Paris Hilton's British Best Friend (Screenshot ITV2 Website)

Paris Hilton's British Best Friend (Screenshot ITV2 Website)

Paris Hilton sucht mal wieder eine neue beste Freundin. Nach „The Simple Life“ und „My New Best Friend Forever“ sucht die Berufprominente jetzt beim britischen Fernsehen einen neuen besten Freund oder Freundin. Seit Ende Januar strahlt ITV2 die Reality Show „Paris Hilton’s British Best Friend aus. 12 Möchtegern-Sternchen und ein Schwuler buhlen in Reality-typischen Challenges um die Gunst der Grazie. So muss mal gekocht werden, bewiesen werden, wie partytauglich man ist, es wird umgestylt, selbst designed usw. usf. .

Der britische Indepent schrieb über Paris Hiltons TV-Show, es sei das unrealistischste Stück Reality TV, das man bislang gesehen habe und weiter:

For the pouting, pool-eyed Hilton we know and love is as much of a construction as one of her Daddy’s hotels. She openly refers to herself as a „brand“ and is not half as dumb as she pretends to be […]. We marvel at her vast, mirrored walk-in shoe closet, her pets‘ „doggie mansion“ and the private nightclub on the top floor of her home. We savour the inane exchanges: to the question „have you ever been to Essex?“ Hilton, nonplussed, replies, „what’s that?“. And we smile at her girlish hamming up of her heiress role.

Tatsächlich ist es so, dass Paris Hilton mehr als jeder andere Celebrity es versteht, sich und ihr Image zu vermarkten. Ihre nicht so erfolgreiche neue Show (Paris Hilton’s BBF hat ca. 400.000 Zuschauer) ist ein Teil dieses Konzepts. Dabei stellt sich in dieser Reality folglich gar nicht die Frage, wie echt oder unecht diese Realität ist, die dort gezeigt wird. Sie ist natürlich insofern echt, als dass sie die Marke Paris Hilton zeigt, die Annahme, das blonde Sternchen aber suche wirklich einen neuen Freund oder würde sich gar für einen der 13 Kandidaten interessieren, ist natürlich ein Farce.

Man kann sich einerseits wunderbar über diese virtuelle Glitzerwelt und die seltsamen Menschen, die da mitmachen amüsieren. Über ihre Sehnsüchte und Wünsche, so zu sein oder auch nur ein bisschen so zu sein wie Paris Hilton, die ihre Vorliebe für Oberflächlichkeit, sorgsam gewählte Designerkleidung, Parties und seelenloses Socialising teilen, die auch reich und berühmt sein wollen. Andererseits ist gerade in diesem Punkt nicht zu unterschätzen, ob es nicht vielleicht so manchen unter den Zuschauern gibt (noch jüngere Mädchen und Schwule), für die all das eine große, einzige Projektionsfläche falscher Sehnsüchte und Träume darstellt. So funktioniert das Celebrity Business. Die, die es wahr nehmen, sie amüsieren sich entweder darüber oder sie identifizieren sich damit, die dritte Möglichkeit ist nur die, es zu ignorieren. Eine andere gibt es nicht.

Nach und nach muss eine potenzielle Freundin gehen, TTYN (Talk To You Never) heißt es dann von Paris Hilton nach einer für Reality Shows typischen Entscheidungszeremonie für die bemitleidenswerte Nicht-Freundin. Doch eine ersparte sich das und ging schon freiwillig, weil die als Pet bezeichnte Informatin, die Paris in jeder Show wählt, so hinterhältig und falsch war. Der freiwillige Abgang ist neben einem ordentlichem Blindside-Opfer die schönste Form des Ausscheidens in einer Reality Show. Die Begründung wirkte hier seltsam ironisch, passt doch das falsche und hinterhältige perfekt in diese berechnende Show. „Denn egal, ob das hässliche Entlein oder die Zicke am Ende übrig bleiben – es geht sowieso nur um eines: die Zementierung der Marke Paris Hilton im Rampenlicht„, schreibt Cornelia Fuchs beim stern.

Offizielle Website der ITV2-Show: Paris Hilton’s BBF.