienen für Ehefrau und Kind oder den Idealen folgen: Lehrer Schuester

Geld verdienen für Ehefrau und Kind oder den Idealen folgen: Lehrer Schuester (c) Fox

Schuester wird in dieser ersten Episode, in der er die Obhut des Gee Club „New Directions“ übernimmt, sogleich mit einer schwerwiegenden Entscheidung konfrontiert. Seine absolut herrlich materialistische Frau Terri (It’s not a bad thing to want things) ist schwanger und will lieber das Will sich einen besser bezahlten Job sucht.

Gleichzeitig hat die zuckersüße Vertrauenslehrerin und Bakterienphobikerin Emma sich in Will verguckt. Sie gibt ihm den entscheidenden Rat, die moralische Dosis der ersten Episode und zugleich Leitmotiv vermutlich der Serie ist:

The only life worth living is the one you’re really passionate about.

Glee funktioniert einfach. Was auch vorhersehbar und austauschbar sein könnte, geht hier auf. Mit Mut zu Skurilität wie auch Kitsch und Emotion, wenn es sei muss (und hier muss es sein), gelingt es der Serie wirklich unterhaltsam zu sein. Das Musik und Tanz ihre dazu beitragen, dass Glee ein kurzweiliges und ergreifendes Vergnügen darstellt, muss wohl nicht besonders erwähnt werden. Es macht einfach rundum Spaß.

Das einzig schlechte an Glee ist eigentlich nur, dass wir bis zum Herbst warten müssen, bis es weitergeht.

(ustv0910)