Eine aus Deutschland stammende Bloggerin, die seit vielen Jahren in einem Kibbuz Israel lebt und sich auf ihrem Blog „lila“ nennt, schreibt zum Krieg im Gazastreifen auf ihrem Blog „Letters from rungholt“:

„Unser Trauma, daß wir uns nicht wehren können, ohne furchtbare Verluste an Zivilisten anzurichten. Da hat man die stärkste Armee der Region und muß sich von ein paar Fanatikern mit Raketen terrorisieren lassen, weil sonst so viele Unschuldige sterben müssen. Das ist unser Trauma….“ […]

Es hilft nichts, die Hamas muß deutlich als Verlierin aus diesem Konflikt hervorgehen, sonst haben wir in einem halben Jahr denselben Salat noch einmal, und in Gaza wird weiterhin in Grads statt in Infrastruktur, Erziehung und wirtschaftlichen Aufbau invstiert. Das wäre eine Katastrophe für uns alle, und die Terroristen in der ganzen Welt würden vor Glück überschnappen. Es darf einfach nicht passieren.

Auch wer für die Palästinenser ist, darf nicht für Hamas sein. Hamas hat sich nicht nur den Untergang Israels auf die Fahnen geschrieben, sondern nimmt den Untergang der Palästinenser als Mittel zu diesem Zweck billigend in Kauf. Und wer glaubt, daß irgendeine Art von Kompromiß mit der Hamas möglich ist, der sollte sich die Charta der Hamas noch einmal durchlesen. Leider bleibt nichts anderes übrig, als eine so kompromißlose Organisation kompromißlos zu schlagen.

Dies und die weiter oben in dem Blogpost geäußerten Worte ihres Mannes Y. (der erste Absatz des Zitats) fasst die Seelenlage der Israelis treffend zusammen. Die nie endenwollende Bedrohung des Volkes, immer von Feinden umgeben zu sein, oder in der Diaspora unter Fremden/Feinden zu leben, der unerfüllte Traum von der eigenen Heimat, dem Ursprung, einem Leben dort in Frieden.

In der großartigen Serie Mad Men, trifft sich der Werber Don Draper zu Beginn der 60er Jahre mit der jüdischen Unternehmerin Rachel Menken, eine seiner Affären, weil er sich von ihr Aufschlußreiches über Israel und seine Menschen erhofft, denn er soll ein Tourismus-Konzept erstellen. Der Dialog der beiden, bringt das, was Israel, gerade auch nach der Gründung des Staates, für die Juden bedeutet mit der Disntanz eines Juden, der nicht in Israel lebt, gut auf den Punkt:

Draper: Well, those people at meeting were definitely zionists.

Rachel: Zion just means Israel. It’s a very old name. I’m sorry I’m not an expert on this. And something feels strange beeing treated like one.

Draper: I just want to know something about it, that doesn’t come from some ministry of propaganda. […] Well, what I’m talking about: tourists going to Israel.

Rachel: I don’t know what to say. I’m really not very jewish. If my mother hadn’t died having me, I could have been Marilyn instead of Rachel. No one would know the difference.

Draper: What is the difference?

Rachel: Look, jews have lived in exil for a long time. First in Babylon, than all over the world. Shanghai, Brooklin. And we’ve managed to make a go of it. Maybe that’s something to do with the fact, that we strive doing business with so many people that hate us.

Draper: I don’t hate you.

Rachel: No, individuals are wonderful.

Draper: That’s not what I meant.

Rachel: I don’t know. A country for those people as you call us, well, it seems very important.

Draper: Why aren’t you there?

Rachel: My live is here. My grandfather came from Russia, now we have a store in 5th avenue. I’ll visit, but I don’t have to live there. It just… has to be. For me it’s more an idea than a place.

Draper: Utopia.

Rachel: Maybe. […| Utopia… The Greeks had two meanings for it: utopos, meaning the good place, and uhtopos, meaning the place that can not be.

Utopia. Der Ort, den es nicht geben kann.