Die in Österreich überregional erscheinende Tageszeitung „Österreich“ hat durch ein ganz geheimes und investigatives Gespräch mit einem „Insider“ (!) einen schier unglaublichen Betrug beim Dschungelcamp aufgedeckt (oder auch „Schmäh“):

Die Camp-Show besteht aus einem geschickten Zusammenschnitt aus „Live und Aufzeichnung“. Dschungelprüfung und Schatzsuche sind nie live, können also dramatisiert werden. Der Zuschauer merkt das meist nicht.

Wer hätte das gedacht!? Zumindest Österreich hält die Österreicher für so blöd, es „meist“ nicht zu bemerken.

Der restliche Artikel bezieht sich hauptsächlich auf Dinge, die bereits in der ersten Staffel jedem Fan präsent waren, etwa dass der Dschungel kein „echter“ Dschungel ist, sondern eine im Dschungel angelegte Dschungel-Imitation mit Regennetz, Teichfolie und… aufgepasst: Jeder Menge Technik! Ich hatte mich schon gewundert, warum es Bilder aus dem Camp gibt! Aber na klar, da gibts ja Kameras und die ganze Technik drumherum. Einfach eine unglaubliche Verarsche!

Dererlei Banalitäten hatte schon das ZDF-Boulevardmagazin „Frontal 21“ 2004 „aufgedeckt“ in einem neidischen Rundumschuß gegen RTLs Unterhaltungskompetenz (die man beim ZDF vergeblich sucht).

Doch „Österreich“ hat noch ein paar weitere Schmankerl: Die Votings seien manipuliert (bestimmte Kandidaten kommen, wenn die Dschungelprüfung gut war, einfach nochmal dran… total irre). Aber auch ein interessantes Thema, denn ob Votings manipuliert sind und wann sie wirklich enden, darüber wird oft tatsächlich ein Mantel des Schweigens gehüllt.

Ebenfalls interessant: Österreich behauptet, dass die Stars genaue Anweisungen erhalten welche Rolle sie „spielen“ sollen, etwa Guilia Siegel = die Zicke. Das würde das von den Feuilletonisten und vielen Zuschauern so geliebte Sozialexperiment mit den angeblich fallenden Masken der Stars tatsächlich in Frage stellen. Aber kann man die Art und Weise wie ein Peter Bond oder Ingrid van Bergen drauf sind, wirklich schreiben?

Vielleicht, vielleicht auch nicht? Aber was Österreich nicht zu wissen scheint: Es ist Fernsehen und das ist genauso eine virtuelle und dramatisierte Welt wie eine Boulevardzeitung.