In der vergangenen Woche wurde der ansich wunderbare WDR 5-Talk „Das philosophische Radio“ von Scientology „unterwandert“. Kann passieren, sollte aber nicht, sprachlos macht allerdings die légère und ernsthafte Art mit der Moderator Jürgen Wiebicke mit dem Störenfried umging.

Im Gespräch mit Ludger Honnefelder, Philosoph und Theologe, wollte man sich der Frage nähern, ob man Gott überhaupt denken kann. Nach 17 Minuten rief Heinz aus Düsseldorf an und eröffnete mit der Frage, warum man sich zuerst mit Gott befasse und nicht mit dem Menschen und seiner unsterblichen Seele. Wissenschaftlich solle das untersucht werden, meinte Heinz: „Was die menschliche Seele ist, ist sehr gut dokumentiert und in vielen vielen Vorträgen von L. Ron Hubbard beschrieben worden, er hat empirisch herausgefunden, was wirklich die Seele des Menschen ist… Es wird nur verschwiegen, weil das natürlich das christliche Weltbild vollkommen auf den Kopf stellen würde“.

Und schwupps waren wir bei Scientologies verquerer Ideologie und eine Verschwörung gibt es natürlich auch gleich mit dazu. Fröhlich feixend antwortete Moderator Wiebicke Heinz: Sie hätten mal Herrn Honnefelders Gesicht sehen sollen, als sie diesen Namen genannt haben“. Jaja, das schockierte Gesicht des einzig klar Denkenden in dieser abstrusen Situation… voll witzig was. Fast so witzig wie ein Auditing bei Scientology, haha, voll die Spaßkirche scheint das zu sein.

Der Hinweis darauf, dass es sich bei Scientologies „Religion“ nicht um Wissenschaft handelt, sondern um Scienes Fiction und ein Wirtschaftsunternehmen, manche sagen sogar, eine Sekte, die ein eigenes System von Umerziehungslagern unterhält, fehlte völlig. Unfassbar im Grunde, wie ernst die, nennen wir es „Wortergreifung“ des im besten Falle Scientology-Symphatisanten genommen wurde.