Mario Barth ist derzeit so erfolgreich, dass niemand, ob er will oder nicht, an ihm vorbei kommt. Manche Dinge sind deshalb so lustig, weil sie wahr sind. Und so muss es, obwohl mir das seit 27 Jahren völlig entgangen ist, wohl in weiten Kreisen der Bevölkerung so sein, dass die Klischees über Männer, über Frauen und deren Probleme miteinander zutreffen.

Es muss ja nicht jeder denselben Humor haben. Aber geschenkt. Es wäre alles halb so schlimm, wenn die sogenannten Mainstream-Komiker nicht plötzlich alle anfangen würden, über dasselbe zu reden: Männer und Frauen. Ich habe letzte Woche ausversehen die Comedy-Show mit Mario Barth gesehen; es war eine Ansammlung des Unwitzigsten, was deutsche Comedy jemals hervorgebracht hat: Mirja Bös, Ingo Appelt, Paul Panzer (dessen Radio-Sketche noch gut waren) usw. . Und alle reden über dasselbe Thema: Männer, Frauen, Vorurteile (oder deren Gegenpart: Mirja Bös fährt agressiv Auto, wie witzig). Selbst bei Nighwash hat sich das Männer/Frauen-Thema inzwischen wohl etabliert. Und wer nicht heterosexuell ist, findet bestimmt bei Hape Kerkelings Bühnenprogramm die gleichen Gags in anderer Konstellation. Langweiliiiiig.

Bisher ist das nur eine Beobachtung, vielleicht täusche ich mich ja auch. Aber kommerzielle Comedy funktioniert natürlich ausschließlich nach dem Kleinsten Gemeinsamen Nenner-Prinzip, also genauso wie Popmusik im Radio: Hauptsache die Mehrheit kann irgendwie lachen. So richtig wegschalten tut ja auch keiner, wen irgendjemand einen Gag darüber macht, dass Frauen nicht Autofahren können und Männer gerne Fußball schauen. Kennste? Is wirklich so passiert!

Wenns aber so weitergeht, wirds eng für die deutsche Comedy und die TV-Unterhaltung. Comedy-Konzentration nenne ich das, oder besser Mariobarthisierung: Das Ende der Vielfalt, das Ende der Innovation.