Ex-NBA-Star Rodman: Sucht-Intervention in Reality Show

Ex-NBA-Star Rodman: Sucht-Intervention in Reality Show

Bei Reality TV kann man sich ja niemals so sicher sein, ob das, was wir da sehen wirklich Reality oder einfach nur Fiktion ist, von der Produzenten in Drehbücher, die es ja eigentlich nicht geben sollte, geschrieben, damit die Show besser läuft. Selbst bei so hochwertig produzierten und im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlten Realyties wie der britischen Version von „The Apprentice“ wurden mit der Zeit der eine oder andere Fake enthüllt. Die Sekretärin ist nur eine Schauspielerin, der Boardroom nur eine Kulisse, die Final-Kandidaren arbeiten vor der Entscheidung sechs Monate für Sir Alan Sugar, Szenen wurden mehrfach gedreht (Quelle: wiki). Das alles ist immerhin transparent. Aber es lässt erahnen, wie es wohl bei den anderen von Mark Burnett produzierten Realities im amerikanischen Privatfernsehen zugeht, etwa bei „The Celebrity Apprentice“.

In der am vergangenen Samstag gezeigten fünften Episode der zweiten Prominentenstaffel der Businesshow passierte nun etwas, dass man so bislang auch noch nicht so oft, oder zumindest nur in extra dafür ausgelegten Shows gesehen hatte und das echt, halbecht oder irgendwie konstruiert sein könnte: eine Sucht-Intervention. Der ehemalige NBA-Baskettballstar Dennis Rodman wurde im Boardroom mit seinem vermutlichen Alkoholproblem konfrontiert. Rodman hatte in den ersten vier Episode vor allem dadurch geglänzt, dass er keinen Bock auf Teamplay hatte, dafür aber gerne mal feiern ging und verschlief. Bis zur fünften Episode hatte Boss Donald Trump ihm das nachgesehen. Doch als Rodman auch als Teammanager bei der Aufgabe mit den anderen Prominenten ein Hotel zu managen wieder einmal trank, seine Aufgaben nicht sonderlich ernst nahm und mit den Gästen am liebsten über Stripclubs plapperte, war es aus für ihn. Trump sprach die legendären Worte: „You’re fired“. Im Boardroom herrschte gedrückte Stimmung.

TV Grapevine beschreibt und interpretiert die denkenswürdige Szene hervorragend:

He called Dennis on his drinking and the EX-athlete turned around and threw back at him the fact that Jesse at one time had a drinking problem of his own. This seemed to really draw some emotional blood out of Jesse and instead of striking back he did the most intelligent and dignified thing…..he addressed the entire room and asked them to look at the two championship winning US athletes sitting at the table, Herschel Walker of the NFL and Dennis Rodman of the NBA and see the obvious contrast in the character of these two great men. The room fell silent, tears welled up in the eyes of many and in the end Donald Trump sent his beloved (and hung over) Dennis packing. The end of the show gave the phone number of AA and one has to wonder if perhaps Donald and Dennis’ management might be old friends and the mogul was asked to bring Dennis on the show solely for this reason. For a man with such a big personality it might have taken a public, contractually obligated setting to get the message to him about his problem.

Auch schon im Falle David Hasselhofs wurde von den üblichen Psychologen, welche die Boulevardmagazine gerne befragen, seinerzeit spekuliert, ob das öffentlich gemachte Video mit einem betrunken am Boden robbenden Hasselhof ihm nun geschadet hat oder therapeutischen Nutzen hatte. Zurückgekommen sind sie ja ohnehin oft wieder die kaputten US-Stars. Zuletzt spielte Mickey Rourke, Ex-Boxer und zwischenzeitlich gescheiterter Schauspieler, in The Wrestler quasi sich selbst und verpasste um ein Haar den Oscar. Rodman, diese exzentrische Persönlichkeit, braucht den Ruhm. Er wird hoffentlich nicht durch die gleiche Hölle wie Rourke gehen müssen, um ihn irgendwann wiederzuerlangen.