Die Geschichte um die bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) ausgeschiedene Kandidatin Annemarie Eilfeld geht in die nächste Runde. Jetzt will Annemarie Eilfeld juristisch gegen den Sender RTL vorgehen. Wie bereits auf diesem Blog berichtet, gab es am Samstag in der Entscheidungsshow bei DSDS eine Panne beim Telefonvoting, der RTL-Sprecher vertauschte die Endziffern von Annemarie Eilfeld und Daniel Schumacher. Das Voting-Ergebnis ist damit möglicherweise verfälscht wurden, wenngleich RTL darauf besteht, dass es keinen Einfluß auf die letztliche Entscheidung hatte, wer rausfliegt.

Neusten Medienberichten zufolge hat Annemarie Eilfeld sich jetzt Rechtsbeistand geholt und will entweder eine Wiederholung des Halbfinales erwzingen und/oder auf Schadensersatz bestehen. Verschiedenen Medienberichten zufolge hätte sie dabei sogar gute Chancen (Welt Online, krone.at).

Die Medienberichte beziehen sich dabei letztlich auf einen Bericht der Bild-Zeitung, die mit zwei Anwälten gesprochen hat, die Annemarie Eilfeld nun als Rechtsbeistand zur Seite stehen wollen. Die Anwälte werden dem Bericht zufolge mit unter anderem zwei Aussagen zitiert:

  • Anwalt 1: „Natürlich ist der Marktwert eines Superstars höher als der einer Drittplatzierten. Für den Ersten gibt es höhere Gagen. Insofern sind Schadensersatzansprüche zu prüfen.“
  • Anwalt 2: „Eine juristische Prüfung der Verträge von Annemarie Eilfeld mit RTL ist erforderlich. Jedenfalls sollte unbedingt versucht werden, eine einstweilige Verfügung auf eine neue Entscheidungsshow zu beantragen!“

Der zweite Anwalt wird sowohl bei der Bild als auch bei der Welt als „Rechtsexperte“ bezeichnet. Hierzu ist zu sagen, dass wohl jeder studierte Jurist ein „Rechtsexperte“ ist, es handelt sich wohl um eine gezielte Formulierung um den Argumenten der Anwälte Nachdruck zu verleihen (Die Bild hatte sich stark für Annemarie Eilfeld eingesetzt). Weiterhin handelt es sich natürlich um Anwälte, die Annemarie Eilfeld vertreten (wollen). Insofern ist ihre Aussage, der juritische Weg hätte gute Chancen auf Erfolg nicht die eines unabhängigen (Rechts)Experten, sondern eines Interessenvertreters. Das sollte man dazu wissen.

Wie ist die Sache nun zu beurteilen? Ich bin kein Jurist, sondern ein TV-Zuschauer und letzten Endes geht es bei dieser Sache ja wohl um zwei Dinge: 1. ums Geld 2. ums Programm. Zu Punkt 2 ist zusagen, dass ich persönlich als Zuschauer kein Problem damit hätte, wenn Annemarie Eilfeld eine zweite Chance bekommt. Im Gegenteil, ich würde gespannt einschalten, was in so einer Situation passiert. (Hier verselbstständigen sich die Skandalerwartungen rund um die Show, die RTL gerade mit Annemarie Eilfeld ja bewusst aufgebaut hatte, selbst Schuld sozusagen).

Stimmen die Zahlen von RTL, war Annemarie Eilfeld mit 19,98 Prozent der Voting-Stimmen ja weit abgeschlagen auf dem dritten Platz (Erster: 46,1 , Zweiter: 33,81). Kriegt sie, etwa in einem 3er-Finale nochmal eine Chance, würde sie entweder gleich direkt wieder rausfliegen (damit bliebe alles beim alten und könnten zufrieden sein) oder aber, durch die Aufregung und als Protest gegen Televotings allgemein wählen alle Annemarie (ich würde garantiert 5 SMS schicken), was das Ergebnis total verzerren würde (und zu Lasten der anderen Kandidaten ginge). Als Kompromiss könnte ich persönlich mir vorstellen, dass Annemarie nochmal singen darf (wie wäre es mit „I Will Survive“) und die Zuschauer dann abstimmen, ob sie noch eine Chance bekommt.

Dazu wird es aller Vorraussicht nach nicht kommen, RTL wird den Fehler, das könnte ich mir gut vorstellen, jetzt aussitzen und nicht zu Lasten der Show, von Daniel Schuhmacher und Sarah Kreuz sich auf eine Wiederholung einlassen. Dazu war das Halbfinal-Ergebnis zu eindeutig. Mich persönlich würde es aber keineswegs stören, wenn sies anders machen und ein Dreierfinale machen. So oder so, der große Verlierer dieser Geschichte ist RTL und die Institution des Televotings.

Update 7. Mai: Annemarie Eilfeld bekommt Rollenangebot bei GZSZ

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