Youtube Video: 1000 Heroz

Jeden Tag einen neuen Level und eine neue Spielfigur, 1000 Tage lang – das verspricht die neue App „1000 Heroz“ für iPhone und iPod (und iPad). Das Besondere: Die Highscore-Listen für jeden der Level sind nur 24 Stunden geöffnet. Wer also auf Highscorejagd gegen tausende Spieler weltweit gehen will, muss jeden Tag ran. Knapp 3 Jahre lang. Sowas nennen ich mal Langzeitmotivation. Und das für 79 Eurocent. Wem die tausenden Spieler weltweit zu anonym sind, der erstellt einfach eine eigene Liga und vergleicht seinen Highscore mit seinen Freunden.

Wie ihr in dem gut besprochenen Video-Review von AppSpy sehen könnt, handelt es sich bei „1000 Heroz“ um einen simplen, knuffigen Plattformer. Die Steuerung ist schnell erlernt aber hart zu meistern. Wer hoch springt, wird langsamer, und verliert Zeit. Doch um die Zeit geht es hier: So schnell wie möglich muss das Ziel erreicht werden. Wie in allen modernen Hüpfspielen üblich gibt es dafür eine Bewertung, in diesem Fall in Sternen. Zwei silberne Sterne sind schnell erreicht, dafür gibt es Relikte für die Sammlung. Wer es aber auch 3 goldene Sterne abgesehen hat und die Highscores von oben sehen will, muss üben, üben, üben. Denn bei „1000 Heroz“ kommt es auf Timing und Geschlicklichkeit an. Wie bei vielen Klassikern heißt es hier: auswendig lernen und jeden Millimeter des Levels kennen und millisekundengenau reagieren.

Und wer keine Lust hat jeden Tag auf Highscore-Jagd zu gehen und das Spiel vielleicht mal ein paar Wochen vergisst, auf den warten dutzende neue Levels, wenn er zurückkehrt. So erreicht das Spiele beide Zielgruppen: Hardcore-Spieler und Gelegenheitsspieler. Der finnische Entwickler RedLynx hat hier alles richtig gemacht.

1000 Heroz in Appstore

Meine Apple Gamecenter ID: tvundso

Vor kurzem war ich in Budapest. Bei einer längeren Tour quer durch die Stadt ist gegen Abend dieses Video des ungarischen Parlaments entstanden. Es stimmt: Budapest ist das Paris des Ostens. Das sagt man glaube ich. Die Stadt ist wunderschön und in der Mitte der Donau ist die berühmte Margarethen Insel, an deren Ufer einmal ein Jogging Pfand (wie im Stadion) rundherum führt. Alle Jogger laufen in die gleiche Richtung und ich schätze eine Runde sind 10 Kilometer oder so. Außerdem gibt es in manchen versteckten Gassen so ganz kitschige Restaurants, wo die Kellner Frack tragen und vorne wunderliche kleine Musiker Geige spielen. Und nachts sieht alles ganz toll aus.

Ich möchte mein Weblog ungern ungenutzt hier vor sich hingammeln lassen, insbesondere da meine Begeisterung für audiovisuelle Medien ungebrochen ist. Inzwischen habe ich beruflich bedingt allerdings weder Zeit noch Lust so zu bloggen, wie ich es seit 2008 hier getan habe.

Wie auch immer – als Anknüpfungspunkt hier mal ein Roundup über die Medienerlebnisse aus den letzten Monaten:

I. World of Warcraft

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres habe ich angefangen World of Warcraft zu spielen. Schon nach kurzer Zeit war mir klar, dass man in diesem Spiel kaum normale Leute treffen, zumindest nicht, wenn man es richtig spielt. Und das wollte ich. Das Spiel lässt keine Zeit für irgendetwas anderes. Außer Musik oder Podcasts während ich langweiligere, sich ständig wiederholende gleiche Aufgaben abarbeitete, blieb praktisch keine Zeit für irgendeine andere Beschäftigung mit Medien. Weder für Nachrichten, Fernsehen oder Filme. Die Konzentration auf nur eine einzige Sache war gleichwohl eines der intensivsten und irgendwie auch befriedigensten Erlebnisse im Bereich des medialen Eskapismus. Nachdem ich es kurz nach dem Release der derzeit aktuellsten Erweiterung Cataclysm geschafft hatte, den höchsten Level 85 zu erreichen und alle Dungeons auf heroisch zu bezwingen, stand ich vor der Frage, ob ich nun in die berühmten Raids gehen wollte. Meine Gilde legte die Raids auf einen Wochentag von 19 bis etwa 23 Uhr. Wegen World of Warcraft extra länger aufzubleiben kam für mich nicht in Frage. Und ohne realisierbares Spielziel war das Abo schon bald ausgelaufen und ward nie mehr verlängert. Bis zur nächsten Erweiterung…

 

II. Videospiele

Über World of Warcraft bin ich seit Jahren wieder dazu gekommen mich überhaupt mit Spielen ansich auseinanderzusetzen. Nachdem ich zwischenzeitlich einen neuen Computer gekauft hatte, beschloss ich zunächst einmal einige PC-Hits der letzten Jahre nachzuholen. Schon nach einem Titel war damit Schluß. Halflife 2 konnte mich maximal 2 bis 3 Stunden unterhalten, dann hatte ich keine Lust mehr. Die Narration und gestalterische Leistung im Medium Computerspiel ist mir insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie ernst genommen wird (sogar von Kulturwissenschaftlern) zu banal. Ich wechselte zu etwas kurzweiligerem: mobilen Spielkonsolen. Dem Nintendo DSi folgte ein 3DS, doch auch hier keine langfristige Begeisterung. Zwar ist das Erlebnis hier deutlich spielerischer, aber langfristig konnte es mich nicht fesseln. Gespielt habe ich: Pokemon, Streetfighter 4 3D, Pilotwings 3D und Ridge Racer 3D. Letzteres wie alle Rennspiele ein tolles Erlebnis, inbesondere zur Entspannung. Wie auch Streetfighter profitiert es enorm vom 3D-Effekt des neuen Nintendo Spielzeugs. Gadget-Fans brauchen einen 3DS, keine Frage. Mario, Zelda und Co. folgen im Laufe des Jahres.

 

III. iApp

Das das iPhone, das iPad und der iPod so erfolgreich sind, lässt sich mit vielen Argumenten gut begründen, doch verstehen tut man es erst nachdem man sich selbst ein solches Produkt benutzt hat. Ich muss dazu sagen, dass ich 2004 mein erstes Apple Produkt in Betrieb nahm, ein iBook G4. Das war ein, genaugenommen auch damaliger Sicht, technisch veralteter, überteuerter und schlecht verarbeiteter Computer, auf dem allerdings ein, insbesondere aus damaliger Sicht, geniales Betriebssystem lief. OSX. Inzwischen gibt es Windows 7, mit dem ich absolut glücklich bin. Genauso wie mit meinem iPod touch 4G. Ich benutze ihn jeden Tag und man kann wirklich alles damit machen: Die Printausgabe der Zeit lesen (via App, 4,99 für 4 Ausgaben),  was gut funktioniert, kurzweilige, kunterbunte Spiele spielen, Fernsehen schauen, HD Videos aufnehmen, twittern, Filme schauen, Radio hören und es gibt so eine riesige Auswahl zu all diesen Anwendungsmöglichkeiten, für viel Geld, für gar kein Geld oder dazwischen. Und alles lässt sich so virtuos bedienen und sieht toll aus. Grandios. Schade, dass es kaum brauchbare und meist viel zu teure journalistische Angebote gibt.

„Did we mention that Sony Music, FremantleMedia North America and Fox announced today that The X Factor prize will be a record-breaking $5 million record deal – the largest guaranteed prize in television history…“

USA Today

Ich konnte es kaum erwarten heute die neuesten Neuigkeiten über X Factor USA zu erfahren. Sogar mein Blog, in letzter Zeit wegen Job (und World of Warcraft) vernachlässigt, muss ich deswegen jetzt mal aktualisieren. Beim Superbowl gabs die ersten Adds, heute die ersten offiziellen Infos. Mit dem Haussender des extrem erfolgreichen Casting Formats aus England (fast jeder dritte Brite schaut es, DSDS nur jeder zehnte Deutsche) ITV liegt Cowell derzeit im Clinch: ursprünglich wollte er die britische Show für ein Jahr ganz absagen, nun will er nicht in die Jury. Da das Format internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, eine clevere Idee, wenn es nur eine englisch-sprachige Version aus den beiden Popkultur-Nationen gäbe.

Nicht kleckern sondern klotzen, seit jeher das Erfolgsrezept der auf episch getrimmten Show, bleibt auch in der US-Variante Leitidee. Simon Cowell dürfte X Factor an Oprah vorbei zum erfolgreichsten TV-Unternehmer der Welt katapultieren. Und Cheryl Cole, die wohl auch in Amerika neben ihm in der Jury Platz nimmt, wird vielleicht die neue Queen of Pop. Ich bin gespannt, ob es die Show schafft ein weltweites gemeinsames TV Erlebnis der Fans von TV-Enterntainment und Musik zu schaffen. Der an veralteten Casting-Formaten (insbesondere die Pop Idol Lizenz) laborierende Casting-Show-Markt könnte einen bereinigenden Effekt von X Factor gebrauchen.

Alles über The X Factor

Vielleicht lieben sie die Briten so, weil sie mitunter wie eine junge Diana Spencer erscheint, wenn sie zurückhaltend, fast schüchtern, aber doch voller Ausstrahlung die Bühne betritt. Rebecca Ferguson, von der nun schon seit einigen Wochen hier die Rede ist, erscheint weiterhin als der große Star dieser X Factor Saison. Nachdem in der vergangenen Woche Treyc Cohen mehr oder weniger überraschend aus dem Wettbewerb schied, kann ihr auf Seiten der weiblichen Teilnehmer bereits keine Zweite gesanglich mehr das Wasser reichen. Einzig Matt Cardle, der mit seiner Interpretation von „Baby One More Time“ einen beeindruckenden und den bislang besten Auftritt aller Kandidaten hinlegte, spielt musikalisch in ihrer Liga. In dieser Woche schien Fergusons Stern (oder Kerze) allerdings deutlich heller als der von Cardle. Mit „Candle In The Wind“ – die Liveshow stand unter dem Thema „Elton John“ – machten die Produzenten sie wohl endgültig zum Liebling der Briten.

Entschieden ist freilich noch gar nichts. Gute Chancen auf einen Sieg haben neben weiterhin auch One Direction, die inzwischen eine stimmige klassische Boyband sind. Die fünf Jungs profitieren vor allem auch davon, dass Louis Walsh in diesem Jahr nicht Mentor der Gruppen geworden war. Simon Cowell verlor zwar früh drei seiner Acts, doch gelang es ihm, der ansonsten zunhemend, und vermutlich absichtlich, hinter einer gereiften Cheryl Cole zurücktritt, aus den fünf jungen Briten einen funktionierenden Act zu machen.

Nachdem sie in den vergangenen Wochen mehr und mehr wie ein „One trick pony“ wirkte und auch gesanglich immer mal wieder schleuderte, war an diesem Samstag auch Cher Lloyd, die ganz große Entdeckung dieser Staffel, wieder da. Das zu früh und zu heftig gelobte Talent sieht zwar immer mehr wie eine kleine Cheryl Cole aus, doch zeigte sie sich bei ihrer Performance von „Sorry Seems To Be“ konzentriert und gesanglich deutlich ansprechender als noch in den letzten Wochen. Schön auch, dass der Song ihr Gelegenheit gab etwas mehr hinter der eigentlich zu bewertenden musikalischen Leistung zurückzutreten. So wirkte sie auch im anschließenden Interview mit Moderator Dermot O’Leary endlich wieder gelassener und entspannter.

Möglich scheint zu sein, dass es die X Factor Macher in diesem Jahr schaffen mit diesen drei Acts über die Grenzen Großbrittaniens hinaus für musikalisches Aufsehen im der Popbranche zu sorgen. Während vor allem mit One Direction und Cher Lloyd der kommerzielle Erfolg winken könnte bleibt zu hoffen das neben dem auch der eigentliche musikalische Wert Rebecca Fergusons nicht verloren geht. Denn ähnlich wie bei Norma Jean drohte dadurch die vorzeitige Verlöschung eines neuen Sterns am Pophimmel.

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Montag 18.10.2010: Was einen ordentlichen Liveshow-Moderator ausmacht kann man sich derzeit im britischen Fernsehen anschauen. Wie Davina McCall, die an dieser Stelle auf dem Blog ganze vier Monate verbringen durfte (unverschuldet, es lag an mir), stammt auch Dermot O’Leary aus den frühen Big Brother Jahren, stieg später dann zu X Factor auf. 2009 moderierte er den letzten Live-Auftritt Michael Jacksons in London an. Nicht zu unrecht, O’Leary darf man getrost zu den führenden Moderatoren weltweit rechnen. Sein eigentliches Talent zeigte O’Leary der auch Radiomoderator ist 2008 bei Celebrity Hijack, einer unter Fans hochgeschätzten einmaligen Sonderstaffel des britischen Big Brother. Hier durfte er weitaus frecher, respektloser und zackiger agieren als bei X Factor. Doch auch in Europas erfolgreichster Casting-Show macht O’Leary jede Woche eine hervorragende Figur. Mit dem zügigen Tempo der Show hält er locker mit; Irritationen, seltsame Momente und Unsicherheiten der Kandidaten, wie sie in solchen Liveshows immer wieder vorkommen, bewältigt er souverän. In emotionalen Situationen beweist er Haltung ohne Härte, wahrt immer das richtige Maß zwischen Distanz und Mitgefühl.

tvundso.com „Standbild“ zeigt in lockerer Folge Schnappschüsse und andere Fotos zum aktuellen Geschehen rund um den TV-Globus.

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Rebecca Ferguson – eine Name, den man sich merken müssen wird. Wie ich bereits in einem anderem Artikel zum britischen X Factor schrieb: Die 24jährige Mutter aus Liverpool hat vermutlich alles, was ein Star braucht, außer Allüren und Selbstbewusstsein. Im Moment ist das noch ein Vorteil, wer bei X Factor unter dem Reflex-Radar der Boulevardmedien fliegt und gleichzeitig gesanglich überzeugt, läuft selten Gefahr sich zu früh zu verbrauchen oder das Publikum zu verschrecken – und kann am Ende plötzlich als Sieger dastehen. So wie Alexandra Burke 2008.

Zumindest gesanglich Konkurrenz bekommt Rebecca Ferguson nun allerdings in der eigenen Kategorie – von Nachzüglerin Treyc Cohen, die nun zwei Wochen in Folge mit einer herausragenden Performance überzeugte. Gute Chance darauf beim diesjährigen X Factor weit zu kommen hat auch die 51jährige Tesco-Verkäuferin Mary Byrne, die bislang eher klassische Frauensongs singen muss, aber tatsächlich eine Popvariante von Susan Boyle sein könnte. Das britische Publikum jedenfalls liebt sie.

Für mich überraschend, aber von den Machern wohl kalkuliert entpuppt sich die Boyband „One Direction“ als überaus gelungenes Projekt. Tatsächlich habe ich bei X Factor selten eine Gruppe gesehen, die derart stimmig war. Das „One Direction“ unbedingt ein X Factor Gewinner sein müssen, darf zwar bezweifelt werden, die Prepaid-Handys des jungen weiblichen Publikums sind allerdings eine gewaltige Waffe.

Ein frühzeitiges Ausscheiden hingegen prophezeie ich weiterhin Cher Lloyd, die stimmlich, außer wenn sie rappt, schwach ist und bereits in der zweite Woche ausgereizt wirkt. Vor ihr muss sich Rebecca Ferguson jedenfalls nicht fürchten. Ein weiblicher Gewinner des musikalischen Formats von Ferguson würde sowohl dem britischen X Factor als auch dem Casting-Show Business allgemein gut zu Gesicht stehen.

Die gestrige, erste X Factor Liveshow dieses Jahres, sie war anders als wir sie noch aus den vergangenen Jahren kennen. Jedward waren erst der Anfang schrieb ich zu Beginn dieser Staffel, und ich hatte Recht. Das britische X Factor es schien zeitweise, als wäre RTL Unterhaltungschef Tom Sänger dafür verantwortlich gewesen, bunt, skurril, voller Diversity und verrückter Acts. Statt 12 waren diesmal 16 Kadidaten angetreten, vier hatten die Macher noch einmal zurüclgeholt, darunter die talentierte Treyc Cohen und den symphatischen Paije Richardson, der irgendwie an die Cosby Show erinnert – aber auch zwei Acts, die es eigentlich nichtmal bei Britain’s Got Talent so weit schaffen dürften: ein nerviges Tuntenduo und bezeichnender Weise jemandem mit einem deutschen Namen: Wagner, eine Art Karaokesänger. Doch auf der anderen Seite wartet X Factor in diesem Jahr mit einigen der beeindruckensten Kandidaten, die wir seit langem gesehen haben.

Aiden Grimshaw in der Kategorie Boys gehört sicherlich schon jetzt zu den heißesten Tipps für einen Finalplatz. Nicht nur scheint er alle positiven Eigenschaften der letztjährigen Finalisten Joe McElderry und Olly Murs zu vereinigen, er wirkt in all seiner fast schon klischeehaften Altmodischkeit seltsamerweise auch irgendwie sehr aktuell. Stimme und Ausstrahlung sind die eines Popstars. Der wird uns noch viel Freude bereiten und britischen Mädchen schlaflose Nächte.

Eine ziemliche Überraschung war der Auftritt der 50jährigen Supermarkt-Verkäuferin Mary Byrne, die auf mich wirkt wie eine Susan Boyle 2.0. Sie sieht besser aus, sie ist selbstbewusster und kann besser singen. Vom Publikum bekam sie jedenfalls begeisterten Applaus. Von all den „Misfits“ ist sie zudem auch die einzige, die dann doch in dieser Rolle in die Show passt, musikalisch sich nicht hinter den Favoriten verstecken braucht.

Supergespannt gewartet hatte ich natürlich auf Cher Lloyd, von der ich am liebsten schon jetzt eine Platte kaufen würde. Nach ihrer Schwäche im Judges House meldete sich der kommende Popstar mit einer von Mentorin Cheryl Cole gut ausgesuchten Nummer zurück. Ich mag auch die connection die zwischen beiden seit der Audition besteht und offensichtlich weiter forciert wird. Aber auch bei diesem ersten Auftritt waren, wie einst bei Diana Vickers, die gesanglichen Schwächen von Lloyd zu hören. Ihre Stimme reicht zum Popstar, aber vermutlich nicht um ausreichend Stimmen bei X Factor zu sammeln, nach aufregenden Performances werden wir uns im letzten Drittel der Show von ihr verabschiden müssen, denke ich – bis zur ersten Platte.

Auf Nummer sicher ging meine persönliche Favoritin auf den Gewinn dieser Staffel, Rebecca Ferguson, die neben den 15 anderen Acts wenig im Gedächtnis blieb, aber wieder einmal bewies, wieviel Potenzial in ihr steckt. Vermutlich wird die zurückhaltende Sängerin auch eine Weile unter dem Radar durchfliegen, um letztlich ähnlich wie Alexandra Burke 2008 ganz weit oben aufzutauchen. Anders als Kandidaten wie Cher Lloyd, Storm Lee oder Katie Waissel ist sie noch nicht auf irgendein Image festgelegt. Sie ist erstmal nur eine herausragende Sängerin. Dazu ist es auch noch zu früh.

Apropos Katie Waissel: sie war sicherlich, aber irgendwie auch erwartungsgemäß die größte Enttäuschung des Abends. Es ist traurig, dass deutlich bessere weibliche Kandidaten wegen ihr nicht in die Liveshows kamen. Waissel ist zwar ein überaus interessanter Charakter und hat hier auch ein irres Outfit verpasst bekommen, aber mit einer solchen Leistung wird es ganz schwer werden.

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Schwerer hat es auch, allerdings zu unrecht, Storm Lee. Simon Cowell mag ihn nicht, und Mentor Louis Walsh machte aus dem Schotten igrndeine Art Rockoper-Queen, um die herum sich die X Factor Bühnenbildner und Choreografen ein weiteres mal austoben durften. Irgendwie schienen die ohnehin auf Speed gewesen zu sein. In jedem Fall: so eine riesige Spielwiese für Kreativität, wie sie X Factor an diesem Wochenende bot, muss man auch im Fernsehen erstmal finden. Geschwindigkeit war übrigens auch das Motiv dieser ersten Show aus Misfits und Popstars. Nur die wie immer langweiligen Jurystatements unterbrachen den pace der Show, die wieder einmal ein Stück schneller geworden ist.

X Factor spielt also weiter oben mit, erfindet sich neu, bleibt beim Alten. Die nächsten Monate dürfte es schwer werden in den britischen Medien um den wichtigsten Musikwettbewerb der Welt herumzukommen. Der Höhepunkt ist noch lange nicht erreicht.

Die puppenhafte, selbst noch so kindlich wirkende Gattin des Minsiters, der Gesetze lieber Kanzleien machen lässt, die nebenbei für die arbeiten, die von den Gesetzen betroffen sind, moderiert seit heute eine unterhaltsame, voyeuristische und überaus spannende Kinderschänderjagd auf Deutschlands erster Adresse für seriöse gesellschaftspolitische Anliegen: RTL II.

Wie ihr seht, ist der eigentlich Skandal nicht das Format, dass ich in Ordnung finde, trägt es doch zur Aufklärung und damit Selbstverantwortung (der Eltern) und Abschreckung der Täter bei, sondern das jemand wie Stephanie zu Guttenberg daran teilnimmt. Um genauer zu sein, dass jemand, der eine Rolle (Ministergattin), wie sie inne hat, daran teilnimmt. Einerseits nämlich, weil das Format des Senders in allererster Linie profitorientiert ist, aber auch wegen der politischen Einflußnahme die dadurch möglich wird. Die Vermischung von (vermeintlichen) Interessen des Souveräns und privatwirtschaftlichen Interessen ist ja eine Spezialität der zu Guttenbergs.

Mehr dazu:

TV-Kritik zu „Tatort Internet“ von Stefan Niggemeier für heise online

zu Guttenberg moderiert „Tatort Internet“ bei RTL II (DWDL)

„Tatort Internet“ – Kinderschänderjagd auf RTL II (netzpolitik)

„Tatort Internet“ (RTL 2)

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Unscheinbar: Wird sie die neue Leona Lewis? X Factor Finalisten Rebecca Ferguson.

Seit gut zwei Jahren bin ich mir sicher, dass „X Factor“ das nächste große Ding ist. Was seltsam klingt, denn X Factor ist, gemessen am Anteil der Zuschauer an der Gesamtbevölkerung des Ausstrahlungslandes, bereits jetzt die erfolgreichste Unterhaltungssendung der drei wichtigsten Fernsehmärkte der Welt (USA, UK, Deutschland). Etwa jeder dritte Brite wird die wichtigeren Liveshows sehen, die Quoten der bisherigen Ausgaben der aktuell 7ten Staffel sind erneut gestiegen (Ratings 2009, 2010).

Die Produzenten der britischen Show haben in diesem Jahr sehr viel richtig gemacht. Bereits abzusehen war, dass die Rolle von Jurorin Cheryl Cole, die zwischenzeitlich wegen eines Zusammenbruchs fehlte, weiter gestärkt wird. Nun bin ich nicht unbedingt jemand, der von Natur aus ein Fan von Cheryl Cole sein würde. Irgendwie schwingt immernoch ein bisschen „little Miss Showbiz“ mit, wenn ich Cheryl Cole sehe, doch damit hat die Sängerin nichts zu tun. Cole ist hochprofessionell, diszipliniert, ergeizig und längst Puppenspielerin statt Marionette. Und was für eine.

Eine besondere Stärke von Coles  TV-Auftritten ist es, dass man weder sagen kann, ihre menschlichen Regungen seien sonderlich authentisch, noch, sie wären in irgendeiner Weise künstlich oder gespielt. Ihre Mischung aus genau der richtigen Dosis Emotionalität und Beherrschung, die so wunderbar gleichzeitig alles Künstliche und Reale an dieser bunten TV Welt, diesem Geschäft zu spiegeln scheint, ringt Bewunderung ab. Schon jetzt ist Cole wichtiger für das britische X Factor geworden als dessen Vater Simon Cowell.

Folgerichtig wurde Cole in diesem Jahr die stärkste Kategorie der Frauen übertragen, unter denen sich mindestens zwei absolute Perlen befinden: Die entzückende Rebecca Ferguson hat problemlos das Zeug zum Weltstar zu werden und Leona Lewis noch zu überflügeln. Für mich ist sie die Top-Favoritin auf den Gewinn der diesjährigen Staffel. Musikalisch ist sie perfekt, menschlich zurückhaltend, verletzlich, emotional, wie einst Lewis.

Dass Cole als Unterstützung Weltstar will.i.am mit ins Juryhaus gebracht hatte, darf man als gutes Omen sehen. Normalerweise muss man die Aussagen der Superstars hinsichtlich des Talents der Kandidaten vermutlich eher unter Höfflichkeit verbuchen, aber hier dürfte will.i.am wahrscheinlich neidisch gewesen sein, dass diese Pferdchen nicht in seinem Stall stehen.

Die große Stärke der erst 16jährigen Cher Lloyd ist, dass sie aus dem Stand heraus zeigte, was man 2011 in Sachen Popmusik unter „current“ verstehen wird. Wahrscheinlich wird sie „X Factor“ nicht gewinnen, aber dass sie, ähnlich wie die 2008er Kandidatin Diana Vickers, eine Popkarriere hinlegen wird, kann schon jetzt als ziemlich sicher gelten.

Scheinbar haben die Produzenten auch aus der letztjährigen Blamage mit dem Sieg von Joe McElderry gelernt, der es gegen einen Internet-Mob nichtmal zur Weihnachts-Nummer-1 schaffte, und diesmal den Raum für pubertierende, weichgespühlte Schmusebarden eng gemacht. Die gesamte Minderjährigen-Fraktion wurde kurzerhand in eine Boygroup gepackt, mit der Cowell nun seinen Spaß haben darf. Von der klugen Heraufsetzung des Alterslimits profitiert die Boys-Kategorie (Mentorin Dannii Minogue), die nun mit erwachseneren Sängern aufwartet.

Besonders Aiden Grimshaw bringt eine weitere interessante musikalische Facette in den Wettbewerb. Erstmals dürfte ein Sänger gleichzeitig britischen Teenies den Schlaf rauben, und Musikfans mit seinen emotionalen und feinspürigen Interpretationen begeistern.

Für Louis Walsh schließlich, der seit Jahren zum ersten Mal nicht die Gruppen, sondern diesmal die Kategorie „Over 28“ betreut dürfte sich vor allem Storm Lee zu einer großen Freude entwickeln. Der verlebte Schotte, aber auch die 50jährige Tesco-Verkäuferin und der soulige Farbige bringen in dieser Kategorie schon fast einen Hauch Britain’s Got Talent mit seinen bunten, ausgefallen „Missfits“ zu X Factor.

X Factor ist in diesem Jahr deutlich erwachsener als noch 2009, das gegenüber der hervorragenden 2008er Staffel eher ein Rückschritt war. Die schiere Bandbreite der hervorragenden und interessanten Kandidaten, auf die ich mich jetzt schon freue, hat noch einmal zugenommen. Ich gehe davon aus, dass X Factor in Großbritannien frühestens in zwei Jahren seinen Höhepunkt erreichen wird. In Deutschland ist die erste Staffel bei VOX und RTL ebenfalls gut gestartet und musikalisch schon jetzt die beste Castingshow Deutschlands. Im Schatten von DSDS und Supertalent fehlt allerdings noch der große Rummel um die Show (zum Glück), die bisweilen ähnlich spröde wirken mag wie Raabs Eurovision Casting „Unser Star für Oslo“.

Im kommenden Jahr geht es dann in den USA weiter. Ein kritischer Punkt für das Format. Wird X Factor junge Zuschauer zurückgewinnen und American Idol überflügeln? X Factor ersetzt als Show dass, was es heutzutage nicht mehr gibt. Den Weltstar der Popmusik, die Legende, wie einst Michael Jackson, Madonna, Elvis Presley. Gut möglich, dass es im Falle eines amerikanischen Erfolgs gelingen wird, dass X Factor das vollbringt, was zuvor noch keiner Castingshow gelungen ist: einen solchen Star zu erschaffen.

Alles zu X Factor hier auf tvundso.com

X Factor UK Channel bei Youtube

Offizielle X Factor Website

Da soll nochmal einer sagen (ich zum Beispiel), das britische Original der Casting Show X Factor würde besonders durch seine herausragenden Talente glänzen. Vergleicht man die Auftritte des Startwochenende in Deutschland und UK, dann liegen die Deutschen überraschender Weise vorn. Bei den Briten gab es in erster Linie Leute zu sehen, die zwar nicht besonders gute Sänger, dafür aber in angenehmer Weise neben der Spur waren.

Beginnen wir mit der harmloseren Variante, Katie Waisal, die mit einer großartigen Persönlichkeit punktete:

Shirlena Johnson allerdings, die wir im folgenden sehen, nunja, es beginnt harmlos… aber dann… ach, seht selbst:

Hinweis: es kann passieren, dass das Einbinden der Videos unterdrückt wird, dann einfach via Klick direkt auf Youtube schauen.

Nach dem großen Erfolg von Jedward (deren Big Brother Auftritt übrigens ganz cool war) in der zurückliegenden 2009er Series muss man wohl auf alles vorbereitet sein. Auch diese Staffel wird einen irren Act haben, der zwar nicht singen kann, den man aber unbedingt wieder sehen will. Anders als bei Jedward muss ich aber hier ganz klar sagen: Insbesondere Shirlena würde ich gerne nochmal sehen.

Ich finde, angesichts solcher Szenen bekommt der Titel „X Factor“ eine ganz neue Bedeutung. Jedward waren nur der Anfang…


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Alle X Factor Videos legal und in hoher Qualität im offiziellen Youtube Channel von The X Factor UK

Bei den Zuschauern wird es noch eine Weile dauern, bis sie X Factor Deutschland als das wahrnehmen, zu dem es sich wahrscheinlich entwickeln wird: der besten deutschen Casting Show. Nur 2,19 Millionen Deutsche sahen den Auftakt gestern auf RTL. DSDS sehen drei Mal so viele, das britische X Factor hat in der Spitze fast die 10fache Zuschauerzahl. Andererseits: auch „Unser Star für Oslo“ startete verhalten, überrannte dann aber schließlich mit Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest.

Das Uteil Kritiker allerdings, es fällt ebenso positiv aus, wie meine gestrige Kritik hier auf tvundso.com. Das fast einstimmige Urteil: Jury und Kandidaten sind top, es wird aber zuviel geheult. Die Sendung trägt noch zusehr die Handschrift von DSDS und Supertalent, bei dem wahlweise die Schicksale triefen oder unbedarfte Kandidaten lächerlich gemacht werden. Hier also meine kleine Presseschau zu X Factor aus den professionellen Online-Medien:

Absolut großartig ist die Kritik von Christian Buß bei Spiegel Online, die zu den kritischeren Tönen unter den ernstzunehmenden Medien gehört, hier könnte man fast jeden Satz zitieren. Buß konzenztriert sich vor allem auf Jurystar Sarah Connor, um die herum die erste Ausgabe und die Vorab-Promotion vor allem aufgebaut war:

„Keine Frage, auch Sarah Connor hat den Handy-Werbespot genau studiert und mit ihrer Visagistin eingeübt, wie man die Emotionen triefen lässt, ohne das Make-up zu versauen. (…) Ja, sie ist die perfekte Castingshow-Jurorin.

[…]

Kaum war am Freitag der erste der insgesamt 19.000 Bewerber auf der Bühne, da stand der Delmenhorsterin auch schon pittoresk das Wasser in den Augen

[…]

Eigentlich wollte Connor von dieser Art Homestory-Klatsch ja weg, doch durch ihre tränenfeucht vorgetragenen Gunstbezeugungen für die „X Factor“-Kandidaten ist sie näher bei dem alten Hochglanz-Trash, als sie denkt: Sarah in Love, schon wieder.

[…]

Bei der Ego-Performance der Jurorin konnte man dann glatt übersehen, wie großartig einige der Bewerber tatsächlich waren.

[…]

So gesehen reiht sich „X Factor“ trotz pädagogischen Konzepts und hervorragender Hobbysänger nahtlos ein ins Casting-Elend. Man agiert hier wie im Rest des deutschen Talentshowlands: verheult, egomanisch, verlogen.“

Antje Hildebrandts Kritik bei Welt Online fällt fast schon begeistert aus. Der Welt-Kritikerin gefällt vor allem die musikalische Qualität der Sendung, sie rückt die Talentsuche gar in die Nähe von Raabs hochgelobten Oslostar:

„Die gefühlte Wow-Wahrscheinlichkeit, sie lag deutlich über 90 Prozent. Und das war auch gut so.“

[…]

Wer hätte nach einer Dekade Popoversohlen bei den „Popstars“ (ProSieben) und Deppen-Roulette bei „DSDS“ (RTL) gedacht, dass eine Castingshow wieder das zutage fördert, was Castingshows eigentlich zutage fördern sollen, nämlich Talente?

[…]

„X-Factor“ setzt dort an, wo Stefan Raab mit „Unser Star für Oslo“ aufgehört hat. Die Show, produziert von der „DSDS“-erfahrenen Firma Grundy Light Entertainment, ist mehr als nur ein ambitioniertes Ringelpietz mit Anfassen im Dienste der Nachwuchsförderung. Sie besitzt jenen gewissen Glamour, den man in Raabs Talentschuppen vergeblich suchte.“

Gleichzeitig kritisiert Hildebrandt aber auch die bei Schicksalsstories, die RTL um einige der Kandidaten gestrickt hatte:

„Hatte die Show solche Szenen nötig? Nein. Sie konterkarierten sogar den Anspruch des Formats. Doch offenbar verließ den „DSDS“-erprobten Produzenten in letzter Minute der Mut, auf bewährte Stilmittel zu verzichten.“

Und Carin Pawlak vom Focus fast zusammen:

„X Factor hebt sich aus den üblichen Auswahlgockelschauen heraus. Es ist zum einen die positive Grundstimmung. Keine hammerturbogeilblöden Sprüche wie bei Bohlen. Kein tumbes Moderatoren-Geschreyl. Und kein aufreizendes Unterschichten-Personal wie sonst, sondern wirkliche Talente.“

Auch das britische Original musste sich im vergangenen Jahr einer vergleichbaren Kritik aussetzen, als sie zum Auftakt der Show zunächst ebenfalls auf die Tränendrüse drückte. Ich hatte das damals hier auf dem Blog zusammengefasst: Freaks und Tränen. Der britische Moderator Dermot O’Leary sagte damals:

„I find the sob stories quite awkward, so it’s great that we don’t really have them this year. At the end of the day, it’s a singing contest.“

Die verhältnismäßig schlechten Quoten für eine hochwertigere und international erfolgreiche Casting Show bei RTL sind hausgemacht. Jahreland hat der Sender sein Stammpublikum auf Trash trainiert. Da offensichtlich der Plan, die auf eben Freaks und Tränen konditionierten DSDS- und Supertalent-Zuschauer für X Factor zu werben nicht aufgeht, ist zu hoffen, dass man bei der Ausstrahlung auf Vox ganz auf diesen Quatsch verzichten wird und sich auf die Stärken der Show konzentriert: Ihre hervorragende Jury, Dynamik, ihren Glanz und vor allem: ihre Talente.


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