Nach der ersten Sendung der viertel Staffel von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, wurden gestern Nacht und heute auch die ersten Rezensionen zu der TV-Kritiker liebster Entertainmentshow verfasst.

Medienpirat Peer Schader verteidigt für Spiegel Online erwartungsgemäß das Camp:

Über den ganzen Rest müssen wir jetzt nicht noch mal debattieren, oder? Also: dass in der Sendung ja Promis auftreten, die es offenbar bitter nötig haben. (War schon bekannt.) Und dass es ja wohl typisch für den Wertverlust in unserer Gesellschaft ist, wenn im Fernsehen Känguru-Anus verspeist wird. (Glauben wir nicht.) Oder dass das ja wohl die niederste Form der Unterhaltung sei, sich über erfolglose Ex-Stars lustig zu machen, die kaum was zu essen kriegen. (Stimmt nämlich nicht.) Die niederste Form der Unterhaltung läuft jeden Tag im regulären Programm, in Boulevardmagazinen und Doku-Soaps, nur machen die Sender dafür nicht so viel Promotion wie RTL für sein Dschungelcamp.

Stefan Niggemeier, der in diesem Jahr im FAZ-Exil auftragsbloggt wirkt in seinem Dschungeltagebuch erschreckend uninspiriert, vielleicht hat er inzwischen alles schonmal gesagt, oder er vermisst seine Kommentatoren, oder es ist einfach nicht so toll, für ein Blog zu schreiben, dass gar nicht so richtig eines ist.

Zu Recht bemängelt er die Qualität der Präsentation des Einzugs der Kandidaten:

Man möchte sich gar nicht ausmalen, ob es grausame Produzenten sind, die dem Eisläufer Norbert Schramm dann vom Regieplatz zurufen: „Herr Schramm? Können Sie nicht mal die Schlittschuhe so seitlich hochhalten und dabei ganz… äh… offensiv in die Kamera gucken?“ – oder ob Norbert Schramm die Schlittschuhe gleich selbst mitgebracht hat, um vorzuschlagen, dass das doch eine tolle Idee wäre, wenn er sie für die Film- und Fotoproduktion so lustig hochhalten könnte.

Für die restliche Produktion gibts aber Lob:

Was die Produzenten auch schaffen: dass der Qualitätsabstand der Sendung selbst und der Berichterstattung über sie immer größer wird.

Michael Reufsteck vom fernsehlexikon kommentiert gewohnt zugespitzt und bitterböse:

Dann holt sie [Ingrid van Bergen] nämlich ihre als Luxusartikel mitgebrachte Knarre hervor und knallt denjenigen ab, und Günther Kaufmann gesteht die Tat. Könnte also spannend werden. Falls van Bergen verfehlt, hat Gundis Zámbó für alle Fälle als Luxusartikel einen Strick dabei. Die Sache mit Strick ist wirklich wahr, keine Ahnung was sie damit vorhat.

Und heute gehts dann weiter, wenn Lorielle London jede Menge ekliger Cocktails schlürfen muss. Das haben Timmy Mallet und Brian Paddick vor ein paar Monaten unter anderem unter dem Titel „Last Chance Saloon“ (Hier das Video bei Youtube) im britischen Dschungelcamp auch gemacht (sieht man beim RTL-Teaser, ich glaube Paddick hält sich da die Nase zu), um die Wette und Mallet krallte sich in Paddicks Arm (wohl um ihn dazu zu bringen, sich zu verschlucken), doch das war nicht annähernd so lustig, wie es wohl heute im Falle von Lorielle wird. Bei RTL heißt es Happy Hour. Überhaupt ist das deutsche Camp bis auf eine Sache um vieles besser als das britische, was seltsam ist, denn ist es nicht eigentlich ein Gesetz, dass deutsche Versionen von ausländischen Shows schlecht sein müssen? Offensichtlich nicht. Dirk Bach und Sonja Zietlow sind bedeutend lustiger als die eigentlich sehr lustigen UK-Moderatoren Ant und Dec und überhaupt, es hat eine ganz andere Qualität, irgendwie ist es liebevoller und charmanter. Achja, die eine Sache: Die britischen Promis mussten mit Fallschirm über dem Dschungel abspringen, die deutschen nicht. Schade.

So, dass war dann auch mein Kommentar dazu, alles andere wurde ja schon mehrfach gesagt.

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