Wenn ich heute lese, dass die Telekom in Zukunft die Bundesliga für 15 Euro anbieten wird (was jetzt schon günstiger ist als bei Premiere), dann frage ich mich wirklich, wo das mit Premiere, das bald Sky heißt, mal enden soll. Zwar braucht man für dieses Angebot einen T-Entertain-Anschluß (45 Euro mindestens), der deckt aber auch die Kosten für Internet-Flat und Telefon ab, und die dürften Premiere-Kunden ja in der Regel auch haben.

Premiere wirbt derzeit mal wieder verzeifelt um Kunden, wegen der geschöhnten Abozahlen der Vergangenheit geht es zudem den damaligen Bossen an den Kragen. Der aktuelle Deal: 12 Monate abonnieren, 9 Monate zahlen. Da Premiere aber außer Bundesliga nun überhaupt gar nichts zu bieten hat, was den Massenmarkt hibbelig werden lassen könnte, und nun die Telekom auch noch mit so nem Knaller daherkommt, wird es für Premiere ganz ganz eng werden, zumal zusätzlich auch noch Programme wegbrechen. Und in Zukunft, so schätzen Branchenexperten, wird Bundesliga auch nicht mehr 20 Euro kosten, sondern viel mehr, da es nur zusätzlich zu anderen Paketen abonnierbar sein wird.

Das Problem: alles was Premiere sonst noch zu bieten hat (auch im Vergleich zum starken Free-TV) ist das Geld nicht Wert. Filme gibts heutzutage für nen Euro in der Videothek bei freier Auswahl und Zeiteinteilung und ohne Abo. Serien schauen die meisten, die nicht warten können, direkt als Download aus dem Netz oder auf der DVD, die kurz danach erscheint. Ansonsten reicht Free-TV für Normalzuschauer. Knaller wie House oder Fringe scheinen da recht schnell zu laufen.

Eigentlich sollte sich ein starkes Pay-TV-Angebot sowohl aus Krachern wie Sport und Events finanzieren, als auch über die Bündelung von Einzelinteressen der Kunden. Premiere aber hat niemals darauf gesetzt und/oder keinen Erfolg damit gehabt. Was würde ich zum Beispiel für eine handvoll Sitcom-Kanäle zahlen, auf denen alle Sitcoms die es gibt rund um die Uhr laufen und das im Originalton (und mit Musik, die es aus Lizenzgründen nie auf die DVD schafft/DVDs ganz verhindert). Da gibt es außer mir vermutlich nicht so viele Leute, aber andere haben andere Interessen, die müssen akkumuliert werden.

Das nächste Problem: damit die Leute erstmal erkennen wie Pay-TV (theoretisch) ihren TV-Alltag bereichern kann, müssen sie erstmal in die Lage versetzt werden, Pay-TV zu empfangen. Und zwar mit günstigen Einstiegsangeboten. Wenn ich zum Beispiel einmal Abonennt wäre, dann würde ich das auch bleiben und sicher Angebote flexibel dazubuchen wollen. Ein günstiger Aboeinstieg ist bei Premiere jetzt und in Zukunft noch weniger möglich. Vermutlich wird es ein schrottiges Basispaket mit zweifelhaften „Knallern“ wie RTL Living oder MTV geben und alles was halbwegs Sinn macht, kostet extra.

Besser wäre es, wenn man sich sein persönliches Basispaket selbst zusammenstellen könnte. Ich wäre mit AXN und Scifi zum Beispiel für 10 Euro monatlich dabei. Nur zwei Sender, aber die beiden will ich sehen. Kostet derzeit 35 Euro (Star + Familie). Danke, nein. Dazu dann Kurzabos für Bundesliga, Wrestling, Sport, Big Brother usw. und der durchschnittliche Umsatz stimmt auch wieder. Und wenn ich mal keine Lust habe, bleibe ich in meinem Beispiel bei AXN und Scifi für nen schmalen 10er, das aber für viele viele Jahre.

So denkt man bei Premiere/Sky nicht. Vermutlich macht das, was ich mir hier so mit meinen Milchmädchenrechnungen ausmale ja wirtschaftlich keinen Sinn. Aber wo bitte war oder ist Premiere jemals wirtschaftlich gewesen?