Eines der wesentlichen Merkmale der aktuellen Big Brother Staffel ist es, erst Erwartungen zu wecken und diese dann zu enttäuschen. So erklärte Moderatorin Alida Lauenstein in der Liveshow am vergangenen Montag zunächst der neuen Bewohnerin Claudia das Big Stars-System, nachdem diese zwei gewann: für neun dieser Big Stars darf man nämlich Kontakt zur Außenwelt haben. Minuten später darf Bewohnerin Geraldine ihren noch nie zuvor gesehen Halbbruder treffen, ohne dafür einen einzigen Big Star zu zahlen. Außenwirkungen solcher Regelbrüche auf die Quote: Null.

Gegen Ende der Sendung kündigte Moderatorin Miriam Pielhau dann für die kommende Liveshow zwei neue alte Bewohner an: Sascha, den Gewinner der 5ten Staffel (1 Million Euro abzüglich Steuern) und Rebecca, die in der 8ten Staffel wegen eines Hitlergrußes aus der Sendung flog und im Nachhinein in der Liveshow dann aufklärerisch entnazifiziert werden musste, dann natürlich, das weiß RTL II, sind seine Zuschauer genauso dumm, wie seine Bewohner.

Am Donnerstag dann der Rückzieher. Rebecca zieht doch nicht ins Haus. Schon in den Tagen zuvor hatte die Ankündigung ihres Wiedereinzugs die Fanforen gespalten, wie keine Zweite. Umso erboster reagierte sie selbst und ihre Fans heute auf die Nachricht und bestätigen damit womöglich die Entscheidung RTL IIs. „Ich hab die Schnauze voll. Mann kan mich einmal verarschen, einmal verletzen… aber, man macht das einfach nicht“, schimpfte die von ihren Fans „Rebelli“ genannte Rebecca in einer Liveübertragung auf ihrer Website am Donnerstag abend. Einen Einzug ins Big Brother Haus schloß sie nun grundsätzlich aus, und hatte noch einen weisen, aber unverständlichen Vergleich parat: „Das ist so ähnlich wie mit den Chinanudeln, die sind ja auch glasig im Gegensatz zu den anderen. Genauso ist Big Brother inzwischen auch. Einfach glasig.“ Rebecca wird am heutigen Freitag Talkgast im Big Brother Radio sein und mit Moderator Alex um die Wette schimpfen.

Was gibts sonst noch neues bei Deutschlands derzeit langweiligster TV-Sendung: Pornostar Annina scheint nicht nur die Brüste sondern auch die Quoten aufzupumpen, Am Mittwoch kam die Tageszusammenfassung erstmals wieder auf über 6 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe.

Der Wanderprediger Andy (das ist der der ständig redet und „weisch“ sagt) bekam einen Ich-mach-Schluß-Brief von seiner Freundin, schaffte es aber in einem Telefonat (richtig: dazu waren auch keine Bigstars nötig) solange auf sie einzureden, bis sie ihm scheinbar wieder zu Füßen lag. Seitdem ist Dauerbeschallung mit Andys selbstgefälligen Weisheiten im Haus angesagt.

Die neue Kandidatin Claudia passt auch gut ins Haus und sorgt für Banalitäten und noch mehr Langeweile. Ihr absoluter Lieblingsfilm ist „Schuh des Manitou“ und in Mario Barths Frauenbild findet sie sich total wieder. Die homosexuelle Lästerschwester Oliver entpuppt sich zunehmend als arrogant. Mit einer wie Cathy so war zu hören, würde er niemals durch die Stadt gehen oder sich abgeben. Cathy hatte die dicke Leipzigerin Madeleine nämlich beschimpft, sie solle doch soviel fressen wie sie wolle und fett werden.

Madeleine scheint das ähnlich zu sehen, die knappst ausgefallene Ernährungsberatung durch Ex-Bewohner Kevin (genau: auch dazu waren keine Big Stars nötig) zeigte null Wirkung. Madeleine isst weiter. Und dann ist da noch der Berliner Prolet Sascha, den inzwischen einige mögen (und dessen Vater auch heute im BB Radio ist): der mag Oliver, „die Pussy“ nicht. Ein bisschen was passiert also doch. Zumindest solange noch übertragen wird…

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