[picapp src=“0/4/7/c/BAFTA_Television_Awards_762b.jpg?adImageId=5106137&imageId=4652327″ width=“500″ height=“333″ /]

Cast und Crew der Casting-Show „X Factor“ posieren mit dem Bafta Award. Ganz links: Moderator Dermot O’Leary (Photo by Dave Hogan/Getty Images, via PicApp)

Die British Academy of Film and Television Arts (Bafta) hat gestern die British Academy Television Awards in der Londoner Royal Festival Hall vergeben.

Die beste Unterhaltungssendung des Jahres war wenig überraschend „The X-Factor“, die britische Version von Pop Idol/DSDS, die auf ITV läuft. Die Produktionwerte der vergangenen Staffel aus dem letzten Jahr waren auch wirklich beeindruckend. (Bericht auf diesem Blog) Das Finale war eine der beiden meistgesehen TV-Sendungen in Großbrittanien und hat mit 12 Millionen Zuschauern mehr als doppelt so viele wie DSDS bei RTL in Deutschland. Setzt man dies in Bezug zur Einwohnerzahl Großbritanniens muss man von der erfolgreichsten Casting-Show der Welt sprechen.

Die beste Sitcom war zum ersten Mal „The IT Crowd“ (Channel 4), die in Deutschland bei Sat.1 als „Die Jungs von der IT“ gescheitert ist. Berühmt ist die Serie sicherlich auch für ihre bekannten Gags, wie „This Jen, is the internet“ (Youtube), die zumindest bei Fans legendären Charakter besitzen.

Die beste Drama-Serie war Hannik Mankells „Wallander“ (BBC), die sich – überraschand zufolge der Profis von serienjunkies – gegen Spooks und Dr. Who durchsetzte.

Nach 25 Jahren gewinnt die Polizei-Serie „The Bill“ (ITV, vergl. RTL „Die Wache“) zum ersten Mal einen Award und setzt sich damit unter anderem gegen den Evergreen „Eastenders“ (vergl. Lindenstraße) durch.

Der beste TV-Film ist „White Girl“ (BBC2), über den ich auf diesem Blog auch schon geschrieben habe. White Girl war Teil einer Reihe von Filmen und Dokumentationen über die weiße Unterschicht in GB mit dem Titel „White Season“. Die Geschichte eines weißen Mädchens, das im Islam Geborgenheit findet, ist politisch korrekt, aber klug und anrührend erzählt. Ein verdienter Preis.

Was das Internationale Fernsehen betrifft, konnte sich – natürlich – „Mad Men“ (AMC, USA) durchsetzen und den Preis, wie schon den Golden Globe zuvor (2 Mal in Folge) gewinnen. Das liegt einerseits an den Folgen der Autoren-Streiks in den USA, zweifellos aber auch an der absolut herausragenden Qualität der Serie. Das langsam und detailliert geschriebene Gesellschaftsgemälde „Mad Men“ erzählt aus der Perspektive vornemlich des Werbers Don Draper und seiner (depressiven) Frau Betty vom Zerfall von Suburbia, der Lüge des Vorstadtglücks und dem Männer- und Frauenbild zu Beginn der 60er Jahre in den USA.

Die komplette Siegerliste habe ich aus der Internetausgabe des Guardian übernommen:

  • Actor
    Stephen Dillane, The Shooting of Thomas Hurndall, C4
  • Actress
    Anna Maxwell, Poppy Shakespeare, C4
  • Entertainment performance
    Harry Hill, TV Burp, ITV1
  • Comedy performance
    David Mitchell, Peep Show, C4
  • Single drama
    White Girl, BBC2
  • Continuing drama
    The Bill, ITV1
  • Drama serial
    Criminal Justice, BBC1
  • Drama series
    Wallander, BBC1
  • International
    Mad Men, BBC4
  • Factual series
    Amazon with Bruce Parry, BBC2
  • Specialist factual
    Life in Cold Blood, BBC1
  • Single documentary
    Chosen (True Stories), C4
  • Features
    The Choir: Boys Don’t Sing, BBC2
  • Current affairs
    Saving Africa’s Witch Children (Dispatches), C4
  • News coverage
    News at Ten, Chinese earthquake, ITV1/ITN
  • Sport
    ITV1 F1: Brazilian Grand Prix 2008, ITV1
  • Interactivity
    Embarrassing Bodies Online
  • Entertainment programme
    X Factor, ITV1
  • Comedy programme
    Harry and Paul, BBC1
  • Situation comedy
    The IT Crowd, C4
  • Philips audience award
    Skins
  • Special award
    Jane Tranter
  • Academy fellowship
    Dawn French and Jennifer Saunders