Die großartige britische Reality-Show „The Apprentice“ (BBC) kann man ja für viele Dinge loben, was ich hier auf dem Blog auch schon gemacht habe. Für den (nicht mehr ganz so) subtilen Humor zum Beispiel. Für das, was das Reality-Genre betrifft, hohe Niveau, oder eben auch für die wunderschönen Bilder, in der die Sendung fotografiert bzw. gefilmt ist. Deshalb habe ich mir gedacht, mache ich mal Screenshots von einigen Szenen, und in der Tat hätte man Dutzende Beispiele finden können. Hier sind ein paar. Die Qualität ist natürlich nicht vergleichbar mit dem Erlebnis am z.B. HD-Fernseher der leider nur in Großbritannien lebenden oder sich da aufhaltenden Menschen vorbehalten ist. Und schon gar nicht mit bewegtem Bild oder der wunderbaaren Komposition aus Bild, Schnitt und oft Musik.

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Am bekanntesten ist „The Apprentice“ natürlich für seinen atemberaubenden Luftaufnahmen von zumeist London (wie hier im Vorspann) oder der britischen Landschaft, wenn sich die Kandidaten ins Umland begeben.

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Der Morgen der vierten Apprentice-Woche, bzw. die Sendung, beginnt mit der Aufnahme einer über einen Teich oder Fluß schwimmenden Ente. Erinnert mich an die „XY-Content“-Beiträge eines bekannten deutschen Bloggers.

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Für die Besprechung der wöchentlichen Aufgabe suchen sich Produzenten immer gerne besondere Orte aus. Fabrikhallen, Ortsteile, das Olypmpiazentrum (3. Folge) oder wie hier einen botanischen Garten (4. Folge). Denn es sollen natürliche Kosmetikprodukte herrgestellt und vermarktet werden.

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Bei den Besprechungen, Sitzungen, Pitches und Boardroomsequenzen, werden die Gesichter der Akteure, wie hier von Sir Alan Sugar und Nick Hewer, oft großflächig und aussagekräftig eingefangen und beschnitten (hier zusätzlich manipuliert durch mich).

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Wann immer es geht – hier sind die Kandidaten auf dem Weg irgendwelche „Algen“ für die Kosmetik zu sammeln – achten die Produzenten darauf, dass sich interessante Perspektiven und Linienführungen im Bild ergeben.

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Mitunter ergibt sich wie hier, bei den plötzlich und unvermittelt im Imkerkostüm angezogenen Kandidaten (sie holen Honig für eine Seife), eine gewisse fast absurde Komik. Noch lustiger waren allerdings die Algensammler, als sie vollbepackt im Wasser stehend erfuhren, dass 300 Gramm ausreichen; die jedoch Formattechnisch hier nicht in den Eintrag passen. (Achtung: nächstes Foto mit Spoiler zur Episode 4)

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Am Ende des Tages wartet das Verliererteam vor dem Boardroom (der übrigens nur eine Filmkulisse ist) auf die abschließende Besprechung und die gefürchteten Worte „You’re Fired“. Die Sekretärin (die übrigens nur eine Schauspielerin ist) spricht dann die legendären Worte „Sir Alan will see you now“. In Folge 4 trifft es die Rothaarige ganz links, unverdient wie ich finde. Das Team hatte zwei Öle verwechselt, was – aufgrund des viel teureren Öls – zu einem Verlust führte und den Sieg kostete. Die Teamleaderin musste gehen.

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Auf die Gewinner wartet hingegen eine Belohnung. Das erfolgreiche Kosmetik-Team ging zum Beispiel Sushi essen (und lernte dabei auch, wie man es herstellt), in Woche 3 (hier im Bild) wartete auf die Gewinner der „Entwickelt ein Fitness-Gerät“-Aufgabe ein Konzert mit einer bekannten klassischen Sängerin. Auch hier zeigt die Kamera mit viel Gespür für Detail die offensichtlich ehrlich ergriffenen Kandidaten (was hier zugegeben nicht ganz deutlich wird).

„The Apprentice“ ist, wie ich finde, ein hervorrangendes Beispiel dafür, wie sehr eine moderne, gelungene Umsetzung mit hohen Produktionswerten und kluger Bildsprache eine Sendung aufwerten kann. Egal ob Harmonie, Spannung (oder der Wechsel von beidem), Sinn für Details und Momente – es ist wie aus einem Lehrbuch für gutes Fernsehen. In Deutschland wäre etwa teilweise Germanys Next Top Model in ähnlichem Maße dafür zu loben. Eine Sendung die ich ansich nicht gerne sehe (weil mich das Thema nicht interessiert), die aber manchmal auf ziemlich chic aussieht. Und auch die gefloppte Bruce Darnell-Show auf der ARD war hervorragend fotografiert, ausgestattet und geschnitten. Logisch – in beiden gehts um Schönheit. Aber auch andere Dinge können schön aussehen, wie man sieht.

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