Deutsche Wissenschaftler fanden heraus: Über 90 Prozent der Deutschen sind für eine Sperre kinderpornografischer Inhalte im Netz. Weitere 95 Prozent sind dagegen.

Das ist kein Gag sondern Realität. Die beiden Umfragen, die jeweils das eine oder andere beweisen sollen, stammen sogar vom selben Marktforschungsinstitut.

Als ich noch Student war, habe ich nebenbei gerne in Marktforschungsinstituten gearbeitet und die Menschen da draußen allerlei Dinge gefragt, welche Musik sie hören, welche Fernsehprogramme sie sehen, welche Partei sie wählen würden, welche Zugverbindung sie nutzen.

Im Gegensatz zum Studium in dem wir (meistens) penibel genau darauf geachtet haben, wie wir empirische Daten auswerten, wie wir die Fragen stellen, wie bei sogenannte Codieranweisungen verfassen, so dass nur ja ein möglichst ein genaues Ergebnis herauskommt, sah die Realität etwas anders aus.

Es geht hauptsächlich ums Geld verdienen bei den privaten Instituten, Genauigkeit wird nicht so wichtig genommen, wichtig ist, dass der Kunde zufrieden ist, so war mein Eindruck. Wer schonmal zum Pudding-Testen musste wird wissen, wie ungern die Mitarbeiter der Institute es manchmal sehen, wenn der Pudding scheußlich schmeckt.

Zwei Vereine haben nun vor kurzem das Marktforschungsinstitut Infratest dimap damit beauftragt, herauszufinden, ob die Deutschen für oder gegen eine Internetsperre kinderpornografischer Inhalte sind. Das Ergebnis: Ja, sowohl dafür als auch dagegen, je zu etwa 90 Prozent, je nach Umfrage.

Das ist komisch, denn ansich steht am Beginn jeder empirischen Studie eine Forschungsfrage. Die kann also hier nur gelautet, ob die Deutschen nun für oder gegen eine Internetsperre sind. Die Zeit zeigt, wie es zu diesem seltsamen Ergebnis kam.

Der Geschäftsführer von Infratest, Richard Hilmer, ist wenig besorgt über die Qualität seiner Analysen, kann keinen Widerspruch zwischen den Ergebnissen erkennen.

Naja, Hauptsache alle sind zufrieden, was 😉

[via spreeblick]

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