Die beiden britischen TV Sender mit einem öffentlichen Programmauftrag, BBC und Channel4, haben Bedenken hinischtlich des von der britischen Regierung vorgeschlagenen Gleichstellungsgesetzes (equality bill) geäußert. Die Sender glauben, ihre redaktionelle Unabhängigkeit sei durch den Gesetzesvorschlag bedroht. Daher kann es sein, dass beide Sender von der Umsetzung des Gesetzes ausgenommen werden könnten.

Den Anforderungen des Gesetzes zufolge befürchten die Sender in ihren TV Serien eine vorgegebene Anzahl ethnischer Minderheiten, wie auch eine gleichmäßige Anzahl von Männern und Frauen einsetzen zu müssen. Gleichwohl haben beide Sender bereits Zielvorgaben für Besetzung von Rollen mit Männern, Frauen und ethnischen Minderheiten. Ein gutes Beispiel dafür ist sicherlich das 2008er Remake der Endzeit-Serie „Survivors“ (Review auf diesem Blog), dass verglichen mit dem BBC-Original von 1975-77 ethnisch völlig anders zusammengesetzt ist. Das neue Gesetz geht aber offensichtlich zu weit. Gleichwohl stehen die Sender von Lobbygruppen, die sich für Gleichstellung und ethnische Minderheiten einsetzen ohnehin unter Druck solche Richtlinien umszusetzen.

Mehr dazu beim Guardian.

Mir persönlich ist es egal, welche Ethnie die Personen in einer TV-Produktion haben, oder ob sie Männer oder Frauen sind, es muss zum Ziel und Sinn der Sendung passen. Eine genaue gesetzliche Vorgabe wie viele Pakistanis, Farbige, Moslems oder Polen jetzt in etwa einer Seifenoper mitspielen sollen und wie viele davon Männer und Frauen sein sollen, ist völliger Irrsinn. Ohnehin, schaut man sich das britische Programm einmal, kann von einer gelungen multikulturellen TV Welt schon jetzt die Rede sein.